DE616147C - Verfahren zur Herstellung von Kautschukmischungen - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Kautschukmischungen

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DE616147C DEK128847D DEK0128847D DE616147C DE 616147 C DE616147 C DE 616147C DE K128847 D DEK128847 D DE K128847D DE K0128847 D DEK0128847 D DE K0128847D DE 616147 C DE616147 C DE 616147C
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    • C08ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
    • C08KUse of inorganic or non-macromolecular organic substances as compounding ingredients
    • C08K5/00Use of organic ingredients
    • C08K5/0008Organic ingredients according to more than one of the "one dot" groups of C08K5/01 - C08K5/59
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Description

  • Verfahren zur Herstellung von Kautschukmischungen Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung von Kautschukmischungen, bei dem das Vorkneten des Kautschuks wegfallen, der für das Mischen erforderliche Kraftaufwand stark herabgesetzt, die Mischdauer erheblich abgekürzt und das Mischen bei erheblich niedrigerer Temperatur durchgeführt werden kann, so daß die Überhitzungsgefahr vermieden oder auf ein Mindestmaß herabgesetzt ist. Auch die bei lang andauerndem Mischen auftretende Verschlechterung des Kautschuks wird so vermieden oder auf ein sehr geringes Maß herabgesetzt.
  • Gemäß der Erfindung wird die Kautschukmischung unter Verwendung eines Gemischs aus einem bei der Verarbeitung und Vulkanisation nicht flüchtigen Kautschuklösungsmittel mit geringen Mengen eines Aktivators, wie sulfonierte Petroleumöle oder höhere Alkohole, hergestellt. Auf diese Weise gelingt es, den noch unelastischen Kautschuk rasch in den plastischen Zustand überzuführen. Diese Wirkung beruht anscheinend darauf, daß der Kautschuk dispergiert oder daß er und seine nicht kautschukartigen Bestandteile so beeinflußt werden, daß ein Auswalzen kaum noch oder überhaupt nicht mehr nötig ist.
  • Es ist bereits bekannt, Kautschuk durch Zusatz von Lösungsmitteln zu erweichen und dadurch die mechanische Verarbeitung zu erleichtern, insbesondere in Gegenwart von Vulkanisationsbeschleunigern. Man hat sich dabei hauptsächlich leicht flüchtiger Kohlenwasserstoffe bedient, die sich während oder nach der Verarbeitung verflüchtigen und dabei ungesunde und feuergefährliche Dämpfe abgeben. Man hat auch nicht flüchtige schwere Kohlenwassierstoffe, Anthracen oder Teere vorgeschlagen, die bekanntlich Kautschuk zwar zu erweichen, aber nicht in erheblichem Maße zu lösen vermögen. Bei ihrer Verwendung tritt der Nachteil auf, daß die Verschleißfestigkeit des vulkanisierten Kautschuks vermindert und die Biegsamkeit und Dehnbarkeit verschlechtert wird. Bei der Durchführung des neuen Verfahrens werden hauptsächlich Lösungsmittel benutzt, die sich von den bekannten Lösungsmitteln dadurch unterscheiden, daß "sie bei der Arbeitstemperatur nicht flüchtig sind und die sich von den bekannten Schwerölen durch ihr erheblich größeres Lösungsvermögen unterscheiden. Mit Hilfe dieser Lösungsmittel stellt man eine thermoplastisch machende Zubereitung her, indem man Lösungsaktivatoren darin auflöst. Die so hergestellten- thermoplastisch machenden Zubereitungen setzt man dem noch unverarbeiteten oder unelastischen Kautschuk zu.
  • Als nicht flüchtige Lösungsmittel eignen sich besonders Kohlenwasserstoffe, wie Petrolöl vom Flammpunkt 14g°. SeineVerwendung erfordert zudem keine besonderen Vorkehrungen, um eine Verdampfung und Feuersgefahr auf" dem Transport, beim Umgießen oder Lagern und beim Gebrauch zu verhüten.
  • Als weitere Lösungsmittel können gewisse Steinkohlenteeröle verwendet werden, die sowohl Kautschuk als auch den Lösungsaktivator lösen und einen geeigneten Siedepunkt aufweisen, z. B. neutrale Öle, die etwas höher sieden als Solventnaphtha.
  • Als Lösungsmittel für Kautschuk sind hier solche Flüssigkeiten oder Quellmittel bezeichnet worden, die mit Kautschuk kolloidale Lösungen zu bilden imstande sind.
  • Die obenerwähnten Lösungsaktivatoren, die in den eigentlichen Lösungsmitteln aufgelöst werden, sind Stoffe, die die auflösende Wirkung des kohlenwasserstoffartigen Lösungsmittels auf den Kautschuk beschleunigen oder den thermoplastisch machenden Einfluß des Lösungsmittels steigern. Zu den vorteilhaftesten Aktivatoren dieser Art gehören Sulfonsäuren oder sulfonierte Verbindungen, die in dem Lösungsmittel löslich sind, aüßerdem aber auch noch höhere Alkohole, und zwar insbesondere die nicht hydrophilen Alkohole, die vier oder mehr Kohlenstoffatome im Molekül enthalten.
