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Verfahren zur Herstellung von Umwandlungsprodukten von chromhaltigen
Azofarbstoffen Es wurde gefunden, daB neue chromhaltige Azofarbstoffe aus solchen
Chromverbindungen der Azofarbstoffe aus dianotierten i-Amino-2-oxynaphthalin-4-sulfonsäuren
und Oxynaphthalinen, die auf jede chromierbare Gruppe des Farbstoffmoleküls mindestens
ein Atom Chrom enthalten, durch Behandeln mit alkalischen Mitteln hergestellt werden
können, wenn diese Behandlung durch mindestens sechsstündiges Kochen erfolgt.
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Zur Herstellung der dem vorliegenden Verfahren als Ausgangsprodukte
dienenden Chromverbindungen können die Azofarbstoffe aus beispielsweise dianotierter
i-Amino-2-oxynaphthalin-4-sulfonsäure, dianotierter Chlor-bzw. Brom-i-amino-2-oxynaphthalin-4-sulfonsäure,
nitrierter i-Diazo-2-oxynaphthalin-4-sulfonsäure und z- oder 2-Oxynaphthalinen sowie
dessen Substitutiönsprodukten, wie z. B. Chlor-, Brom-, Methyl- und Alkoxyoxynaphthalinen,
verwendet werden.
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Die Herstellung der dem vorliegenden Verfahren als Ausgangsprodukte
dienenden Chromverbindungen der Azofarbstoffe aus dianotierten i-Amino-2-oxynaphthalin-4-sulfonsäuren
und Oxynaphthalinen, die auf jede chromierbare Gruppe des Farbstoffmoleküls mindestens
ein Atom Chrom enthalten, kann aus den entsprechenden Azofarbstoffen nach den verschiedensten
bekannten Verfahren und mit den verschiedensten Chromierungsmitteln erfolgen. Derartige
Verfahren sind beispielsweise das Chromieren mit chromabgebenden Mitteln in saurem,
neutralem oder alkalischem Medium, offen oder unter Druck, in Gegenwart oder Abwesenheit
von geeigneten Zusätzen, wie z. B. anorganischen oder organischen Säuren bzw. deren
löslichen Salzen, oder andern Substanzen, wie z. B. organischen Lösungsmitteln.
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Als alkalische Mittel, die für die Behandlung der chromierten Farbstoffe
unter energischen Bedingungen inBetracht kommen, seien beispielsweise Soda, Pottasche,
Borax, Magnesiumoxyd, Calciumhydroxyd, Ammoniak, Trialkaliphosphat, ferner Ätzalkalien,
wie Kalium- oder Nstriumhydroxyd, sowie organische Basen, allein oder unter sich
gemischt, genannt.
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Besonders gute Ergebnisse in bezug auf das färberische Verhalten der
nach dem vorliegenden Verfahren hergestellten chromhaltigen Äzofarbstoffe werden
jedoch unter Verwendung von Ätzalkalien erhalten. Für die Behandlung mit den alkalischen
Mitteln können sowohl abgeschiedene chromierte Azofarbstoffe
als
auch Reaktionsgemische, wie sie bei den Chromierungen erhalten werden, verwendet
werden.' Bei der Behandlung der Chromverbindungen der Azofarbstoffe aus diazotierten
i-Amino-2-oxynaphthalin-q.-sulferisäuren und Oxynaphthalinen, die auf jede chromierbare
Gruppe des Farbstoffmoleküls mindestens ein Atom Chrom enthalten, mit alkalischen
Mitteln nach dem vorliegenden Verfahren wird ein Teil des im Farbstoff komplex gebundenen
Chroms aus dem Ausgangsfarbstoffe entfernt, so daß chromierte Azofarbstoffe erhalten
werden, die auf jede chromierbare Gruppe des Farbstoffmoleküls weniger als ein Atom
Chrom enthalten. Um dieses Ziel zu erreichen, muß die Behandlung mit den alkalischen
Mitteln durch mindestens sechsstündiges Kochen, offen oder unter Druck, erfolgen.
Um zu möglichst guten Ergebnissen zu gelangen, ist eine geeigneteWahl des alkalischen
Mittels und der Alkalikonzentration notwendig. Die Arbeitsbedingungen können in
der mannigfachsten Art und Weise geändert werden. Sie sind insbesondere abhängig
von den stärkeren oder schwächeren komplexchemischen Bindungen des Chroms in den
als Ausgangsfarbstoffe zu verwendenden chromierten Azofarbstoffen, und es ist Sache
einer handwerksmäßigen Ausarbeitung, von Fall zu Fall die günstigsten Bedingungen
zu bestimmen.
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Die nach dem vorliegenden Verfahren herstellbaren Chromverbindungen
zeichnen sich durch sehr gute Wasserlöslichkeit aus. Sie eignen sich zumFärberi
von tierischenFasern, wie z. B. Wolle und Seide. Beim Färben von Wolle bedient man
sich mit Vorteil .des aus der- Patentschrift 550 93o bekannten Verfahrens
oder der Verfahren nach Patent 59z 362 bz-,V. 596 727.
