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Verfahren zur Gewinnung von Fett aus Fettemulsionen, insbesondere
von Butter aus Rahm Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren. zur Gewinnung von
Fett aus Fettemulsionen, z. B. von Butter aus Rahm, das darin besteht, daß die Fettemulsion,
z. B. der Rahm, unter Zusatz von Pektinstoffen verbuttert wird. Das neue Verfahren
bewirkt eine Erhöhung der Fettausbeute bei der Gewinnung des Fettes aus den fetthaltigen.
Emulsionen und ist somit ein Verfahren zur Umwandlung einer Fettwasseremulsion in
eine verdichtete Wasseremulsion in Fett: Die neue Arbeitsweise .erlaubt die Gewinnung
von Butter aus Rahm in gleicher Weise wie die Gewinnung anderer Fette, wie Natur
oder Kunstspeisefett, Margarine oder sonstiger industrieller Fette aus ihren Emulsionen.
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Das Wesen der Erfindung besteht - stets darin, eine verdichtete Wasseremulsion
in Fett zu erzeugen, dem Gegenteil desjenigen Emulsionstypus, wie ihn Milch und
Rahm zeigen, nämlich einer Emulsion in Wasser. Versuche haben ergeben, daß dieses
Ziel in überraschender Weise erreicht wird in weiterer Ausgestaltung des aus der
Patentschrift 573 766 bekannten Verfahrens. Dieses Verfahren betrifft eine Abscheidung
von Fett aus fetthaltigen Produkten bzw. Emulsionen, insbesondere Milch; und besteht
darin, daß man den Produkten Pektinstofbe zusetzt. Während man nach den Angaben
der Patentschrift 573 766 das Gemisch alsdann zentrifugiert und so eine größere
Ausbeute an Rahm erhält, als wenn man das Gemisch sich nur absetzen läßt, wird nach
der neuen Erfindung das System nunmehr verbuttert, d. h. also, die Fettwasseremulsion
wird entmischt, das System wird umgekehrt und ,eine Wasserfettemulsion gewonnen.
Die Vorteile dieser neuen Arbeitsweise sind verschiedene. Einmal wird eine Mehrausbeute
an Fett erzielt, dann wird die Güte des abgeschiedenen Fettes erhöht ebenso wie
die des zurückbleibenden Wassers; im Falle der Verbutterung von Rahm,oder Milch
fällt eine Buttermilch. von besonders vollem und abgerundetem Geschmack an.
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Es sei daran erinnert, daß es bekannt ist, da.ß bei der Gewinnung
von Butter aus Milch nie in b@ezug auf Fetteine absolute Ausbeute erzielt wird.
So kann man bei der Überführung von Vollmilch in Rahm nur etwa 98 o/o des: Fettgehaltes
der Vollmilch in Rahm überführen; bei der Gewinnung von Butter aus dem Rahm entstehen
weitere Verluste, da @es in bestgeleiteten Betrieben nur möglich ist, bis höchstens
98 % des Fettes durch die Ausbutterung zu gewinnen.
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Nach der neuen Erfindung werden diese Nachteile vermieden, wenn man
dem Rahm, gleichgültig - @ob nach der bisher üblichen Weise gewonnen oder nach dem
Verfahren des Patents 573 766, vor dem Verbuttern Pektine zusetzt. Ein Ausführungsbeispiel
mag das neue Verfahren weiter erläutern.
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Ein Rahm von 18 % Fettgehalt und von 36 SH wird mit o,o8 % Pektinlösung
versetzt. Auf iooo 1 seines solchen Rahmes werden
also 8oo g einer
an sich to%igen Pektinlösung -;oder ;eines ;ebensolchen Pe-'ktnextrak6es zugesetzt.
Es liegt auf der Hand, daß sowohl die Konzentration der Pe'ktinlösung (Extraktes)
als auch. die Zusatzmenge nach Bedarf und Erfahrung variiert werden können.
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Nun wird der Rahm, wie üblich, ausgebuttert. Man läßt den Butberungspr
ozeß je nach der Höhe des Säuregrades und je
nach dem Alter des Rahmes unter
Beachtung der Temperatur verlaufen.
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Während nach dem bisherigen Verfahren die Buttermilch schließlich
noch ;einen Fettgehalt von 0,4 bis o,5 % aufweist, ist dieser Gehalt in der Buttermilch,
die gemäß dem Ausführungsbeispiel gewonnen ist, auf 0,2 bis o"3_0/0 Fett reduziert.
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Es werden also durch das Verfahren o,2 0/0
Frett aus der Buttermilch
mehr gewonnen. Das bedeutet auf i oöo 1 Rahm. etwa 2 kg Fett bzw. das dieser Fettmenge
entsprechende Gewicht Butter: Dieses Ergebnis wird natürlich infolge der verschiedenen
Voraussetzungen (Fettgehalt, Säuregrad, Temperatur, Alter usw.) und ;ebenso durch
Variation des P;ektinzusatzes -schwanken; aber immer wird der Pektinzusatz zu -einer
;erheblichen Mehrausbeute an Fett, d. h. an _ Butter, führen.
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Der hier geschilderte wirtschaftliche Vorteil wird noch weiter dadurch
vergrößert, daß auch die so gewonnene Butter von vorzüglicb:er Qualität ist und
sich weder in 7Geschmack noch Haltbarkeit von bisherigen besten Qualitäten unterscheidet.
Auch die Buttermilch ist von vorzüglichem, besonders vollem -und abgerundetem Geschmack.
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Dieses Fettgewinnungsverfahrenkann selbstverständlich sinngemäß auch
zum Kirnen jedes fettwasserhaltigen Rohstoffes, gleichgültig welcher Herkunft, Anwendung
finden, insbesondere auch. bei der Herstellung von Kunstbutter, Kunstfett und Margarine.
So ist ;es z. B. u.e, bedeutungsvoll für die wirtschaftliche Aufarbeitung
von Wurstbrühen, vor allem für die Rückgewinnung der Fette aus den Brühen.