  • Besonders wertvolle Aktivatoren sind die öllöslichen sulfonierten Kohlenwasserstoffe, die durch Behandlung bestimmter Schmieröle mit 66gradiger oder rauchender Schwefelsäure erhalten werden und in der Hauptsache Sulfonsäuren enthalten, gewöhnlich neben kleineren Mengen unveränderten Öls oder Kohlenwasserstoffs und sehr kleinen Mengen freier Schwefelsäure. Sulfonierte Produkte dieser Art sind im Handel unter dem Namen Kontakt bekannt, andere, wie sulfoniertes Petrolöl, werden unter dem Namen Sulpho-A für andere Zwecke, insbesondere als Kontaktmittel für dieSpaltungvonFetteninfreieFettsäuren und Glycerin, in den Handel gebracht. Derartige sulfonierte Produkte sind in leichten l<ohlen@vassergtöffölen wirklich oder kollo. idal löslich. Im technischen und haudelsüblichen Zustand können sie auch noch wechselnde Mengen Wasser enthalten, und wenn der Wassergehalt wegen seiner Höhe die Auflösung dieser Produkte oder ihre Verwendung ungünstig beeinflussen sollte, so kann man ihn zunächst herabsetzen oder beseitigen. Andere sulfonierte Verbindungen, die als Lösungsaktivator verwendet werden können, sind sulfoniertes Spermacetiöl und sulfoniertes Rizinusöl.
  • Von den höheren Alkoholen, die sich als wertvoll erwiesen haben, sei in erster Linie der Hexylalkohol erwähnt, doch können auch andere Alkohole in ähnlicher Weise verwendet werden, so z. B. n-Butylalkohol, Amylalkohol oder Cyclohexanol. Diese höheren Alkohole sind im allgemeinen nicht hydrophil, sie sind öllöslich und haben auch einen genügend hohen Siedepunkt.
  • Werden die höheren Alkohole allein dem Kautschuklösungsmittel zugesetzt, so begünstigen sie in sehr deutlicher Weise die Absorption des Lösungsmittels durch den Kautschuk und das damit verbundene O_uellen des letzteren. Werden sulfonierte Kohlenwasserstoffe allein dem Kautschuklösungsmittel zugesetzt, so ergibt sich eine sehr deutliche Steigerung der Fließbarkeit des Kautschuks. Werden aber sowohl höhere Alkohole als auch sulfonierte Kohlenwasserstoffe dem Kautschuklösungsm,ittel zugesetzt, so ergibt such eine verstärkte Wirkung.
  • Die Beschleunigung, die das Plastischwerden des Kautschuks durch die Wirkung der neuen plastisch machenden Zubereitung erfährt, scheint auf einer kombinierten Wirkung des Kautschuklösungsmittels und des Lösungsaktivators zu beruhen, derzufolge das Lösungsmittel rasch in den Kautschuk vordringt, während der Lösungsaktivator wahrscheinlich auf die nicht kautschukartigen Bestandteile einwirkt. Das Ergebnis scheint eine Umkehrung der Kautschukkoagulation zu sein im Sinne einer Dispergierung des Kautschuks.
  • Ein Beispiel möge die Herstellung der neuen thermoplastisch machendenZubereitung erläutern Beispiel i 4,53 kg sulfoniertes Petrolöl (Sulpho-A) werden in einem Holzfaß bei Raumtemperatur mit 161 Petrolöl vom Flammpunkt r4.9° (sog. Mineral Seal Oil oder 3oo° Burning 0i1) vermischt und a Tage lang stehengelassen, worauf i,i4kg sek. Hexylalkohol des Handels zugesetzt und die Mischung weitere 14 Stunden lang sich selbst überlassen wird. Nach dieser Zeit scheidet sich am Boden des Fasses eine kleine Menge einer dünnen, hauptsächlich aus Wasser bestehenden Flüssigkeit ab, die abgezogen wird. 15 1 des verbleibenden Gemisches werden nun mit zoo 1 mineralischem Robbentran vermischt. Die so erhaltene Zubereitung enthält etwa 1,6 olo des sulfonierten Petroleumproduktes, etwa 0,4 % Hexylalkohol und etwa 98,o °1Q des Kohlenwasserstofföls. Die nach diesem Beispiel erhaltene Zubereitung enthält ungefähr die günstigste Menge .des Lösungsaktivators, soweit es sich um das Plastischmachen von Smoked Sheets oder Pale Crepe handelt. Weitere Mengen des Lösungsaktivators steigern die Wirkung anscheinend nur wenig. Umgekehrt hat eine Verminderung dieser Menge an Lösungsaktivator, wie sie durch Neutralisation möglich ist, eine verminderte Plastizität des Kautschukansatzes zur Folge, und aus diesem Grunde ist es manches Mal von Vorteil, die Menge des Lösungsaktivätors etwas zu erhöhen, beispielsweise nach folgendem Rezept:
    Petrolöl . , 96 °/o,
    Sulfoniertes Petrolöl (Sulpho-A) z °/o,
    sek. Hexylalkohol des Handels
    oder n-Butylalkohol . . . . . . . . . a
    Das Mengenverhältnis, in dein diese Zubereitungen dem Kautschuk zugesetzt werden, hängt von den Umständen ab. In der Regel genügen für- Smoked Sheets und Pale Crepe 4 bis 8 % des Kautschukgewichts, doch können auch größere Zusätze von Vorteil sein, insbesondere bei der Verarbeitung regenerierten Kautschuks oder von Kautschukgemischen, die vermöge bestimmter Bestandteile den Lösungsaktivator neutralisieren oder seine Wirkung herabsetzen.
