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Verfahren zur Herstellung photographischer Kopien auf Material mit
Übereinandergegossenen, verschieden sensibilisierten und gefärbten lichtempfindlichen
Schichten nach Farbrasterbildern Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur
Herstellung von Zwei- und Mehrfarbenphotographien. In der Patentschrift
590 564 wurde ein Verfahren beschrieben zur Herstellung von Mehrfarbenbildern
durch Kopieren von Rasterbildern auf mehrschichtige lichtempfindliche Materialien,
bei welchem die Farben der einzelnen Rasterelemente den Eigenschaften des mehrschichtigen
Kopiermaterials durch Änderung der Transparenz und des Farbtones angepaßt werden.
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Vorliegende Erfindung bezweckt die- Anwendung des erwähnten Prinzips
durch Kopieren einer Rasteraufnahme auf mehrschichtiges und verschieden farbenempfindliches
gefärbtes Material.
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Erfindungsgemäß wird die Aufnahme^nach dem bekannten Duplex-Rasterverfahren
gemacht, wobei zur Aufnahme ein Raster verwendet wird, dessen Rasterelemente in
den zur Dreifarbenselektion gebräuchlichen Farben angefärbt sind, z. B. rot, grün,
blauviolett, oder zur Herstellung eines Zweifarbenbildes in Rotorange und Blaugrün:
Um auf intensiv gefärbten, verschiedenfarbigen Schichten eine Kopierung zu ermöglichen,
wird erfindungsgemäß zur Kopierung mit dem Aufnahmenegativ oder daraus hergestellten
Diapositiv ein anderes Farbenraster in Kontakt gebracht, welches eine mit der Musterung
des Aufnahmerasters kongruente Musterung aufweist; die Farbe der Rasterelemente
ist jedoch anders gewählt als bei dem Aufnahmeraster. Beispielsweise s611 zur Aufnahme
ein Raster verwendet werden, welches in roter, grüner und blauer Farbe gefärbte
Elemente aufweist und bei dem die Farben der Rasterelemente sehr lichtdurchlässig
sind, z. B. in Farben angefärbt sind, bei welchen sich die einzelnen Spektralgebiete
überlappen. Zur Kopierung wird ein Raster verwendet, dessen Elemente streng rot,
grün oder blau gefärbt sind, mit einem jeweils sehr engen Durchlässigkeitsbereich.
Es kann aber auch erfindungsgemäß zur Wiedergabe bzw. Kopierung ein Raster gewählt
werden, bei welchem die Rasterelemente eine von der Farbe der Aufnahmerasterelemente
unabhängige Färbung aufweisen; z. B. an Stelle des rotdurchlässigen Filterelementes
im Aufnahmeraster kann
man einen Raster verwenden, der ein kongruentes
Muster - aufweist und nur Infrarot durchläßt, statt des grünen Filterelementes ein
nur rotorangedurchlässiges und an Stelle des blauen Elementes ein nur gründurchlässiges
Element. Hierbei ist die Färbung, der einzelnen Rasterelemente nach dem roten Ende
des Spektrums verschoben. Man kann aber auch so verfahren, daß man zur Wiedergabe
die eine Hauptfarbe wegläßt, wie es in vorstehendem Beispiel schon beschrieben ist,
jedoch die eine Hauptfarbe in zwei verschieden durchlässigen Spektralbezirken anwendet,
z. B. wird das-blaudurchlässige Element fortgelassen. An Stelle des blaudurchlässigen
Elementes wird ein damit kongruentes Rasterelement verwendet, welches nur blaugründurchlässigist,
alsovonetwa49o,ulcbis 55oIJAI, und an Stelle des Grünfilters wird im Wiedergaberaster
ein kongruentes Rasterelement verwendet, welches eine gelbgrüne Färbung aufweist
und von etwa 55o ,u,u bis 6oo ,uu durchlässig ist. Das dritte Rasterelement kann
entweder infrarot (von 68o 1cA aufwärts durchlässig) oder rotorangedurchlässig sein.
