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Verfahren und Vorrichtung zum Herstellen von Putzträgern o. dgl. Die
bis jetzt bekannten biegsamen Erzeugnisse aus knetbarer Masse und Draht, vornehmlich
die als Mörtelputzträger oder als gerippte Pappe im Baugewerbe verwendeten Stoffe,
bestehen zwecks Erreichung größerer Haltbarkeit durchweg aus mit Masse bekleidetem
Drahtgeflecht oder -gewebe, wobei Mörtelputzträger mit durchbrochener Fläche und
isolierende Pappen als geschlossene Flächen ausgebildet sind.
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Die entsprechenden maschinellen Vorrichtungen, welche die genannten
Stoffe erzeugen, weisen dadurch, daß sie nur fertige Drahtgeflechte zweckentsprechend
verarbeiten können, den Nachteil der Verteuerung des Erzeugnisses auf, was z. B.
beim Drahtziegelgeflecht auch dadurch nicht behoben wird, daß den Preßwalzen eine
Drahtflechtmaschine unmittelbar vorgelagert ist. Die Preßwalzen pressen den Ton
um die Drahtgeflechtkreuzungspunkte. Die Art der Drahtziegelgeflechtherstellung
hat außerdem gegenüber dem ererfindungsgemüßen Verfahren den Nachteil, daß sie eine
Brennofenanlage zur Erhärtung des Erzeugnisses erfordert, was ebenfalls verteuernd
wirkt. Die Herstellungsvorrichtung des als' Betondrahtgewebe auf den Markt kommenden
Mörtelputzträgers, eine Tauchvorrichtung für flüssigen Beton, verarbeitet sogar
zur Erzeugung eines möglichst vollkommenen Erzeugnisses ein teures Sonderdrahtgewebe.
Es sind auch Drahtgewebe verarbeitende Vorrichtungen bekanntgeworden, bei welchen
über Walzen fortlaufende Formen aus Gummi die Formung und Pressung des Mörtelputzträgers
bewirken sollen, was jedoch naturgemäß nur unvollkommen geschehen kann, da Gummiformen
kein starkes Pressen zulassen.
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Wenn schon die vorerwähnten Vorrichtungen zur fortlaufenden Herstellung
von biegsamen Stoffen aus Draht und knetbarer Masse verteuernde und daher nachteilig
wirkende Mängel aufweisen, so trifft dies in erhöhtem Maße bei den handwerksmäßigen
Versuchen zu, stabartig auf Draht oder Drahtgewebe gebildete Betonputzträger mittels
einfacher Handformen durch Gußbeton herzustellen. Hier kommt zu den durch den langsamen
Arbeitsgang bedingten beträchtlichen Herstellungskosten noch der Nachteil des zu
großen Gewichts des fertigen Formlings, weil die einfache Formvorrichtung es technisch
nicht zuläßt, die Betonrippen in einer geringen Dicke herzustellen.
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Die Vorrichtung zum Verbinden von Einzeldrähten mit knetbarer Masse
zu einem biegsamen Putzträger nach vorliegender Erfindung bezweckt vor allem Vorteile
auf dem Gebiet der bisher schwierigen Verarbeitung von Beton als knetbarer Masse.
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Gegenüber den bekannten Vorrichtungen vereinigt das erfindungsgemäße
Verfahren folgende Vorteile.
Verwendet werden Einzeldrähte; keine
teuren fertigen Gefleclite öder Gewebe. An Stelle der Einzeldrähte können auch versteifte
Fäden. oder Bänder' metällisdier oder pflailz=-licher Natur verarbeitet werden.
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Das Erzeugnis der Putzträger unterlegt nicht wie die meisten andern
Erzeugniss:e-# erheblichen Beschränkungen in Länge und Breite, sondern ist selbst
bis zu 2,oo in` Breite und in unbegrenzten Längen herstellbar.
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Die Vorrichtung verarbeitet weder flüssige, noch erdfeuchte, noch
mörtelartige Massen, da die Verarbeitung von flüssigem Beton beispielsweise wirtschaftlich
ungünstig beeinflußt wird durch den zu seiner Härte nötigen hohen Zementgehalt,
weil ferner die Verarbeitung erdfeuchter Betonmassen zu einem Putzträger mit etwa
5 mm dünnen Rippen zu großen tetchnischen Schwierigkeiten führt und wirtschaftlich
ebenfalls unvorteilhaft wäre. Die Vorrichtung nach vorliegender Erfindung dagegen
verarbeitet die Masse, z. B. Beton, in einer knetbaren, zähen Beschaffenheit, die
nicht nur Zementersparnis gestattet, sondern es auch mit Hilfe der besonderen Ausführung
der Vorrichtung möglich macht, drahtverbindende Masserippen von nur 5 mm Stärke
bei i2 mm Breite herzustellen, also einen Putzträger von äußerst geringem Gewicht.
