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Vorrichtung zum Bearbeiten oder Zerkleinern von Gut aller Art, insbesondere
zum Schälen von Getreide Es sind Maschinen mit parallel auf einer Welle befestigten
schrägen Scheiben bekannt, welche Getreide entweder mit den Seitenflächen hin und
her werfen oder mit den Umfangsflächen an einem Mantel abrollen und auf diese Weise
schälen. Es ist auch bekannt, daß die Hälfte der Scheiben die gleiche, aber entgegengesetzte
Neigung aufweist. Hierdurch sollen Schwingungen in axialer Richtung beseitigt werden.
Dies wird aber nur unvollkommen erreicht. Die schrägstehenden Scheiben haben nämlich
keine kreisrunde, sondern eine ovale Form, wodurch ungleiche Schwungmassen entstehen.
Wenn die schrägen Scheiben mit einem Mantel zusammenarbeiten und die Hälfte der
Scheiben gleiche, aber entgegengesetzte Neigung aufweist, ergeben sich weitere Schwierigkeiten.
Die beiden mittleren Scheiben bilden gewissermaßen eine Schaufel, mit der sie die
unten.im Mantel befindlichen Körner bei jeder Umdrehung ruckartig erfassen, wodurch
wiederum Erschütterungen entstehen. Außerdem kann bei einer derartigen Anordnung
der Scheiben nicht die ganze Mantelfläche mit den Scheibenumfangsflächen bestrichen
werden. Hierdurch entsteht eine ungenügende Bearbeitung der an der nicht bestrichenen
Mantelfläche liegenden Körner und eine ungleichmäßige Abnutzung des Mantels.
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Alle diese Nachteile werden durch die Erfindung beseitigt, deren Wesen
darin liegt, daß die schrägstehenden Scheiben ,so gegeneinander verdreht auf einer
Welle angeordnet sind, daß in ihrer Lage zur Welle gleiche Stellen der Scheiben
auf einer Schraubenlinie liegen.
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Durch die spiralförmige Verdrehung der schrägen Körper wird gleichzeitig
erreicht, daß die Körner in einer Richtung in dem die Scheiben umgebenden Mantel
weiterbefördert werden. Die Körner werden also nicht nur durch die Taumelbewegung
hin und her bewegt, sondern gleichzeitig in einer Richtung weitergeschoben. Dies
hat den großen Vorteil, daß der Zu- und Ablauf ununterbrochen erfolgen kann, wodurch
die sonst notwendigen Abschlußv orrichtungen und das dazugehörige sehr umständliche
Uhrwerk nebst den Ausgleichsbehältern überflüssig werden.
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Die - Steigung der Schraubenlinie kann regelmäßig oder unregelmäßig,
gleichbleibend, zunehmend oder abnehmend sein, je nachdem man das Gut mit regelmäßiger
oder unregelmäßiger, gleichbleibender, zunehmender oder abnehmender Geschwindigkeit
weiterbefördern will.
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Das Vibrieren der Maschinen wird am vollkommensten beseitigt, wenn
die Verdrehung der Scheiben gleichmäßig erfolgt und wenn die Summe der Verdrehungen
von einem Wellenende zum andern 36o° oder ein Mehrfaches davon beträgt.
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In den Zeichnungen ist der Erfindungsgegenstand dargestellt.
Abb.
i zeigt sechs schräge Scheiben I bis VI, die parallel zueinander- auf einer Welle
4 angebracht . sind. Abb. 2 zeigt dieselben Scheiben, wobei Scheibe II gegenüber
dem ursprünglichen Zustand um 6o°, Scheibe 11-1-UM 12o°, Scheibe IV um i8o°,' Scheibe
V 4xi ; 24o°, Scheibe VI um 300° und Scheibe I uni-36o° bzw. o° verdreht sind. Die
sechs Scheiben sind also je um 6o°, d. h. zusammen um 36o° gegeneinander verdreht.
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Die Neigung der schrägen verdrehten oder parallelen Scheiben zur Welle
kann verschieden sein.
