DE620429C - Horizontales Bohr- und Fraeswerk - Google Patents
Horizontales Bohr- und FraeswerkInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein horizontales Bohr- und Fräswerk, mit dem Fräs-,
Bohr- und Ausbohrarbeiten der verschiedensten Art vorgenommen werden können. Für
^ 5 Fräs- und Bohrarbeiten benötigt man eine
feinfühlige, leichte, schnellaufende Spindel, während für Ausfräs- und Ausböhrarbeiten
die Spindel schwerer gehalten sein und langsamer laufen muß. Erfindungsgemäß werden
deshalb zwei besondere Arbeitsspindeln verwendet, die in an sich bekannter Weise in den
Spindelstock parallel neben- oder übereinander angeordnet sind. Um die Feinfühligkeit
bei Benutzung der leichten, schnellaufenden Spindel, die im folgenden als Bohrspindel bezeichnet
wird, nicht durch die Masse der schwereren Spindel, der sog. Ausbohrspindel, zu beeinflussen, ist folgende Einrichtung getroffen.
Der von der Maschine auf den Spindelstock gebrachte Antrieb wird dazu benutzt, um,
natürlich wahlweise ein- und ausschaltbar, die leichte Bohrspindel in Drehung zu versetzen.
Von dieser leichten Bohrspindel aus kann dann der Antrieb zum Drehen der schwereren Bohrspindel abgenommen werden.
Bezüglich des Vorschubes beider Spindeln ist ferner die Einrichtung getroffen, daß von der
Drehbewegung der leichten Bohrspindel wahlweise der Antrieb für den Vorschub der leichten
Bohrspindel oder der schwereren Ausbohrspindel abgenommen wird.
In die Schalthebel für die Kupplungen sind Sicherungen eingebaut, so daß ζ. B. die Kupplung
für die wahlweise Schaltung des Vorschubes der Ausbohrspindel mit der Kupplung für den Drehantrieb dieser Spindel derart
verbunden ist, daß der Vorschub nur eingelegt werden kann, wenn der Antrieb zur
Drehung der Ausbohrspindel eingekuppelt ist. Praktisch kann man diese Sicherung auch so
legen, daß die Einschaltung des Drehantriebes kurz vor der Einschaltung des Vorschubes erfolgt.
Um zu verhindern, daß durch unrichtige Bedienung der genannten Kupplungen das Werkstück zerstört oder der Arbeiter verletzt
wird, sind Einrichtungen getroffen, die selbsttätig die-Verbindung der einen Spindel
mit dem Vorschub ausschalten, sobald die andere Spindel auf Vorschub geschaltet werden
soll. Durch weitere Verriegelungseinrichtungen wird ferner erreicht, daß die Einschaltung
des Vorschubes für eine der beiden Spindeln so lange unmöglich ist, bis die andere Spindel in ihrer äußersten Rücklage
steht, so daß immer nur eine Spindel aus dem Spindelkopf herausragt und arbeitet. Die vom
Vorschub angetriebene Uberwachungsscheibe derVerriegelungselemente besitzt zwei Nocken,
von denen die eine bei äußerster vorderer Stellung der Bohrspindel, die zweite zeitlich
später bei äußerster vorderer Stellung der Ausbohrspindel den Vorschub selbsttätig abschaltet.
Dadurch wird eine weitere Sicherung gegen Maschinenschäden erreicht. Weitere Einzelheiten, im besonderen die Ausbildung
der Sicherheits- und Verriegelungsvorrichtungen, sind aus der nachfolgenden Beschreibung
im einzelnen zu erkennen, die ein Ausführungsbeispiel eines horizontalen Bohr-
und Fräswerkes beschreibt.
In den Figuren bedeutet
Fig. ι eine Seitenansicht der Maschine mit
dem zum Auf- und Abfahren des Spindel-
Stockes dienenden. . Führungen und dem Maschinenfuß, in dem die- Schaltorgane der
im Spindelstock liegenden Spindeln eingebaut sind, wobei diesen Schaltorganen und Übertragungsmitteln
die Antriebskraft durch, die Riemenscheibe 548 zugeführt wird,;
Fig. 2 eine Draufsicht auf den Spindelstock, Fig. 3 ein Schnitt durch den Spindelstock
gemäß der Schnittlinie 15-15,
Fig. 4 eine Vorderansicht des Spindelstockes in größerem Maßstabe,
Fig. 5 eine Innenansicht des Vorderdeckels vom Spindelstock mit den darauf befestigten
Teilen und
Fig. 6 in größerem Maßstabe einen Schnitt durch einen Teil des Spindelstockes gemäß
der Linie 30-30 der Fig. 4.
