DE660579C - Verfahren zur Herstellung von sulfonierten und unsulfonierten aromatischen Sulfonen - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von sulfonierten und unsulfonierten aromatischen Sulfonen

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DE660579C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07CACYCLIC OR CARBOCYCLIC COMPOUNDS
    • C07C315/00Preparation of sulfones; Preparation of sulfoxides

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)

Description

  • Verfahren zur Herstellung von sulfonierten und unsulfonierten aromatischen Sulfonen Durch die Arbeiten von M e y e r (Ann. 433, S.336ff.) und von Zehenter und Gosch (J. pr. Ch. 1929, S. z76ff.) sind in den letzten Jahren Herstellungsweisen für einfache und gemischte Sulfone bekanntgeworden, die erst die ganze Klasse der Sulfone im Laboratorium leicht zugänglich gemacht haben. Dennoch sind diese Verfahren noch nicht .durchwegs befriedigend. Z @e h c n t e r gibt an, daB unter besten Versuchsbedingungen rotbraune Reaktionsmassen erhalten werden, sonst aber leicht Verharzung eintrete. Die Sulfone, die dieser Autor immer mehr oder weniger gefärbt erhält, sind demnach ausnahmslos von größeren oder kleineren Harzmengen begleitet. Auch das Verfahren nach M e y ie r liefert oftmals harzige Nebenprodukte, z. B. wird bei der Einwirkung von Toluoldämpfen auf p-Phenolsulfonsäure neben einem löslichen Anteil ein dunkelrotes Harz erhalten, das als Phenolharz nach Patent Q60 379 charakterisiert wird. Diese gefärbten Produkte lassen sich nur sehr schwer reinigen; mehrmaliges Lmkristallisieren führt meist nicht zu völlig farblosen Verbindungen.
  • Es wurde nun gefunden, daß man die technische Herstellung von sulfonierten oder unsulfonier ten ,aromatischen Sulfonen, die mindestens eine Hydroxylgruppe und mindestens eine SO2-Brücke enthalten, wesentlich verbessern kann, wenn man allgemein» ein Ge, misch von Sulfonsäuren von aromatischen Kohlenwasserstoffen oder von Phenolen bzw. deren Äthern mit Phenolenoder deren Derivaten, insbesondere deren Sulfonen, im Vakuum zur Reaktion bringt. Dadurch gelingt es, einesteils gewisse Sulfone, die nach bisher bekanntgewordenen Verfahren technisch nicht zugänglich waren, leicht herzustellen; andernteils weist das neue Verfahren noch den Vorteil auf, daß es infolge des schonenden Verlaufes ohne nachfolgende Reinigung direkt sehr helle Reaktionsprodukte liefert. Im Vakuum läßt sich nämlich die Herstellung der Monosulfone bei wesentlich tieferen Temperaturen durchführen; je höher das Vakuum gewählt wird, desto mehr kann die Temperatur gesenkt werden. Ein weiterer Vorteil besteht darin, daß das Reaktionswasser und das nicht in Reaktion tretende Phenol fortwährend sehr rasch aus der Schmelze entfernt werden, wodurch Einflüsse, die wohl hauptsächlich für Zersetzungen verantwortlich gemacht werden müssen, ausgeschaltet werden. Dunkelgefärbte Zersetzungs- oder Nebenprodukte treten bei den Monosulfonen überhaupt nicht auf und bei der Herstellung von Sulfonen, die mehr als eine Sulfongruppe im Molekül enthalten, nur in unwesentlichen Mengen. Dieser Unterschied ist wohl durch die im zweiten Falle erforderlichen höheren Temperaturen bedingt. Weiter ist erwähnenswert, daß die Sulfonbildung nach dem neuen Verfahren viel rascher verläuft, als ohne Anwendung von.' Väknüm.