  • Die Benutzung der Zubereitung geschieht am besten in der Weise, daß man sie dem noch nicht mastizierten Kautschuk vor dem Mischen oder zu Beginn desselben zusetzt. Wird das Mischen und die Herstellung des Ansatzes mit Hilfe offener Walzwerke oder Mischwalzen bewerkstelligt, so kann man den Kautschuk mit der flüssigen Zubereitung bespritzen, entweder bevor man ihn dem Walzwerk zuführt oder unmittelbar danach, jedenfalls vor dem Zusatz von Farbstoffen und Zusatzpulvern. Wird die Herstellung in einem Mischer vorgenommen, beispielsweise in einem Banburymischer, so kann man die flüssige Zubereitung dem Kautschuk zusetzen, sobald er in den Mischer gebracht ist. Auch kann man einen Teil der Zubereitung dem Kautschuk zu Beginn des Mischvorganges zusetzen, den Rest aber erst zugleich mit dem Zusatz der Pulver oder sogar noch später. Schließlich kann man die Flüssigkeit nur einem Teil des Kautschuks zusetzen, um eine Vormischung herzustellen, beispielsweise indem man durch Ouellenlassen von Kautschuk in der Flüssigkeit ein Gemisch aus z Teilen Kautschuk und i Teil der Zubereitung herstellt, worauf man die Vormischung mit dem übrigen Kautschuk auf dem Walzwerk oder in dem Mischer vermengt. Es ist aber auch möglich, die Gesamtmenge der flüssigen Zubereitung dem Kautschuk oder einem Teil desselben vorweg zuzusetzen und erst nach erfolgter Absorption zum Walzvorgang überzugehen.
  • Bei der Herstellung verschiedener Kautschukansätze ist es gegenwärtig üblich, den Kautschuk zunächst 30 Minuten lang und selbst noch länger zu mastizieren und erst dann zur Herstellung des Ansatzes zu schreiten. Nach dem vorliegenden Verfahren kann °man das Geschmeidigmachen und auch die Herstellung des Ansatzes innerhalb: weniger Minuten durchführen.
  • So wurde z. B. bei der Herstellung von Kautschukdichtungsstoffen eine Mastizierungsdauer von 30 Minuten für erforderlich gehalten, worauf man denKautschuk in einem Banburymischer etwa 6 Minuten lang aufwärmte, danach die pulverigen Zusatzstoffe beimengte und weitere 7 Minuten lang mischte. Die erhaltene Mischung wurde nun 48 Stunden lang der Reifung überlassen und erst darin auf die Strangpresse gebracht. Bei der Arbeitsweise nach der Erfindung wurde der Kautschuk nach einem 30 Sekunden dauernden Zerkleinern in einem Banburymischer mit der flüssigem Zubereitung versetzt; das Mastizieren war in 4 Minuten beendet. Es wurden dann die pulverigen Zusatzstoffe zu= gesetzt, und nach eüyem weiteren, 5 Minuten dauernden Mischen war die Mischung fertig für die Strangpresse; sie erforderte keine Reifung und lieferte sogar verbesserte Vulkanisationsergebnisse.
  • In einem anderen Fall, wo vorher zum Geschmeidigmachen des Kautschuks und zur Beimischung der Zusatzstoffe mehr als i Stunde gebraucht wurde, konnten beide Vorgänge gemäß dem vorliegenden Verfahren innerhalb von 8 Minuten zu Ende geführt werden, wobei noch verbesserteEndergebnisse erzielt wurden. Weiber wurde es im. einem bestimmten Fall bei der Herstellung von Kautschukmischungen für Gummischuhoberteile für notwendig . erachtet, den Kautschuk zunächst a Stunden lang zu mastizieren, dann im Banburymischer etwa 4 Minuten lang aufzuwärmen, dann die Zusatzstoffe zuzufügen und schließlich weitere z1/2 Minuten lang zu mischen. Das gleiche Ergebnis wurde nach dem Verfahren gemäß der Erfindung innerhalb von 7 Minuten erzielt. Nach einem etwa 30 Sekunden dauernden Vorzerkleinern des Rohkautschuks wurde die Zubereitung in einer Menge von 7 % des Kautschukgewichts zugefügt, nach 4 Minuten langem Mischen wurden die Zusatzpulver zugesetzt, und. die Herstellung der Mischung wurde durch ein weiteres, z Minuten langes Mischen beendet.
  • Ein besonderer Vorteil der Erfindung besteht darin, daß man sowohl mit ihrer Hilfe das Geschmeidigmachen des Kautschuks und auch das Vermischen zwecks Herstellung des Ansatzes in einer Mischmaschine, beispielsweise in einem Banburymischer, vornehmen kann, wo innerhalb von wenigen Minuten der Kautschuk plastisch gemacht, mit den Zusatzstoffen vermengt und für die Formung fertiggestellt werden kann. Ein Vormastizieren ist überflüssig, der Kraftverbrauch beim Verarbeiten und Mischen wird erheblich herabgesetzt, auch wird die Mischzeit verkürzt unddas Mischen bei einer tieferen Durchschnittstemperatur durchgeführt. Man kann selbst Schwefel und wirksame Vulkanisationsbeschleuniger in dem Banburymischer mit einmischen ohne nennenswerte Gefahr des Verbrennens. Auch die Notwendigkeit, die Waren vor dem Vulkanisieren altern oder reifen zu lassen, fällt weg oder wird auf ein Mindestmaß herabgesetzt. Man kann. jetzt einen Banburymischer zur Erzielung der Wirkungen benutzen, für die bisher ein Mischwalzwerk für das Geschmeidigmachen des Kautschuks vor der Herstellung der Mischung im Banburymischer benötigt wurde.
