DE64579A - Concertina - Google Patents
ConcertinaInfo
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Vorliegende Erfindung betrifft ein Musikinstrument, genannt » Gerl's Handharmonium«,
„welches eine Erweiterung und Verbesserung der sogenannten Handzuginstrumente, als Concertinas,
Harmonikas, Bandoneons u. dergl., vorstellt. Es unterscheidet sich von diesen wesentlich
und vornehmlich dadurch, dafs es eine gröfsere Anzahl von Tönen aufweist, welche
in chromatischer Reihenfolge geordnet sind. Sodann charakterisirt es sich durch eine Anordnung
der Drucktasten, welche es ermöglicht, dafs mehr Töne, als wie z. B. auf einem Klavier
befindlich, angebracht und leichter gespielt und beherrscht werden. Infolge dessen können auf
dem Instrument alle nur möglichen Musikstücke, getragene und heitere, wiedergegeben werden,
was bei allen bisherigen Constructionen dieser Art gar nicht bezw. nur sehr bedingt möglich
war.
In der beiliegenden Zeichnung ist das ganze Instrument in Ansicht und theilweisem Schnitt,
sowie die Tastenanordnung für linke und rechte Hand dargestellt. Die Tasten sind in
schrägen parallelen Reihen zu je drei halben Tönen hinter einander angebracht, deren
tiefster vorn liegt, so dafs also immer die nächste Reihe, vorn beginnend, der chromatischen
Tonleiter entsprechenden Anschlufs an den letzten, nach hinten liegenden Ton der
vorhergehenden Reihe hat.
Diese Reihen sind also in schräger paralleler Richtung nach hinten ansteigend angeordnet;
sie können aber auch in geraden parallelen oder gekrümmten parallelen Linien verlaufen. Auf
diese Weise sind in dem gezeichneten Beispiel auf jeder Handseite 51 Tasten untergebracht
-worden, im Ganzen also eine chromatische Tonscala von 102 Tönen. Es können natürlich
auch weniger oder mehr vorhanden sein, je nach der Gröfse des Instrumentes. Die Tastenhebel ft'2 /?3 der mittleren und hinteren
Reihe sind nach hinten in entsprechender Zwischenlage zu den Schalllöchern Z2 Is der
Stimmenplattenrahmen r2 r3 geführt, während die Hebel ft1 der vorderen Reihe entgegengesetzt
liegen. Die Stimmenplattenrahmen sind in entsprechender Weise unter den Schalllöchern
angebracht und in Fächer eingetheilt, über welchen je zwei gleiche Töne wechselweise
auf der unteren und oberen Seite neben einander liegen, wie aus den Einzeldarstellungen 5
und 6 der Zeichnung ersichtlich. Den Stimmen gegenüber sind Deckleder angebracht, welche
die eine Stimme zuhalten, wenn die zugehörige Stimme ertönt, je nach dem Auf- oder Zuzug
des Blasebalges, in welchen beiden Fällen der Ton immer der gleiche bleibt. Um den Ton
zu verstärken bezw. schwächer werden zu lassen während des Spielens, ist eine sogen.
Druckstange D unter der Stange R1 für die rechte Hand angebracht und in den Lagern
dieser Stange mittelst der Arme α auf- und abklappbar gelagert; sie bethätigt einen Stift s,
welcher die Luftklappe k entsprechend hebt. Die spielende Hand gleitet nun mit der Innenfläche
auf der Stange R1, während der Daumen unter ihr auf der Druckstange D liegt und
diese überall bequem bethätigen kann.
Weiter hervorzuheben ist die Gestaltung der Tastenköpfe bezw. ihrer Oberflächen. Dieselben
sind mit Erhebungen bezw. Vertiefungen von bestimmter Figur versehen, um für die
spielenden Finger Gefühlsunterschiede zu schaffen, wodurch die Tasten nicht nur mit
der Zeit sicherer gegriffen, sondern auch in Bezug auf die einzelnen verschiedenen Töne
leichter dem Gedä'chtnifs eingeprägt werden; so sind z. B. die ersten drei Tasten glatt und
schwarz, die folgenden haben einen Knoten in der Mitte, die weiteren dritten sind mit einem
Kreuzeinschnitt versehen; statt des letzteren kann auch, wie aus den Querschnitten der
Köpfe zu ersehen, eine scharfkantige Kreuzrippe auf letzteren angebracht sein. Eine vierte
Reihe endlich trägt einen Ring oder eine entsprechende ringförmige Vertiefung. Die nächste
Gruppe von vier Reihen ist ebenso beschaffen u. s. w. .
Es ist klar, dafs diese »Gefühlsunterschiede« in weiten Grenzen abgeändert werden können.
Diese Anordnung ermöglicht auch Blinden leicht das Spielen des Instrumentes. Zur Erleichterung
des Lernens können vor den Tastenreihen der Länge nach Streifen mit entsprechenden
Notenbezeichnungen vor den einzelnen Tasten angebracht sein.
Claims (1)
- Pa te nt-Anspruch:Concertina, gekennzeichnet durch die Anordnung der Tasten in geraden oder gekrümmten , parallelen Reihen von immer drei auf ' einander folgenden halben Tönen der chromatischen Tonscala, deren tiefster immer in der vordersten Reihe des Instrumentes liegt.Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE64579A true DE64579A (de) |
Family
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