-
Kurzschriftschreibmaschine Der Erfindungsgegenstand gehört zur Klasse
der bekannten Kurzschriftschreibmaschinen, bei welchen zehn nach der normalen Fingerlage
beider Hände auf dem Tastenbrett angeordnete Tasten vorgesehen sind. Dort werden
die die verschiedenen Laute der menschlichen Stimme (Buchstaben) darstellenden Zeichen
durch die Kombination von i bis io nebeneinander angeordneten, mit Zeichen versehenen
Tastenhebeln gebildet. Der Abdruck der verschiedenen, j e einen Buchstaben darstellenden
Zeichenkombinationen erfolgt dabei quer zu einem beim Niederdrücken der Tastenhebel
schrittweise fortgeschalteten Schriftbande, so daß jede Querzeile dieses Schriftbandes
einen vereinbarten Laut (Buchstaben) darstellt. Der Nachteil dieser Gattung von
Kurzschriftschreibmaschinen liegt in Hinsicht auf die Handhabung darin, daß zur
Wiedergabe eines Lautes mehrere Tastenhebel gleichzeitig betätigt werden müssen,
wodurch die Schreibgeschwindigkeit herabgedrückt ist, und in bezug auf das Lesen
der Kurzschriftniederschrift, daß Buchstabe für Buchstabe in der Längsrichtung des
Bandes untereinanderfolgend gelesen werden muß, was die Wiedergabe verlangsamt,
in dem Aufbau der Maschine darin, daß es sich nicht um eine gewöhnlicheKurzschriftschreibtnaschine
handelt, bei der eine Abdruckstelle vorhanden ist, sondern um eine solche, bei welcher
je nach der den entsprechenden Laut darstellenden Zeichenkombination mehrere Abdruckstellen
nebeneinander gleichzeitig vorhanden sind.
-
Demgegenüber besteht das Wesen der Kurzschriftschreibmaschine nach
der vorliegenden Erfindung darin, daß jeder Taste eine gewöhnliche Buchstabentype
zugeordnet ist und die Typen, von denen einzelne stellvertretend für lautähnliche
eintreten, gleichmäßig im Kreise zu einer Druckstelle angeordnet sind und mechanisch
oder elektrisch von den Fingertasten aus angetrieben werden, in Verbindung mit einem
über der Druckstelle (Anschlagstelle) der Typenhebel hinweggeführten, stetig ohne
Schrittschaltung angetriebenen Schreibpapierstreifen.
-
Der Vorteil dieser Ausbildung der Kurzschriftschreibmaschine nach
der Erfindung liegt i. darin, daß die Schreibgeschwindigkeit eine höhere ist, da
für jeden Buchstaben jeweils nur eine Type wie bei einer normalen Schreibmaschine
zum Anschlag kommt, a. in bezug auf den Verlauf der Niederschrift darin, daß sich
wie bei jeder gewöhnlichen Niederschrift Buchstabe an Buchstabe reiht und mit der
Folge, daß auch das Wiederlesen und die Wiedergabe wie bei gewöhnlicher Schrift
schnell und ohne Schwierigkeiten vor sich geht, 3. darin, daB die Schreibmaschine,
abgesehen von der Verringerung der Tasten- und
Drucktypenzahl, wie
eine übliche Schreibmaschine, jedoch mit -vereinfachter, nämlich stetiger Schaltung
des Schleibpapzerstreifens. ausgebildet sein kann. Die stetige Schaltung. des Papierstreifens
hat dazu noch den weis" teren Vorteil, daß die sonst bei gewöhnlich;@d, Schreibmaschinen
notwendige Zwischenraum4' taste und ihre Betätigung in Wegfall kommt.
-
In einer beispielsweisen Ausführungsform ist der Erfindungsgegenstand
in der Zeichnung veranschaulicht, und zwar zeigt Abb. i die Maschine im senkrechten
Schnitt mit teilweiser Ansicht, Abb. 2 einen Aufriß der Maschine mit vorgeschaltetem
Tastenbrett.
-
Von einer Rolle i läuft ein Papierstreifen unterhalb eines festen
Stützbleches 3, das die Druckstelle der Maschine darstellt, hindurch (über Führungsrollen
4 und Zugrollen 5, 5'), wobei diese Zugrollen von einem Elektromotor 6 über Getriebe
7 fortlaufend stetig angetrieben werden können. Unterhalb des Papierstreifens ist
nun über Rollen 8, 8', 8", 8"' und 9, g' ein Farbband io geführt, das ebenfalls
von dem Motor 6 aus durch ein besonderes Getriebe mit der gleichen Geschwindigkeit
und im gleichen Sinne wie der Papierstreifen 2 angetrieben wird. Das Farbband ist
im Bereiche des Drucktisches 3 dicht unterhalb des Papierstreifens geführt, berührt
jedoch in keinem .Falle den Papierstreifen unmittelbar, um ein Abfärben des Farbbandes
auf dem Papierstreifen zu vermeiden.
