DE64404C - Verfahren zum Entrinden von Bernstein, Copalen und den mit diesen verwandten Harzen - Google Patents

Verfahren zum Entrinden von Bernstein, Copalen und den mit diesen verwandten Harzen

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DE64404C
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DENDAT64404D
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Firma STANTIEN & BECKER in Königsberg i. Pr
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C09DYES; PAINTS; POLISHES; NATURAL RESINS; ADHESIVES; COMPOSITIONS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; APPLICATIONS OF MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • C09FNATURAL RESINS; FRENCH POLISH; DRYING-OILS; OIL DRYING AGENTS, i.e. SICCATIVES; TURPENTINE
    • C09F1/00Obtaining purification, or chemical modification of natural resins, e.g. oleo-resins

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Paper (AREA)

Description

PATENTAMT
VJF* Is Hj
Der Zweck des vorliegenden Verfahrens ist, die Rinde (Kruste) des. Rohbernsteins, Copals und anderer verwandter Harze, welche bisher nach vorangehendem Erweichen in Aether mechanisch abgekratzt wurde, auf chemischem Wege zu entfernen.
Die chemischen· Processe, auf welchen das nachfolgend zu beschreibende Verfahren beruht, sind folgende:
1. Rothe rauchende, sehr concentrirte Salpetersäure mit Stücken von Rohbernstein zusammengebracht, greift letztere an, und während sich die ganzen Bernsteinstücke bei genügend langer Einwirkung nahezu vollständig auflösen, steigert sich die Hitze des Gemisches ohne besondere Vorsichtsmafsregeln bis zum Kochen desselben.
2. Verdünnt man die erhaltene Lösung mit Wasser, so gerinnt dieselbe, wenn genügend viel Bernstein aufgelöst worden war, zu einem dicken hellgelben Brei. Die Ursache davon ist, dafs jenes vorerwähnte Reactionsproduct in der durch Wasser verdünnten Salpetersäure nicht mehr löslich ist und infolge dessen sich als pulverige Masse ausscheidet.
3. Dieses Pulver ist in alkalischen Lösungen, gleichviel welcher Art, Aetznatron, Aetzkali, Ammoniak, Soda oder Pottasche leicht löslich. Es entsteht eine schwarzbraune Lösung, welche einen intensiven und angenehmen Geruch nach Moschus besitzt.
4. Setzt man zu der dunkelbraunen, vorher erwähnten Lösung irgend eine verdünnte Säure im Ueberschufs, dann verschwindet der Geruch wieder, ebenso die dunkelbraune Färbung, die Lösung wird trübe und das gelbe Pulver scheidet sich wieder aus.
Die Ausführung der Entrindung geschieht nun wie folgt:
Die rohen Bernsteinstücke werden direct in gewöhnliche concentrirte Salpetersäure oder besser in rothe rauchende Salpetersäure gebracht und in kaltem Zustand oder auch unter schwachem Erwärmen einige Minuten der Einwirkung der Säure überlassen. · Hierauf breitet man die Bernsteinstücke fünf bis zehn Minuten auf Steinplatten aus, während welcher Zeit die noch anhaftende Salpetersäure vollends verbraucht wird, indem eine weitere, ca. Y2 mm dicke Schicht abgefressen wird. Die trockenen und von einer Kruste des hellgelben Pulvers überzogenen Bernsteinstücke werden nunmehr in eine mäfsig concentrirte, am besten ca. zehnprocentige. Lösung von Aetznatron oder Aetzkali oder Pottasche oder Ammoniak eingelegt. Die Lauge braucht nicht erwärmt zu werden, doch schadet schwaches Erwärmen nichts. Die Bernsteinstücke werden nach beliebiger Zeit herausgenommen, und hierauf wird kaltes oder warmes Wasser, so lange über die Stücke geleitet, bis. der dunkelbraune Schlamm, welcher ihnen anhaftet, ganz we_ggewaschen ist. Die Stücke kommen in der Regel nach einigen Minuten völlig entrindet und mit reiner, heller, fester Oberfläche aus der Wäsche.
Unter den nach obigem Verfahren entrindeten Bernsteinstücken kommen zuweilen auch solche vor, welche an einzelnen Stellen um eine kleine Nuance dunkler erscheinen als im Querbruch, ferner solche, bei denen die zu-
fälligen Risse und Sprünge der Oberfläche als feine braune Linien erscheinen. Die Ursache davon ist, dafs die braune Substanz aus den Sprüngen noch nicht gut genug herausgewaschen ist bezw. die feinsten Poren der Oberfläche noch erfüllt.
Aus diesem Grunde werden die aus der Wäsche kommenden Stücke in ein Bad von ein- bis fünfprocentiger schwefliger Säure oder Essigsäurelösung gelegt.
Es genügen in der Regel einige Minuten, jedoch schadet tagelanges Einlegen nichts. Die erwähnten braunen Stellen verschwinden jetzt vollends; die Bernsteinstücke werden nach einigen Minuten mit Wasser nachgespült und getrocknet.
Dasselbe Verfahren soll in entsprechender Weise bei der Entrindung von Copalen und
den mit diesen verwandten Harzen angewendet werden.
Man kann zum Beizen der Bernsteinstücke statt der Salpetersäure auch andere, den Bernstein angreifende Säuren verwenden.

Claims (2)

  1. Patent-AnSprüche :
    ι. Die Entfernung der Rinde von rohen Bernsteinstücken, Copalen und den mit diesen verwandten Harzen durch nach einander folgende Behandlung mit Säuren und Alkalien.
  2. 2. Die nachträgliche Behandlung der nach dem im ersten Anspruch angegebenen Verfahren entrindeten Bernsteinstücke u. s. w. mit schwefliger Säure oder Essigsäure, um die den Bernsteinstücken u. s. w. noch anhaftenden Verunreinigungen zu entfernen.
DENDAT64404D Verfahren zum Entrinden von Bernstein, Copalen und den mit diesen verwandten Harzen Expired - Lifetime DE64404C (de)

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