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Vorrichtung zur Verlangsamung der Schußfolge bei automatischen Waffen
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Verlangsamung der Schußfolge bei automatischen
Feuerwaffen mit einem auf eine m einer regelbaren. Widerstandsleitung umlaufende
Flüssigkeit einwirkenden und mit Rückschlagventilen versehenen Kolben, welcher bei
Beginn des Rückstoßes mit dem Verschluß gekuppelt. und erst bei Beendigung seiner
Rüekkehrbewegung wieder von demselben entkuppelt wird.
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Die Erfindung besteht im wesentlichen darin, daß bei einer derartigen
Vorrichtung dem gleichachsig zum Verschluß angeordneten Kolben durch eine in dem
zugehörigen Zylinder befindliche, z. B. aus einer Schraubenführung zwischen der
Kolbenaußenfläche und der Innenfläche. des entsprechenden Zylinders bestehende Einrichtung
eine Drehbewegeng erteilt wird, durch welche die Kupplung und Entkupplung zwischen
Verschluß und Kolben bewirkt wird.
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Die Anordnung gemäß der Erfindung kann ferner zweckmäßig so ausgebildet
sein, daß eine in der rückwärtigen Kammer des Bremszylinders angeordnete Rückholfeder
auf die dem Verschluß abgewandte Rückseite des Kolbens einwirkt und daß in dem Kolben
Langlöcher vorgesehen und in diesem Rückschlagventile angeordnet sind, welche während
des Rückstoßes zusätzliche enge Durchgänge für die Bremsflüssigkeit freigeben, derart,
daß die Bremsung, welche durch die regelbare Widerstandsleitung hervorgerufen wird,
ein wenig vermindert, jedoch nicht aufgehoben wird, wobei die Ventile während der
Rücklaufbewegung diese zusätzlichen Durchgänge völlig verschließen.
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In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel einer gemäß der Erfindung
ausgebildeten Vorrichtung dargestellt. Es zeigen die Fig. i bis 3 einen Längsschnitt
durch den Verlangsamer in den drei Stellungen, die er im Ruhezustand, bei Beendigung
des Rückstoßes und bei Beginn des Rücklaufes einnimmt. Der in der Zeichnung dargestellte,
gemäß der Erfindung ausgebildete Verlangsanier besteht aus einer Glycerinbremse
mit verengtem Durchlaß, welche am hinteren Teil des Verschlußgehäuses der Waffe
angebracht ist. Die Kölbenstange tritt nach vorn in das Verschlußgehäuse 3 ein.
und weist an ihrem Ende zwei Zähne q. auf; die ihre Kupplung mit dem hinteren Teil
des Verschlußorgans 5 ermöglichen. Der mit der Kolben-Stange fest verbundene Kolben
z führt während seiner Betätigung eine Drehbewegung aus; diese Drehbewegung wird.hervorgerufen
durch einen auf der Zylinderfläche des Kolbens angeordneten schraubenlinienförmig
gestalteten Ansatz, welcher mit einer in der Innenfläche des Zylinders 7 angeordneten
Schraubennut in Eingriff steht. Eine hinter
dem Kolben angeordnete
Feder erfüllt die Aufgabe des Rückholers. Der Kolben weist mehrere Durchlässe g
auf, durch welche das Glycerin während des Rückstoßes des Kolbens aus der Kammer
vor dem Zylinder in die Kammer hinter dem Zylinder übertreten kann; diese Durchlässe
sind mit Kugelventilen i o versehen, welche diesen Übertritt der Flüssigkeit gestatten,
jedoch den Durchß.uß in umgekehrter Richtung durch den Kolben verhindern. Der übertritt
der Flüssigkeit von vorn nach hinten muß sich durch eine Leitung i i vollziehen,
deren Querschnitt 'mittels eines Hahnes 12 regelbar ist. Dieses Verfahren der Regelung
des Durchtrittsquerschnittes gestattet es, die Flüssigkeit mehr oder weniger leicht
und schnell während der Schließbewegung des Verschlusses umlaufen zu lassen, wobei
der Verschluß entsprechend beschleunigt öder verzögert wird; unter' diesen Umständen
arbeitet die Vorrichtung als regulierbarer Verlangsamen Während der letzten Phase
der Öffnung der Waffe wird das Ende der Kolbenstange, deren Zähne sich in der geeigneten
Lage befinden, eingeführt m eine im rückwärtigen Ende der Verschlußvorrichtung angeordnete
Aussparung bis zur Berührung mit dem Boden der Aussparung; sodann wird der Kolben
in dem Zylinder zurückgestoßen und dabei infolge der Schraubenführung 6,14 gedreht,
wobei die Zähne seines Schaftes und der Verschluß der Waffe in Bajonetteingriff
miteinander gelangen. Während dieser Bewegung tritt das Glycerin durch die im Kolben
vorgesehenen Durchlässe von der hinteren Zylinderkammer in die vordere Zylinderkammer
über; die Kolbendurchlässe sind dabei .geöffnet, da die Kugeln sich unter dem Druck
der Flüssigkeit nach vorn verschieben. Der Querschnitt dieser Durchlässe ist so
zu bemessen, daß sie dem Durchtritt des Glycerins einen mäßigen Widerstand entgegensetzen,
einen Widerstand, welcher geeignet ist, den Stoß im letzten Abschnitt des Rückstoßes
des Verschlusses .hinreichend abzuschwächen. 'Bei Beendigung der Rückstoßbewegung,stößt
die Rückholfeder der Verschlußvorrichtung diese Vorrichtung wieder nach vorn; dabei
nimmt die Verschlußvorrichtung die mit ihr gekuppelte Kolbenstange der hydraulischen
Bremse mit. Aber das nunmehr in der vorderen Zylinderkammer befindliche Glycerin
kann nicht mehr durch die im Kolben vorgesehenen Durchlässe, welche durch die Kugeln
verschlossen sind, übertreten. Das Glycerin muß also durch die Leitung i i hindurchtreten,
deren Querschnitt mittels des Hahnes 12 regelbar ist; diese Leitung setzt dem Durchfluß
je nach dem Öffnungsgrade des Hahnes einen mehr oder weniger großen Widerstand entgegen.
Während seiner Vorwärtsbewegung führt der Kolben ebenfalls eine Drehbewegung aus,
bis die Zähne seiner Stange außer Eingriff mit dem hinteren Teil der Verschlußvorrichtung
gelangen. In diesem Augenblick hat die Bremse ihren Weg vollendet und verbleibt
außer Eingriff mit der Verschlußvorrichtung, welche ihre Vorwärtsbewegung beendet.
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Die wesentlichen Merkmale der beschriebenen Vorrichtung bestehen hauptsächlich
in der Bauart der Kupplung der Bremse mit der Verschlußvorrichtung und in der Ausbildung
der Regelung der Schußfolge; diese Merkmale lassen sich jedoch auch mit Hilfe anderer
äquivalenter Vorrichtungen verwirklichen, ohne daß dabei vom Grundgedanken der Erfindung
abgewichen wird.