DE641007C - Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Flocken oder Mehlen aus oel- bzw. fetthaltigen Samen, insbesondere Sojabohnen - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Flocken oder Mehlen aus oel- bzw. fetthaltigen Samen, insbesondere SojabohnenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Flocken oder Mehlen aus
ölhaltigen Samen, insbesondere aus Sojabohnen. In bezug auf die Verarbeitung von
Sojabohnen findet das Verfahren auch Anwendung im Anschluß an das Veredelungsverfahren,
bei welchem die unzerkleinerten Sojabohnen in geschältem oder ungeschältem
Zustand der Einwirkung säurehaltigen Wassers bei einer Temperatur von nicht über 750C
ausgesetzt werden, wobei vor Beendigung dieser nassen Veredelungsbehandlung auch
eine Neutralisation vorgenommen werden kann.
Das Verfahren der Flocken- oder Mehlhersteüung
gemäß der Erfindung findet unter Anwendung erwärmter, gegeneinander umlaufender
Walzen statt und ist dadurch gekennzeichnet, daß 'die unzerHeinerten, gequollenen
Samen mit Hilfe einer auf das Gut drückend wirkenden Vorrichtung, z.B. von
Stampfern, dem Einzugsspalt zugeführt werden zwecks gleichzeitiger Trocknung und VerfLockung,
wobei hernach das flockige Gut gemahlen werden kann.
Es ist schon vorgeschlagen worden, geschrotete Sojabohnen mit Essigsäure zu behandeln,
zu waschen, in Breiform überzuführen und den Brei mittels erwärmter gegenläufiger
Walzen zu trocknen und zu Flocken aufzubauen. Abgesehen davon, daß ein solches Gut infolge Verlustes großer Mengen
von Eiweiß und Fett während der Naßbehandlung im geschroteten Zustand eine
andere Zusammensetzung als die Ursprungliehe Sojabohne aufweist, ist dessen Verarbeitung
zu gebrauchsfertigen Flocken unvollkommen. ^Solches Gut neigt dazu, auf
den Walzen eine festhaftende Schicht zu bilden, die zu gänzlichem Unterbinden des
Einziehens von Breimasse in den Walzenspalt führt, so daß das Gut schließlich über den
Walzen anbrennt. Eine einwandfreie Verflockung des vollfetten Gutes auf den erhitzten
Walzen ist insbesondere deshalb unmöglich, weil die Walzen sich mit einer Fetthaut
füberziiehen, die schmierend wirkt und den Walzen die Griffigkeit nimmt.
Wird dagegen gemäß der Erfindung öl- bzw. fetthaltiges Gut im gequollenen, unzerkleinerten
Zustand unter Anwendung eines Pxeßdruckes dem Einzugsspalt' der Walzen
zugeführt, so erfolgt regelmäßiges und gleichmäßiges Erfassen und Mitnehmen des Gutes, und dieses kann, ohne eine Geschmacksveränderung
zu erleiden, über die Walzen laufen und als gebrauchsfertige und lagerfähige Flocken vom Walzentrockner anfallen.
Es läßt sich, also auf diese Weise in einem einzigen Arbeitsgang Zerkleinerung,
Trocknung1 und Verflockung der nassen öl-
bzw. fetthaltigen Samen erzielen, außerdem auch, eine Aufscbließung der Zellen sowie
der Stärke.
Das Quellen der unzerkleinerten Samen bedingt selbsttätig eine Abstimmung des Wassergehaltes.
Da nämlich die Samen nur eine bestimmte Menge Quellflüssigkeit aufzunehmen
vermögen, ist die Höchstmenge an ίο Flüssigkeit stets festgelegt. Der Mindestgehalt
an Wasser ist so zu wählen, daß das Gut von den heißen Walzen zuverlässig erfaßt
wird. Gleichgültig ist es, in welcher Weise das Quellen vorgenommen wird, ob z. B. durch Behandlung mit Wasser, mit
Dampf o. dgl. Für Sojabohnen empfiehlt sich die eingangs erwähnte Behandlung mit
säurehaltigem Wasser, da diese gleichzeitig die Gewinnung eines geschmacklosen Sojabohnengutes
ermöglicht. In der Regel genügt eine i- bis 2 stündige Behandlungsdauer für
diesen Zweck. Es ist zweckmäßig, bei Sojabohnen für einen Wassergehalt von beispielsweise
50 o/o zu sorgen.
Die zu verarbeitenden öl- oder fetthaltigen Stoffe, wie neben Sojabohnen z. B. Erdnüsse,
Kopra, Baumwollkerne, Pahnkerne, Sesamsamen, Wal- und Haselnüsse, können allgemein,
wenn es erwünscht oder erforderlich ist, mit der nassen Vorbehandlung zwecks Quellung einer Entbitterungs- oder sonstigen
Verbesserungsbehandlung unterworfen werden, indem man die Quellung je nach Erfordernis
mit schwach sauren oder schwach alkalischen oder Salzlösungen vornimmt, gegebenenfalls
auch neutralisiert, bevor die Weiterverarbeitung des gequollenen Gutes geschieht.
Bei oder nach der Behandlung des Gutes
mit Wasser oder wäßriger Lösung zwecks Quellung des Gutes können auch besondere
lösliche oder emulgierbare Aufbaustoffe, Nährstoffe, wie z. B. Zucker, Kakao, oder
Arzneistoffe u.dgl. dem Gut zugeführt wer-
- den, indem man solche Stoffe der Behand- +5 lungsflüssigkeit zugibt.