Das horizontale Bohr- und Fräswerk gemäß der Erfindung besitzt einen Fundamentkasten
2, in dem Schalt- und Getriebemittel für die Steuerung der Spindeln im. Spindelstock
vorgesehen sind. Der Antrieb wird, über die Riemenscheibe 548 zugeführt. Auf
dem Fuß 2 stehen Senkrechtsäulen 134 (Fig. i), an welchen der Spindelstock 132
senkrecht auf und ab bewegt werden kann.
Zur Festlegung des Spindelstockes in bestimmter Höhenlage dient eine Klemmvorrichtung
136, die Spindelstock und Säule 134 verriegelt. Durch den Spindelstock geht eine
Gewindespindel 135 hindurch, durch die der Spindelstock senkrecht auf und ab bewegt
werden kann. Der Spindelstock selbst besteht aus einem Gehäuse 132, das durch einen abnehmbaren
Deckel 133 verschlossen ist. Der Spindelstock enthält zwei im Ausführungsbeispiel parallel übereinanderliegende Spindeln,
nämlich die leichte, Schnellauf ende Bohrspindel 139 und die schwerere Ausbohrspindel
138. In eingezogenem Zustand liegen die Spindeln vollkommen, im Spindelstock, und
zwar ist für die Ausbohrspindel eine Verlängerung 143,142,141 vorgesehen, die im
vorderen Ende 144 ein Traglager 145 hat
(Fig. 3). Das rückwärtige Ende der Ausbohrspindel 138 enthält die Vorschübverzahnung 432, die in einer und durch Schraube
147 gegen Drehung gesicherten Hülse 146 vorgesehen ist. In ähnlicher Weise ist auf
der Bohrspindel eine Hülse 149 mit Vorschubverzahnung vorhanden. Das rückwärtige
Ende dieser Spindel mit der Hülse wird in einer Kammer 153 des Spindelstockes aufgenommen.
Das vordere Ende der Ausbohrspindel ist in einer Buchse 140, das vordere
Ende der Bohrspindel in einer Buchse 148 gelagert.
Sämtliche Einrichtungen für die Änderungen der Drehzahlen der Spindeln 138 und
139 und für ihren axialen Vorschub sind im Spindelstock untergebracht. Die Kraftübertragung
erfolgt durch eine senkrecht stehende Antriebsspindel 151, die am unteren Ende
innerhalb des Getriebekastens 2 mit dem Antrieb gekuppelt werden kann und am oberen
Ende am Ständer 134 in entsprechender Weise gelagert ist.
Die Spindel 151 geht durch den Spindelkopf
hindurch und enthält gleitbar auf der Spindel ein Kegelrad 152. Die nach oben
stehende Nabe des Kegelrades ist in einem abnehmbaren Deckel 153 auf der Oberseite
des Ansatzes 143 gelagert. Am unteren Eingang der Spindel 151 wird durch eine Buchse
154 der staub- und schmutzdichte Abschluß hergestellt.
Das Kegelrad 152 kämmt mit einem Kegelrad 159, das auf der Welle 164 sitzt. Diese
Welle führt in ein nicht näher erläutertes Geschwindigkeitswechselgetriebe, das z. B.
ein Neunganggetriebe sein kann (Fig. 3). Die einzelnen Gänge des Getriebes werden durch
den. Hebel 212 (Fig. 4) geschaltet. Das Getriebe
gibt seine Leistung an die Welle 158 ab. .
Auf der Welle 158 sitzt linksseitig ein Rad
216, das in dauerndem Eingriff mit einem Rade 217 der Parallelwelle 218 steht und so
dauernd ein Zahnrad 219 der Welle 218 a:itreibt.
Dieses Rad ist in dauerndem Eingriff mit einem Rad 220, das auf einer in axialer
Verlängerung zur Welle 158 liegenden Welle 221 lose läuft. Zwischen dem Rade 216 und
dem Rade 220 ist eine Kupplung 224,225, 223 eingebaut, die durch einen Hebel 255 (Fig. 1
und 4) geschaltet werden kann, um so zu den Neungängen des vorgenannten Getriebes zwei
weitere Gangarten zuzuschalten.
