DE64736C - Verfahren zur Darstellung von SurtonsuIfosäurefarbstofTen der Malachitgrünreihe - Google Patents
Verfahren zur Darstellung von SurtonsuIfosäurefarbstofTen der MalachitgrünreiheInfo
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- C09B11/22—Amino derivatives of triarylmethanes containing OH groups bound to an aryl nucleus and their ethers and esters
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Durch Condensation von ρ - Chlor-m- nitro-
benzaldehyd C6H3-NO2 (3) mit Dimethyl-
XC/ (4)
anilin oder Diäthylanilin erhält man p-Chlorm-nitroleukomalachitgrün
(unter Malachitgrün werden hier und im Folgenden sowohl die Derivate des Tetramethyl- wie des Tetraäthyldiamidotriphenylmefhans
verstanden) von der Zusammensetzung
(3) N O2
(4) Cl
in welchen sich das Chlor mit Hülfe von schwefligsaurem Alkali durch die Sulfogruppe
ersetzen läfst. Durch Reduction können die entstandenen m - Nitroleukomalachitgrün - ρ sulfosäuren
in die. entsprechenden Amidoverbindungen und letztere durch Kochen ihrer
Diazoverbindungen mit Wasser in Oxykörper verwandelt werden. Diese Oxyleukomalachitgrünsulfosäuren
gehen bei der Einwirkung wasserentziehender Mittel unter Verlust ihres Säurecharakters in anhydridartige Körper über,
welche die Zusammensetzung
(i) CH =
(3) Ox
(4) SO/
[C6HtNAIk2],
besitzen und als Sultone bezeichnet werden.
Die Sulfosäuren dieser Sultone liefern bei der Oxydation werthvolle blaugrüne Farbstoffe.
Die Operationen, welche die Ueberführung des p-Chlor-m-nitroleukomalachitgrüns in die
m - Oxyleukomalachitgrün - ρ - sulfosäure bezwecken , nämlich Einwirkung von schwefligsaurem Alkali, Reduction, Diazotirung und Zersetzung
der Diazoverbindung durch Kochen mit Wasser, lassen sich auch mit dem ρ - Chlorm
- nitrobenzaldehyd vornehmen. Letzterer wird dadurch successive in m-Nitrobenzaldehyd
- ρ - sulfosäure, m - Amidobenzaldehyd - psulfosäure und m-Oxybenzaldehyd-p-sulfosäure
verwandelt. Die Darstellung der beiden erstgenannten Säuren bildet den Gegenstand
des Patentes No. 61843.
Jedes dieser drei Umwandlungsproducte des p-Chlor-m-nitrobenzaldehyds läfst sich mit
Dimethylanilin oder Diäthylanilin combiniren und man erhält dabei Leukomalachitgründerivate,
die identisch mit den betreffenden Umwandlungsproducten des p-Chlor-m-nitroleukomalachitgrüns
sind.
I. Darstellung der m - Oxyleukomalachitgrünp-sulfosäure.
i. Aus ρ - Chlor-m-nitrobenzaldehyd und
Dimethylanilin bezw. Diäthylanilin.
5 Gewichtstheile ρ - Chlor-m-nitrobenzaldehyd werden mit 20 Gewichtstheilen Dimethylanilin
im Rührkessel auf ioo° C. erhitzt und allmälig 5 Gewichtstheile Chlorzink zugegeben.
Nach 5 Stunden wird die Schmelze in Wasser eingetragen und das Dimethylanilin mit
Wasserdampf abgetrieben. Es hinterbleibt eine krystallinische Masse, welche abfiltrirt und ausgewaschen
wird; das so dargestellte Chlornitroleukomalachitgrün ist in Wasser unlöslich,
schwer löslich in kaltem Alkohol und krystallisirt aus heifsem Alkohol in prächtigen goldgelben
Krystallen vom Schmelzpunkt 133 bis
134° C Die Analyse ergab die Zusammensetzung
Ersetzt man in diesem Beispiel das Dimethylanilin durch Diäthylanilin, wobei als wasserentziehendes
Mittel an Stelle von 5 Theilen Chlorzink besser 7Y2 Theile entwässerte Oxalsäure
genommen werden, so erhält man eine entsprechende Leukoverbindung, welche sich jedoch nicht durch die gleiche Krystallisationsfähigkeit
auszeichnet, wie diejenige aus Dimethylanilin.
