DE661545C - Verfahren zur Herstellung von Pflanzenphosphatidpraeparaten - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Pflanzenphosphatidpraeparaten

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DE661545C
DE661545C DEH138369D DEH0138369D DE661545C DE 661545 C DE661545 C DE 661545C DE H138369 D DEH138369 D DE H138369D DE H0138369 D DEH0138369 D DE H0138369D DE 661545 C DE661545 C DE 661545C
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phosphatide
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    • AHUMAN NECESSITIES
    • A23FOODS OR FOODSTUFFS; TREATMENT THEREOF, NOT COVERED BY OTHER CLASSES
    • A23JPROTEIN COMPOSITIONS FOR FOODSTUFFS; WORKING-UP PROTEINS FOR FOODSTUFFS; PHOSPHATIDE COMPOSITIONS FOR FOODSTUFFS
    • A23J7/00Phosphatide compositions for foodstuffs, e.g. lecithin

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Biochemistry (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
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  • Polymers & Plastics (AREA)
  • Edible Oils And Fats (AREA)

Description

  • Verfahren zur Herstellung von Pflanzenphosphatidpräparaten Man hat bereits vorgeschlagen, Phosphatide von ihrer arteigenen Ölkomponente zu befreien und die mit Fremdfetten versetzten Phosphatide zu trocknen. Zu diesem Zweck hat man die Rohphosphatide schon durch Behandlung mit Aceton oder Essigester vom Öl befreit. Auch hat man wäßrige ölhaltige; Phosphatidemulsionen bereits im Vakuum eingeengt und getrocknet.
  • Man hat ferner ölhaltige Phosphatide mit Trägerstoffen unter Minderdruck eingedampft und hat auch Lecithinemulsionen hergestellt, indem man das Lecithin in Alkohol löste, Wasser zusetzte und den Alkohol dann verdampfte.
  • Die der vorliegenden Erfindung zugrunde liegende Aufgabe betrifft die Herstellung neuartiger Pflanzenphosphatidpräparate in fester pulvriger Form in entöltem Zustand, die unter weitgehender Schonung in einem Arbeitsgang gewonnen werden. Zu diesem Zweck werden die Phosphatide mit einem selektiven Lösungsmittel, wie Essigester oder Aceton, behandelt, das das Öl, nicht aber die Phosphatide löst und nach der Entölung, noch lösungsmittelhaltig, mit Wasser emulgiert. Nun wird der Lösungsmittelrest entfernt und die verbleibende Emulsion mit geeigneten Trägerstoffen, wie Zuckerarten, Zuckersirup, Eiweißstoffen, Stärke und deren Abbauprodukten, Getreidemehl, Kakaopulver u. dgl., oder für technische Zwecke mit geeigneten Stoffen, wie Gasruß, Schwefel, Talkum u. dgl., versetzt und das Gemisch schließlich getrocknet. Beispiel i ioo kg einer wäßrigen Rohphosphatidemulsion, wie sie beispielsweise als Sojaschlamm bei der Ausflockung der Phosphatide mittels kondensierenden Wasserdampfes aus dem Sojarohöl erhalten wird, die einen Phosphatidgehalt von 2o % aufweist, wird durch Behandeln mit Aceton ganz oder teilweise entwässert und von ihren Fettstoffen praktisch vollständig befreit. Die Acetonbehandlung kann je nach den vorliegenden Erfordernissen so weit getrieben werden, bis die Phosphatide nur noch geringe Spuren von Fett enthalten. Für viele Zwecke genügt eine drei- bis fünf-' malige Acetonbehandlung mit 8o kg Aceton. Zum Schluß wird das Lösungsmittel von den als Bodensatz vorliegenden Phosphatiden abgegossen, und die entölten Phosphatide, die noch etwa 3o % Aceton enthalten, werden durch Kneten mit i 2o kg Wasser unter Zusatz von o,5 kg 5 ooiger wäßriger Ammoniaklösung bei einer Temperatur von 25° in einen hydratisierten Quellungszustand übergeführt.
