DE644559C - Verfahren zur Aufarbeitung von rohem Holzessig - Google Patents

Verfahren zur Aufarbeitung von rohem Holzessig

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DE644559C
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vinegar
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DE1930644559D
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Dr Friedrich Ruppert
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VER HOLZINDUSTRIE AKT GES
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VER HOLZINDUSTRIE AKT GES
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  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)
  • Vaporization, Distillation, Condensation, Sublimation, And Cold Traps (AREA)

Description

  • Verfahren zur Aufarbeitung von rohem Holzessig Der rohe Holzessig ist in der Technik wirtschaftlich nur dann für die Abtrennung der darin enthaltenen flüchtigen organischen Säuren geeignet, wenn er durch gewisse Vorbehandlungen in einen gereinigteren Zustand übergeführt ist. Die bisher angewandten Vorbehandlungen bestehen einesteils in der Entfernung der größeren Menge der darin gelösten Teerbestandteile, anderenteils in der Entgeistung, d. h. in der Entfernung unter i oo° siedender flüchtiger Produkte. Hierzu wird der rohe Holzessig allgemein der Destillation unterworfen, wobei die Hauptmenge der gelösten Teerbestandteile als Blasenteer im Rückstand verbleibt. Ein wesentlicher Anteil der flüchtigen, organischen Säuren wird jedoch von dem Teer zurückgehalten und kann durch Einblasen von offenem Dampf unvollständig und nur als stark verdünnte Säure von dem Teer getrennt und gewonnen werden.
  • Um diese Destillation zu ersparen, wurde vielfach das beIcannte Teerscheideverfahren eingeführt, wobei die bei der Verkohlung des Holzes entweichenden heißen Dämpfe und Gase durch Teerwäscher geleitet werden, um den größten Anteil der darin enthaltenen Te.erhestandteile vor der Kondensation herauszuwaschen. Auch bei diesem Verfahren verbleibt naturgemäß eine nicht unbeträchtliche Menge der flüchtigen, organischen Säuren in .dem abgetrennten Teer, und die Abtrennung des Teeres und der teergebenden Produkte von den Säuren ist unvollkommen.
  • Eine Verbesserung der üblichen Vorreinigungsverfahren und eine gleichzeitige Konzentration der Säuren durch fraktionierte Destillation des rohen Holzessigs ist Gegenstand eines anderen Verfahrens. Dieses Verfahren ist auf die Bildung binärer Dampfgemische eingestellt. Darin ist vorgeschlagen worden, mittels der niedrigsiedenden binären Dampfgemische, welche einesteils Benzin mit Methylalkohol und seinen Begleitstoffen, anderenteils die aus dem rohen Holzessig stammenden spezifisch leichten Öle mit Wasser und Allylalkohol eingehen, diese Stoffe aus dem rohen Holzessig von den Säuren und Teerbestandteilen abzutrennen. Die Fraktionierung wird in zwei Phasen und in getrennt arbeitenden Kolonnen vorgenommen. An der ersten Kolonne erfolgt durch die Einführung von Benzin die Abtrennung der geistigen Bestandteile des Rohessigs, insbesondere des Methylalkohols. Sobald die übergehenden Dämpfe eine Temperatur von 69° erreicht haben, ist die Entgeistung beendet. Es beginnt die zweite Phase, indem die Dämpfe des Rohessigs nunmehr in die zweite Kolonne geleitet werden. Zuerst geht ein Gemisch von Wasser und spezifisch leichten Ölen ins Destillat über. Die leichten Öle werden dauernd nach der Kolonne zurückgeführt, um dort unter Wärmeaustausch die Säuredämpfe zu kondensieren und zurückzuwerfen und unter Bildung der niedrigsiedenden binären Dampfgemische öl-Wass-erdampf urid ölAllylalkoholdampf diese Stoffe leichter überzutreiben. Die im Vergleich zu dem ähgewandten Rohessig konzentrierte Säure wiyd@ aus dem Unterteil der Kolonne abgeführt. Hierbei bleiben die Säuren in ähnlicher Weise wie in Hellessig stark verunreinigt, da sie bis zum Ablauf aus der Kolonne mit den zurückgeworfenen ölen in Berührung waren.