Auf der Welle 221 sitzen zwei Zahnräder 227 und 228, die in dauerndem Eingriff mit
den Zahnrädern 229 und 233· stehen. Zwischen den Räderpaaren sind durch eine Doppelgabel
zwangsläufig gegeneinander verstellbare Kupplungshülsen 232 und 235 vorgesehen, die ebenfalls
durch den Hebel 255 geschaltet werden. Diese Kupplungen bringen zwei weitere Gänge
in die vorhandene Gangschaltung, so daß insgesamt 36 verschiedene Gänge zur Verfügung
stehen. Werden die beiden Kupplungen 232 und 235 in ihre Mittelstellung gebracht, so ist
der Antrieb von der Bohrspindel 139 ausgerückt. Diese, wie auch die sonstigen noch
weiter im Spindelstock vorhandenen, in Abhängigkeit hiervon stehenden Antriebe stehen
dann still. Bei Einschaltung der Doppelkupplung 232, 235 wird dagegen die Spindel
entweder über das Zahnrad 229 oder über das leerlaufende Zahnrad 233 und die Kupplung 235 in Drehung versetzt.
Auf der Bohrspindelhülse 148, die ständig mit der Spindel 139 umläuft, sitzt ein Zahnrad26o,
das mit einem Zahnrad 261 in dauern-
dem Eingriff steht, das lose drehbar auf der Hülse 140 der Ausbohrspindel 138 aufgesetzt
ist. Eine Kupplungshülse 263 ist in Längskeilen auf der Spindelhülse 140 verschiebbar
und gestattet durch die Kupplungszähne 264 und die am Rade 261 vorgesehenen Kupplungszähne
262 den Drehantrieb von der Bohrspindel 139 auf die Ausbohrspindel 138
zu übertragen.
Durch die Kupplung 263 ist die Möglichkeit gegeben, die Bohrspindel 139 allein laufen
zu lassen oder sie zusammen mit der Ausbohrspindel 138 anzutreiben.
Die Schaltung für den Vorschub der beiden Spindeln ist so ausgebildet, daß der Vorschub,
der stets von der Bohrspindel aus abgenommen wird, entweder auf die Bohrspindel selbst oder, aber nur dann, wenn die Kupplung
263 eingeschaltet ist oder wird, auf die ao Ausbohrspindel 138 gelegt werden kann.
Auf dem inneren Ende der Bohrspindelhülse 148 ist ein Zahnrad 265 befestigt.
Dieses Zahnrad steht in Eingriff mit einem im Deckel 133 des Spindelstockes auf der
Welle 267 gelagerten Zahnrad 266 (Fig. 5). Die Welle 267 ist die Eingangswelle für ein
Schaltgetriebe, dessen Leistung an dem Zahnrade 323 abgegeben wird. Die Schaltungen
des Getriebes erfolgen durch nicht näher dargestellte Schaltelemente durch den Hebel 321
(Fig. 4). Hierbei lassen sich neun verschiedene Gänge schalten.
Vom Rade 323 wird der entsprechend gewählte Gang weitergeführt. Das Rad steht
mit einem auf der Welle 325 aufgekeilten Zahnrade 324 in Eingriff. Die Welle 325
trägt außerdem ein Vorgelegerad 326. In axialer Verlängerung der das Zahnrad 323
tragenden Welle liegt eine Welle 327, auf der in Längskeilen verschiebbar ein Rad 330
sitzt, das durch Kupplungszähne 329 auch direkt mit dem Zahnrad 323 gekuppelt werden
kann. Zur Verstellung des Rades 330 dient der Schalthebel 336 (Fig. 4), durch den
es möglich wird, für die Vorschubschaltung die zwischen 266 und 323 möglichen neun
Gänge zu verdoppeln.
Um die Größe des axialen Vorschubes pro
Umdrehung für jede der beiden Spindeln direkt anzuzeigen, ist in einer Vertiefung des
Deckelgehäuses 133 (Fig. 4) eine Platte 338 eingesetzt, die eine Skalascheibe 340 drehbar
trägt, welche unmittelbar bei Schaltung des Hebels 321 durch Zahnrad 341 bewegt wird.
Die Ablesung auf der Skalascheibe ist .in Fenstern 343, 344 möglich, von denen das eine
Fenster den Vorschub für die Bohrspindel und das andere Fenster den Vorschub für die
Ausbohrspindel anzeigt. Die Gangverdoppelung, die durch den Hebel 336 möglich ist,
wird dadurch berücksichtigt, daß am Hebel 336 ein Schieber 345 angelenkt ist, der kleinere
Schaufenster 346,347 entsprechend verschiebt.