In diesen aus p-Chlor-m-nitrobenzaldehyd
hergestellten Leukoverbindurigen läfst sich durch Einwirkung von schwefligsaurem Alkali das
Chlor durch die Sulfogruppe ersetzen. Man verfährt folgendermafsen:
Y2 kg der Leukoverbindung aus p-Chlorm
- nitrobenzaldehyd und Dimefhylanilin bezw. Diäthylanilin werden mit 2 1 Alkohol und 2 1
einer ßoproc. Lösung von neutralem schwefligsaurem Kali 2 Stunden lang im Autoclaven
auf 1400 C. erhitzt.
Die m-Nitroleuko-p-sulfosäure läfst sich mit
Zinkstaub und Salzsäure oder mit Zinnchlorür und Salzsäure in Amidosäure überführen. Man
braucht die Leukoverbindung zu diesem Zwecke nicht zu isoliren, sondern versetzt die Lösung
derselben mit Salzsäure und erhitzt unter allmäligem
Zusatz der berechneten Menge Zinkstaub, bis die Flüssigkeit wasserklar geworden ist. Mit überschüssigem Ammoniak wird alsdann
das sehr schwer lösliche Salz der Amidoleukomalachitgrünmonosulfosäure
ausgefällt; ist mit Zinnchlorür reducirt worden, so dient zur Fällung überschüssige Natronlauge. Die Alkalisalze
der Amidoleukomalachitgrünsulfosäure fallen, besonders aus heifsen Lösungen und
wenn sie nicht ganz rein sind, leicht in weichen, nach kurzer Zeit erhärtenden Massen aus,
lassen sich jedoch durch Umkrystailisiren in glänzenden weifsen Krystallblättchen erhalten,
welche sich beim Trocknen an der Luft leicht grün färben.
Zur Umwandlung der Amidoleukosulfosäure in die entsprechende Oxyverbindung werden
50 Gewichtstheile amidoleukomalachitgrünsulfosaures Salz in 30 Gewichtstheilen concentrirter
Schwefelsäure und 2500 Theilen Wasser gelöst und mit einer Lösung von 7 Gewichtstheilen
salpetrigsauren Natrons diazotirt. Die Lösung wird allmälig auf ioo° C. bis -zum Aufhören
der Stickstoffentwickelung erhitzt und nach dem Erkalten mit Soda neutralisirt. Die Oxyleukomalachitgrünsulfosäure
fällt als grüne, anfangs weiche Masse aus, welche nach einiger Zeit erstarrt;
dieselbe wird abfiltrirt und bei 1000C.
getrocknet; die getrocknete Substanz wird zerrieben und stellt dann ein grünes Pulver dar.
Die aus Diäthylanilin hergestellte Verbindung läfst sich von der aus Dimethylanilin hergestellten
äufserlich nicht unterscheiden.
2. Aus m-Nitrobenzaldehyd-ρ-sulfosäure
und Dimethyl- bezw. Diäthylanilin.
ι Gewichtstheil m - Nitrobenzaldehyd - psulfosäure
wird mit 1Y2 Gewichtstheilen entwässerter
Oxalsäure und 3 Gewichtstheilen Diäthylanilin bezw. Dimethylanilin 24 Stunden lang unter Rühren auf 120 bis 1300 C. erhitzt.
Alsdann wird mit Soda alkalisch gemacht und die flüchtige Base mit Wasserdampf abgeblasen. Aus der rückständigen Flüssigkeit
krystallisirt beim Stehen das Natronsalz der Nitroleukomalachitgrünmonosulfosäure theilweise
in weifsen Blättchen aus. Wenn man dieselben durch Abfiltriren und Trocknen isolirt,
färben sie sich durch oberflächliche Oxydation grünlich.
Die weitere Behandlung der Nitroleukomalachitgrünsulfosäure
geschieht wie unter 1. angegeben.
3. Aus m-Amidobenzaldehyd-p-sulfosäure
und Dimethyl- bezw. Diäthylanilin.
ι Gewichtstheil Amidobenzaldehydsulfosäure wird mit 3 Gewichtstheilen Dimethylanilin und
ι Gewichtstheil Chlorzink 10 Stunden lang im Schmelzkessel auf 120 bis 1300 C. erhitzt,
das Dimethylanilin abgetrieben, die Flüssigkeit filtrirt, eingedampft und mit Ammoniak das
bereits beschriebene schwer lösliche Ammoniumsalz der Amidoleukomalachitgrünmonosulfasäure
ausgefällt.