  • Die Konzentration rler Säuren des Rohessigs ist auch in solchen Verfahren beschrieben worden, bei denen die Säuren direkt aus den Gasen und Dämpfen der Verkohlung mit hochsiedenden Extraktionsmitteln in Waschkolonnen herausgewaschen und dann von den Extraktionsmitteln durch Destillation abgetrennt wurden. Vor der Extraktion sollen hierbei die Dämpfe zuerst durch Teerwäscher geschickt «-erden, um die Hauptmenge des mitgeführten Teers zu beseitigen. Die Reinigung durch Teerwäscher ist jedoch nicht ausreichend, um auf diesem Wege unmittelbar reine, handelsfähige Säure zu gewinnen.
  • Auch die Extraktion des nach dem einen oder anderen Verfahren hergestellten Hellessigs führt nicht zu dem gewünschten Ziel, da der Hellessig bekanntlich neben den flüchtigen organischen Säuren noch eine Menge penetrant riechender Stoffe und öliger Verunreinigungen enthält. Die Anwesenheit dieser Verunreinigungen ist äußerst nachteilig für die Qualität der extrahierten Säuren, da sie nahezu sämtlich von der wasserreichen Flüssigkeit des Hellessigs mit den Säuren in die Extraktionsflüssigkeit übergehen. Die Siedepunkte der Verunreinigungen liegen auch zum Teil in der Nähe oder innerhalb der Siedegrenzen der konzentrierten Säuren und sind daher mit den Säuredämpfen, wohl auch unter Bildung binärer Dampfgemische mit diesen, flüchtig, so daß sie nicht oder nur ganz unvollkommen durch Destillation oder Fraktionierung von den konzentrierten Säuren abzutrennen sind. Sie verhindern daher die direkte Gewinnung sehr hochprozentiger Säuren aus dem Hellessig.
  • Ein Fortschritt wurde durch weitere Verfahren unter Anwendung verschiedener Extraktionsmittel erzielt, worin beispielsweise die Extraktion von rohem Holzessig oder Hellessig in zwei Phasen vorgeschlagen wird. Mit einer unzureichenden Menge oder mit Hilfe eines besonders dazu geeigneten Extraktionsmittels werden zuerst die störenden Verunreinigungen mit wenig Säuren und darauf die Säuren selbst in reinerer Form in der zweiten Phase extrahiert. Eine vollständige Trennung von den Verunreinigungen wird auch auf diesem Wege nicht erreicht, und die Aufarbeitung der verschiedenen Extrakte ist umständlich und verwickelt.
  • Nach keinem der bisher bekannten Ver-Jren war es daher möglich, durch einfachen rbeitsgang direkt aus rohem Holzessig Säuren von handelsüblicher Reinheit und Konzentration zu gewinnen. Den Gegenstand der nachstehend beschriebenen Erfindung bildet ein Verfahren zur Vorbereitung von rohem Holzessig, wodurch eine so weit gehende Reinigung desselben erzielt wird, daß nach der Durchführung des Verfahrens direkt technisch reine konzentrierte Essigsäure des Handels mittels bekannter Extraktionsverfahren aus dem Holzessig gewonnen werden kann.
  • Das Verfahren beruht einesteils auf der Feststellung, daß die hochsiedenden Teerbestandteile des rohen Holzessigs sich von den konzentrierten flüchtigen Säuren, insbesondere von der Essigsäure, durch einfache De- stillation, am zweckmäßigsten unter Druckverminderung, leicht abtrennen lassen, und andererseits in der Auffindung des 'geeigneten Weges, die wasserhaltigen Säuren und hochsiedenden Teerbestandteile des rohen Holzessigs von den flüchtigen, brenzlich riechenden Stoffen, den spezifisch leichten und schweren Ölen und den schwerer flüchtigen Phenolen abzutrennen. Es wurde gefunden, daß die Abtrennung der störenden Verunreinigungen in durchaus wirksamer Vollständigkeit erfolgt, wenn man ihre Eigenschaft benutzt, mit Wasserdämpfen oder den Dämpfen schwacher Säuren flüchtig zu sein. Die Entfernung aus dem rohen Holzessig kann daher durch eine weiter fortgeführte Destillation des entgeisteten Blaseninhalts in geeigneten Apparaten bewerkstelligt werden, und zwar ohne Rückführung der überdestillierenden 151e die Kolonne oder Destillierblase.
