DE654458C - Verfahren zur Herstellung von Indigweiss bzw. dessen Alkalisalzen - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Indigweiss bzw. dessen Alkalisalzen

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DE654458C
DE654458C DEI49109D DEI0049109D DE654458C DE 654458 C DE654458 C DE 654458C DE I49109 D DEI49109 D DE I49109D DE I0049109 D DEI0049109 D DE I0049109D DE 654458 C DE654458 C DE 654458C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C09DYES; PAINTS; POLISHES; NATURAL RESINS; ADHESIVES; COMPOSITIONS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; APPLICATIONS OF MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • C09BORGANIC DYES OR CLOSELY-RELATED COMPOUNDS FOR PRODUCING DYES, e.g. PIGMENTS; MORDANTS; LAKES
    • C09B67/00Influencing the physical, e.g. the dyeing or printing properties of dyestuffs without chemical reactions, e.g. by treating with solvents grinding or grinding assistants, coating of pigments or dyes; Process features in the making of dyestuff preparations; Dyestuff preparations of a special physical nature, e.g. tablets, films
    • C09B67/0071Process features in the making of dyestuff preparations; Dehydrating agents; Dispersing agents; Dustfree compositions
    • C09B67/0077Preparations with possibly reduced vat, sulfur or indigo dyes