  • Es ist weiter bei der Herstellung von Sul-: fonen nach dem neuen Verfahren meist, unnötig, von abgetrennten aromatischen Sulfön- . Säuren auszugehen. Vielmehr wendet man vorteilhaft unmittelbar die rohen Sulfonierungsmassen an, die noch freies Sulfonierungsmittel enthalten. Falls man direkt Sulfonsäuren von Oxyarylsulfonen erhalten will, kann man entweder von aromatischen Disulfonsäuren ausgehen oder zu den Monosulfonsäuren noch Sulfonierungsmittel zusetzen. Sulfonierung' und Sulfonbildung verlaufen dann nebeneinander.
  • 1Jan kann die Sulfonbildung auch in Gegenwart von inerten, hochsiedenden Verdünnungsmitteln, wie beispielsweise o-Dichlorbenzol, oder von Verflüssigungsmitteln, die bei den gewählten Reaktionstemperaturen nicht in die Reaktion einbezogen werden, ausführen. Diese lassen sich z. B. zur Flüssighaltung der Schmelze vorlegen und, sofern sie flüchtig sind, auch ganz oder teilweise zur noch- schnelleren Entfernung des Reaktionswassers aus der Schmelze benutzen.
  • Die Höhe der Ausbeute ist sehr stark abhängig von dem Gleichgewicht, das sich je nach den Reaktionskomponenten und -bedingungen einstellt. Doch hat man es leicht in der Hand, durch Änderung der Temperatur und des Vakuums die Einstellung des Gleichgewichtes nach Belieben zu beeinflussen.
  • Die nach diesem neuen Verfahren erzielten Sulfone sollen für die verschiedensten Zwecke, beispielsweise als Netz- und Schädlingsbekämpfungsmittel, Gerbereihilfsmittel oder als Zwischenprodukte zu deren Herstellung, Verwendung finden; sie sollen auch zur Herstellung von Farbstoffen dienen. Beispiel i Zu 768 Teilen Sulfonierungsgemisch, erhalten durch Sulfonierung von 376 Teilen Phenol mit 392 Teilen Monohydrat nach üblichem Verfahren durch 1j,- bis istündiges Erhitzen auf ioo bis iio°, wird im Vakuum bei i2o bis 13o° langsam geschmolzenes Phenol durch eine Kapillare zugegeben. Es ist dabei vorteilhaft, das Phenol so zuzugeben, daß es einen möglichst langen Weg durch die Reaktionsmasse zurücklegen muß, damit es nicht ganz oder teilweise verdampft, bevor es in Reaktion treten kann. Das abdestillierende Reaktionswasser reißt Phenol mit, das man abtrennt und von neuem verwendet. In der Kontrolle des Reaktionswassers besitzt man eine gute überwachun.gsmöglichkeit für das Fortschreiten der Sulfonbildung. Nachdem in 2 bis 3 Stunden etwa 25o Teile Phenol zugelaufen sind, beginnt das Dioxydiphenylsulfon auszukristallisieren. Das Reaktionswasser destilliert ab, auf 4. Teile Wasser wird ungefähr i Teil Phenol mitgerissen. Die Phenolzugabe kann noch einige Zeit fortgesetzt werden.. Wenn die Schmelze zu dickflüssig wird, so daß keine richtige Durchmischung mehr stattfindet, wird die Sulfonbildung unterbrochen, die Reaktionsmasse mit dem nötigen Wasser verdünnt und das gebildete unlösliche Sulfon von der unveränderten Phenolsulfonsäure abgetrennt. Diese wird im Vakuum eingedampft und zur weiteren Sulfonbildung verwendet. Das Reaktionsprodukt wird mit 5o'/, Ausbeute, berechnet auf Phenolsulfonsäure, als sehr helle Ware erhalten, während der Reaktion entstehen keine dunkler gefärbten Nebenprodukte.