  • Im folgenden wird die Erfindung noch durch einige Beispiele veranschaulicht, wobei als thermoplastisch machende Zubereitung das nach Beispiel 1 hergestellte Produkt verwendet wurde. Beispiel 2 Zur Herstellung einer Kautschukmischung für Kautschukdichtungsstreifen werden folgende Ausgangsstoffe (in Gewichtsteilen) verwendet:
    Kautschuk . .. . .Zoo
    Thermoplastisch machende Zuberei-
    tung ...................... 6
    Zinkoxyd..................... 1o
    Kreide . ...................... 150
    Eisenoxyd . ................. 2
    Vaseline, weiß . . . . . . . . . . .
    Phenyl-ß-naphthylamin .... ... z
    Schwefel . . . . . . . : . . . . . . 3
    Benzothiazyldisulfid ... . .. . . . . . . . 1
    Der rohe Kautschuk wird in der Form, in der er angeliefert wird, zunächst etwa 30 Sekunden lang in einem Banburymischer zerkleinert, worauf man die thermoplastisch machende Zubereitung zusetzt und 4 Minuten mischt. Nun wird das Gemisch von Kreide und Zinkoxyd zugesetzt, danach weitere 5 Minuten lang gemischt, . worauf man die Vaseline, den Schwefel, den Beschleuniger und das Antioxydanz gleichförmig einrührt. Der erhaltene Ansatz ist für die Formung in einer Strangpresse und für die Vulkanisation unmittelbar geeignet. Die Vulkanisation kann offen mit Dampf vorgenommen werden und beispielsweise bei einer Temperatur von 1q.10 15 Minuten lang dauern.
  • Durch die Arbeitsweise gemäß der Erfindung werden die Nachteile vermieden, - die sich bei der bisherigen Art der Herstellung von Dichtungsstreifen ergeben und auf der Notwendigkeit eines anhaltendenMastizierens beruhen, das ungefähr 30 Minuten dauert und der Zumischung der Zusatzstoffe vorangehen muß. Auch war es bisher erforderlich, den Ansatz vor der Behandlung auf der Strangpresse reifen zu lassen, beispielsweise48 Stunden lang. _ Beispiel 3 Zur Herstellung einer Kautschukmischung für Kautschukkreppsohlen werden folgende Bestandteile verwendet (in Gewichtsteilen)
    Pale Crepe , . . . . . . Zoo
    Thermoplastisch machende Zuberei-
    tung ..................... 8
    Baumwollumpen . . . . .. . .... ... . . 5
    Zinkoxyd .............. ....... ?-
    Kreide ... ...... 5
    Tetramethylthiuramdisulfid ....... 0,1
    Schwefel . . . . . . . . . . . . . . . . 3
    Mercaptobenzothiazol.......... .
    Der angelieferte Rohkautschuk wird im Banburymischer zunächst 3o Sekunden lang zerkleinert, dann mit der flüssigen, thermoplastisch machenden Zubereitung versetzt und 6 Minuten lang durchgemischt. Der Kautschuk nimmt die Zubereitung rasch auf und geht sehr schnell in den plastischen Zustand über. Man fügt nun die Kreide, das Zinkoxyd und den Schwefel zu und mischt weiter etwa 2112 Minuten lang, worauf man den Beschleuniger und die Lumpen zusetzt; beide können aber auch zugleich mit dem Schwefel zugesetzt werden. Die erhaltene Mischung läßt sich auf Quetsch- und Heizwalzwerken und auf den Kalandern gut bearbeiten und zeichnet sich durch besondere Gleichförmigkeit aus. Er läßt sich auch vulkanisieren, beispielsweise mit trockener Hitze, die im Laufe von 6o Minuten auf 1:25' gesteigert und 45 Minuten lang bei dieser Temperatur galten wird.
  • Bei der Herstellung einer ähnlichen Mischung mußte nach der bisherigen Praxis i der .Kautschuk einer 1stündigen Mastizierung unterworfen werden, bevor man die übrigen Bestandteile beimengen konnte. Beispiel q. Zur Herstellung einer Kautschukmischung für Gummischuhol@erteile geht man von folgenden Materialien aus (in Gewichtsteilen)
    Smoked Sheets . . . . . Zoo
    Thermoplastisch machende Zuberei-
    tung ..................... 7
    Zinkoxyd . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5
    Montanwachs .. ............. 2
    Mercaptobenzothiazol ........... 0,8
    Schwefel ...................... 2,5
    Paraffinöl . . . . . . . . . . . . . 2
    Phenyl-ß-naphthylamin .......... 1
    Gasruß ... ................... 1o
    Kreide .. . ....... ........... 35
    Man verwendet den Rohkautschuk im angelieferten Zustand, bringt ihn in den Banburymischer, und zwar zusammen mit etwa .4 °/o Irreide, die die Verarbeitung des Kautschuks erleichtern und eine große Oberfläche erzeugen soll, zerkleinert dann den Kautschuk in dem Mischer etwa 30 Sekunden lang, fügt die thermoplastisch machende Zubereitung hinzu und mischt weiter etwa q. Minuten lang. Danach können die übrigen Zusatzpulver zugesetzt werden, was zusammen mit dem weiteren Mischen etwa 2 Minuten dauert. Die erhaltene Mischung läßt sich beispielsweise mit trockener Hitze vulkanisieren, die man im Verlauf von 6o Minuten auf 1300 ansteigen läßt und 45 Minuten lang auf dieser Höhe hält.
