DE61331C - Verfahren und Apparat zur Concentration der Schwefelsäure unter Anwendung von eisernen Gefäfsen - Google Patents
Verfahren und Apparat zur Concentration der Schwefelsäure unter Anwendung von eisernen GefäfsenInfo
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C01—INORGANIC CHEMISTRY
- C01B—NON-METALLIC ELEMENTS; COMPOUNDS THEREOF; METALLOIDS OR COMPOUNDS THEREOF NOT COVERED BY SUBCLASS C01C
- C01B17/00—Sulfur; Compounds thereof
- C01B17/69—Sulfur trioxide; Sulfuric acid
- C01B17/88—Concentration of sulfuric acid
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Gefäfsen.
Bisher war es üblich, zur Concentration von Schwefelsäure auf 660B. Concentrationskessel
oder -Schalen aus Platin anzuwenden.
Nun istaber Platin von concentrirter Schwefelsäure, namentlich wenn dieselbe Nitrose enthält,
angreifbar. Aufserdem sind solche Platingefäfse, welche wegen des hohen Preises des
Platins ja immer möglichst dünn hergestellt werden, demgemäfs auch Verletzungen bezw.
Beschädigungen mechanischer Natur leicht zugänglich. Ferner ist der Preis des Platins infolge
seiner gröfseren und immer noch wachsenden Verwendung auf anderen technischen Gebieten
ganz bedeutend gestiegen.
Diese Thatsachen führten nun dazu, eine einfache, praktische und möglichst billige Anordnung
aufzusuchen, welche zur Concentration von Schwefelsäure auf einen hohen Grad geeignet
sein möchte. Die Anwendung nun von eisernen Concentrationskesseln als Ersatz für
Platingefäfse hat bislang nicht befriedigt, wenigstens nicht für confinuirlich arbeitende
Apparate. Dieselben wurden, obgleich namentlich Gufseisen gegen starke Schwefelsäure unempfindlich
ist, dennoch verhältnifsmäfsig stark angegriffen. Die Ursache hierfür wurde nun darin gefunden, dafs die beim Concentriren
sich verflüchtigende Säure sich zum Theil recht schnell condensirt und an der Innenwand des
Gufseisenbehälters herabfliefst; da nun diese verflüchtigten und wieder condensirten Schwefelsäureantheile
bedeutend verdünnter sind, als die zu concentrirende Säure, so greifen dieselben
beim Herabfliefsen an der Gufseisenwand letztere stark an.
Zu diesen Unzuträglichkeiten, welche bislang dem Ersatz der Platingefäfse durch gufseiserne
Concentrationskessel entgegentraten, gesellte sich noch die Schwierigkeit der haltbaren und
dichten Verbindung des gufseisernen Gefäfses mit dem Helm bezw. der Kühlerglocke, welche
über der Concentrationsschale angeordnet werden und wegen der leichten Angreifbarkeit des
Eisens durch die verflüchtigte schwächere Säure aus einem anderen Metall, etwa aus Blei oder
Platin, hergestellt sein mufs.
Diesen Schwierigkeiten, alle Theile eines continuirlich arbeitenden Apparates der Gesammteinwirkung
der heifsen Gase des Feuerherdes auszusetzen und ihn zugleich der Einwirkung der schwachen Säure zu entziehen, kann nun
auf Grund vielfacher Versuche nach vorliegender Erfindung in wirksamer Weise abgeholfen
werden, wie im Nachstehenden erläutert werden soll.
Derartige Versuche haben gezeigt, dafs die von sehr hochgradiger siedender technischer
Schwefelsäure immerhin angreifbaren Platingefäfse sehr -wohl mit Erfolg durch die combinirte
Anwendung von Platin und Gufseisen ersetzt werden können, wenn man den oberen
Theil der eisernen Gefäfsinnenwand durch geeignete Anordnung einer Traufe aus Platin vor
herabfliefsender oder herabtropfender condensirter schwacher Säure schützt und letztere veranlafst,
direct in die zu concentrirende Säure ein-
zufliefsen, ohne mit der Innenwand in Berührung
zu kommen. Diese Traufe schliefst sich an den Helm oder Kühler des Concentrationsapparates
an, indem zu dessen Verbindung mit der Eisenpfanne bezw. dem Eisengefäfs
ein mit der Traufe, zweckmäfsig durch Anlöthen, dicht vereinigter Platinring dient,
der vortheilhaft durch einen auf dem Eisengefäfsrand passenden Eisenring mit ersterem
fest verschraubt ist, so dafs man die ganze Eisenschale heizen und so auch jede Condensation
an der Eisenwand selbst verhindern kann. Ist der Helm selbst aus Platin gefertigt,
so kann man in diesem Falle der Traufe entbehren, wenn dieselbe auch zur Sicherheit sehr
zweckmäfsig ist; alsdann ist der Verbindungsplatinring direct an den Platinhelm angelöthet.
Läfst man hieran eine Platintraufe sich anschliefsen, so braucht man nicht so sehr besorgt
um die Erhitzung der gesammten Eisenschale zu sein, wenn sie auch immer vorzuziehen
sein wird.