Für die Umkehr der Vorschubrichtung (Vor- und Rücklauf) dient ein Hebel 359
(Fig. 4), der auf einer Welle 357 (Fig. 5) sitzt. Diese Welle trägt einen Kupplungshebel
356, der ein Umkehr- oder Wendegetriebe betätigt. Dieses besteht aus zwei
auf der Welle 327 im festen Abstand voneinander aufgesetzten Zahnrädern 348, 349, von
denen das Zahnrad 348 dauernd mit einem Zahnrad 350 in Eingriff steht. Dieses Rad
läuft lose auf dem Ende der Welle 325. Verschiebbar durch die Kupplung 356 ist ein
Räderpaar 353, 354 vorgesehen, das entweder mit dem Rad 349 oder mit dem Rad 350 in
Eingriff gebracht werden kann. Das Ergebnis der Schaltung wird auf die Welle 351 übertragen,
auf der ein Zahnrad 360 sitzt, das in dauerndem Eingriff mit dem Zahnrad
361 der Vorschubwelle 362 steht (Fig. 5 und 6).
Die Welle 362 trägt eine Schnecke 363, die mit einem großen Schneckenrade 364 (Fig. 6)
in Eingriff ist, das auf der flachen Rückseite
einer Kupplungsscheibe 365 starr befestigt ist und mit diesem gemeinsam umläuft.
Die Kupplungsscheibe 365 (Fig. 6) hat erstens eine nach hinten verlaufende Nabe
366, die in einem Lager 367 der mit dem Deckelgehäuse 133 aus einem Stück bestehenden
Hilfswand 368 läuft, und umfaßt zweitens einen vorderen Kranz 369 mit inneren Kupplungszähnen 370. Der Kranz 369 dreht
sich in einer Kreisöffnung 371 der inneren Wand eines Kupplungsgehäuses 372, das in
eine entsprechende Kreisöffnung 373 des Deckelgehäuses 133 eingesetzt ist. Eine
Skalenscheibe 374 sitzt drehbar einstellbar in einer vorderen Kreisöffnung des Gehäuses 372
und besteht aus einem inneren Ringflansch
375, einem äußeren Führungsflansch 376, der an der Außenseite des Gehäuses anliegt und
an seinem Außenumfang zur leichteren Einstellung von Hand mit einer Anzahl Griffnuten
377 ausgestattet ist, und weiter aus einem inneren Ringstück 378, das an seinem
inneren Rande eine Vorschubskalenteilung 379 trägt (Fig. 4). Zwei Anschläge 380 sind
in festem Abstand voneinander an das Gehäuse 372 geschraubt und greifen als Sicherung
gegen axiale Verschiebung bei der Drehbewegung über den Außenumfang des Flansches 376 hinweg. Ein dritter Anschlag
381 am Gehäuse 372 kann durch eine Mutter mit Spannhebel 382 so fest gegen den Flansch
376 gezogen werden, daß der Skalenring 374 in seiner einmal gewählten Einstellung, festgehalten
wird.
In der Nabe 366 ist eine Welle 383 dreh-
bar gelagert (Fig. 6),-deren hinteres Ende in dem an der Innenseite des Gehäuses 133 abnehmbar
befestigten Lagerbock 384 ruht. Auf dein Vorderende der Welle 383 innerhalb des
Gehäuses 372 ist eine Trommel 385 aufgekeilt, gegen deren Rückseite auf. derselben
Welle eine Scheibe 386 gesetzt ist. Eine Nabe 387 an der Vorderseite der Trommel 385
greift passend in eine Ringnabe 388 an der Innenseite einer kreisförmigen Platte 389 ein,
die in dem Skalenring 374 drehbar sitzt und die o-Marke -enthält, die bei Drehung der
Platte 389 an der Skala des .Ringes 374 entlang
läuft. Kreuzweise zueinander- stehende Handhebel 390 sind an der Platte 389 angebracht,
um sie von Hand einzustellen.
Zwei radiale Führungen 391 verlaufen an
der Rückseite der Trommel 385 von der Bohrung bis zum Außendurchmesser. In den Füh-
-rangen 391 sind zwei radiale Kupplungs-. backen 393 gleitend angeordnet, deren an den
äußeren Enden sitzende Kupplungszähne zu den Zähnen 370 der Kupplungsscheibe 365
passen. Schraubenfedern 395, die in je zur Hälfte in den zugekehrten Seiten der Scheibe
386 und der Backen 393 vorgesehenen Aussparungen 396 liegen, suchen die Backen von
den Zähnen 370 weg nach innen zu drücken. " Als Mittel, um die Nocken 393 trotzdem nach
außen zwingen zu können, sind die inneren Enden jeder Backe mit Längsbohrungen 397
versehen", in denen ein am äußeren Ende angespitzter Stift 398 verstellbar angeordnet ist.