  • Einige der spezifisch schweren öle und der stark riechenden Produkte benötigen hierbei prozentual verhältnismäßig große Mengen von Schleppmitteln. Man verwendet deshalb zweckmäßig Apparate mit entsprechend hohem Ko- lonnenaufsatz, um die Dämpfe möglichst ge- sättigt mit den erwähnten Produkten und geringerprozentig an Säuren als das Destiiiationsgut aus dem letzteren zu entfernen. Als- dann scheiden sich die oben genannten Verunreinigungen als spezifisch leichte, später als spezifisch schwere Öle im Destillat nahezu vollständig aus und dienen damit zugleich als Extraktionsmittel für die im Destillat gelösten stark riechenden Produkte und Phenole, während der Allylalkohol bereits bei der üblichen Entgeistung in das Destillat übergegangen ist, im Gegensatz zu dem weiter oben angeführten Destillationsverfahren, welches mit binären Dampfgemischen arbeitet. Nach der vollständigen Klärung des Destillats werden diese Öle abgetrennt und die klare schwache Säure einer neuen Partie in gleicher Weise zu verarbeitenden Rohessigs zugegeben, wodurch eine anderweitige Aufarbeitung dieser schwachen Säure wegfällt und überhaupt alle Säureverluste bei dem Verfahren vermieden werden.
  • Das Verfahren kann auch auf Hellessig, der nach dem Teerscheideverfahren oder einem ähnlichen Verfahren hergestellt wurde, Anwendung finden.
  • Der in der beschriebenen Weise vorbereitete Rohessig ist stark gefärbt und scheidet nur einen geringen Teil der vorher in Lösung befindlichen Teere aus, die abgetrennt werden können, aber für die spätere Extraktion und die nachfolgende Trennung von Teer und konzentrierter Säure durch Destillation ohne Belang sind. .
  • Um das Verfahren in kleinem Maßstab durchzuführen, kann ein etwa 30 1 rohen Holzessig fassender Fraktionierapparat, der mit Dampfheizung und mit der Vorrichtung zur Abtrennung der in den Kondensaten sich abscheidenden Öle versehen ist, benutzt werden. Nach der Füllung mit i o bis 15o/'ü Rohsäure enthaltendem rohem Holzessig wird die Entgeistung in bekannter Weise ausgeführt. Bei guter Fraktionierung erfolgt die Entgeistung in der Hauptsache zwischen 50 und 70°, wobei sämtlicher Methylalkohol, Ester rund Aceton neben anderen niedrigsiedenden Stoffen, wie Aldehyden, Ketonen und Allylalkohol, durch die Wirkung der Kolonne ausgetrieben werden. Das Destillat ist eine klare, gelb gefärbte Flüssigkeit. Die Temperatur der überdestillierenden Dämpfe steigt nun rasch an, und im Kondensat scheiden sich zuerst spezifisch leichte Öle aus, welche abgetrennt, aber nicht nach der Kolonne zurückgeführt werden. In diesem Destillationsabschnitt befinden sich im wäßrigen Destillat nur geringe Mengen organischer Säuren. Das Destillat kann daher nach Abtrennung der Öle mit dem ersten geistigen Destillat aufgearbeitet werden. Die Temperatur der aus der Kolonne austretenden Dämpfe erreicht bald eine Siedetemperatur über i oo°, wobei im Destillat spezifisch schwere Öle auftreten und der Säuregehalt ansteigt. Die Destillation wird fortgesetzt, bis nach einer zeitweilig auftretenden Trübung das Destillat wieder klar wird, was nach einer Destillationsmenge von etwa 15 bis 25% des ,eingefüllten Rohessigs, je nach dessen Stärke und Gehalt an Säuren und Verunreinigung, eintritt. An diesem Punkt kann die Destillation unterbrochen werden, da nunmehr die sonst störend wirkenden Verunreinigungen aus dem in der Blase zurückgebliebenen Rohessig so weitgehend entfernt sind, daß durch einfache Extraktion daraus Extrakte gewonnen werden können, welche bei der Aufarbeitung durch Destillation Säuren von handelsüblicher Reinheit und Konzentration. ergeben.