Durch das Stampfen zwecks Einbringens des gequollenen Gutes in den Einzugsspalt
der beheizten Walzen läßt sich zwangsläufig gleichzeitig eine zweckdienliche Vorzerkleinerung
des Naßgutes erreichen. Statt durch Stampfen kann die Einbringung des Gutes in den Walzenspalt auch z. B. durch eine
mechanische Preßvorrichtung oder durch Luftdruck erfolgen.
Das Gut kann auch längere Zeit, als zum Trocknen erforderlich, auf dem Walzentrockner
belassen werden, bis zur Erreichung einer Earb- und Geschmacksveränderung, z. B.
eines Biskuitgeschmackes, bei der Verarbeitung von Sojabohnen. Bei dampfbeheizten Walze.ntrocknefti
ist dazu nur eine entsprechende Regulierung des Dampfes und der Walzenumlaufgeschwindigkeit
vorzunehmen.
Der Umfang des Wasserentzuges kann unmittelbar den jeweiligen Bedarfsansprüchen
angepaßt werden.
Wird nur ein trockenes bzw. hinreichend getrocknetes Flockengut angestrebt, so lassen
sich z. B. aus Sojabohnen, die nach obigen Ausführungen der Behandlung mit säurehaltigem
Wasser bei nahe, aber nicht über 75° C unterworfen waren, neutral schmeckende
Flocken gewinnen, welche zu einem geschmacklosen Sojamehl vermählen werden
können.
Vor einer Vermahlung der Flocken zu Mehl kann dem Gut in einer an sich bekannten
Weise Öl bzw. Fett entzogen werden. Der dabei verbleibende Rückstand kann alsdann
zu einem mehr oder weniger fettarmen Mehl vermählen werden.
Die Durchführung des Verfahrens kann beispielsweise mit Hilfe der in der Zeichnung
in Quer- und Längsschnitt dargestellten Vorrichtung geschehen, die einen an sich bekannten
Zweiwalzentrockner mit in den Auf? gabewiiikel wirkendem Preßwerk darstellt und
dadurch gekennzeichnet ist, daß als Preßwerk eine Stampf vorrichtung dient.
α sind die beiden Walzen, die zweckmäßig mit Dampf beheizt werden, b Stampfer,
welche mittels Nockenwellen betätigt werden.
Zweckmäßig wird man über dem Spalt der Walzen eine Vielzahl von Stampfern, die
durch eine gemeinsame Nockenwelle betrieben werden, nebeneinander vorsehen.
d sind Messer, welche das Gut als Flocken von den Walzen abnehmen.
Claims (4)
- Patentansprüche:i. Verfahren zur Herstellung von Flocken ader Mehlen aus öl- bzw. fetthaltigen Samen, insbesondere Sojabohnen, auch im Anschluß an ein Veredelungsverfahren, bei welchem unzerkleinerte Sojabohnen der Einwirkung säurehaltigen ' Wassers bei einer Temperatur nahe, aber nicht über 750C ausgesetzt werden, wobei vor Beendigung der Naßbehandlung eine Neutralisation vorgenommen werden kann, unter Anwendung erwärmter, gegeneinander umlaufender Walzen, dadurch gekennzeichnet, daß die unzerkleinerten, gequollenen Samen mit Hilfe einer auf das Gut drückend wirkenden Vorrichtung, z. B. von Stampfern, dem Einzugsspalt zugeführt werden zwecks gleichzeitiger Trocknung und Verflockung, wonach das flockige Gut gemahlen werden kann.
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Gut längere Zeit, als zum Trocknen erforderlich, auf demWalzentrockner belassen wird bis zur Erreichung einer Färb- und Geschmacksveränderung.
- 3. Verfahren nach Anspruch ι oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß vor der Vermahlung den Flocken Öl oder Fett entzogen wird.
- 4. Vorrichtung zur Durchführung desVerfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 3, bestehend aus einem Zweiwalzen- to trockner mit in den Aufgabewinkel wirkendem Preßwerk, gekennzeichnet durch eine Stampfvorrichtung als Preßwerk, die gegebenenfalls eme Vielzahl nebeneinander angeordneter und durch Nockenwelle betriebener Einzelstampfer besitzt.Hierzu ι Blatt Zeichnungen
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEK131622D DE641007C (de) | 1933-09-23 | 1933-09-23 | Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Flocken oder Mehlen aus oel- bzw. fetthaltigen Samen, insbesondere Sojabohnen |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEK131622D DE641007C (de) | 1933-09-23 | 1933-09-23 | Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Flocken oder Mehlen aus oel- bzw. fetthaltigen Samen, insbesondere Sojabohnen |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE641007C true DE641007C (de) | 1937-01-18 |
Family
ID=7247400
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEK131622D Expired DE641007C (de) | 1933-09-23 | 1933-09-23 | Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Flocken oder Mehlen aus oel- bzw. fetthaltigen Samen, insbesondere Sojabohnen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE641007C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE970264C (de) * | 1940-10-20 | 1958-09-04 | Dr Richard Hempel | Verfahren zur Verarbeitung von Huelsenfruechten, Getreidearten und sonstigen Samen |
-
1933
- 1933-09-23 DE DEK131622D patent/DE641007C/de not_active Expired
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE970264C (de) * | 1940-10-20 | 1958-09-04 | Dr Richard Hempel | Verfahren zur Verarbeitung von Huelsenfruechten, Getreidearten und sonstigen Samen |
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