Das äußere Ende der Bohrungen 397 öffnet seitlich nach einer Aussparung 399 in der
Trommel 385. In dieser Aussparung liegt eine Kugel 400 in ständiger Berührung mit
dem äußeren Ende des Stiftes 398. Von vorn in die Platte 389 und durch dia Trommel 385
hindurchreichend ist ein Stellstift 402 eingeschraubt und durch eine Gegenmutter 401
■ festgelegt, während sein inneres Ende an die Kugel 400 anstößt Durch den Stift 402 wird
die Kugel 400 den Stift 398 in der Bohrung 397 radial einwärts drücken. Die Welle 383
hat eine lang durchgehende Bohrung 403 mit drei im- Durchmesser von vorn nach hinten*
fortlaufend kleiner werdenden Absätzen und außerdem zwei von dem vorderen Bohrungsabsatz
ausgehende und mit deninneren Enden der Führungen 391 in axialer Verbindung
stehende radiale Bohrungen 404.. In den Bohrungen 404 liegen, frei beweglich, aber in
Berührung mit den inneren Enden der Stifte 398 zwei Kugeln 405. In der-Bohrung der
Welle 383 ist eine entsprechend dreifach abgesetzte Kupplungswelle 406 längsverschiebbar angeordnet Das innere Ende des ersten
Absatzes dieser Welle ist als Kegelfläche 407 ausgebildet, die bei Einwärtsbewegung die
Kugel 405 gegen die Backen 393 nach' außen drückt, so daß dieseln Eingriff mit den Kupplungszähnen
366 kommen. Das vordere Ende der Welle 406 ist als zylindrische Zahnstange
408 ausgebildet, in die ein Zahnsegment 409 eingreift, das auf einem Stift 41 ο in einem
radialen Schlitz 411 der Vorderseite der
Skalenplatte 389 schwingbar gelagert ist. Das Zahnsegment ist mit einem geeigneten Handhebel
412 ausgestattet, mit dem die gesamte Kupplung geschaltet werden kann. Jeder der
drei Kreuzhebel 390 ist in ähnlicher Weise mit. der Kupplungswelle 406 verbunden, so
daß jeder der Hebel 390 oder Hebel 412 zum Öffnen oder Schließen der Kupplung benutzt
werden kann.
Um die Kupplung nach einem vorher bestimmten Vorschubsbetrag auch selbsttätig
öffnen zu können, ist eines der Zahnsegmente 409 mit einem nach hinten stehenden Arm
413 versehen, der eine V-förmige Auslöskurve
414 an seinem Ende trägt. Ein in der radialen Bohrung 416 der Ringnabe des
Skalenringes 375 fest einstellbarer Anschlagstift 415 ragt in den Kreisweg der V-Kurve
414 hinein. Die Arbeitsweise ist dabei so, daß der Skalenring, 374 durch Drehung auf
die gewünschte Vorschubtief e eingestellt wird, wodurch der Stift 415 einen vorher bestimmten
Abstand von der Kurve 414 erhält. Dann wird die Kupplung durch Hebel 412 geschlossen.
Am Ende des Vorschubes fährt dann die Auslösekurve 414 auf das abgerundete
Ende des Stiftes 415 und öffnet die Kupplung durch Ausschwingen des Zahn-Segmentes
409.
Auf der Innenseite des inneren Lagers 368 bzw. 367 läuft das mit der Welle 383 aus
einem Stück bestehende Kegelrad 417, das mit einem Kegelrad 418 auf der Vorschubwelle
419 kämmt (Fig. 2), die in dem Gehäuse 132 zweckgemäß gelagert ist. Auf derselben
Welle 419 sitzt ein lose laufendes Kegelrad 420, das an einem Ende zu einer
Klauenkupplung 421 ausgebildet ist. Axial zur Welle 419 liegt eine zweite Vorschubwelle
422, die bis in den kegeligen Hohlkörper 143 hineinreicht und in diesem zweckgemäß gelagert
ist. An ihrem der Welle 419 zugekehrten Ende besitzt sie eine der Kupplungshälfte
gegenüberliegende, feste Kupplung 423, Zwischen beiden, auf den Längskeilen der
Welle 419 verschiebbar, ist 'eine Kupplungshülse 424 mit den Kupplungszähnen 425 und
vorgesehen, die, in die entsprechenden Kupplungshälften 421 und 423 eingreifen
können, um das Rad 420 oder aber die Welle ■ wahlweise mit der Welle 419 in Verbindung
bringen zu können.
Das rechte Ende der Vorschubwelle 422 ist mit- einem Kegelrad 427 in dem Getriebekasten
428 an der Vorderseite des Körpers
143 versehen. Das Rad 427 kämmt mit einem
Kegelrad 429, das über ein Zahnrad die längsverlaufende Zahnstange 432 des Rundstößels
141 verschiebt und damit die Ausbohrspindel 138 den Vorschub gibt.