Mit Hülfe der vorliegenden Anordnung ist man im Stande, möglichst an Platin zu sparen,
Platingefäfse für die Concentration der von den Bleipfannen kommenden öogrädigen Säure
nur bis zu etwa 65° zu benutzen (d. h. nur da zu verwenden, wo Platin am wenigsten angegriffen
wird) und die weitere Concentration bis 66° (bis 97,5 pCt. Säuregehalt) in eisernen
Gefäfsen vorzunehmen.
Zur näheren Erläuterung des Gegenstandes der vorliegenden Erfindung sind auf beiliegender
Zeichnung einige denselben benutzende Anordnungen veranschaulicht.
Fig. ι zeigt in theilweisem Schnitt und Ansicht
eine Concentrationsanlage, für welche die durch Fig. 2 im Schnitt dargestellte Anordnung
der vorliegenden Erfindung zur Anwendung gekommen ist. Fig. 3 veranschaulicht eine
andere Anlage in Schnitt und Ansicht, für welche Fig. 4 im Schnitt die Verwendung der
vorliegenden Erfindung zeigt.
Nach Fig. 1 und 2 ist ein Kefsler'scher
Apparat mit zwei Concentrationsschalen und je einem bleiernen Kühler entsprechend vorliegender
Erfindung abgeändert worden.
Bei dieser Anlage ist die zweite Platinschale durch eine gufseiserne Schale F ersetzt, welche
vermittelst Randes L auf dem Mauerwerk sitzt; die ganze Schale ist der Einwirkung der Heizgase
ausgesetzt.
Die den Schalenobertheil schützende Traufe ag"
aus Platin bildet den unteren Theil des zweckmäfsig
die gewöhnliche Form des Kefslerschen Verschlusses besitzenden Platinbleches g b c d und reicht abwärts in das Schaleninnere. Im Winkel zu ab ist ein Platinring gh
angelöthet, welcher durch einen eisernen Ring i i mit dem' vortheilhaft glatt gedrehten Rand k k
der Eisenschale F fest zusammengeschraubt ist.
Zum völligen Abdichten kann vor dem Anziehen der Schrauben unter dem Platinring g h
Asbestpappe, Thon oder Gyps untergelegt werden. Auf diese Weise ist man im Stande,
den Apparat vollständig dicht zu erhalten. Das Randblech abcd taucht, wie bei dem K efs 1 er sehen
Apparat, mit seinem äufseren umgebogenen Theil cd in eine Bleirinne; ebenso
auch reicht der mit Wasser gekühlte bleierne Kühler in die Bleirinne, um einen Flüssigkeitsverschlufs
des Apparatinnern gegen die Umgebung zu bewirken. Ist .eine Erhitzung der
gesammten Eisenschale bis zu ihrem Oberrand gesichert, so kann man auch die Traufe ga
fehlen lassen; für diesen Fall empfiehlt es sich, den Platinrand δ c nicht zu kurz zu wählen,
damit durch Wärmeleitung nicht die Bleiarmatur leidet.
Mit Hülfe eines solchen Apparates wird die aus den Bleipfannen kommende Säure zunächst
in der Platinschale A zweckmäfsig auf etwa gegen 650B. und dann in der Eisenschale
weiter concentrirt. Bei der durch Fig. 3 und 4 veranschaulichten Anordnung ist beabsichtigt,
noch gröfsere Sicherheit dafür zu haben, dafs die zu concentrirende Säure ungehindert durch
einen bei der gewünschten hohen Grädigkeit der Säure immerhin verhältnifsmäfsig leicht angreifbaren
kleineren Kühler zur höchsten möglichen Concentration gebracht werden kann. Für diesen Fall ersetzt man bei dem eisernen
Concentrationsgefäfs die Bleiglocke durch einen Platinhelm, wodurch sich, wie aus Fig. 3 und 4
, ersichtlich, die Einrichtung derart vereinfacht, dafs die Traufe α g eine directe Verlängerung
des Platinhelmes P bildet (allerdings, wenn auch nicht immer vortheilhaft, auf Wunsch
fehlen kann, wie oben angedeutet ist), während bei g ebenfalls ein Platinring g h angelöthet
ist, der ebenso, wie oben beschrieben, auf den abgedrehten Rand k k des Gufskessels F mittelst
Ringes i i und Dichtung fest aufgeschraubt ist. Die zu concentrirende Säure kann man
durch einen oder mehrere Platinschalen mit Ke fsler'sehen Bleikühlern vorconcentriren.
Auf beiliegender Zeichnung sind zwei solcher Vorconcentratoren A1A dargestellt.
Auch hier wird der ganze Gufskessel der Einwirkung der Heizgase ausgesetzt.
Je nach der Concentration ,kann man die Zahl der Kessel abändern. Die Heizgase
können der die Gesammtanordnung durchfliefsenden Säure entgegen oder derselben gleichgerichtet
werden. Das gufseiserne Gefäfs erhält immer die stärkste Säure.