  • Bei der Verarbeitung einer ähnlichen Mischung, aber ohne die thermoplastisch machende Zubereitung, hatte es sich als notwendig erwiesen, den Kautschuk zunächst 2 Stunden lang zu mastizieren und etwa .i Minuten lang im Banburymischer aufzuwärmen, bevor die Zusatzpulver zugemischt werden konnten. Das Mischen mußte dann weitere 2112 Minuten lang fortgesetzt werden. Beispiel s Eine Kautschukmischung für Drahtisolierzwecke wird aus folgenden Bestandteilen, die in Gewichtsteilen angegeben sind, hergestellt:
    Kautschuk ............ . ...... Zoo
    Thermoplastisch machende @Zulerei-
    tung . ............... ,.......... 5
    Kreide .............. ............ ioo
    Zinkoxyd ........................ ioo
    Paraffin .......................... 3
    Phenyl-ß-naphthylamin ............. i
    Schwefel .............. .......... 2,5
    Mercaptobenzothiazol .............. 0,75
    Der Kautschuk wird in. Form der angelieferten Smoked Sheets dem Banburymischer zugeführt und darin 40 Sekunden lang zerkleinert, worauf man die thermoplastisch machende Zubereitung zusetzt, eine weitere Minute lang mischt und die übrigen Zusatzstoffe zufügt. Das Mischen wird dann noch 9 Minuten lang fortgesetzt, wodurch eine ohne Reifenlassen zur Verformung, insbesondere zur Verformung auf der Strangpresse geeignete Mischung gewonnen wird. Sie kann beispielsweise dadurch vulkanisiert werden, daß man sie in Talkpulver durch offenen, Dampf ;erhitzt, dabei die Temperatur innerhalb von 6o Minuten auf 125° bringt und 45 Minuten lang auf dieser Temperatur hält.
  • Bei der Herstellung ähnlicher Drahtisolationen war es bisher notwendig, den Kautschuk vor dem Vermischen etwa 30 Minuten lang zu mastizieren. Außerdem mußte man die Mischung vor der Verarbeitung auf der Strangpresse reifen lassen. Beispiel 6 Zur f Herstellung einer Kautschulnuischung für Schuhoberteile unter Verwendung eines Mischwalzwerkes an Stelle eines Banburymischers werden verwendet (in Gewichtsteilen)
    Kautschuk ........................ ioo
    Thermoplastisch machende Zuberei-
    tung .......... io
    Gasruß ................ .......... 5
    Kreide .............. ............. 75
    Mercaptobenzothiazol .............. i
    Schwefel ................... ...... 2,5
    Paraffinöl ............... ........ 2
    Phenyl ß-naphthylamin . . . . . . . . . . . . . i
    Der lohe, noch ungewalzte Kautschuk wird einem Schürzwalzwerk zugeführt und im Laufe von q. bis 5 Minuten, in ein rohes Kautschukfeh verwandelt, das die Oberseite der Walzen bedeckt. Man setzt nun, die thermoplastisch machende Zubereitung hinzu und walzt weitere 3 bis q. Minuten lang, worauf der Kautschuk für den Zusatz der pulverigen Zuschläge, die auch einen Teil, z. B. die Hälfte, der thermoplastisch machenden Zubereitung enthalten können, bereit ist. Man walzt nun weitere 12 Minuten lang, so daß insgesamt etwa 2o Minuten oder etwas weniger vergehen, bis' das Walzwerk wieder entleert werden kann. Das erhaltene Gemisch kann vulkanisiert werden, z. B. mit trockener Hitze, die im Laufe von 6o Minuten bis auf etwa 13o° gesteigert und ¢5 Minnten lang auf dieser Höhe gehalten wird.
  • Bei der Herstellung einer ähnlichen Mischung nach der älteren Arbeitsweise erforderte das Mastizieren ungefähr 3o Minuten, das Mischen weitere 30 Minuten. Die Erfindung ermöglicht, eine erheblich größere Charge auf dem Walzwerk zu verarbeiten und die Mischzeit erheblich herabzusetzen.
  • Bei der in den bisherigen Beispielen -beschriebenen Arbeitsweise kann man den Kautschuk auch, anstatt ihn sogleich dem Mischer oder dem Walzwerk zuzuführen, zunächst mit der thermoplastisch machenden Zubereitung versetzen, die von dem Kautschuk aufgenommen wird. Läßt man den Kautschuk einige Stunden stehen, so dringt die Zubereitung völlig ein, die öligkeit der Kautschukoberfläche verschwindet fast vollständig, die Oberfläche wird griffig. Sollten Spuren von Öl zurückbleiben, so kann man die Walzen mit etwas Kreide einstauben, so daß sie den Kautschuk besser zu ergreifen vermögen.