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Nach dem vorliegenden Verfahren werden echt schwarz oder solche marineblau
färbende Farbstoffe erhalten, deren Färbungen entgegen den Färbungen mit bisher
bekannten und in ähnlichenTönen färbenden Farbstoffen dieser Gruppe auch in tiefen
Tönen gleichmäßig und in jeder Beziehung echt sind. Beispiel i Man suspendiert 41,6
Teile des Azofarbstoffs aus diazotierter i-Amino-2-oxynaphthalin-q.-sulfonsäure
und 2-Oxynaphthalin unter Rühren in iooo Teilen Wasser, fügt eine 8,4Teilen Cr,
0, entsprechende Menge Chromformiat hinzu und kocht rückfließend io bis 12
Stunden.
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Zu dernReaktionsgemisch gibt man133Teile Natronlauge 3oprozentig,
wobei die erhaltene ungelöste Chromverbindung mit rotvioletter Farbe in Lösung geht,
und kocht unter Rückflußkühlung weitere 8 Stunden. Die blauviolett gewordene Lösung
wird nach dem Abkühlen mit ioprozentiger Salzsäure neutralisiert und hierauf mit
3 Teilen Ameisensäure angesäuert. Nach dein Abfiltrieren von Verunreinigungen wird
der neue chromhaltige Farbstoff durch Kochsalz abgeschieden.
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Er stellt nach dem Trocknen ein violettschwarzes Pulver dar, das sich
in Wasser mit blauer, roten Dichroismus zeigender Farbe löst. Er löst sich ferner
in ioprozentiger Sodalösung schwer mit blauer, in ioprozentiger Natronlauge sehr
schwer mit violettroter und in konzentrierter Schwefelsäure mit blauer Farbe.
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Er färbt Wolle aus saurem Bade in marineblauen Tönen von vorzüglichen
Echtheiten. Einen chromierten Farbstoff mit denselben Eigenschaften erhält man,
wenn der als Ausgangsfarbstoff dienende ehromierte Azofarbstoff aus dem Reaktionsgemisch
abgeschieden und hierauf mindestens 6Stunden mitNatronlauge zum Sieden erhitzt wird.
Beispiel 2 4,6 Teile des Azofarbstoffs aus diazotierter i-Amino-2-oxynaphthalin-q-sulfonsäure
und 2-Oxynaphthalin werden nach den folgenden Angaben chromiert: .
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In einem eisernen Kessel werden bei 6o bis 70 0 C 41 Teile Ätznatron
in 8o Teilen einer wässerigenChromhydroxydpaste, die 7,6Teile Cr2 03 enthält, gelöst.
Das Reaktionsgemisch wird hierauf mit 15 Teilen 2-Oxynaphthalin versetzt und auf
15 0 C abgekühlt. Hierauf fügt man 27,3 Teile diazotierte i-Amino-2-oxynaphthalin-¢-sulfonsäure
hinzu und erwärmt so lange auf 40 0 C, bis die Diazoverbindung verschwunden ist.
Man erhitzt dann auf 7o bis 75 0 C und hält bei dieser Temperatur, bis der Farbstoff
vollständig in seine Chrömverbindung übergegangen ist.
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Das Chromierungsgemisch wird hierauf mit Wasser auf i2oo Raumteile
verdünnt und 30 Stunden rückfließend gekocht. Die anfänglich rotviolette
Lösung färbt sich dabei blauviolett. Nach dem Abkühlen auf etwa So 0 C wird mit
ioprozentiger Salzsäure neutralisiert, dann mit 3 Teilen -Ameisensäure angesäuert.
Nach Abfiltrieren von unlöslichen Anteilen und ausgeschiedenem Chromhydroxyd wird
der chromierte Farbstoff durch Beigabe i von Kochsalz ausgesalzen.
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Er stellt ein violettschwarzes Pulver dar, das sich in Wasser mit
blauer, roten Dichroismus zeigender Farbe löst. Er löst sich ferner in ioprozentiger
Sodalösung mit , blauer, in ioprozentiger Natronlauge sehr schwer mit rotvioletter
und in konzentrierter
Schwefelsäure mit blauer Farbe. Er färbt Wolle
aus saurem Bade in marineblauen Tönen von sehr guten Echtheiten.
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Ähnliche Ergebnisse werden erhalten, wenn man den als Ausgangsfarbstoff
dienenden chromierten Farbstoff abscheidet, dann in verdünnter Natronlauge wieder
auflöst und mindestens 6 Stunden kocht.
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Beispiel 3 41,6 Teile des Azofarbstoffs aus diazotierter i-Amino-2-oxynaphthalin-q.-sulfonsäure
und i-Oxvnaphthalin werden in ähnlicher Weise, wie es in Beispie12 angegeben ist,
chromiert.
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An Stelle von Ätznatron kann auch Ätzkali verwendet werden.
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Nach beendeter Chrormerung wird die Reaktionsmasse mit iooo Teilen
Wasser verdünnt und unterRückflußkühlung 6bis8Stunden gekocht. Nach dem Abkühlen
-auf 5o bis 6o o C wird mit ioprozentiger Salzsäure neutralisiert, mit 3 Teilen
Essigsäure angesäuert, von unlöslichen Anteilen abfiltriert und im Vakuum zur Trockne
verdampft. -Die neue Chromverbindung stellt ein violettschwarzes Pulver dar, das
sich in Wasser mit blauer, rotvioletten Dichroismus zeigender Farbe löst. Es löst
sich ferner in ioprozentiger Sodalösung schwer mit blauer, in ioprozentiger Natronlauge
sehr schwer mit rotvioletter und in konzentrierter Schwefelsäure mit schwärzlichgrüner
Farbe. Es färbt aus saurem Bade Wolle in marineblauen Tönen von sehr guten Echtheiten.