-
Im Kreise zu der Druckstelle sind nun eine Reihe von Typen tragenden
Hebeln i i angeordnet, die nach oben um Achsen 12 ausschwingen können, so daß dabei
die an ihren vorderen Enden angebrachten oder ausgeschnittenen Typen von unten her
gegen das Farbband schlagen und damit dieses gegen den darüberliegenden Papierstreifen
und gegen den Drucktisch 3 drücken, wodurch der Abdruck herbeigeführt wird.
-
Die Typenhebel i i werden mit einer solchen Geschwindigkeit anschlagen,
daß trotz der fortlaufenden stetigen Bewegung des Papierstreifens und des Farbbandes
ein genügend scharfer Abdruck erzielt wird. Der Antrieb der Typenhebel kann auf
verschiedene Weise erfolgen. Zweckmäßig ist, einen elektromagnetischen Antrieb vorzusehen,
indem jedem Typenhebel ein Elektromagnet 13, der z. B. auch als Hufeisenmagnet ausgeführt
sein kann, zugeordnet ist. Die feststehenden Eisenkerne dieser Elektromagneten wirken
auf an den Typenhebeln angebrachte Anker 14. Sobald die Elektromagneten erregt werden,
ziehen. diese die Anker an, wodurch der Anschlag des entsprechenden Typenhebels
gegen die Druckfläche erfolgt. Die Anschlagbewegung ist bei entsprechender Bemessung
und Ausbildung des Elektromagneten eine außerordentlich schnelle.
-
Die Tasten, die den zehn im Kreise ange-'"ördneten Typenhebeln zugeordnet
sind, sind tf einer besonderen, der Maschinenplatte i5 eckmäßig vorgebauten Tastenplatte
16 an-'äeordnet, und zwar nach der normalen Fingerlage. Jeder Tastenknopf, z. B.
16, braucht nur um einen geringen Betrag niederdrückbar zu sein, da er nur dazu
dient, um die elektrischeVerbindung zwischen einerStromleitung 17 (der Batterie
oder der elektrischen Stromquelle) zu den Leitungen i8 der feststehenden Elektromagnete
zu bewirken, die zu dem jedem Tastenknopf 16 zugeordneten Kontaktplättchen ig unterhalb
des Tastenknopfes hingeführt sind.
-
Es ergibt sich daraus, daß man auch das Tastenbrett von dem Schreibmaschinenbrett
15 mechanisch vollständig trennen kann, so daß die Kurzschriftschreibmaschine selbst
an einem beliebigen Orte stehen kann, die Tastatur an einem beliebigen anderen Orte.
Ferner hat diese Anordnung auch den Vorteil, daß man das Tastenbrett in zwei räumlich
nebeneinanderliegende Tastenbretter (im natürlichen Abstand beider Arme oder Hände
trennen kann, wodurch infolge der bequemen Lage der beiden Hände und dadurch der
Finger auf der linken bzw. rechten Hälfte der Tastatur die Schreibgeschwindigkeit
weiter erhöht wird.
-
Die Kontaktgebung zwischen einer Taste und dem zugeordneten Kontaktplättchen
eines der Elektromagnete für die Typenhebel kann als Momentschaltung ausgebildet
sein, d. h. derart, daß unabhängig von der Zeitdauer, mit welcher der betreffende
Typenhebel niedergedrückt wird, das Einschalten der Elektromagnete und das sofortige
Wiederausschalten nach Anschlag der Drucktype gegen die Druckfläche erfolgt, auch
wenn der Finger der Hand die betreffende Taste noch nicht wieder losgelassen hat.
Dadurch wird es dem Schreiber möglich, die nächstfolgende Taste schon zu drücken,
wenn er auch noch nicht den Druck auf die vorangehend gedrückte Taste aufgehoben
hat, was wiederum die Schreibgeschwindigkeit, die für solche Kurzschriftschreibmaschinen
wesentlich ist, erhöht.
-
Es kann ferner die elektrische Schaltung der Elektromagnete so ausgebildet
sein, daß in der gehobenen Stellung und in einer Zwischenstellung eines Typenhebels
zwischen der gehobenen Stellung und seiner Ruhelage die Stromkreise aller Elektromagnete
unterbrochen werden, so daß erst, nachdem ein Typenhebel in seine Ruhelage zurückgeführt
worden ist, das Einschalten des elektrischen Antriebes eines nächsten Typenhebels
stattfinden kann,