DE66231C - Schaltungseinrichtung zum Entzünden und Löschen elektrischer Lampen sowie zum In- und Aufserbetriebsetzen anderer Vorrichtungen von beliebig vielen Stellen aus - Google Patents
Schaltungseinrichtung zum Entzünden und Löschen elektrischer Lampen sowie zum In- und Aufserbetriebsetzen anderer Vorrichtungen von beliebig vielen Stellen ausInfo
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT
Den Gegenstand der vorliegenden Erfindung bildet eine Schaltungseinrichtung, bei welcher
die Bewickelung eines Elektromagneten in dem den Anker dieses Elektromagneten enthaltenden
Stromkreis der Lampen, Treibmaschinen oder anderer Vorrichtungen liegt und durch Nebenleitungän
mit paarweise angeordneten Druckknöpfen derart verbunden ist, dafs das Herabdrücken
des einen Knopfes eines Paares die Erregung des Elektromagneten und das Inbetriebsetzen
der Vorrichtung (Entzünden der Lampen), das Herabdrücken des anderen Knopfes desselben oder eines anderen Paares aber das
Stromloswerden des Elektromagneten und nach dem Loslassen dieses Knopfes das Aufserbetriebsetzen
der Vorrichtungen (Löschen der Lampen) zur Folge hat. Dabei ist die Einrichtung so
getroffen, dafs auch nach dem Loslassen des erstgenannten Knopfes der Stromkreis der
Lampen, Treibmaschinen u. s. w. geschlossen bleibt.
Auf der beiliegenden Zeichnung ist diese Schaltungseinrichtung in ihrer Verwendung für
einen Lampenstromkreis in verschiedenen Ausführungsformen dargestellt.
Die Fig. 1, 2 und 3 lassen in Vorderansicht und zwei entgegengesetzten Endansichten die
Anordnung des Elektromagneten erkennen.
Der Elektromagnet E, bestehend aus der aufsen mit Draht α bewickelten und innen den
Eisenkern c enthaltenden Rolle b, ist an dem einen Schenkel einer rechtwinklig umgebogenen
Metallschiene d befestigt, die ihrerseits an einem mit der Grundplatte verbundenen Winkelstück \
festgeschraubt ist. Der Anker h des Elektromagneten ruht drehbar in einem an der
Schiene d sitzenden Träger h1 und wird, sobald
der Elektromagnet unthätig wird, von dem Kern c des letzteren durch die Feder r
abgerissen. Ist dies geschehen, so ist auch die am anderen Ende g des Ankers angebrachte
Stromschlufsplatte g' von der Schraube V entfernt. Letztere sitzt an einem Winkel M, der
isolirt an der Schiene d befestigt ist. Auf der Grundplatte der Vorrichtung befinden sich drei
Klemmen EXLA, CC und ALAL, von
denen die erste (linke) mit dem einen Ende der Bewickelung des Elektromagneten, die
zweite (mittlere) mit der Stromschlufsschraube V und die. dritte (rechte) einerseits mit dem
Anker h und andererseits mit dem anderen Ende der Bewickelung des Elektromagneten in
Verbindung steht.
Die eben beschriebene Vorrichtung wird in den Stromkreis einer oder mehrerer Lampen
eingeschaltet und mit einem oder mehreren der in Fig. 4 und 5 dargestellten Druckknopfpaare
verbunden in der Weise, wie die Fig. 6 veranschaulicht. In dieser Figur ist angenommen,
dafs eine Lampe L A in eine von der Haupthinleitung C und der Hauptrückleitung C abgezweigte
Nebenleitung eingeschaltet sei und in andere, von dieser abgezweigte Nebenleitungen
drei Druckknopfpaare pp1 eingeschaltet
seien, um die Lampe von drei verschiedenen Stellen aus entzünden oder löschen zu können.
Von den beiden Druckknöpfen pp', Fig. 5, jedes Paares, welche beim Niederdrücken eine
unter ihnen befindliche Feder q bezw. q' mit einer Stromschlufsplatte fx in Verbindung
bringen, ist der eine, p, mit der Klemme ALAL (Entzündungsklemme) des Apparates,
Fig. ι und 6, der andere, p', mit der Klemme E XL A (L.öschklemme) dieses Apparates
leitend verbunden. Die Platte tx steht mit
einer von der Hinleitung zur Lampe abgezweigten Leitung in Verbindung.