  • Wesentlich für die Durchführung der vorliegenden Erfindung ist die Maßnahme, in den entölten Phosphatiden noch einen Lösungsmittelrest zu belassen, da die noch lösungsmittelfeuchten entölten Phosphatide verhältnismäßig leicht in Wasser quellen und sich leicht emulgieren lassen, während bekanntlich getrocknete ölfreie Pflanzenphosphatide mit Wasser nur unter großen Schwierigkeiten emulgiert werden können. Die wäßrige acetonhaltige Emulsion wird zur Entfernung des Lösungsmittels unter Minderdruck, vorzugsweise bei Temperaturen unter 5o° C, behandelt. Da entsprechend dem Partialdruck auch eine Wasserverdampfung stattfindet, ist die verdampfte Wassermenge durch Hinzufügen von Wasser zu ersetzen, damit die Emulsion in der geeigneten pastenförmigen Konsistenz verbleibt, die allein eine vollkommene Ausdämpfung des Lösungsmittels ermöglicht.
  • Es werden auf diese Weise 5o kg einer wäßrigen Phosphatidemulsion erhalten, die einen Phosphatidgehalt von etwa 4o % aufweist und die zum größten Teil von den Bitterstoffen, Farbstoffen und anderen unerwünschten Begleitstoffen befreit ist, die mit dem Aceton und durch die Wasserdampfdestillation entfernt sind.
  • Zur Beseitigung der letzten Spuren des Acetons und zur weiteren Desodorisierung werden die erhaltenen pastenförmigen wäßrigen Phosphatide mit der 2o- bis 5ofachen Wassermenge, beispielsweise mit 7001 Wasser, zu einer dünnen milchigen Phosphatiddispersion emulgiert. Diese Emulsion wird im Vakuum, zweckmäßig in einem Umlaufverdampfer, der sowohl die erforderliche große Oberfläche für die Verdampfung als auch die thermische Schonung des Gutes gewährleistet, von den Resten des Lösungsmittels befreit, worauf die Emulsion nach Zusatz von Trägerstoffen, z. B. Malzextrakt, getrocknet wird.
  • Beispiele i oo kg getrockneter Rohphosphatide, wie sie nach dem Trocknen der wäßrigen Sojaphosphatidemulsion anfallen mit einem Gehalt von etwa 6o % Phosphatide und etwa ¢o % Sojaöl, werden unter Erwärmen in 5oo kg Essigester gelöst und dann beispielsweise auf o° abgekühlt. Dabei fallen die Phosphatide aus. Der ölhaltige Essigester wird von dem Bodensatz abgegossen und die gleiche Behandlung je nach dem Grad der gewünschten Entölung dreimal oder noch häufiger wiederholt.
  • Auf diese Weise werden etwa 99 kg einer Paste erhalten, die etwa 57 kg Phosphatide, etwa 2, kg Sojaöl und andere Begleitstoffe und etwa 40 kg Essigester enthält. Die unerwünschten Geruchstoffe, die Bitterstoffe und die Farbstoffe sind -durch die Behandlung mit Essigester zum größten Teil entfernt. Diese Paste wird nun zweckmäßig unter schwachem Erwärmen durch Kneten oder Rühren mit 22o kg Wasser hydratisiert und die wäßrige Emulsion bei niederer Temperatur im Vakuum behandelt, um den Essigesterrest zu entfernen. Dabei geht bei einer bestimmten Temperatur ein aceotropes Gemisch von Essigester und Wasserdampf über, und es ist zweckmäßig, das verdampfte Wasser im Laufe der Destillation zu ersetzen oder von vornherein eine größere Wassermenge zu verwenden, damit das behandelte Gut seinen pastenförmigen bzw. flüssigen Zustand behält und nicht in einen zähen Zustand übergeht, der für die vollständige Entfernung des Essigesters hinderlich ist. Die zurückbleibende wäßrige Phosph'atidemulsion wird zur Entfernung der letzten Essigesterreste und einer gewissen Menge mit Wasserdampf flüchtiger Geruchstoffe mit etwa 20001 Wasser zu einer wäßrigen Emulsion angerührt, die zunächst in einem Umlaufverdampfer unter Minderdruck bis auf einen Phosphatidgehalt von etwa i o % eingeengt wird. Diese dünnflüssige Emulsion wird dann mit 40 kg Stärkesirup mit einem Gehalt von 26kg Dextrose, auf trockene Substanz berechnet, vermischt und das Gemisch durch Zerstäubung, beispielsweise nach dem Krause-Verfahren, getrocknet.
