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Verfahren zum Herstellen von Zurichtebögen als Gegenlage für Druckformen
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Zurichten bei Druckmaschinen nach
dem Hauptpatent 961 440-Bei dem Verfahren nach dem Hauptpatent wird zur Herstellung
der Zurlchtebögen für die Druckwalze als Gegenlage für zum Buchdruck dienende Druckformen
so vorgegangen, daß von der eingefärbten Druckform nach Abstellen der Farbwalze
durch mehrfaches Abdrucken die Farbe von den höher liegenden Drnckformteilen ganz
oder teilweise entfernt und darauf von dieser Druckform. ein als Zurichtebogen dienender
Abzug unter so starkem Anpressen hergestellt wird, daß sich die tiefer liegenden,
noch Farbe aufweisenden Druckformteile auf ihm abdrucken, worauf auf diesen Abzugsbogen
ein Pulver gestreut wird, welches nur an der frischen Farbe haftet, sonst aber entfernt
wird und an den Haftstellen durch chemische oder physikalische Behandlung, z. B.
mittels Wärme, in einen reliefartig aufliegenden, festen Stoff übergeführt wird.
Das zur Beb andlung der Zurichtebögen dienende Pulver ist z. B. ein Pulver eines
Natur-oder Kunstharzes, welches unter Zufuhr von Wärme in einen plastischen und
bei folgender Abkühlung in einen festen Zustand übergeht. Die so hergestellten Zurichtebögen
werden auf die Gegendruckwalze gespannt, um dadurch ungleichmäßige Höhen der Satzteile,
Bilder usw. auszugleichen und den Druckerzeugnissen
ein gleichmäßiges
Aussehen zu verleihen.
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Es hat sich nun gezeigt, daß dieses Verfahren zur Herstellung der
Zurichtebögen nach dem Hauptpatent auch zur Herstellung _ der Zurichtebögen für
die Gegendruckwalze beim Anilin-und Bogentiefdruck bzw. für die Gummiwalze beim
Offsetdruck angewendet werden kann. Die Erfindung besteht daher in der Anwendung
des Verfahrens nach -dem Hauptpatent für die Herstellung der Zurichtebögen beim
Anilin-, Büggentief- und Offsetdruck. Es ist bekannt, daß auch bei diesen Druckarten
Unebenheiten in der Höhe der 'Satzteile, Bilder usw. vorhanden sind, die durch Zurichtebögen
ausgeglichen werden müssen, die bisher in gleicher Weise hergestellt wurden, wie
in der Beschreibungseinleitung zur Hauptpatentanmeldung beim Buchdruck beschrieben
ist. Ferner weisen die auf die Gegendruckwalze beim Anilin- und Bogentiefdruck bzw.
auf die Gummiwalze beim Offsetdruck aufgespannten Gummitücher in der 'Stärke Ungleichmäßigkeiten
auf, die ebenfalls durch die Herstellung der Zurichtebögen nach dem- Verfahren des
Hauptpatentes ausgeglichen werden können. -Im einzelnen geht man nun zur Herstellung
der Zurichtebögen bei den verschiedenen Druckarten folgendermaßen vor: Beim Anilindruck
wird ein Gummiklischee mit dem erhabenen Bild der Satzteile, Bilder usw. auf einen
Zylinder aufgeklebt, und gegen diese Klischeewalze läuft eine im Umfang genau auf
die Klischeewalze abgestimmte Gegendruckwalze, welche aus einem Stahlzylinder besteht,
der unter Zwischenschaltung von einem oder mehreren Papieraufzügen mit einem sehr
dünnen Gummituch überspannt ist. Zwvischen diesen beiden Walzen werden die zu bedruckenden
Leerbögen hindurchgeführt. Die erhaben auf der Klischeewalze auftragenden Satzteile,
Bilder usw. weisen bekanntlich in der Höhe Unregelmäßigkeiten auf, ebenso ist die
Stärke des Gummituches nicht völlig gleichmäßig, und diese Ungleichmäßigkeiten müssen
durch einen oder mehrere Zwrichtebögen ausgeglichen werden. Da beim Anilindruck
nur mit einem ganz geringen Druck gearbeitet werden kann, weil die Anilinfarben
sehr dünnflüssig sind und bei stärkerem Druck zur Verquetschung der Schrift und
Bilder bzw. zur sogenannten Hofbildung durch das elastische Gummiklischee führen
würden, ist hier ein äußerst genauer Ausgleich der Unregelmäßigkeiten erforderlich,
so daß bei dem bisherigen Verfahren zur Herstellung der Zurichtebögen, bei dem das
Gummituch der Gegenwalze an den den schwachen Druckstellen genau entsprechenden
Stellten mit Seidenpapier hinterklebt wurden, eine erhebliche Zeit für die Herstellung
der Zurichtebögen erförderlich war, ohne daß eine ideale Zurichtung erreicht werden
konnte.