Das Kegelrad 420 kämmt mit einem Kegelrad 433 einer kurzen Welle, die in einem an
der Hülse 150 ausgebildeten Lager ruht. Ein Rad 435 dieser Welle kämmt mit der längsverlaufenden
Zahnstange 436 an der Unterseite des Stößels 149 für die Vorschubbohrspindel
139.
Dadurch kann mit der umkehrbaren Kupplungshülse 424 der einen oder anderen der
beiden Spindeln selbsttätiger Vorschub erteilt werden, während die Vorschubrichtung
durch Hebel 359 (Fig. 4) ausgewählt wird. Zur Schaltung der Kupplungshülse 424 dient
der Kupplungsschuh 437 (Fig. 5). Er ist an
so dem oberen Ende eines doppelarmigen Hebels
438 drehbar befestigt, der mit seiner mittleren Nabe auf einem Schwingbolzen 439
sitzt, der in dem Vorderdeckel 133 gelagert ist. Ein Schalthebel 440 (Fig. 4) ist auf
dem vorderen Ende des Bolzens 439 starr befestigt.
Es ist zu beachten, daß die Bohrspindel 139 ununterbrochen umläuft, während der
Antrieb für die Drehung der Ausbohrspindel 138 durch Schaltung der Kupplungshülse 263
abgeschaltet werden kann. Es sind nun Einrichtungen vorgesehen, um den Antrieb für
die Ausbohrspindeldrehung abzuschalten, wenn der Bohrspindel 139 Vorschub erteilt
wird, und andererseits um diesen Antrieb einzuschalten, wenn die Ausbohrspindel Vorschub
erhält. Diese Einrichtungen umfassen eine Schiebestange 441, die gleitbar in Augen
442 an der Innenseite der Deckelplatte 133 gelagert sind. Das untere Ende des Hebels
438 greift in eine Quernut 443 an einer Seite der Stange 441 ein und ist versehen mit einer
Sperrung durch die unter Federdruck stehende Kugel 444, um die beiden äußersten Einstellungen
festzulegen (Fig. 5).
Auf der Stange 441 ist ein Kupplungsschuh befestigt, der in die Kupplungshülse 263
(Fig. 3) eingreift. Schaltet der Hebel 440 über die Hülse 424 (Fig. 2) den Vorschub auf
die Bohrspindel 139 (über Kegel 420, 433), so ist die Hülse 263 (Fig. 3) vom Rad 261 getrennt.
In der anderen Schaltstellung des Hebels 440 ist die Kupplung 264/261 geschlossen,
während der Vorschub über Hülse 424 auf die Welle 422 gegeben ist.
Es sind femer Einrichtungen vorgesehen, um die Schaltkupplung 370/393 (Fig. 6) am
äußersten Ende jedes Spindelhubes selbsttätig zu öffnen und den Vorschub auszuschaiten.
Diese Einrichtungen- umfassen ein Ritzel 446, das mit der Welle 383 aus einem Stück
besteht und mit einem Rade 447 kämmt, das auf. einer Welle 447° läuft.
Das Rad 447 wird in zeitlicher Übereinstimmung mit der Vorschubbewegung angetrieben
und macht eine vollständige Umdrehung während eines Vorschubweges der Ausbohrspindel
138 von einer Endstellung bis zur anderen. Eine V-förmige, vorstehende Anschlagschneide
448 sitzt exzentrisch auf der Rückseite des Rades 447. In dem Lager arm 384 (Fig. S, 6) schwingbar gelagert ist ein
senkrechter Hebel 449, dessen oberes Ende die rückwärtige Stirnseite des schwächsten Absatzes
der Kupplungswelle 406 berührt. Das untere Ende des Hebels 449 liegt gegen das rückwärtige Ende eines Stiftes 450, der in
einem Auge des Lagerarmes 384 gleitbar ruht. Das vordere Ende des Stiftes 450 ist abgerundet
und ragt in den Weg der Schneide 448 hinein, wenn die Welle 403 einwärts geschoben
und damit der Vorschub irgendeiner Spindel eingeschaltet ist.