  • Beispiel 7 1 Zur Herstellung einer Kautschukmischung für Kinderwagenreifen werden Ausgangsmaterialien gemäß einem der beiden folgenden, voneinander zum Teil ,abweichenden. Rezepte verwendet:
    Kautschuk ....:....... 84 40
    Regenerat............. 32 100
    Ruß ................ 20
    Mineralischer Kautschuk 6o
    Thermoplastisch
    machende Zubereitung 5 5
    Ton .................. 2'J0 I80
    Zinkoxyd ............. .=o =o
    Schwefel.............. 4 4
    Benzylthiazyldisulfid ... 1,25 « 1,25
    Phenyl ß-naphthylamin . . i . 'l# i
    Stearinsäure . . . . . . . . 3 _-.. :::, 3
    Diese Ansätze werden in. ähnlicher Weise wie in den Beispielen 2 bis 6 hergestellt und können mit offenem Dampf, beispielsweise 2o Minuten lang bei 148', vulkanisiert werden.
  • Gemäß der Erfindung kann nicht nur die Zeit zur Herstellung der Mischung erheblich verkürzt werden, man kann auch die Mischung der Strang presse zuführen, ohne sie in der bisher üblichen Weise, z. B. 2 Tage lang, reifen zu lassen. Die Mischungen gemäß dein vorlieg=enden Beispiel können am Tage ihrer Herstellung auf der Strangpresse verformt werden. Beispiel 8 Zur Herstellung von Laufflächen für Autoreifen wurden fünf verschiedene Mischungen hergestellt, und zwar aus folgenden Bestandteilen (in GewIchtsteilen. angegeben)
    Ansatz Nr.
    i z und 3 - 4 5
    Smoked Sheets.......... ................ ioo Zoo ioo ioo
    Gasruß................:........... ... 50 50 50 50
    Zinkoxyd ...........................:.... 5 5 5 5
    Schwefel..............................:.. 3 3 3 3
    Stearinsäure..................... ......... 4 4 4 4
    Phenyl ß-naphthylamin . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . i,5 1,5 1,5 1,5
    Mercaptobenzothiazyl..................... 425 i,25 i;25 4225
    Fichtenteer ..................... ........ 0 8 0 0
    Thermoplastisch machende Zubereitung . . . . , 0 O 8 4
    Die Mischung i diente Kontrollzwecken. Die Mischungen 2 und 3 enthielten Fichtenteer als Weichmachungsmittel. Dabei wurde Mischung 2 zunächst i o Minuten in einem Banburymischer mastiziert und dann. 8 Minuten lang auf einem Walzwerk zu Fellen. verarbeitet, in Übereinstimmung mit der in vielen Fabriken üblichen Arbeitsweise. Bei Mischung 3 wurde das Vormastiziezen unterlassen. Mischung 4, die an Stelle von Fichtenteer eine ähnliche Menge der thermoplastisch machenden Zubereitung enthielt, wurde zu Vergleichszwecken verarbeitet; ohne die Absicht, die Vorteile der Erfindung voll in. Erscheinung treten zu lassen. Mischung 5 enthielt eine kleinere Menge der plastisch machenden Zubereitung und wurde nur kürzere Zeit gemischt. Den Mischungen 4 und 5 wurde die Zubereitung im Banburymischer zu Beginn der Herstellung zugeführt.
  • Alle Mischungen außer der letzten wurden 12 Minuten lang gemischt, wie-dies zur Herstellung von Reifenlaufflächenmischungen - in Reifenfabriken üblich ist. Diese Zeit war @erlieblich länger als die entsprechende Zeit für die Mischungen gemäß der Erfindung, z. B. für Mischung 5.
    Mischung Nr.
    i i 3 4 5
    Gesamte Verarbeitungszeit inm Banbury-
    mischer in Minuten ............... 12 =2 12 12 8
    Höchsttemperatur . . . . . . . . . : . . . . . . . 1o8° =o=° 1a6° - ioo° 89°
    Gesamtkraftverbrauch in Kilowatt-
    stunden . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7,4 11,97 7,61 6;63 4,42
    Kraftmehr- oder -minderverbrauch in
    Prozenten des Kraftverbrauchs des
    Ansatzes i . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . o -@- 61,8 +9"8 -10,4 -q.0,4
    Fließzahl (im Williamsplastometer).. . 661 384 562 538 572
    Rückprallzahl(imWilliamsplagtometer) 336 =3 234 - 130 1o8
    Zugspannung für 300 °/o Dehnung... 12i,6 92,5 90,4 89;6 1o6,8
    Zerreißspannung ................... 318 292 301 299 326
    Dehnung in Prozenten ........ ... 570 615 630 630 615
    Abnutzungsvolumverlust nach Kelly 277 398 399 323 273
    Es wurden nun genaue Messungen vorgenommen, die sich auf die für den Mischvorgang erforderliche Kraft und die dabei erreichte Höchsttemperatur bezogen. Die Produkte wurden dann mit einem Willi,a.msplastometer geprüft, um ihm Weichheit und Plastizität, ausgedrückt durch Fließzahl (flow number) und die Rückprallzahl (recovery), zu ermitteln. Die Fließzahl drückt die Weichheit des Kautschuks durch die Dicke aus, bis zu der eine Kugel unter einem bestimmten Druck zusammengepreßt wird. Je kleiner die Fließzahl, desto weicher ist der Ansatz. Die Rückprallzahl drückt die Plastizität des Kautschuks durch den Betrag aus, um den der Kautschuk zurückspringt. Je kleiner die Rückprallzahl, desto plastischer ist die Mischung.