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Description

  • Verfahren zur Herstellung von Indigweiß bzw. dessen Alkalisalzen Es ist bekannt, daß Indoxyl und Indigo unter Bildung von Indigweiß aufeinander einwirken können, und zwar gemäß der nachstehenden Gleichung: Ferner ist es bekannt, daß Indoxyl sich durch Luft oder andere Oxydationsmittel bei einer geeigneten Temperatur in solcher Weise oxydieren läßt, daß das Erzeugnis im wesentlichen Indigweiß ist, wobei Indigo, der durch die Oxydation des Indoxyls gebildet wird, wahrscheinlich in der oben angegebenen Weise mit Indoxyl zusammenwirkt. Es ist schon vorgeschlagen worden, diese Reaktionen dazu zu benutzen, um Indigweiß unmittelbar aus Indoxyl herzustellen. Dadurch würde ein Teil der Kosten gespart werden, die für das Oxydieren des Indoxyls zu Indigo und dann für das Reduzieren des Indigos, z. B. durch Natriumhydrosulfit, zu Indigweiß aufzuwenden sind.
  • Wenn jedoch das bei der Herstellung des Indoxyls benutzte Ätzalkali sich von dein Indigweiß nicht derart wieder abtrennen läßt, daß es mehrere Male gebraucht werden kann, ist die eben erwähnte Ersparnis sehr unsicher, denn sie wird leicht durch den Verlust dieses Alkalis reichlich wieder aufgehoben, und das Verfahren ist dann unwirtschaftlich. Der bekannte Vorschlag enthält aber nichts über diese Wiedergewinnung.
  • Andererseits hat man an anderer Stelle auch bereits Vorschläge für die Trennung des Indoxyls von dem Alkali gemacht. An und' für sich würde also ein von dem Alkali abgetrenntes Indoxyl zur Durchführung der mitgeteilten Behandlung, um Indigweiß herzustellen, verfügbar sein. Aber die Arbeitsweise leidet an dem beachtlichen Mangel, daß das verhältnismäßig unbeständige Indoxyl einer ziemlich langen Vorbehandlung unterliegt, während der es leicht zerfallen kann und dann gefärbte Nebenprodukte liefert, die das Indigweiß verschmutzen.
  • Der Gegenstand der vorliegenden Erfindung besteht nun darin, Indigweiß .durch direkte Einwirkung einer alkalischen Indoxylschmelz@'. auf Indigo herzustellen und dabei die Nach-^' teile der bisher vorgeschlagenen Arbeitsweisen zu vermeiden. Indigweiß wird als ein Alkalisalz aus seinen wässerigen ätzalkalisehen Lösungen niedergeschlagen bei geeigneter Konzentration des Ätzalkalis. Im Fälle von Ätznatron liegt dieser Punkt z. B. grob angenähert bei etwa 15 °%o des Gewichts der Lösung. Die Menge des dabei niedergeschlagenen Indigweiß wächst ferner mit zunehmender Konzentration des Ätzalkalis sehr erheblich. Wenn beispielsweise die Alkalikonzentration auf 22 bis 23 % steigt, so sind ungefähr 75 bis 8o °/o Indigweiß niedergeschlagen. Hiernach hat sich folgende Arbeitsmöglichkeit ergeben. Eine ätzalkalische Indoxylschmelze (in üblicher Weise durch Schmelzen von Phenylglycin mit Ätzalkali und Natriumamid erhalten) läßt sich zur direkten Einwirkung auf eine wässerige Suspension von Indigo bringen. Indem man den Wassergehalt der kaustisch alkalischen Lösung einstellt, kann man dann das Indigweiß in großem Maßstabe als Alkalisalz niederschlagen, es filtrieren und das Filtrat auf Alkalirückgewinnung behandeln.
  • Arbeitet man in dieser Weise, so ergibt sich jedoch, daß die Ausfällung des Indigweißalkalisalzes leicht auch zur Bildung amorpher teeriger Massen führt; die Unreinigkeiten in sich einschließen, welche dem Endprodukt einen dunklen Farbton geben. Es wurde nun gefunden, daß diese Erscheinung auf die Gegenwart gewisser aromatischer Basen, wie z. #3. Anilin und Methylanilin zurückzuführen ist, die in der Indoxylschmelze immer als Nebenprodukte entstehen. Daher wird erfindungsgemäß vorgeschlagen, die Einwirkung zwischen der Indoxylschmelze und dem Indigo bei größerer Wasserverdünnung auszuführen, als es für unmittelbare Ausfällung des Indigweiß zweckmäßig wäre. Darauf wird dann durch Verdampfung des Überschusses an Wasser die Alkalikonzentration auf den gewünschten Grad eingestellt, zugleich werden aber damit auch das Anilin u. dgl. entfernt. Auf diese Weise ist es möglich, das Indigweißsälz in verhältnismäßig reiner Form als gelbe nadelförmige Kristalle zu gewinnen, die leicht filtrierbar sind.
  • Wenn nun aber das Ätzalkali der Indoxy lschmelze, wie es üblich ist, aus einem Gemisch von Ätznatron und Ätzkali besteht, so wird das niedergeschlagene Indigweißsalz, das in diesem Falle aus einem Gemisch der Natrium- und Kaliumsalze besteht, nicht so gut kristallisieren, falls der Gehalt an Kalium-.. hydroxyd ungefähr 5o % des Gewichtes der `anzen Hydroxydmenge im Gemisch über-'.wUreitet. Es ist daher vorteilhaft, nötigen-';ll.'s das Verhältnis des im Reaktionsgemisch °vorhandenen Hydroxyds des Natriums und Kaliums durch Zusatz einer hochkonzentrierten wässerigen Lösung aus Natriumhydroxyd oder eines Gemisches von Natrium- und Kaliumhydroxyd mit höherem Gehalt an Natriumhydroxyd zweckentsprechend einzustellen. Dieser Zusatz läßt sich teilweise auch zur Unterstützung der Einstellung des Gemisches auf die für die Niederschlagung des Indigweiß gewünschte Konzentration benutzen. Der Zusatz stellt kein unentbehrliches Merkmal der Erfindung dar, aber er erleichtert die Herstellung von Indigweiß in guter Kristallform beachtlich.
  • Zusammengefaßt stellt sich die Erfindung wie folgt dar. Indigo wird im Verhältnis von 1 Mol. Indigo -:2 Mol. Indoxyl mit der alkalischen Lösung von Indoxyl, wie man sie beim Lösen der alkalischen Schmelzen aus Phenylglycin erhält, in Gegenwart von Wassermengen, welche ausreichen, um das Indigweiß in Lösung zu erhalten, behandelt. Die störenden Basen (wie z. B. Anilin und Methylanilin) werden nun mit dem überschüssigen Wasser durch Abdampfen entfernt und gegebenenfalls die Einstellung der Natriurnhydroxydkonzentration durch Zusatz von Ätznatron (z. B. als konzentrierte wässerige Lösung) verbessert, derart, daß beim Abkühlen ein wesentlicher Teil des Alkalisalzes des Indigweiß sich abtrennt. Das Alkalisalz kann abfiltriert und durch Behandlung mit Säure in Indigweiß umgewandelt werden. Die Alkalilauge läßt sich durch gebräuchliche Arbeitsweisen aufarbeiten.
  • Das nachstehende Beispiel, worin die Teile Gewichtsteile sind, erläutert die Erfindung; ohne sie einzuschränken. Beispiel Ein Gemisch aus Indoxyl (85oTeile), Natriumhydroxyd (17oo Teile) und Kaliümhyd'roxyd (125o Teile) zusammen mit den üblichen Nebenprodukten, die beim Schmelzen von Phenylglycin mit Ätzalkali und Natriumamid entstehen, wird in geschmolzenem Zustande in eine gut gerührte Suspension von 855 Teile Indigo in 1o ooo Teilen kalten Wassers eingelassen. Nötigenfalls wird Kühlung angewendet, um die Temperatur des Gemisches auf 9o bis c95° C einzustellen und auf dieser Höhe unter Umrühren etwa 15 Minuten lang zu erhalten. Dabei entsteht eine Lösung von Indigweiß in Ätzalkali. Bei vermindertem Druck wird von der Lösung während etwa 3o bis 6o Minuten Wasser abdestilliert, bis das Destillat keine öligen Tröpfchen von Anilin oder Methylanilin mehr erhält und das Gesamtgewicht des Destillates rund' i2oo Gewichtsteile beträgt. Dann wird die., Lösung während 1l/2 bis 2 Stunden auf io° C abgekühlt, und während des Kühlens werden i5oo Teile einer 5o°/oigen Natriumhydroxydlösung zugesetzt, um das Abscheiden des Indigweiß zu vervollständigen. Nachdem man ungefähr 1/, Stunde bei io° C gerührt hat, wird die entstandene Suspension aus Kristallen der Natrium- und Kaliumsalze des Indigweiß filtriert.
  • Der Filterkuchen aus Indigweißsalz wird in gooo Teilen warmen Wassers gerührt, worin er sich abgesehen von einer kleinen Menge Indigo vollständig löst. Der letztere wird durch Filtration entfernt, und man neutralisiert dann die Lösung durch allmählichen Zusatz von ungefähr 34oo Teilen einer 2o°/oigen Schwefelsäurelösung. Dabei wird Indigweiß niedergeschlagen und kann nach dem Filtrieren und Waschen -zwecks Entfernens gelöster Salze in der üblichen Weise verwendet werden.
  • Die obenerwähnten Arbeitsvorgänge werden vorzugsweise soweit wie möglich unter Abschluß der Luft durchgeführt, denn diese oxydiert bekanntlich alkalische Lösungen von Indigweiß sehr rasch.
  • Das alkalische Filtrat des Indigweißsalzes enthält den Hauptteil des Alkalis, der ursprünglich in der Indoxylschmelze vorhanden war, zusammen mit etwas Indigweiß. Das Filtrat wird mit einem gleichen Volumen heißen Wassers verdünnt, und man schickt Luft hindurch, bis das Indigweiß zu Indigblau vollständig oxydiert ist. Nach dem Filtrieren wird der Indigo wieder benutzt und das Alkali von dem Filtrat durch Eindamp-Jung auf dem üblichen Weg zurückgewonnen.