Das Rad 447 macht beim ganzen Vorschubweg
der Bohrspindel 139 von einer Endstellung bis zur anderen weniger als eine vollständige
Umdrehung. Indessen ist eine zweite Kurveneinirichtung vorgesehen zur Zusammenarbeit mit dem Stift 450, um den Vorschub
der Bohrspindel 139 in ihrer äußersten Vorwärtsstellung abzuschalten. Diese Einrichtung
besteht aus. einem in dem Rade 447 gleitbar angeordneten Stift 452 mit dem Kopf 453, der so weit vorgeschoben werden kann,
daß er mit dem Stift 450 in Berührung kommt, kurz bevor die Spindel 139 ihre äußerste Vorwärtsstellung
erreicht. Normalerweise hält eine Schraubenfeder 454 den Stift 452 einwärts gegen das Rad 447 und damit den Kopf
außer Berührung mit dem Ende des Stiftes 450. Ein abgeschrägtes Kurvenstück 445
wird dagegen, mit der Schiebestange 441 in den Weg des vorderen Endes des Stiftes 452
geschoben werden, wenn der Hebel 440 und damit auch die Stange 441 geschaltet wird,
um den Vorschub der Bohrspindel 139 einzurücken. Wenn die Bohrspindel 139 ihre
äußerste Vorwärtsstellung erreicht hat, wird durch das so in Arbeitsstellung gebrachte
Kurvenstück 445 und dem Kopf 453 des Stiftes 452 der Vorschub abgeschaltet. Demgemäß
bleibt der Kopf 453 in unwirksamer Stellung, wenn der Vorschub der Ausbohrspindel
138 erteilt wird.
Selbstverständlich ist auch die Schneide 448 in der Weise zu verwenden, daß der Vorschub
irgendeiner Spindel beim Erreichen der äußersten Rückwärtsstellung abgeschaltet
wird.
Sperrvorrichtungen sind vorgesehen, um das Einrücken des Vorschubes zu verhindern,
wenn der Antrieb der Spindel nicht hergestellt
ist, und um das" Einrücken des Vorschubes
für irgendeine der Spindeln zu verhindern wenn die andere Spindel nicht in gänzlich
zurückgezogener Stellung steht. Diese Vorrichtungen bestehen aus einem in dem. Ansatz
des'Jbagers 457 gleitbaren Sperrstift 456 und
aus einer Schraubenfeder 458, die den Stift 456 ständig gegen das Rad 447 drückt
(Fig. 6). Wenn die Ausbohrspindel Ϊ38 in einer ihrer äußersten Vorschubstellungen
steht, springt das entsprechend gerundete Ende des Stiftes 456 in die Aussparung 459
des Rades 447 ein, und zwar dann, wenn die Schneide448 durch den Stift 450 die Vorschubkupplung
in. geöffneter Stellung hält. Die Schiebestange 44r hat zwei in bestimmtem
Abstand voneinander vorgesehene Aussparungen 460. und 461, in die jeweils das
Vorderende des Sperrstiftes 456 eingreift, wenn die entsprechende Spindel 138 oder 139
Vorschub erhält. Bei dem Vorschub einer der Spindeln aus ihrer rückwärtigen Stellung
heraus wird nämlich der Stift 456 durch die Drehung des Rades 447 mit Hilfe der kurvenförmigen
Aussparung 459 in eine der Aussparungen 460 oder 461 gedrückt und damit
jede Umschaltung des Vorschubes von einer Spindel auf die andere durch Verriegelung
der Stange 441 unmöglich gemacht. Daraus, geht aber auch hervor, daß der Stift 456
gegen den Außenumfang der Stange 441 stoßen muß, wenn er nicht in eine der Aussparungen.460
oder 461 eingreift, und daß er ; in solchem Falle das Rad 447 gegen Drehung
sichert .und damit die Bewegung des Handhebels 412 zum Einrücken der Schaltkupplung
ausschließt.
. In einem rohrförmigen Ansatz an der Vorderseite, des Deckels 133 ist eine horizontale
Welle 463 für Handvorschub gelagert (Fig. 4). Das innere Ende der Welle 463 kann hierzu mit der Schneckenwelle 362
durch, eine längsbewegliche und umlaufende Kupplung 464 verbunden werden.
Um die Ausbohrspindel 138 nach Belieben gegen jeden axialen Vorschub sicher festklemmen
zu können, ist eine senkrechte Welle 465, die auf der Rückseite des Körpers 143,
und zwar vorteilhafterweise in .gleicher Ebene mit' der Welle 430 gelagert ist. Ein nach
vorn reichender Handhebel 466 ist auf dem oberen Ende der Welle 465 befestigt. Ein
Paar kreisförmig ausgesparte Klemmpuppen mit rechts- bzw. linksgängigem Innengewinde
sitzen auf eineni. Gewindeteil der Welle 465
und sind so gegeneinander gestellt, daß sie die Ausbohrspindelhülse 141. am Außenumfang
festklemmen können.