Zur Kohlenersparnifs kann man den gufseisernen Kessel mit Zwischenwänden ausstatten;
jedoch leidet hierdurch die Haltbarkeit des Apparates, denn die Zwischenwände werden
eher angegriffen, als der den Heizgasen direct ausgesetzte Boden. Mit einem solchen Apparat
Claims (5)
- kann man die Grä'digkeit der Schwefelsäure . bis auf einen Gehalt, von 97,5 pCt. treiben, und können mehrere 100 000 kg 66grä'dige Säure hergestellt -werden, ehe Beschädigung des gufseisernen Gefäfses eintritt. Die Platinabnutzung ist auf die Vorconcentrationsapparate beschränkt und nur eine ganz minimale, da in den Platingefäfsen die Concentration nur bis zu etwa 92 pCt. getrieben und der Platinhelm beinahe gar keine nachtheilige Veränderung erleidet.Will man überhaupt kein Blei anwenden, so kann man für den oben beschriebenen und in Einzelheiten durch Fig. 4 veranschaulichten Platineisenapparat lediglich einen aus Platinkessel und Platinhelm bestehenden Vorconcentrator anstatt der Platinschalen mit Kefslerschem Bleikühler benutzen. Man wählt, wie aus obigem erhellt, die Anordnung der aus Platinblech bestehenden Traufe namentlich für den Fall, wo es nicht gut angeht, eine directe Berührung zwischen heifsen Gasen und Metall in allen seinen Theilen zu bewerkstelligen, wie durch Fig. 2 angezeigt. Die Traufe kann auch für den Apparat (Fig. 4) wegfallen, das gesammte Gufseisen wird ja durch die heifsen Gase umspült. Ferner erreicht man nunmehr, indem man an den Platinhelm oder an den zur hydraulischen Abdichtung verwendbaren Platinblechrand einen Platinblechring anlöthet, welcher auf den Oberrand des Eisengefäfses dicht aufgeprefst werden kann, einen dichten und haltbaren Abschlufs des Apparatinnern gegen aufsen, und aufserdem kann man eine Erhitzung des gesammten Eisengefäfses vornehmen, so dafs nicht nur herabfliefsende condensirte schwäche Säure vermittelst der etwaigen Traufe von der Berührung mit dem Eisen abgehalten, sondern auch die Condensation von Säuredämpfen an kühlen Stellen (dieselben sind ja nun vermieden) der Eisenwandung unmöglich gemacht wird.Patent-Ansρrüche:i. Schwefelsäureconcentrationsapparat, dessen zur Aufnahme der zu concentrirenden Schwefelsäure bestimmter Theil aus Eisen besteht, während der mit den entweichenden Dämpfen in Berührung kommende Theil aus Platin oder Blei hergestellt ist, wobei auch im letzteren Falle die Verbindung durch Platin vermittelt wird.
- 2. BeiSchwefelsäureconcentrationsapparaten mit eisernem Concentrationsgefäfs der unter 1. gekennzeichneten Art die Anordnung eines Platinringes g h, welcher auf den Rand des eisernen Concentrationsgefäfses dicht . aufgeprefst und seinem ganzen, inneren Umfange nach befestigt ist, an dem Platinhelm P oder an dem Platinblechrand gbcd, welcher zur hydraulisch abschliefsenden Vereinigung des Concentrationsgefäfses mit dem Bleihelm dient.
- 3. Bei dem durch Anspruch 1. bezw. 2. gekennzeichneten Apparat die Anordnung eines die untere Verlängerung des Platinhelmes P oder des Platinblechrandes g b c d bildenden und in das eiserne Gefäfs F dessen ganzem inneren Umfang nach hineinragenden, als Traufe dienenden Platinbleches g a.
- 4. Ein Schwefelsäureconcenlrationsapparat der nach Anspruch 1., 2. bezw. 3. gekennzeichneten Art, bestehend aus einem eisernen Gefäfs (F), auf dessen oberen Rand ein Platinring (g h) dicht aufgeprefst ista) für den Fall, dafs ein Bleikühler über dem Eisengefäfs angeordnet ist mit dem zum hydraulischen Abschlufs dienenden und mit seinem äufseren Theil entsprechend abwärts gebogenen Platinblechrand (gb c d), oderb) für den Fall_, dafs ein Platinhelm P über dem Eisengefäfs angeordnet ist, mit diesem Helm in fester Verbindung stehend, eventuell unter Anordnung eines sich an diesen Platihblechrand (g b c d) oder an den Platinhelm P anschliefsenden und in das eiserne Gefäfs F dessen ganzem inneren Umfang nach hineinragenden, als Traufe dienenr den Platinbleches g a.
- 5. Verfahren zur Concentration von Schwefelsäure, welches einen continuirlichen Betrieb ermöglicht, gekennzeichnet durch die Anwendung von aus Eisen und Platin, eventuell auch Blei bestehenden Concentrationsapparaten der durch Anspruch ■ 1. bis 4. beschriebenen Art.Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE61331C true DE61331C (de) |
Family
ID=335398
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT61331D Expired - Lifetime DE61331C (de) | Verfahren und Apparat zur Concentration der Schwefelsäure unter Anwendung von eisernen Gefäfsen |
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0
- DE DENDAT61331D patent/DE61331C/de not_active Expired - Lifetime
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