Drückt man den Knopf ρ eines beliebigen Paares herab, so läuft der von der Haupthinleitung
durch den Ausschalter χ kommende Strom durch q tx nach der Klemme ALAL,
von hier durch die Bewickelung des Elektromagneten zur Klemme EXL A und von da zur
Lampe, so dafs letztere entzündet wird. Dadurch, dafs der Strom die Spule des Elektromagneten
durchfliefst, wird der Kern des letzteren magnetisch und folglich von diesem Kern
der Anker h angezogen. Sobald dies geschehen, ist der Stromschlufs bei V geschlossen und es
läuft alsdann von χ aus auch Strom durch die Klemme C C, die Schraube v, den Anker g h,
die Schraube V, die Klemme ALAL, die Spule des Elektromagneten und die Klemme
EXLA zur Lampe LA. Läfst man nun den
Druckknopf ρ los, unterbricht also den Stromkreis bei q tx , so bleibt der eben genannte
Lampenstromkreis dennoch geschlossen und die Lampe entzündet, weil die Spule des Elektromagneten
auch jetzt noch vom Strom durchflossen wird. -
Drückt man dagegen einen der drei Knöpfep' herab, so nimmt der von χ kommende Strom
zum gröfseren Theil den kürzeren Weg durch q' tx zur Klemme EXLA und von da zur
Lampe LA. Der kleinere, dann noch durch die Spule des Elektromagneten fliefsende Theil
des Stromes ist.zu schwach, um den Kern genügend magnetisch zu erhalten. Infolge
dessen wird der Anker mittelst seiner Feder abgerissen und der Stromkreis bei V unterbrochen.
Läfst man alsdann den Druckknopf ρ' los, so wird der Stromkreis bei q' tx wieder
unterbrochen und die Lampe erlischt und bleibt erloschen, bis wieder einer der Druckknöpfe ρ
herabgedrückt wird.
In Fig. ι ist angenommen, dafs die mittlere Klemme C C mit der Schraube V und die
Klemme ALAL mit dem Anker h g verbunden sei, während in Fig. 6 die umgekehrte
Verbindung angegeben ist. Es kann sowohl die eine wie die andere dieser Schaltungsarten
verwendet werden, da der Strom in beiden Fällen immer in derselben Richtung durch die
Spule des Elektromagneten läuft, nachdem der Anker angezogen ist.
Um das Auslöschen der Lampe oder Lampen von beliebigen, ziemlich weit von einander entfernten
Stellen aus zu sichern, mufs der Widerstand der zwischen die Klemmen ALAL und
E XA L geschalteten Elektromagnetspule gröfser sein als der Widerstand, welchen die zu den
Knöpfen p' und der Klemme E XL A führenden Nebenleitungen dem Strom entgegensetzen.
Es ist daher in vielen Fällen nöthig, zwischen die Spule des Elektromagneten E
und die Klemme EXLA eine Widerstandsspule R einzuschalten, wie dies in Fig. 7 angegeben
ist.
Um die Löschung der Lampen zu erzielen, drückt man z. B. auf den in der Zeichnung
am weitesten nach links gelegenen Knopf p'. Der von der Hauptleitung C durch χ nach
der mittleren Klemme C C gehende Strom theilt sich dann in zwei Ströme. Der eine
läuft durch ν g VA LAL, die Spule des Elektromagneten
E, die Widerstandsspule R, die Klemme EXLA, Leitung ko und die Ausschalter
Q zu den Lampen; der andere geht von der Klemme CC durch d'fp'stu nach
der Klemme EXLA und von da zu den' Lampen. Da der Strom auf dem ersteren
Wege einen gröfseren Widerstand zu überwinden hat als auf dem zweiten, so verliert
der den ersten Weg durchlaufende. Zweigstrom so schnell an Stärke, dafs er nicht mehr
fähig ist, den Anker des Elektromagneten angezogen zu erhalten. Der Anker wird also
abgerissen, und nach dem Loslassen des Knopfes p' erlöschen dann die Lampen und
bleiben gelöscht.
Fig. 8 zeigt eine Schaltung, bei welcher aufser einer oder mehrerer (im Schaltraum angeordneter)
Prüflampen (lampe temoin) L* eine ä'ufsere Gruppe von Lampen L durch Niederdrücken
eines der Druckknöpfe ρ bezw. p' entzündet oder gelöscht werden. Die Lampen Lx
sind wie vorhin mit der Klemme EXLA verbunden, die Lampengruppe L steht dagegen
mit einer besonderen Klemme G R in Verbindung. Der Anker h des Elektromagneten
trägt in diesem Falle aufser der Stromschlufsplatte g' noch eine zweite Platte G, so dafs,
wenn der Anker nach Niederdrücken eines der Knöpfe ρ angezogen wird, der von der Hauptleitung
C durch χ C C ν h kommende Strom zum Theil durch Stromschlufsstücke GG',
Klemme G R zur Lampengruppe L, theils durch g' V, Klemme A L, Widerstand R, Elektromagnetspule,
Klemme EXLA zu den Prüflampen Lx geht. Drückt man auf einen der
Knöpfe p', so wird der Anker abgerissen, und es erlöschen nach dem Loslassen des
Knopfes p' sowohl die Prüflampen Lx als auch
die Lampen L.