Zur Darstellung der entsprechenden Leukoverbindung aus Diäthylanilin wird in diesem
Beispiel das Chlorzink durch 1 Y2 Gewichtstheile
Entwässerte .Oxalsäure, das Dimethylanilin durch ι Gewichtstheil Diäthylanilin ersetzt. Die weitere
Behandlung dieser Amidoleukosulfosäuren geschieht wie unter 1. angegeben.
4. Aus m - Oxybenzaldehyd - ρ - sulfosäure und Dimethylanilin bezw. Diäthylanilin.
In ganz entsprechender Weise läfst sich auch die m-Oxybenzaldehyd-ρ-sulfosäure mit Dimethyl-
oder Diäthylanilin condensiren.. Die hierzu erforderliche, bisher nicht beschriebene
m-Oxybenzaldehyd-ρ-sulfosäure wird in folgender Weise dargestellt:
1100 Gewichtstheile m-Amidobenzaldehydp-sulfosäure
werden in der zehnfachen Menge Wasser unter Zusatz von etwas weniger als der berechneten Menge Soda heifs gelöst.
Nachdem diese Lösung auf 300C. erkaltet ist,
läfst man sie in ein gleiches Volumen kalter Salzsäure von 13 pCt. gleichzeitig mit einer
ioproc. Lösung von 350 Gewichtstheilen Natriumnitrit
unter Umrühren einlaufen. Dabei krystallisirt die sehr schwer lösliche Diazoverbindung
CHO
SO/
in hellgelben kleinen Prismen heraus. Dieselbe wird colirt, mit kaltem Wasser ausgewaschen
und in ein siedendes Gemisch von ι Volumen concentrirter Schwefelsäure und 8 Volumtheilen
Wasser allmälig eingetragen. Unter lebhafter Stickstoffentwickelung entsteht eine fast farblose
Lösung der m - Oxybenzaldehyd - ρ - sulfosäure. Um diese zu isoliren, entfernt man die Schwefelsäure
durch kohlensaure alkalische Erden, neutralisirt mit Soda, dampft auf ein kleines Volumen
ein und versetzt mit concentrirter Salzsäure im Ueberschufs. Dadurch fällt das sauer
reagirende, schwer lösliche Salz
CHO
OH -\-2aq
S OsNa
in weifsen Krystallen aus.
Zur Condensation werden 2 Gewichtstheile oxybenzaldehydsulfosaures Natron,. 3 Gewichtstheile
entwässerte Oxalsäure und 8 Gewichtstheile Diäthylanilin unter ständigem Rühren 6 Stunden lang auf iio° C. erhitzt. Die
dunkelgrüne Schmelze wird mit Wasser ausgekocht, mit 8 Gewichtstheilen Natronlauge von
40 ° B. versetzt und durch Einleiten von Dampf von überschüssigem Diäthylanilin befreit.
Beim Erkalten krystallisirt das Natriumsalz der Oxyleukomalachitgrünmonosulfosäure
in weifsen Blättchen, welche einen fein krystallinischen, etwas schleimigen Niederschlag bilden,
aus, durch Zusatz von wenig Essigsäure werden weitere Mengen der Oxyleukomalachitgrünsulfosäure
als saures Natriumsalz aus der Mutterlauge erhalten. Beim Erhitzen oder Trocknen färbt sich namentlich dieses letztere
saure Salz leicht grün. Oxyleukomalachitgrünsulfosaures Natrium löst sich leicht in kochendem
Wasser, sehr leicht bei Zusatz von überschüssiger Mineral- oder Pflanzensäure.
II. Ueberführung der Oxyleukomalachitgrünsulfosäure in Sultonmonosulfosäure.
Die Oxyleukomalachitgrünsulfosäuren bilden, wie oben bereits ausgeführt ist, unter dem Ein-'.
flufs wasserentziehender Mittel leicht- innere Anhydride, welche als Sultone bezeichnet
wurden. Solche Sultonbildüng findet statt, wenn man die gepulverte Oxyleukomalachitgrünsulfosäure
in die fünffache Menge rauchender Schwefelsäure von 20 pCt. Anhydridgehalt einträgt und bei gewöhnlicher Temperatur
3 Stunden stehen läfst; gleichzeitig tritt hierbei eine zweite Sulfogruppe in das Molecül ein.
Durch Eintragen der Schmelze in Wasser, Neutralisiren mit kohlensaurem Baryt oder Kalk
und Filtriren wird eine Lösung des Bariumbezw. Kalksalzes der Sultonsulfosäure gewonnen,
welche direct zur Weiterverarbeitung nach III. dient.