Man kann aber auch als drittes Rasterelement unter Fortlassung eines rotdurchlässigen
Elementes ein nur ultraviolettdurchlässiges Filterelement verwenden. Die Färbung
der Filterelemente des Rasters richtet sich, genau so wie in Patent 59o 564 beschrieben,
nur nach den Eigenschaften .des mehrschichtigen Kopiermaterials bzw. nach der Empfindlichkeit
*bzw. spektralen Durchlässigkeit der einzelnen Teilschichten, auf welche die einzelnen
Teilbildchen, d. h. die durch die einzelnen Rasterelemente hindurchtretenden Lichter,
wirken.
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Es können folgende Anordnungen benutzt werden: Es wird z. B. ein Aufnahmeraster
benutzt, welcher blaue, grüne und rote Elemente enthält. An Stelle des blauen Filterelementes
kann im Wiedergaberaster ein rot-, grün- oder blaudurchlässiges Filterelement, an
Stelle des Grünfilters ein blau-, infrarot-oder gelbgründurchlässiges Filterelement
und an Stelle des Rotfilters ein infrarot-, Blau-oder rotdurchlässiges. Element
treten. Selbstverständlich kann die Form und das Flächenverhältnis der einzelnen
Rasterelemente beliebig gewählt werden, z. B. können regelmäßige Linienraster oder
Raster mit regelmäßigen Quadraten verwendet werden. Außerdem braucht die Gesamtfarbe
des Aufnahmerasters., wie es schon in. Patent 590 564 beschrieben worden
ist, kein neutrales Grau ergeben, vielmehr kann die Mischfarbe der Rasterelemente
in beliebigem Farbton gehalten sein.
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Die Vorteile des vorliegenden Verfahrens bestehen darin, daß man zur
Aufnahme einen sehr transparenten Raster anwenden und bei der Wiedergabe auf intensiv
angefärbte Schichten kopieren kann, welche durch Summierung ihrer Absorptionen für
das sichtbare helle Licht ganz undurchlässig sind. Diese Schichten wirken als Schutz-
und Selektionsfilter für die jeweils Barunterliegende Schicht; wenn beispielsweise
die oberste Schicht gelb, die mittlere purpurrot und die unterste bläu gefärbt ist,
dann wird an der Oberfläche der zutiefst liegenden, intensiv blau gefärbten Schicht
der bis zu dieser Schicht noch vordringende rote Lichtstrahl absorbiert. Die blauen
und grünen Anteile des Spektrums werden schon in der Barüberliegenden Schicht absorbiert.
Die Gesamtwirkung dieser Schicht ist, daß die einzelnen Schichten als Lichtfilter
wirken und z. B. auf die unterste blau gefärbte Schicht nur mehr die infraroten
Strahlen (z. B. von etwa 68o @clc aufwärts) des Kopierlichtes wirken.
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Nach vorliegender Erfindung ist es demnach möglich, zur Kopierung
die Filterelemente d'es Wiedergabe- bzw. Kopierrasters in Farben zu wählen, welche
die jeder Einzelschicht zukommende Lichtart durchlassen; erfindungsgemäß kann man
die Farbe einer oder mehrerer Rasterelemente so wählen, daß diese für das sichtbare
helle Licht nicht mehr durchlässig sind. Beispielsweise das eine Element ist nur
infrarot-, das zweite nur ultraviolettdurchlässig, das dritte Element ist in einer
beliebigen Farbe durchlässig. Diese dritte Farbe sowie alle Farben des Kopierrasters
werden sich nur nach der Anfärbung bzw. Durchlässigkeit der zur Kopierung angewandten
Teilschichten richten. Diese Teilschichten sind, wie oben beschrieben, so gefärbt,
daß die Lichtdurchlässigkeit mit zunehmender Schichttiefe bzw. steigender Anzahl
der Schichten abnimmt. Aus dieser Anordnung ergibt sich für die zutiefst liegende
Schicht zwangsweise nur eine Möglichkeit der Lichtbeeinflussung, und zwar müssen
diese Schichten mit einem Licht exponiert werden, welches noch bis in die betreffende
Schicht eindringt. Falls das blaue Teilbild in der tiefsten Schicht liegt, wird
das dazugehörige rote Teilbild Infrarot kopiert werden müssen. Wenn die tiefste
Teilschicht z. B. purpurrot gefärbt ist, wird dieser Schicht die Infrarotempfindlichkeit
bzw. Rotdurchlässigkeit zukommen, und dann muß selbstverständlich das grüne Rasterelement
des Aufnahmerasters im Kopierraster durch das infrarotdurchlässige Rasterelement
ersetzt werden. Auch die Farbgebung der Filterelemente kann abhängig sein von der
Färbung der Kopierschichten, beispielsweise wenn die oberste Schicht intensiv gelb
gefärbt ist, so
können alle drei Filterelemente, auch das infrarote
Filterelement, blaudurchlässig sein; denn, wie es aus den Eigenschaften dieser Kopierschichten
hervorgeht, diese sind gegen Blau unempfindlich. Der Unterschied des infrarotdurchlässigen
Filters gegenüber dem undurchlässigen wird darin bestehen, daß das rote und das
blaue Filterelement noch Beimengungen erhalten, welche das Infrarot absorbieren;
beispielsweise ist zu diesem Zweck eine Anfärbung mit Naphtholgrün geeignet.