An Stelle der Gruppe von Lampen kann irgend eine andere elektrische Vorrichtung
zwischen Klemme GR und Rückleitung C eingeschaltet sein.
- Die in Fig. 9 gezeigte Schaltung unterscheidet sich von der in Fig. 7 gezeigten nur dadurch,
dafs der Elektromagnet und die Druckknopfpaare, anstatt in die Hinleitung zu den Lampen,
in die Rückleitung der letzteren eingeschaltet sind. Die Wirkungsweise ist dieselbe, wie mit
Bezug auf Fig. 7 beschrieben.
Die Vergröfserung des inneren Widerstandes des Lampenstromkreises durch Einschaltung des
Widerstandes R hat den Nachtheil, dafs die Lampen nur mit einer geringeren Anzahl Volt
arbeiten, als in der allgemeinen Vertheilungsleitung herrschen. Befindet sich nun eine
Lampe im Stromkreis, so beträgt die Abnahme der Spannung etwa 1 Volt, aber bei zwei oder
drei Lampen ist die Abnahme doppelt oder dreifach so grofs.
Dieser Nachtheil wird durch nachstehend erläuterte Einrichtung vermieden, welche, gestattet,
die Widerstandsspule zu beseitigen und den Gesammtwiderstand des Lampenstromkreises auf
das geringste Mafs zu vermindern. Diese Einrichtung besteht darin, dafs der Elektromagnet,
statt mit einer, mit zwei Bewickelungen, einer inneren vx und einer äufseren jr, versehen
wird, von denen die innere umgekehrt wie die äufsere gewickelt ist und nur zur Zeit der
Löschung vom Strom durchlaufen wird.
Die äufsere Bewickelung hat einen Widerstand, welcher nur so grofs ist, dafs der für
eine Lampe nöthige Strom die Anziehung des Ankers veranlassen kann. Die innere kürzere
Bewickelung, welche der Strom entgegengesetzt wie die ■ äufsere Bewickelung durchläuft, und
zwar nur dann, wenn die Löschung stattfinden soll, .ist einerseits zu schwach, um das Anziehen
des Ankers herbeiführen zu können, jedoch andererseits noch so stark, dafs sie zur
Zeit der Auslöschung die Wirkung des noch durch die erste Bewickelung laufenden Zweigstromes
aufhebt.
Um die Wirkung der inneren Bewickelung zur Zeit der Auslöschung zu erhöhen und um
das Abreifsen des Ankers sicher zu erlangen, ist es zweckmäfsig, gegenüber dem ersten
Elektromagneten E, Fig. 1 o, noch einen zweiten Y anzuordnen, dessen Bewickelung im Stromkreis
der inneren Bewickelung des ersten Elektromagneten liegt. Dieser zweite Elektromagnet
hat den Zweck, den Anker des ersten abzureifsen und anzuziehen.
Die äufsere Bewickelung des Elektromagneten E ist einerseits mit der Klemme ALAL,
andererseits mit einer Klemme L A verbunden, von welch letzterer die Leitung zu den Lampen
geht. Die innere Bewickelung vx des Elektromagneten
E steht einerseits mit der Bewickelung des zweiten Elektromagneten Y und der
Klemme E XLA, andererseits mit der Klemme L A in Verbindung.
Der Draht der Spule des Elektromagneten Y mufs im Verhältnifs zu demjenigen der äufseren
Spule des Elektromagneten E einen hinreichend grofsen Durchmesser haben, damit der Widerstand
im Löschungsstromkreis so gering als möglich sei. ■
Die innere Bewickelung des Elektromagneten E, welche der Strom zur Zeit der
Löschung durchfliefst, braucht nur eine einzige Lage von viel feinerem Draht zu bilden.