III. Oxydation der Sultonsulfosäure der Oxyleukoverbindungen.
Die nach II. erhaltene neutrale Lösung der sulfurirten Oxyleukoverbindung wird mit der
berechneten Menge Bleisuperoxyd versetzt und durch allmäliges Zufliefsenlassen der berechneten
Menge verdünnter Schwefelsäure oxydirt. Es bildet sich ein blauer Säurefarbstoff, welcher
durch Behandeln mit Magnesia in sein Magnesiumsalz übergeführt und durch Eindampfen
der filtrirten Lösung in trockenem Zustande gewonnen wird. Das Magnesiumsalz krystallisirt
aus Wasser in blaugrünen krystallwasserhaltigen Blättchen. Der Farbstoff färbt Wolle aus
schwach angesäuertem Bade prachtvoll blau.
Claims (3)
1. Verfahren zur Darstellung von Sultonsulfosäurefarbstoffen
der Malachitgrünreihe, darin bestehend, dafs man p-Chlor-m-nitrobenzaldehyd
mit Dimethylanilin oder Diäthylanilin combinirt, die entstandene Leukoverbindung
mittelst schwefligsauren Alkalis in m - Nitroleukomalachitgrün - ρ - sulfosäure
umwandelt, dieselbe dann reducirt und die Amidosäure nach dem Verfahren des Patentes
No. 46384 weiter behandelt, indem man dieselbe durch Diazotiren und Kochen der Diazoverbindung mit Wasser in Oxyleukoverbindung
verwandelt, -letztere sulfurirt und schliefslich oxydirt.
2. Verfahren zur Darstellung von Sultonsulfosäurefarbstoffen der Malachitgrünreihe, darin
bestehend, dafs man in dem durch Patent-Anspruch ι. geschützten Verfahren an Stelle
des ρ - Chlor - m - nitrobenzaldehyds die m-Nitrobenzaldehyd-p-sulfosäure mit Dimethylanilin
oder Diäthylanilin combinirt, die entstandene Nitroleukosulfosäure reducirt und die . so erhaltene Amidosäure unter
Benutzung des Verfahrens des Patentes No. 46384 durch Diazotiren und Kochen der Diazoverbindung mit Wasser in Oxyleukosulfosäure
verwandelt, letztere sulfurirl
. und schliefslich oxydirt.
3. Verfahren zur Darstellung von Sultonsulfosäurefarbstoffen der Malachitgrünreihe, darin
bestehend, dafs man in dem durch Patent-Anspruch ι. geschützten Verfahren an Stelle
des ρ - Chlor - m - nitrobenzaldehyds die m - Amidobenzaldehyd - ρ - sulfosäure mit Dimethylanilin
oder Diäthylanilin combinirt, die entstandene Amidoleukosulfosäure unter Benutzung des Verfahrens des Patentes
No. 46384 durch Diazotiren und Kochen der Diazoverbindung mit Wasser in Oxy-
leukosulfosäure verwandelt, letztere dann sulfurirt und schliefslich oxydirt.
Verfahren zur Darstellung von Sultonsülfosäurefarbstoffen der Malachitgrünreihe, darin bestehend, dafs man in dem durch Patent-Anspruch ι. geschützten Verfahren an Stelle des ρ - Chlor - m - nitrobenzaldehyds m - Oxybenzaldehyd-p-sulfosäure mit Dimethylanilin oder1 Diäthylanilin combinirt, die ent-, standene Leukoverbindung unter Benutzung des Verfahrens des Patentes No. 46384 sulfurirt und sodann oxydirt.
Verfahren zur Darstellung von Sultonsülfosäurefarbstoffen der Malachitgrünreihe, darin bestehend, dafs man in dem durch Patent-Anspruch ι. geschützten Verfahren an Stelle des ρ - Chlor - m - nitrobenzaldehyds m - Oxybenzaldehyd-p-sulfosäure mit Dimethylanilin oder1 Diäthylanilin combinirt, die ent-, standene Leukoverbindung unter Benutzung des Verfahrens des Patentes No. 46384 sulfurirt und sodann oxydirt.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE64736C true DE64736C (de) |
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ID=338585
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT64736D Expired - Lifetime DE64736C (de) | Verfahren zur Darstellung von SurtonsuIfosäurefarbstofTen der Malachitgrünreihe |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE64736C (de) |
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0
- DE DENDAT64736D patent/DE64736C/de not_active Expired - Lifetime
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