  • Zur fabrikatorischen Ausführung des Verfahrens kann beispielsweise die in beiliegender Abbildung schematisch dargestellte Apparatur dienen.
  • Der rohe Holzessig aus dem Behälter i durchläuft nacheinander den Kühler 2, den Dephlegmator 3 und den Dephlegmator .¢ oder q.-. Durch Temperaturbeobachtungen an den Thermometern a, b, c, d wird der Zufluß derart eingestellt, daß der Rohessig beim Einlauf durch die Rohrleitung 5 in die Kolonne 6, die zur Entgeistung dient, auf eine Temperatur nahe seinem Siedepunkt erhitzt ist. Die Kolonne 6 hat im unteren Teil zwei Ausläufe, die abwechselnd nach den Blasen 7 und 7a führen, außerdem zwei Dampfeingänge, welche die Kolonne abwechselnd durch direkte Dämpfe aus den Blasen 7 oder 7a beheizen.
  • Der entgeistete, kochende Rohessig läuft zuerst nach der Blase 7 und wird dort zur Entwicklung von Dämpfen, die zur Beheizung der Kolonne 8 dienen, so lange durch indirekte Heizung weitererhitzt, bis die Blase 7 bis zu etwa 3,!4 gefüllt ist. Sodann tritt Umstellung dieser Funktionen nach Blase 7a ein, die nun den Ablauf der Kolonne 6 aufnimmt und deren Beheizung in gleicher Weise wie vorher Blase 7 wechselweise fortführt.
  • Die Dämpfe der 3/4 gefüllten Blase 7 treten dann in die aufgesetzte Kolonne 8 ein, durchstreichen den Dephlegmator q., dessen Kondensat ,aus Ölen, schwacher Säure und ampyreumatischen Stoffen besteht, welches in einem Scheidegefäß 9 getrennt wird. Die ausgeschiedenen Öle werden entfernt, während die schwache Säure als Rücklauf wieder nach der Kolonne 8 geleitet wird. Die aus dem Dephlegmator q. entweichenden Dämpfe werden durch den Kühler i o kondensiert, wobei wieder Öle und schwache Säuren erhalten werden, deren Trennung in dem Scheidegefäß i i erfolgt. Die Destillation wird so lange fortgesetzt, bis das Destillat nur noch Spuren von ausgeschiedenen Ölen zeigt.
  • Der auf diese Weise vorbereitete Rohessig in Blase 7 wird zur Weiterverarbeitung abgelassen. Die Blase 7 nimmt wieder den Ablauf aus Kolonne 6 im Wechsel mit Blase 7a auf.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur Aufarbeitung von rohem Holzessig durch Entgeistung und anschließende weitere Destillation, dadurch gekennzeichnet, daß man zwecks Entfernung der mit dem Wasser überdestillierenden, stark riechenden Produkte, spezifisch schweren Öle und Phenole nach der Entgeistung unter Anwendung einer kolonne bei langsam gesteigerter Temperatur ein schwach saures Destillat so lange abdestilliert, bis im Destillat nur noch Spuren schwerer Öle vorhanden sind, und die als Destillationsrückstand zurückbleibenden organischen Säuren in an sich bekannter Weise durch Extraktion anreichert. z. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daB das saure wässerige Destillat nach Abtrennung der Öle einer neu zu destillierenden Menge rohen Holzessigs zugesetzt wird.
DE1930644559D 1930-12-02 1930-12-02 Verfahren zur Aufarbeitung von rohem Holzessig Expired DE644559C (de)

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