  • Es werden etwa 85 kg eines trockenen Pulvers gewonnen, das etwa 68 % Phosphatide enthält, praktisch ölfrei ist und sich durch große Haltbarkeit auszeichnet und hohen Anforderungen genügt, so daß es sich ohne weitere Behandlung für den menschlichen Genuß eignet. Gegenüber den bisherigen Phosphatiderzeugnissen zeichnet es sich durch einen besonderen Wohlgeschmack aus. Das Phosphatidpulver klebt nicht am Gaumen und läßt sich in Wasser und anderen Flüssigkeiten leicht und vollkommen auflösen. Während Phosphatide mit einem größeren ölgehalt, mit pulverförmigen Trägerstoffen vermischt, nach dem Trocknen klebrig sind, haben die Erzeugnisse nach der vorliegenden Erfindung ihre Klebrigkeit verloren.
  • Die Pulverform gestattet eine gute Dosierbarkeit und ein leichtes und inniges Vermischen mit anderen flüssigen, pastenförmigen oder pulverförmigen Stoffen. An Stelle von Stärkesirup lassen sich andere Zuckerarten, z. B. Rohrzucker, oder Polysaccharide, z. B. Stärke, oder Eiweißstoffe, Kakaopulver o. dgl. nach der vorliegenden Erfindung mit den Phosphatiden zu praktisch ölfreien, trockenen und pulverförmigen Gemischen vereinigen. Die Erzeugnisse können einen Phosphatidgehalt von beispielsweise 5o % aufweisen. Sollen die Phosphatiderzeugnisse für technische Zwecke verwendet werden, so können als Trägerstoffe auch andere pulverförmige Stoffe, wie Gasruß, Schwefel, Talkum o. dgl., zugesetzt werden, z. B. wenn Phosphatide für die Herstellung von Kautsrhukmischungeri verwendet werden sollen. Auch Gemische mit Mehl, z. B. mit Weizenmehl, Sojamehl, Roggenmehl, können nach der vorliegenden Erfindung in Pulverform hergestellt und vorteilhaft für Backzwecke oder zur Herstellung von Nahrungsmitteln o. dgl. verwendet werden. Wenn auch einzelne Maßnahmen des vorliegenden Verfahrens bekannt sind, so wird doch erst durch die Vereinigung aller Maßnahmen ein Produkt erzielt, das die oben angegebenen Vorteile mit sich bringt.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von Pflanzenphosphatidpräparaten, dadurch gekennzeichnet, daß man Rohphosphatide mit einem selektiven Lösungsmittel, wie Essigester oder Aceton, von den Fettstoffen befreit, darauf die entölten, noch einen Lösungsmittelrest enthaltenden Phosphatide mit Wasser zu einer Emulsion verrührt, den Lösungsmittelrest abtreibt, der verbleibenden wäßrigen Phosphatidemulsion Trägerstoffe zusetzt und schließlich das Wasser verdampft.
DEH138369D 1933-12-14 1933-12-14 Verfahren zur Herstellung von Pflanzenphosphatidpraeparaten Expired DE661545C (de)

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DK51040D DK51040C (da) 1933-12-14 1934-04-28 Fremgangsmaade til Fremstilling af Plantefosfatidprodukter.

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Cited By (3)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE959247C (de) * 1952-06-06 1957-02-28 Waldhof Zellstoff Fab Verfahren zur Gewinnung von Phosphatiden
DE1116162B (de) * 1957-01-15 1961-11-02 Budenheim Rud A Oetker Chemie Verfahren zur Mehlverbesserung
DE3616597A1 (de) * 1986-05-16 1987-11-19 Jodlbauer Heinz D Backmittel fuer hefeteige

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* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
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DE1116162B (de) * 1957-01-15 1961-11-02 Budenheim Rud A Oetker Chemie Verfahren zur Mehlverbesserung
DE3616597A1 (de) * 1986-05-16 1987-11-19 Jodlbauer Heinz D Backmittel fuer hefeteige

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