  • Die vulkanisierten Produkte ergaben vorstehende Werte.
  • Die angegebene Höchsttemperatur ist die beim mechanischen Bearbeiten des Kautschuks erreichte. Eine Erniedrigung der Mischtemperatur vermindert die Gefahr des Verbrennens.
  • Der beim Vormastizieren der Mischung z beobachtete Kraftverbrauch ist in den obigen Zahlen nicht mitenthalteu. Die Verminderung des Kraftverbrauchs setzt die Kosten des Mischvorganges erheblich herab. Die Zugspannung bei 3oo % Dehnung gibt die Kraft in Kilogramm an, die erforderlich ist, um eine Probe von i cmz Querschnitt auf das Vierfache ihrer ursprünglichen Länge zu dehnen.
  • Der Abnutzungsvolumverlust nach K e 11 y gibt die Menge des Materials an; das von einem Probestreifen gegebener Länge in einer Abnutzungsmaschine nach K e 1 l y in einer bestimmten Zeit abgerieben wird.
  • Die Kontrollmischung i, -die weder ein Weichmachungsmittel noch <eine thermoplastisch machende Zubereitung enthielt, ergab eine hoher Zugfestigkeit und einen. geringen Abnutzungsverlust, doch zeigten die hohe Fließzahl und der hohe Rückprall an, daß der Ansatz nicht plastisch genug war, um in den Formmaschinen einer Kautschukfabrik verarbeitet zu werden. Die Höchsttemperatur beim Mischen war ebenfalls sehr hoch. Einzelne Eigenschaften dieser Mischung sind zwar an sich erwünscht, doch ist der Ansatz wegen seiner schwierigen Verarbeitbarkeit von geringem Wert. Mischung 2 wurde einem Vormastizieren unterworfen, auch wurden ihr -während des Mischvorganges 8 % Fichtenteer zugesetzt, um sie, wie dies bei der Herstellung von Ansätzen für Reifenlaufflächen üblich ist, genügend plastisch zu machen. Das Ergebnis besteht darin, daß die Mischtemperatur etwas herabgesetzt wird, doch war der Kraftverbrauch hoch, obwohl er nur den im Banburytniseher erfolgten Teil des Vormastizierens, nicht aber den auf dem Walzwerk erfolgten Teil in sich schließt. Die Mischung erwies sich als äußerst plastisch, doch war die Zugfestigkeit auf einen geringen Wert gesunken und der Abnutzungsverlust hoch, was beides bei Reifenansätzen sehr bedenklich ist.
  • Bei Mischung 3 wurde das vor dem Mischen erfolgende Mastizieren unterlassen. Es zeigt sich, daß die Mischtemperatur und der Kraftverbrauch annähernd dieselben waren. wie bei Mischung i. Der hohe Rückprall zeigt, daß der Fichtenteer kein sehr wirksames Plastizierungsmittel ist, hingegen eine, hohen Abnutzungsverlust verursacht, der ebenso hoch ist wie bei Mischung a.
  • Die Mischung q. erhielt 8 ofo der plastisch machenden Zubereitung, die von Anfang an zugesetzt wurde. Die Mischdauer betrug ebenfalls 12 Minuten, um Zahlen zu erhalten, die mit denen der Mischungen i bis 3 vergleichbar sind. Die Mischtemperatur lag mit ioo° erheblich tiefer als bei den !Mischungen i bis 3 und genügend weit unter der Temperatur, bei der eine Verbnennung auftritt. Der Kraftverbrauch war bedeutend niedriger und betrug nur ungefähr die Hälfte des Kraftverbrauchs für die Mischung 2, die in üblicher Weise vormastiziert worden war. Der günstige Einfiuß der thermoplastisch machenden Zubereitung auf die Weichheit und Plastizität sind aus der Fließzahl und dem Rückprall zu ersehen, die erheblich tiefer liegt als die entsprechenden Zahlen für die Mischungen i und 3. Die Zahlen für die Mischung a sind zwar noch niedriger, sie beruhen aber auf der kostspieligen Vormastizierung, die außerdem wegen der anhaltenden mechanischen Bearbeitung des Kautschuks als nachteilig zu betrachten ist. Der Abnutzungsverlust der Mischung 4 war erheblich niedriger als der der Mischungen 2 und 3, die mit Fichtenteer bereitet wurden.
  • Für Mischung 5 wurde eine kleinere Menge der thermoplastisch machenden Zubereitung verwendet, auch wurde die Mischdauer erheblieh herabgesetzt, um die Vorteile der Erfindung deutlicher in Erscheinung treten zu lassen als bei Mischung ¢, die, um vergleichbare Zahlen zu erhalten., länger gemischt wurde, als eigentlich erforderlich war.
  • Die für die Mischung 5 angegebenen Zahlen lassen einige hervorragende Vorzüge der Erfindung erkennen. Die Abkürzung der Verarbeitungszeit um 1/s gestattet, die Zahl der mit der gleichen Maschine hergestellten Chargen im gleichen Ausmaß zu erhöhen; man erhält also bei gleichen festen Unkosten, die durch die Abwertung der Maschineneinrichtung, durch Reparaturen, Investitionen u. dgl. verursacht «-erden, einen um 5o % höheren. Durchsatz. 1Tan kann also die Leistungsfähigkeit einer Walzeinrichtung, die bei Anwendung der bisherigen Arbeitsverfahren ihre Grenze schon erreicht hatte, noch um ein Bedeutendes steigern, so daß neue Investitionen für Vergrößerung der MaschIneneinrichtung zwecks Steigerung der Leistung üb-erflüssig werden.