Claims (2)

  1. PATENTANSPRÜCHE i. Verfahren zur Herstellung von Indigweiß bzw. dessen Alkalisalzen durch Einwirkung von Indoxyl und Indigo aufeinander, dadurch gekennzeichnet, daß zur Umsetzung das Reaktionsgemisch der alkalischen Indoxylschmelze verwendet wird in Anwesenheit von Wassermengen, welche ausreichen, um das entstehende Indigweiß zunächst in Lösung zu erhalten, und durch Eindampfen die in der Indoxylschmelze vorhandenen störenden flüchtigen Basen entfernt werden, worauf das Alkalisalz des Indigweiß durch Abkühlen zum Abscheiden gebracht, isoliert und gegebenenfalls in das freie Indigweiß übergeführt wird, während die Alkalilauge durch Ausblasen mit Luft von Farbstoffresten befreit und regeneriert wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die Alkalihydroxydkonzentration nach der Umsetzung (zweckmäßig nach der Beseitigung der störenden Basen) durch Zusatz von Ätznatron derart eingestellt wird, daß der Gehalt der kalten Lauge an Gesamtalkali nicht unter 15 °/o, berechnet auf das Gewicht der Lösung, beträgt und daß bei Verwendung ätzkalihaltiger Indoxylschmelze das Gewichtsverhältnis " Na O H : K O H wenigstens i : i beträgt.
DEI49109D 1933-04-10 1934-02-27 Verfahren zur Herstellung von Indigweiss bzw. dessen Alkalisalzen Expired DE654458C (de)

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DE (1) DE654458C (de)

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE841772C (de) * 1950-06-22 1952-06-19 Demag Zug Gmbh Regelung der Drehzahl von Drehstrom-Motoren

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