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Als Betonputzträger vereinigt das `Erzeugnis des Erfindungsgegenstandes
neben denn geringen Gewicht den Vorzug großer Härte und damit höherer Tragfähigkeit
in der Breite, d. h. -in Richtung der .Betonrippen, was eine bedeutende Ersparnis
an-stützendem Rundeisen ermöglicht. gegenüber der Verwendung der bisher bekannten,
rollbaren Mörtelputzträger, deren Drahtkreuzungspunkte nur ummantelt sind.
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Die Vorrichtung arbeitet fortlaufend und liefert, wenn -sie als Maschine
ausgebaut ist, in ununterbrochener Folge fertige - Ware in aufgerolltem Zustand,
die vermöge der erfolgten besonderen Verarbeitung der knetbaren Masse in dieser
Stellung unverändert bis zur. völligen Härtung lagern kann.
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Die Vorrichtung gemäß vorliegender Erfindung besteht im wesentlichen
aus zu Formhändern- und -walzen zusammengesetzten Stabgittern, also in Abständen
nebengereihten Stäben oder Stabgruppen aus Metall oder sonstigem Stoff, welche einen
solchen Querschnitt haben; der , eine möglichst geringe Berührungsfläche. zwischen
Stab und Nebenstab ergibt- Dies -hat den -Zweck, bei der Pressung Raum zum Entweichen
der Feuchtigkeit zu schaffen und den Stäben ein naturgemäß leichteres Vorstoßvermögen
auf die knetbare 'Masse- zu verleihen, so daß der zu pressende Massekörper durch
geteilt wirkenden Druck allmählich verdichtet wird. Durch die paarweise ,angeordneten
und aufeinanderwirkenden Formbänder und -walzen wird die 1,-netbare Masse mit den
Einzeldrähten in ;Verbindung gebracht und gepreßt, wobei eine Auswalzung der Masse
zu dünnen Masseripppn, die den Draht festzuhalten vermögen und überhaupt den Zusammenhang
der Drähte bilden, zustande kommt.
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Die beigegebene Zeichnung zeigt im Schema die Arbeitsweise der '"Vorrichtung.
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Abb. i bis 9 veranschaulichen die Wirksamkeit der Formbänder, und
zwar in Abb. i bis 5 von der Seite, in Abb. 7 bis' 9 von oben gesehen.
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Abb.6 zeigt die Seitenansicht des fertigen Erzeugnisses.
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Abb. io veranschaulicht die Vorrichtung im Senkrechtschnitt.
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Die folgende Beschreibung bezieht sich hauptsächlich auf diese Abb.
io, was jedoch nicht ausschließt, daß der Putzträger mit den biegsamen, rollbaren
Formbändern natürlich auch in Handarbeit, gemäß dem Schema Abb. i bis 5, erzeugt
werden kann.
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In Abb: i o deutet A B den Einlauf der gleichgerichtet liegenden
Kettendrähte a an. Die Kettendrähte sind zur Ausschaltung ihres Springvermögens
und zwecks leichter Bindung mit der Masse tunlichst gewellt oder eingeknickt. Die
Vorrichtung zu diesem Vorbereiten der Drähte kann mit der Gesamtanlage verbunden
sein. Die Abb. i und zeigen die Kettendrähtea mit in waagerechter Richtung verlaufenden
Wellen, die Abb.2 und 8 dagegen mit senkrecht gerichteten Einlniickungen gemäß einer
andern Ausführungsart.
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Von den Walzend und e geführt (Abb. i o), läuft über diese in Richtung
C D das endlose Stabgitter t (s. auch Abb. i), dessen Stäbe gegenüber denjenigen
der außerdem verwendeten Gitterart etwa doppelte Dicke aufweisen, im folgenden darum
kurz mit Dickstabgitter bezeichnet. Mit diesem Dickstabgitter f verläuft gleichzeitig
ein Dünnstäbgitter g. dessen Dünnstäbe (s. Abb. i) in den Zwischenräumen des Dickstabgitters
f liegen. Beide zusammen bilden das Formband f, g.
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Auf den miteinander laufenden Dick- und Dünnstabgittern f und g läuft
unter den in Richtung C D sich weiterbewegenden Längs= drähten a her ein
endloser Isolierstoff, z. B. ein poriges Tuch b über die Führungswalzen d ;und
e. Dieser Isolierstoff b wurde vorher durch die Isolierstoffdruckwalzela
gegen die Walze d gedrückt," wodurch die Vorsprünge der Druckwalze lt den feuchten
Isolierstoff in. die entsprechenden, durch die verschiedene Dicke der Stabgitter
f und g entstandenen Rillen,, diese auskleidend, hineindrückten. Der Isolierstoff
b ist in den Abb,i
bis 9 der klareren Darstellung wegen fortgelassen.