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Nach der Erfindung geht man zur Herstellung der Zurichtebögen entsprechend
dem Verfahren nach .dem Hauptpatent .so vor, daß zunächst die Gumgmikllscheewalze
neingefärbt wird, worauf bei abgestellten Farbwalzen weitere Ab-zöge gemacht
werden, so daß hierdurch von den höher liegenden Teilen der Klischeewalze die Farbe
nach und nach ganz oder teilweise abgenommen wird, während sämtliche tiefer liegenden
Teile der Klischeewalze ihre Farbe behalten. Sodann wird ein Abzug mit kräftigerem
Gegendruck hezgestellt, so daß der Abzugbogen gegen die tiefer liegenden Stellen
der Klischeewalze zur Anlage kommt, die sich damit kräftig auf den Bogen abdrucken,
während die höher liegenden Teile der Klischeewalze nicht oder nur schwach erscheinen.
Auf diesen Bogen verteilt man ein .Pulver völlig gleichmäßig, welches an der Farbe
des Abzuges ghaftet und, nachdem die nicht haftenden Pulverteile vorher entfernt
sind, durch chemüsche oder physikalische Behandlung ein festes Relief bildet. Als
Pulver dient vorteilhaft ein Natur- oder Kunstharz, welches auf der frischen Farbe
des Abzuges haftet und welches durch Wärme bei Temperaturen bis etwa r 5o° in einen
plastischen und durch Abkühlung in. einen festen Zustand übergeht. Das Pulver wird
z. B. durch Schütteln des Abzuges gleichmäßig auf ihm verteilt und dann das nicht
haftende Pulver durch Kippen des Abzuges entfernt. Der so behandelte Abzug wird
in genauer Lage als Zurichtebogen unter dem Gummituch der Druckwalze befestigt.
Durch diesen Zurichtebogen werden die vorher auf dem ersten Abzug schwach erscheinenden
Druckteile ebenso stark ausgedruckt -wie die vorher stark erscheinenden Drucksatzteile,
so daß die folgenden Abzüge einwandfrei und gleichmäßig sind.
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Gemäß einer weiteren Ausbildung der Erfindung kann man auch so vorgehen,
daß nach Entfernen der Druckfarbe von den höher liegenden Teilen der Klischeewalze
mit stärkerem Gegendruck ein Abdruck ohne Bogen auf das Gummituch der Gegendruckwalze
und dann ein als Zurichtebogen dienender Abzug hergestellt wird, welcher denn auf
beiden Seiten mit einer Färbung der anfangs schwächer druckenden Stellen versehen
ist. Diesen Abzug kann man dann beidseitig mit Pulver entsprechend dem Verfahren
nach dem Hauptpatent behandeln. Da durch werden- praktisch zwei Zurichtebögen in
einfern vereinigt, eo .daß weiter erhebliche Zeit einge!spa rt wird.