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Es ist zwecks Vermeidung von Erschütterungen und zwecks Verbilligung
der Herstellung am zweckmäßigsten, wenn alle schrägen Scheiben einer Maschine dieselbe
Form aufweisen. Zweckmäßigerweise wählt man eine regelmäßige Form, außer Scheiben
I also z. B. Ringe, Scheibensegmente oder Ringsegmente. Die Umfangsfläche der schrägen
Körper kann beliebig geformt sein. Sie kann glatt, gerauht, gezahnt (Abb. 5a) oder
mit sonstigen Erhöhungen oder Vertiefungen versehen sein. In Abb. i sind die Umfangsflächen
der Scheiben parallel zu dem zylindrischen, in Abb. 3 parallel zu dem kegeligen
Mantel abgedreht. Verbessert wird diese Grundform (Abb. 4. Scheibe I) für gewisse
Verwendungszwecke, wenn man die Kanten am Umfang bricht (Abb. 4 Scheibe II) oder
abrundet (Abb. 4 Scheibe III) oder die Umfangsfläche etwas wölbt (Abb. 4 Scheiben
IV und- V). Beim Schälen von Getreide wird hierdurch vermieden, daß einzelne Körner
an den Kanten zerschlagen werden.
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Die Seitenflächen der schrägen Körper können beliebig sein, sie rönnen
glatt oder gerauht sein, sie können Erhöhungen oder Vertiefungen aufweisen. Die
Körper können durchweg gleich dick sein, wie in Abb. 4 die Scheiben I bis V, sie
können aber auch gegen die Mitte zu dünner werden; wie in Abb.4 Scheibe VI, oder
am Rand eine Verstärkung aufweisen, wie in Abb. 4 Scheibe VII.
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Zwecks besserer Abkühlung der Maschinen und zur Erleichterung des.
Absaugens der Zerkleinerungserzeugnisse hat es sich als zweckmäßig erwiesen, die
Körper mit einer Anzahl Löcher 3 zu versehen. Abb. 5 zeigt eine schräge Scheibe,
die außer dem Loch für die Welle 4 runde Aspirationslöcher 3 aufweist. Die Anzahl
der Löcher und ihre Form kann beliebig sein.
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Die schrägen Körper können aus beliebigem Stoff, z. B. Schmirgel,
Stahl, Eisen, Aluminium, Holz, Filz, Borsten o. dgl. bestehen. Sie können auch an
ihrer Oberfläche ganz oder zum Teil mit anderen Stoffen als der Kern, z. B. Schmirgel,
Stahl, Leder, Filz, Borsten o. dgl. versehen sein. Der Abstand. der schrägen Körper
voneinander kann verschieden groß sein. Es hat sich jedoch als zweckmäßig erwiesen,
ihn nur so groß zu wählen, daß die von den Umfangsflächen der schrägen Körper bestrichenen
Flächen sich mindestens berühren.
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' Die Form des Mantels, mit dem die schrägen Körper zusammenarbeiten,
kann zylindrisch, kegelig oder vieleckig usw. sein. In der Regel wird sie zylindrisch
-oder kegelig sein. In Abb. i ist der Mantel 5 zylindrisch, in Abb. 3 ist er kegelig.
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Auch der OOuerschnitt des Mantels kann beliebig sein. In der Regel
wird die Grundform des Querschnitts rund oder vieleckig sein. Wenn' man die Maschine
zwecks Abkühlung aspirieren oder wenn man die Zerkleinerungserzeugnisse durch einen
Luftstrom absaugen will, kann man auch einen ovalen oder eiförmigen oder ausgebuchteten
Querschnitt wählen. In Abb.6 sind die auf der Welle 4 angebrachten Scheiben i von
einem Mantels mit eiförmigem Querschnitt umgeben, damit oben genügend Luft parallel
zur Achse durchziehen und durch die an einer Stirnseite angebrachte Öffnung 6 abgesaugt
werden kann. Abb. 7 zeigt eine ähnliche Ausführung. Um die Luft auf die ganze Maschinenbreite
senkrecht zur Welle heraussaugen zu können, kann man auch den Querschnitt, wie aus
Abb. 9 ersichtlich ist, sclinehkenförmig gestalten.