  • Die Ausbeute ist hauptsächlich abhängig von der Zähigkeit der Schmelze. Sobald diese so stark anwächst, daß der Phenolzufluß keine Durchinischung mehr zur Folge hat, bleibt die Reaktion stehen. Zur Verdünnung ließen sich geeignete inerte Lösungsmittel zusetzen; jedoch sind die praktischen Möglichkeiten infolge der Schwerlöslichkeit der Sulfone und infolge der besonderen Reaktionsbedingungen sehr beschränkt. Besser läßt sich der gleiche Zweck durch Zusatz von Verflüssigungsmitteln erreichen. Dazu eignen sich Kohlenwasserstoffsulfonsäuren, wie Naphthalin-, Tetrahydronaphthalin- oder Toluolsulfonsäuren, die bei den eingehaltenen niedrigen Temperaturen schwer oder überhaupt nicht reagieren. Dadurch wird die Schmelze dünnflüssiger, und die Sulfonbildung setzt wieder ein.
  • Beispiel Zu 8a4 Teilen Sulfonierungsgemisch, erhalten, indem man in 4,32 Teile geschmolzenes o-Kresol bei 40° 392 Teile Monohydrat langsam einfließen läßt und dann eine halbe bis ganze Stunde auf ioo bis iio° erhitzt, läßt man genau nach Beispiel i geschmolzenes o-Kresol langsam im Vakuum zutropfen. Das 4, 4'-Diaxy-3, 3'-dimiethylsulf an wird in 5 o Ausbeute, berechnet auf die angewandte Schwefelsäure, und in sehr guter Reinheit gewonnen. Die Mutterlauge, die den Rest der nicht verbrauchten o-Kresolsulfonsäure enthält, wird eingeengt und zu einem neuen Ansatz verwendet. Beispiel 3 Zu 78o Teilen Sulfonierungsgemisch, die man erhält, wenn man 432 Teile m-Kresol langsam unter Kühlung mit 348 Teilen Oleum 66°/o versetzt und das Gemisch i Stunde auf i ioo erhitzt, wodurch im wesentlichen m=Kresolsulfonsäure gebildet wird, läßt man im Vakuum bei i4o bis i5o° langsam m-Kresol zutropfen. Nach Zugabe von etwa 45o Teilen m-Kresol läßt man die homogene Masse etwas abkühlen und versetzt mit so viel Wasser, daß sich zwei Schichten bilden. Die v er= dünnte Sulfonsäure wird abgetrennt, im Vakuum eingeengt und weiter für die gleiche Reaktion verwendet. Das zurückbleibende Sulfon erstarrt nach kurzer Zeit in der Kälte zu einem Kristallbrei.
  • Verwendet man in obigem Beispiel an Stelle .des m-Kresols gleiche Teile p-Kresol, so verläuft das Verfahren ganz gleich wie oben beschriebien, und :am Schlusse wird das Sulfon aus p-Kresol in vorzüglicher Ausbeute erhalten. Beispiel 4 Verfährt man nach Beispiel i, läßt aber statt Phenol die äquivalente Menge o-Kresol zum Sulfonierungsgemiscli aus Phenol und Monohydrat einfließen, so erhält man am Schluß in vorzüglicher Ausbeute das geinischte Sulfon als dickflüssige Masse, die auch nach längerem Stehen nicht kristallisiert.
  • Statt der oben beschriebenen Komponenten lassen sich natürlich alle möglichen Variationen zwischen phenolischer Sulfonsäure und beliebigen Phenolen durchführen. Dabei werden gemischte Sulfone mit ähnlichen Eigenschaften erhalten. Beispiel 5 Zu 8oo Teilen Sulfonierun.gsgemisch, erhalten nach üblichem Verfahren aus Rohkresol D. A. B. 4 und Sulfonierungsmittel, gibt man im Vakuum allmählich durch eine Kapillare bei 12o bis 125° innerhalb 3 bis 4 Stunden aoo Teile Rohkresol D. A. B. 4. Die Versuchsbedingungen werden so gewählt, daß die Reaktion haltmacht, wenn Kresolsulfonsäuren und Dioxyditolylsulfone im gewünschten Verhältnis vorliegen, was man leicht durch Kontrolle des Reaktionswassers oder durch einfache Titration an der Aciditätsveränderung feststellen kann. Das Reaktionswasser destilliert ab, es werden ungefähr 25 Teile kohkresol zurückerhalten, die man von neuem einlaufen lassen kann.