Die beschriebenen Schaltungseinrichtungen können auch zu anderen Zwecken, als den
bereits genannten, benutzt werden; zum Beispiel dazu, von einer beliebigen Fernsprechstelle
aus die vor Beginn des Gespräches im Vermittelungsamt zum Fallen gebrachte Klappe
nach Beendigung des Gespräches wieder zu heben; ferner zum Ein- oder Abstellen beliebiger
Merkscheiben oder anderer Meldezeichen; endlich zum In- oder Aufserbetriebsetzen
beliebiger Maschinen von so vielen Stellen aus, als es wünschenswerth sein mag, durch Vermittelung eines Gesperres, welches
durch Drücken auf einen der Knöpfe ρ eines Druckknopfpaares ausgerückt und durch Drücken
auf den anderen Knopf ρ' desselben oder eines anderen Paares wieder eingerückt werden kann.
Claims (2)
- Patent-Ansprüche:ι. Eine Schaltungseinrichtung, bei welcher die Bewickelung. eines Elektromagneten (E) (Fig. i, 6, 7 und. g) und erforderlichenfalls, ein Widerstand (R), beide in dem den Anker dieses Elektromagneten enthaltenden Stromkreis von Lampen, Mot.oren oder anderen Vorrichtungen liegend, durch Nebenleitungen mit paarweise angeordneten Druckknöpfen (pp'J derart verbunden sind, dafs einerseits das Herabdrücken des einen Knopfes (p) eines Paares das Hindurchsenden von Strom durch die Bewickelung des Elektromagneten und erst dadurch das Anziehen des Ankers des letzteren, sowie das Inbetriebsetzen der Vorrichtungen zur Folge hat, wobei nach dem Loslassen, dieses Knopfes (p) und dem dabei stattfindenden Unterbrechen des Nebenstromkreises der Arbeitsstromkreis geschlossen bleibt, andererseits das Herabdrücken des anderen Knopfes (p'J desselben oder eines anderen Paares die unmittelbare Sendung des Stromes nach den Lampen, Motoren oder Vorrichtungen und demzufolge das Abreifsen des Ankers des Elektromagneten herbeiführt, so dafs nach dem Loslassen dieses anderen Knopfes der Arbeitsstromkreis' unterbrochen bleibt.
- 2. Eine Schaltungseinrichtung der durch den Anspruch 1. gekennzeichneten Art, bei welcher der Elektromagnet eine innere undeine äufsere Bewickelung hat, von denen die erstere zur Zeit der Aufserbetriebsötzung der Vorrichtung (Herabdrücken des Knopfes p1) vom Strom in einer Richtung durchflossen wird, welche derjenigen' des die äufsere Bewickelung durchfliefsenden Stromes ■ entgegengesetzt ist, zum Zwecke, den Gesammtwiderstand des Arbeitsstromkreises zu vermindern.Eine Schaltungseinrichtung der unter ι. bezeichneten Art, bei welcher die innere Wickelung des wie unter 2. angegeben bewickelten Elektromagneten (E) (Fig. 10) mit der Bewickelung eines zweiten Elektromagneten (Y) verbunden ist, der zur Zeit der Aufserbetriebsetzung der Vorrichtung (Herabdrücken eines der Knöpfe ρ') den ■ Anker des ersten Elektromagneten abreifst.Hierzu 2 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE66231C true DE66231C (de) |
Family
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Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT66231D Expired - Lifetime DE66231C (de) | Schaltungseinrichtung zum Entzünden und Löschen elektrischer Lampen sowie zum In- und Aufserbetriebsetzen anderer Vorrichtungen von beliebig vielen Stellen aus |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE66231C (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE3029191A1 (de) * | 1980-08-01 | 1982-02-18 | Dieter 4020 Mettmann Christiansen | Zentral gesteuerte beleuchtungsanlage mit einer vielzahl von einzelschaltbaren einzellichtstellen |
| DE3042551A1 (de) * | 1980-11-12 | 1982-06-24 | Dieter 4020 Mettmann Christiansen | Zentral gesteuerte beleuchtungsanlage mit einer vielzahl von einzelschaltbaren einzellichtstellen |
-
0
- DE DENDAT66231D patent/DE66231C/de not_active Expired - Lifetime
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE3029191A1 (de) * | 1980-08-01 | 1982-02-18 | Dieter 4020 Mettmann Christiansen | Zentral gesteuerte beleuchtungsanlage mit einer vielzahl von einzelschaltbaren einzellichtstellen |
| DE3042551A1 (de) * | 1980-11-12 | 1982-06-24 | Dieter 4020 Mettmann Christiansen | Zentral gesteuerte beleuchtungsanlage mit einer vielzahl von einzelschaltbaren einzellichtstellen |
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