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Der Mantel kann außer Mahl- oder Reihflächen auch Sieb- oder Bürstflächen
oder Sieb- und Bürstflächen 7, 8 haben. Er braucht nicht geschlossen zu sein. Ein
Teil von ihm kann fehlen oder aufgeklappt sein. In Abb. 8 besteht der Mantel aus
einer Schmirgelfläche 5. einer Bürstfläche 7 und einer Siebfläche B. Letztere ist
aufgeklappt und steht senkrecht, damit sich das Sieb ä nicht so -leicht verstopft.
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Der Abstand der Umfangsflächen der schrägen Körper von der Innenfläche
des Mantels kann am ganzen Umfang gleich groß oder, wie z. B. in den Abb. 6 bis
9, an einzelnen- Stellen größer sein. Dieser Abstand kann auch verstellbar sein,
indem man entweder den ganzen Mantel verschiebbar macht oder einzelne Mantelteile
den Umfangsflächen der schrägen Körper näherbar anordnet. Bei kegeliger Grundform
des Mantels kann man den Abstand zwischen der Innenfläche des Mantels und den Umfangsflächen
der schrägen Körper auch durch axiales Verschieben der Welle gegen den Mantel oder
des Mantels gegen die Welle verstellen (Abb. 3).
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Der Abstand zwischen den Umfangsflächen der schrägen Körper und den
Innenflächen des Mantels kann auch dadurch verkleinert oder vergrößert werden, daß
man die schräg
stehenden Körper in mehrere, gegen die Welle oder
den Mantel verstellbare Teile zerlegt.
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Der Mantel kann feststehen oder um eine Achse drehbar sein.
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In Abb. io ist ein Längsschnitt und in Abb. i i ein Querschnitt durch
eine derartige Getreideschälmaschine dargestellt. Die Maschine besteht aus einem
Gehäuse 9, einem feststehenden Mantel io, einer umlaufenden Welle ii und gegeneinander
gleichmäßig verdreht angeordneten Scheiben i. Der Zulauf erfolgt durch ein am Anfang
des Mantels befindliches Rohr 1a, der Auslauf durch ein am Ende des Mantels befindliches
Rohr 13. Der Mantel io besteht aus einer Schälfläche r.4, einer Bürstfläche 15 und
einer Siebfläche 16. Die Schalen fallen durch das Sieb 16 und den Kanal 17 in die
Sammelschnecke 18. Zur weiteren Schälurig oder zum Rollen des Getreides gelangt
es in einen zweiten feststehenden Mantel i9, in dem sich der Schälvorgang wiederholt.
Das in diesem Mantel anfallende bessere Futtermehl gelangt durch das Sieb 2o und
den Kanal 2r in die Sammelschnecke 22.
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Während des Schälens oder Bürstens kann auch Feuchtluft oder Dampf
in den Schälraum eingeführt werden, damit sich die abzuschälenden Schalen oder Kleienteilchen
besser vom Mehlkorn lösen. Die Schälkörper können auch in eineili Wasserbad laufen.
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Sollten mit der Maschine große Gegenstände bearbeitet, z. B. gereinigt,
poliert oder zerkleinert werden, dann werden diese den sich drehenden schrägen Körpern
zweckmäßigerweise auf einem festen Tisch oder auf einem Schlitten genähert. Bei
derartigen Verwendungszwecken ist es von großem Wert, daß die von den einzelnen
Körpern bestrichenen Flächen sich mindestens berühren oder noch besser teilweise
überdecken. Der Vorschub auf dem Tisch oder dem Schlitten kann von Hand oder automatisch,
z. B. mit verstellbaren Walzen, erfolgen, wie dies bei Holzbearbeitungsmaschinen
üblich ist.