Claims (4)
- Patentansprüche:Ϊ. Horizontales Bohr- und Fräswerk mit zwei im Spindelstock parallel nebeneinander angeordneten Arbeitsspindeln, dadurch gekennzeichnet, daß die eine Spindel als dauernd umlaufende leichte Bohrspindel (139) ausgebildet ist, die wahlweise (Kupplung 263) die schwerere Ausbohrspindel (138) antreibt, und daß von der leichten Bohrspindel (139) wechselweise (Vorschubschaltung 437) der Vorschub der leichten Bohrspindel oder der der schwereren Ausbohrspindel abgeleitet ist.
- 2. Horizontales Bohr- und Fräswerk nach Anspruch 1 mit gegenseitiger Ausschließung von Bewegungen, dadurch gekennzeichnet, daß die Kupplung für die wahlweise Schaltung des Vorschubes der Ausbohrspindel derart mit der Kupplung (263) für den Antrieb der Ausbohrspindel verbunden ist, daß die Vorschubkupplung für die Ausbohrspindel nur eingelegt werden kann, wenn der Antrieb zur Drehung der Ausbohrspindel eingekuppelt ist.
- 3. Horizontales Bohr- und Fräswerk nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß in das Vorschubgetriebe (417) Verriegelungsteile (447, 459, 456, 460, 461, Fig. 6) eingebaut sind, die die wechselweise Vorschubschaltung. (424, Fig. 2) für die Bohrspindel oder Aus- go bohrspindel nur freigeben, wenn die einzuschaltende Spindel in ihrer äußersten rückwärtigen Stellung (Fig. 3) steht.
- 4. Horizontales Bohr- und Fräswerk nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die vom Vorschub angetriebene Scheibe (447) der Verriegelungsteile zwei wahlweise arbeitende Nocken aufweist, von denen der eine (453) bei äußerster vorderer Stellung der Bohrspindel (139), der zweite (448) zeitlich später, bei äußerster vordener Stellung der Ausbohrspindel (138) und außerdem bei äußerster rückwärtiger Stellung beider Spindeln den Vorschub selbsttätig abschaltet.5· Horizontales Bohr- und Fräswerk nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß in der Scheibe (447) eine Steuernute (459) für einen federbelasteten Sperrbolzen (456) vorgesehen ist, der bei Drehung der Scheibe, also wenn eine der Spindeln ihre äußerste rückwärtige Lage verläßt, in eine Aussparung (460 oder 461) der Stange (441) gedrückt wird, die beim wechselweisen Schalten des Vorschubes zur Kupplung des Antriebes' dient.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| GB16430/30A GB360406A (en) | 1930-05-28 | 1930-05-28 | Improvements in boring machines |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE620429C true DE620429C (de) | 1935-10-21 |
Family
ID=41128219
Family Applications (2)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
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| DE1930640637D Expired DE640637C (de) | 1930-05-28 | 1930-07-02 | Horizontalbohr- und -fraeswerk |
Family Applications After (1)
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|---|---|---|---|
| DE1930640637D Expired DE640637C (de) | 1930-05-28 | 1930-07-02 | Horizontalbohr- und -fraeswerk |
Country Status (3)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (2) | DE620429C (de) |
| FR (2) | FR697632A (de) |
| GB (1) | GB360406A (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE915051C (de) * | 1947-09-16 | 1954-07-15 | Giddings & Lewis | Werkzeugmaschine |
| RU2809883C1 (ru) * | 2023-06-02 | 2023-12-19 | Акционерное общество "ФРЕСТ" | Металлорежущий станок для обработки отверстия ступицы железнодорожных колес |
Families Citing this family (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE975037C (de) * | 1942-09-29 | 1961-07-13 | Vlieg Corp De | Horizontalbohrmaschine |
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-
1930
- 1930-05-28 GB GB16430/30A patent/GB360406A/en not_active Expired
- 1930-06-17 DE DE1930620429D patent/DE620429C/de not_active Expired
- 1930-06-18 FR FR697632D patent/FR697632A/fr not_active Expired
- 1930-06-18 FR FR697633D patent/FR697633A/fr not_active Expired
- 1930-07-02 DE DE1930640637D patent/DE640637C/de not_active Expired
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE915051C (de) * | 1947-09-16 | 1954-07-15 | Giddings & Lewis | Werkzeugmaschine |
| RU2809883C1 (ru) * | 2023-06-02 | 2023-12-19 | Акционерное общество "ФРЕСТ" | Металлорежущий станок для обработки отверстия ступицы железнодорожных колес |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| FR697632A (fr) | 1931-01-20 |
| FR697633A (de) | 1931-01-20 |
| DE640637C (de) | 1937-01-13 |
| GB360406A (en) | 1931-10-28 |
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