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Um die Führungswalzen i, il, i., i3 läuft von oben her ein
endloses Vorformgitterband k, das auf seinem Wege fortlaufend den in Windungen hin
und her sich spannenden Schußdraht a1 aufnimmt und bis zur Führ ungswalze il wieder
abgibt. Die Stäbe dieses Vorformgitterbandes k verlaufen so,. daß sie auf der Strecke
Cl D genau auf den Dickstäben des Stabgitters f zu liegen kommen (s. auch
Abb.3). Nun legt sich zwischen C,-. Dl fortlaufend die knetbare Massec auf die sich
bewegenden Formbänder, und zwar derart, daß sie sich in die Rillen drückt, welche
durch die rippenbildenden Formbänder' f, g und k gebildet werden (s. Abb. 3). Dabei
wird der in Querwindungen auf k angebrachte Schußdraht a1 von dem Vorformgitterband
k abgestreift, in die Rillen bis auf die Kettendrähte a, diese berührend, hinuntergedrückt
und liegt inmitten der Masse, welche nun Schuß- und Kettendrähte verbindet. Die
Abstreichvorrichtungl wirkt, die zuviel aufgehäufte Massec abstreichend, auf die
Oberfläche des Vorformgitterbandes k. Das endlose Vorformgitterband k verläßt sodann
bei D den Formling und bewegt sich weiter zur Führungswalze i2 zurück. Abb. 9 zeigt
von oben gesehen den Formling mit Lage der Drähte.
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Über die Walzen tn und n (Abt. j o) läuft eile weiteres, auf
den Formling von oben wirkendes Dickstabgitter o. Diesem Gitter o liegt ebenfalls
ein endlos verlaufendes Isolierstoffband b, auf. Die mit b, überdeckten Stäbe des
Dickstabgitters o legen sich mit Hilfe der Walzen an die Stelle, welche die Rippen
des Vorfarmgitterbandes k zuvor eingenommen hatten (s. auch Abb. q.), so daß die
Masserippen c von Isolierstoff b und b1 umschlossen sind.
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Die Preßwalz.eu ist mit einem festen Dünnstabgitter p versehen, das
ähnlich dem D ünnstabgitterg gebildet ist. Das Dünnstabgitter g läuft, wie dargelegt,
mit dem Dickstabgitter (zusammen über beide Walzend und
e.
Nun treten sich 11 dem Preßpunkt F die Dünnstäbe der Gitter p und g gegenüber
und fassen die mit Isolierstoff begrenzten Masserippen c zwischen sich, während
die über tt laufenden Dickstäbe o fest auf die über e laufenden Dickstäbe f treffen
(s. auch Abb. 5).
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Die Dünnstabgitter p und g pressen bei diesem Vorgang die Masserippen
c scharf aus, so daß der Preßling eine kantige, der Darstellung (Abb.6) ähnliche
Gestaltung erhält: Die beim Pressen aus der knetbaren Masse herausgetriebene Feuchtigkeit
hat nicht nur infolge des entsprechenden .Querschnitts der Gitterstäbe Raum zum
Entweichen, sondern wird außerdem von dem porigen Isolierstoff b und bi aufgenommen,
welcher - die Feuchtigkeit auf seinem Wege durch Wirkung der Gummiringwalzen qu
und qul wieder abgibt.
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Durch die Pressung und den Verlust der überschüssigen Feuchtigkeit
verdichtet sich das Gefüge der knetbaren Masse. Neben der Verdichtung tritt auch
eine Verfilzung der knetbaren Masse ein, die es gestattet, auch Putzträger mit geschlossener
Fläche herzustellen, indem die am Preßling (Abb.6) sich bildenden seitlichen Kanten
r und r1 beim Preßvorgang durch entsprechende Regelung sich weiter auswalzen bis
zur Berührung im Punkt G.
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Hierbei kann an Stelle des sich wieder vom Preßling abrollenden Isolierfadengewebes
poriges Papier, das nach Erhärtung des Preßlings fest anhaftet, verwendet werden,
wodurch gegebenenfalls farbige oder getränkte oder durch Asphalt isolierte Putzträger
zu erzielen sind.
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Die Verdichtung und Verfilzung der knetbaren Masse vermöge der erfindungsgemäßen
Vorrichtung ist so stark, daß der Preßling nach Verlassen der Preßwalzen in Richtung
F H sich üi fortlaufendem Arbeitsgang sofort aufrollt und in dieser Stellung
bis zur völligen Aushärtung gelagert wird.