  • Legt man dagegen Wert darauf, eine möglichst große Ausbeute an Sulfon zu erhalten, so verfährt man wie oben, vermehrt aber die zufließende Menge Rohkresol um das doppelte. Man erhält dann 7o bis 8o°/, der theoretischen Ausbeute. Weiter steigern läßt sich die Ausbeute noch durch Anwendung eines höheren Vakuums. Beispiel 6 Zu 46o Teilen Sulfonierungsmasse, die man durch Sulfonierung von 24o Teilen Dikresylglykoläther mit 22o Teilen Monohydrat durch ,2stündiges Erhitzen auf ioo bis iio° erhält 'und die im wesentlichen Dikresylglykoläther-'disulfonsäure enthält, läßt man bei 12o bis _130° unter den Bedingungen, wie sie in Bei-.spiel i angegeben sind, langsam igo Teile Amylphenol zufließen. 35 bis 409 werden vom Reaktionswasser mitgerissen und wiedergewonnen.
  • Am Schluß wird die Monosulfonsäure des gemischten Sulfons aus je i Mol. Amylphenol und Dikresylglykolätherdisulfonsäure als dickflüssige helle Masse erhalten. Die letzten Reste Amylphenol lassen sich nach Einstellung geeigneter Alkalität durch Wasserdampf abblasen.
  • An Stelle von Amylph.enol können auch entsprechende Mengen von Phenol oder von Kresolen verwendet werden. Beispiel Zu einem Sulfonierungsgemisch, das man aus 12o Teilen Dikresylglykoläther und i j o Teilen Monohydrat durch 2stündiges Erhitzen auf 1o5 bis iio° erhält, läßt man 8o Teile o-Chlorphenol im Vakuum zutropfen. 15 Teile o-Chlorphenol werden zurückgewonnen. Statt o-Chlorphenol kann man auch die äquivalente Menge 2, 4-Dichlorphenol verwenden, dabei ist jedoch die Ausbeute etwas schlechter. Beispiel 8 25o Teile ioo°/oige Naphthalinmonosulfonsäure in Form des rohen Sulfonierungsgemisches, 125 Teile Dioxydiphenylsulfon und 46 Teile ioo°/Qige Schwefelsäure werden io Stunden im Vakuum von 15 mm auf 16o bis 17o° erhitzt. Nach dem Abkühlen wird die Reaktionsmasse in Wasser gegossen, in dem das sulfonierte Reaktionsprodukt ohne Ausscheidung löslich ist.
  • An Stelle der Naphthalinmonosulfonsäure kann man auch eine entsprechende Menge Phenolsulfonsäure, Tetrahydronaphthalinsulfonsäure oder Naphthalindisulfonsäure einsetzen, wobei im letzten Falle der Zusatz von Schwefelsäure wegbleiben muß. Beispiel 9 Zu einem Sulfonierungsgemisch, das man aus i2o Teilen Dikresylglykoläther, hergestellt aus Rohkresol, und iio Teilen ioo°% iger Schwefelsäure durch 2stündiges Erhitzen auf ioo bis iio° erhält, gibt man i25 Teile Dioxydiphenylsulfon und kondensiert 8 Stunden bei 140° und 15 mm Vakuum.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von sulfQK , nierten und unsulfonierten aromatische Sulfonen, die mindestens eine Hydrd gruppe und mindestens eine S O,- Brite: wi:Mh.@
    enthalten, dadurch gekennzeichnet, daB man Sulfonsäuren von aromatischen Koh- lenwasserstoffen oder Phenolen bzw. "deren Ätherre mit Phenolen oder deren Taten, insbesondere deren Sulfonen, " a kuu r tzt. m e hi
DEG91005D 1935-08-15 1935-08-15 Verfahren zur Herstellung von sulfonierten und unsulfonierten aromatischen Sulfonen Expired DE660579C (de)

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