-
Verfahren zum Drucken von Marmor-, Intarsien und ähnlichen Mustern
unter Verwendung elastischer Druckformen Mit Patent 65; 165 ist ein Verfahren zur
Herstellung von unwillkürlichen Marmorals auch bestimmbaren Intarsien- und ähnlich
gearteten Mustern beschrieben 'worden.
-
Dort ist des näheren ausgeführt, daß Kautschukmassen unterschiedlicher
Härte oder Elastizität, beliebig miteinander vermischt, zu Musterwalzen, Druckplatten
oder Drucktüchern verarbeitet und mit diesem äußerlich völlig glatten Druckelement
Marmor- und ähnliche andere Muster auf Papierbahnen, Pappe, Stoffbahnen usw. aufgedruckt
werden können.
-
Es wird dann weiter ausgeführt, daß man es, abgesehen von diesen unwillkürlichen
Mustern, auch in der Hand hat, Muster in eine Walze aus härterem, weniger elastischem
Kautschuk zu stechen, einzuschneiden usw. und die ,entstandenen Hohlräume mit einer
beispielsweise weichen Kautschukmasse auszufüllen, so daß wiederum eine nach außen
hin vollkommen glatt erscheinende Musterwalze entsteht.
-
Bei dieser Walze drucken dann die harten, nicht elastischen Kautschukteile
mit weniger oder gar keiner, die elastischen Teile mit mehr Farbe. Je unterschiedlicher
in der Härte die Kautschukmassen sind, um so kontrastreicher erscheint nachfolgend
das gedruckte 1vIuster.
-
Gegenstand eines von Patent 657 165 abhängigen Verfahrens zur Erzeugung
von unwillkürlichen als auch bestimmbaren Mustern besteht nun darin, daß die in
Patent 657 165 beschriebenen Musterwalzen, Druckplatten oder Drucktücher aus Kautschuk
mit verschiedener Elastizität nach völligem Glattschleifen der Oberfläche, also
nach ihrer eigentlichen Fertigstellung, mit einer mehr oder weniger dünnen Haut
aus Kautschuk, Gelatine und ähnlichen Stoffen iib@erzogen verwendet werden.
-
Das Überziehen der Musteilvalze mit einer Haut aus Kautschuk kann
verschiedenartig gehandhabt werden. Es besteht die Möglichkeit, die 1Zusterwalze
nach völligem Glattschleifen der Oberfläche nochmals in Kautschukmasse zu tauchen
und den Oberzug anschließend zu vulkanisieren.
-
In diesem Falle würde die Haut aus Kautschuk fest mit der Oberfläche
der Musterwalze verbunden sein.
-
Entgegengesetzt zu diesem mit der Oberfläche der Musterwalze fest
verbundenen
Überzug kann auch eine bereits vulkanisierte Haut aus
Kautschuk über die Musterwalze möglichst straff, um ein Rutschen zu ver-: meiden,
hinweggezogen werden, so daß eine feste Verbindung zwischen der glattgeschliffenen
Musterwalze und der Haut aus Kautschuk nicht bestellt und die letztere nur infolge
der Elastizität des Kautschuks auf der Musterwalze haftet. Die in Patent
657165
gemachten Ausführungen treffen auch für die erfindungsgemäß soeben
beschriebenen Musterwalzen, Druckplatten oder Drucktücher insofern zu, als beispielsweise
eine mit einer Haut aus Kautschuk überzogene Musterwalze trotz des Überzuges an
den Stellen, wo unter der Kautschukhaut härtere bzw. weniger elastische Kautschukmassen
sich befinden, auch weniger Farbe annimmt und umgekehrt.
-
Wird, um bei diesem Ausführungsbeispiel zu bleiben, eine mit einer
Kautschukhaut überzogene Musterwalze in eine Maschine eingehoben und, wie iiblich,
jedoch wie im Hauptpatent 657165 ausgeführt, mit einer möglichst harten,
mehr als Ouetschwalze wirkenden Farbantragwalze eingefärbt, so druckt die Musterwalze
das Muster auf den zu bedruckenden Rohstoff so auf, daß zwar die gleichen Farbunterschiede
wie bei Patent 657I65 bestehen bleiben, die Konturen jedoch verwischen und entgegengesetzt
der Umdrehungsrichtung der Musterwalze bzw. der Laufrichtung der Papier- oder Stoffbahn
die Umrisse des Musters einen Schlagschatten erhalten.
-
Diese nach einer Richtung hin sich bildenden Schlagschatten geben
dem Muster ein eigenartiges, Tiefdruck ähnliches Aussehen.
-
Der Schatten wird dadurch bewirkt, daß die beispielsweise auf eine
-Musterwalze nachträglich aufgezogene elastische Haut aus Kautschuk durch den Preßdruck
der Farbantragwalze als auch der Maschine eine kleine, kaum wahrnehmbare Wulst bildet,
so daß eine Art Reibung während des Farbantrages und des nachfolgenden Druckvorganges
eintritt und die Farbe einseitig in der Drehrichtung der Musterwalze vorgeschoben
wird. wodurch, dieser Drehrichtung entgegengesetzt, sich die Schlagschatten bilden.
-
Die hier beschriebene Wirkung ist aus der in .der Anlage beiliegenden
Zeichnung deutlich zu erkennen.
-
Auf der aus verschiedenartigen, harten bzw. elastischen Kautschukmassen
bestehenden Musterwalze c befindet sich die Haut aus Kautschuk i.
-
Die Papierbahn lt läuft in der mit Pfeil eingezeichneten Richtung
zwischen der Musterwalze c und der Gegendruckwalze f hindurch.
-
Bei L ist die sich bildende beschriebene Wulst der Kautschukhaut kenntlich
gemacht. Der Aufdruck auf die Papier- oder Stoffbahn erfolgt nun nicht, wie sonst
üblich, erst bei der linearen Berührung der Walzen c und f bei k, sondern bereits
schon bei 1, der Stelle, wo die sich bildende Wulst mit der Papier-oder Stoffbahn
hin Berührung kommt.
-
Bei der weiteren Umdrehung der Walzen c und f gleicht sieb
die Wulst 1 bei k wieder aus. Sie rutscht sozusagen in der Drehrichtung der
Walzen wieder vor, wodurch die in der Beschreibung aufgeführte Erscheinung der Schlagschattenbildung
entsteht.
-
Im übrigen sind wie im Hauptpatent 657 165 der Farbbehälter
mit aa, die Lager der Musterwalze und der Gegendruckwalze mit b bzw. g, die Quetschwalze
mit c1 und die sich bildende Farbwulst mit e bezeichnet.
-
Die Umdrehungsrichtung der Walzen c und f und die Einstellungsmöglichkeit
der Ouetschwalze sind mit Pfeilrichtung ange= deutet.