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Beim Bogentiefdruck sind die Satzteile, Bilder usw. in einem Metallzylinder
eingeätzt, welcher in einem Farbbottich umläuft. Die überschüssige Farbe wird durch
ein Messer, eine sogenannte Rakel, abgestrichen, so daß nur in den Einätzungen Farbe
verbleibt. Gegen den Metallzylinder läuft-der Gegendruckzylinder mit entsprechendem
Durchmesser, welcher unter Zwischenschaltung von Papieraufzügen mit einem Gummituch
bespannt ist. Dieses Gummituch weist in der Stärke Ungleichmäßigkeiten auf, die
durch einen oder mehrere Zurichtebögen ausgeglichen werden müssen. Auch hier geht
inan entsprechend dem Verfahren nach dem Hauptpatent so, vor, daB zunächst mehrere
Abzüge bei abgestellter Einfärbung gemacht werden. so daß die Färbung von den zunächst
stark druckenden Teilen des Metallzylinders entfernt werden, worauf dann ein kräftiger
Abzug hergestellt wird,
auf dem die anfangs stark druckenden Teile
infolge Entfernung der Druckfarbe nicht oder nur sehr schwach erscheinen, während
die übrigen Teile stark hervortreten. Der so hergestellte Abzug dient als Zurichtebogen
und wird mit dem Pulver, wie zum Anilindruck beschrieben, behandelt. Der fertige
Zurichteb,ogen wird dann unter das Gummituch der Druckwalze gespannt. Die Einfärbung
des Metallzylinders mit den Einätzungen der Satzteile, Bilder usw. kann man in einfacher
Weise dadurch ab-
stellen, daß der Zylinder aus dem Farbbottich herausgehoben
wird. Auch hier kann man so vorgehen, daß nach dem Entfernen der Druckfarbe von
den anfangs stark druckenden Teilens ein Abdruck ohne Bogen auf das Gummituch der
Gegendruckwalze und -ein als Zurichtebogen dienender Abzug mit Färbungen auf beiden
'Seiten hergestellt wird. Dieser Abzug wird dann wieder bie@ids,eitig mit Pulver
entsprechend dem Verfahren nach dem Hauptpatent behandelt.
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Beim Offsetdruck ist die das positive Bild enthaltende Druckform auf
einem Zylinder angeordnet, gegen den eine genau abgestimmte Gummiwalze läuft, welche
unter Zwischenschaltung von Papieraufzügen mit einem Gummituch bespannt ist, und
gegen diese Walze läuft die eigentliche Gegendruckwalze, welche aus einem Stahlzylinder
'beliebigen Durchmessers besteht. Nach dem Einfärben der Druckform wird zunächst
auf die mit denn Gummituch bespannte Walze und dann auf den zwischen dieser und
Gegendruckwalze hindurchgeführten Papierbogen übertragen. Um auch hier Ungleichmäßigkeiten
des Gummituches und der Druckform auszugleichen, werden Zurichtebögen benutzt, die
unter das Gummituch der Gummiwalze gespannt werden. Entsprechend dem Verfahren nach
der Hauptpatentanmeldung wird nach Entfernen der Farbe von den anfangs stark druckenden
Teilern. ein kräftiger Abzug hergestellt, auf dem dann nur die anfangs schwach druckenden
Teile erscheinen. Dieser Abzug wird mit dem Pulver, wie beschrieben, behandelt und
dient als Zurichtebegen. Man kann auch so vorgehen, daß nach dem Entfernen der Druckfarbe
von den höher liegenden Teilen der Druckform und anschließendem Abdruck auf das
Gummituch der Gummiwalze ein als Zurichtebogen dienender Abzug dadurch hergestellt
wird, daß der Bogen zwischen Gummiwalze und Druckformwalze hindurchgeführt wird,
so daß dieser Abzug beidseitig bedruckt ist und-beidseitig mit Pulver entsprechend
dem Verfahren nach dem Hauptpatent behandelt werden kann, womit wieder esm beidseitig
Ungleichmäßigkeiten ausgleichender Zurichtebogen hergestellt ist.