  • Die Kraftersparnis ist bei Mischung 5 noch bedeutender als die Verminderung der Mischzeit.
  • Gemäß den Plastometeranzeigen weist die Mischung 5 günstige Eigenschaften für die Verformung auf. Die Zugfestigkeit ist hoch, der Abnutzungsverlust gering. Durch Regelung der zugesetzten Menge der plastisch: machenden Zubereitung kann man die Weichheit und Plastizität beeinflussen, da größere Zusätze die Weichheit und Plastizität erhöhen.
  • Von den Vorteilen, die die Erfindung bietet, seien die folgenden hervorgehoben: r. Die Arbeit in dem Walzraum wird erheblich vereinfacht. Der Rohkautschuk kann. der Mischmaschine unmittelbar zugeführt werden; die vorangehende Mastiziei-ung fällt weg, ebenso das Rastenlassen zwischen dem Mastizieren -und dem Mischen.
  • a. Die Gefahr, daß der Ansatz während des Mischens, noch vor der Vulkanisation, eine vorzeitige Vulkanisation durchmacht (verbrennt), wird auf ein. Mindestmaß herabgesetzt. Die thermoplastisch machende Zubereitung wirkt wie ein inneres Schmiermittel, wobei sie scheinbar denichtkautachukartigen: Bestandteile des Kautschuks, die Kautschukteilchen selbst oder beide Bestandteile des Rohkautschuks beeinflußt, sei es als Dispergierungsmittel, sei es durch Herabsetzung der Oberflächenspannung der adsorbierten Nichtkautschukteilchen. Jedenfalls wird der Kraftverbrauch bedeutend herabgesetzt, der Zeitaufwand bis zur Erzielung eines plastischen Kautschuks erheblich vermindert und die Wärmeentwicklung in der Kautschukmasse erheblich beschränkt.
  • 3. Man ist in die Lage versetzt, sehr wirksame Vulkanisationsbeschleuniger zu verwenden, die sonst leicht ein Verbrennen des Ansatzes verursachen.
  • 4.. Der Betrieb im Walzraum kann regelmäßiger gestaltet, die Mischung gleichförmiger gemacht werden. Die v eränderliche Einwirkung der bisher üblichen mechanischen Bearbeitung auf die Plastizität wird in weitem Ausmaß durch eine gleichförmige, berechenbare Plastizität des Produkts ersetzt. Beim Kalandrieren können Schwierigkeiten durch zu dicke Kautschukfelle und die sich daraus ergebenden Verluste vermieden werden, das Kalandrieren wird gleichförmiger, die Einstellung der Kalander ändert 'sich weniger. Auch die Verluste, die durch das Auflaufen oder Dickwerden der Enden der kalandrierten Felle verursacht werden und auf der Zusammenziehung des Materials beruhen, werden herabgesetzt.
  • 5. Die Dispersion der pulverigen Zusatzstoffe im. Kautschukansatz wird verbessert.
  • 6. Bei der Verarbeitung auf der Strangpresse wird eine höhere Preßgeschwindigkeit zulässig.
  • p. Bei der Herstellung von Drahtisolationen wird die konzentrische Anordnung verbessert, die Neigung zur Entstehung von Abflachungen vermindert.
  • B. Die Leistung der Mastizier- und Mischwalzwerke wird ganz erheblich gesteigert. Weitere Vorteile, die die Erfindung bietet, äußern sich in günstigeren Älterungseigen,-schaften, einem erhöhten Widerstand gegen Abnutzung und verbessertenthermoplastischen Eigenschaften, wie sie durch die- Plastometerzahlen ausgedrückt werden. Die letzteren Zahlen zeigen an, daß. die neuen Kautschukmischungen vor der Vullanisation weicher sind und eine geringere Federkraft entwickeln, wie aus Fließzahlen und Rückprall hervorgeht. Der Modul (Spannung geteilt durch Dehnung) des vulkanisierten Produktes kann oft in erheblichem Maße vermindert werden, ohne eine entsprechende Verminderung der Zugfestigkeit oder anderer erwünschterphysi,-kalischerEigenschaften befürchten zu müssen.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRÜCHE: s. Verfahren zur Herstellung von Kautschukmischungen unter Verwendung von Lösungsmitteln. als Weichmacher bei der mechanischen Verarbeitung, dadurch gekennzeichnet, daß man die Kautschukmischung unter Verwendung eines Gemisches aus einem bei der Verarbeitung und Vullranisation nicht flüchtigen Kautschuklösungsmittel mit geringen Mengen eines Aktivators, wie sulfonierte Petroleumöle oder höhere Alkohole, herstellt. z. Verfahren nach Anspruch z, dadurch gekennzeichnet, daß man als Weichmacher 4 bis 8 % eines Gemisches aus Petrolöl vom Flammpunkt 149' und geringen Mengen der sulfonierten Produkte, höheren Alkohole oder Mischungen der beiden letzteren verwendet.
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