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Beispiel für j e einen Farbenaufnahme-und Wiedergaberaster in zwei
Farben: Im Aufnahmeraster wird das rote Element eine Durchlässigkeit bis etwa 56o
@c,cc hufweisen and das blaugrüne Element eine solche von etwa 61o bis 43oAY mit
der Maximaldurchlässigkeit bei etwa 55o ,u,u. Zur Wiedergabe wird das rote Element
ein kongruentes Element haben, welches mit Naphtholgrün gefärbt ist, das blaue Element
ein kongruentes Element, welches mit Metanilgelb gefärbt ist. Ein Diapositiv oder
Negativ, welches unter dem Aufnahmeraster belichtet worden bzw. von dem aufgenommenen
Negativ kopiert worden ist, wird auf ein Material, welches aus zwei übereinandergegossenen
Halogensilberemulsionen besteht, kopiert. Die oberste Schicht ist blaugrün angefärbt
und nur blauempfindlich, d. h. unsensibilisiert, die tiefere Schicht rotorange angefärbt
und nur infrarotempfindlich. Die Helligkeitswerte des Bildes, welche unter dem grünen
Filterelement wiedergegeben werden, wirken nur auf die oberste Schicht und entsprechend
die Helligkeitswerte des Blaufilterbildes, welchem im Wiedergaberaster das Gelbfilterelement
entspricht, nur auf die untere Schicht. Nach Entwicklung und Fixierung bzw. auch
schon vor der Fixierung kann das Bild in ein Farbstofbild überführt werden, und
zwar durch Zerstörung des Farbstoffes an der Stelle des Silberbildes oder an der
silberfreien Stelle.
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Zur genauen Registrierung der Raster kann man eine beliebige Vorrichtung
wählen, z. B. einen Kopierrahmen, welcher eine genaue Verschiebung der Raster und
der damit in Deckung zu bringenden Negative oder Diapositive ermöglicht, evtl. unter
Zuhilfenahme einer oder mehrerer Mikrometerschrauben und Kontrolle der Deckung unter
einer Lupe. Bedeutend einfacher läßt sich die Kontrolle erfindungsgemäß dadurch
ermöglichen, daß man den Rand des farbigen Aufnahmerasters in an sich bekannter
Weise in einer oder mehreren Grundfarben anfärbt, z. B. eine grüne oder grüne und
blaue Anfärbung am Rande des Aufnahmerasters bzw. auf je einer Seite. Bei der Aufnahme
werden diese Stellen mitbelichtet, und es entsteht ein grüner oder blauer Farbeneindruck.
Wenn diese Aufnahme mit einem anders gefärbten Wiedergaberaster vereinigt wird,
wird das Negativ oder die Positivkopie so lange an dem Kopierraster entlang verschoben,
bis am Rande diejenige Ersatzfarbe erscheint, durch welche die gleiche Farbe des
Aufnahmerasters im Kopierraster ersetzt worden. ist. Z. B. die grüne Farbe erscheint
in der Farbe, mit welcher das grüne Rasterelement im Wiedergaberaster ersetzt worden
ist. War dieses z. B. mit Rot ersetzt, dann erscheint die grün gefärbte Stelle in
roter Farbe.