DE612809C - Lederdeckfarbe - Google Patents

Lederdeckfarbe

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DE612809C
DE612809C DED56321D DED0056321D DE612809C DE 612809 C DE612809 C DE 612809C DE D56321 D DED56321 D DE D56321D DE D0056321 D DED0056321 D DE D0056321D DE 612809 C DE612809 C DE 612809C
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leather
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paints
color
dissolving
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DED56321D
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Doerr & Hofmann
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C09DYES; PAINTS; POLISHES; NATURAL RESINS; ADHESIVES; COMPOSITIONS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; APPLICATIONS OF MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • C09DCOATING COMPOSITIONS, e.g. PAINTS, VARNISHES OR LACQUERS; FILLING PASTES; CHEMICAL PAINT OR INK REMOVERS; INKS; CORRECTING FLUIDS; WOODSTAINS; PASTES OR SOLIDS FOR COLOURING OR PRINTING; USE OF MATERIALS THEREFOR
    • C09D101/00Coating compositions based on cellulose, modified cellulose, or cellulose derivatives
    • C09D101/08Cellulose derivatives
    • C09D101/16Esters of inorganic acids
    • C09D101/18Cellulose nitrate

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
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  • Materials Engineering (AREA)
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  • Organic Chemistry (AREA)
  • Treatment And Processing Of Natural Fur Or Leather (AREA)
  • Paints Or Removers (AREA)

Description

  • Lederdeckfarbe Die Glanzwirkung üblicher, auf Basis von sich mit hoher Viscosität lösenden Celluloseestern, z. B. Cellulosenitraten, hergestellten Lederdeckfarben ist dadurch begrenzt, daß man in Rücksicht auf eine ausreichende Deckfähigkeit den Gehalt der Deckfarbe an glanzerhöhendem Celluloseester nur in beschränktem Maße steigern kann. Denn da es nötig ist, bei Erhöhung der Menge des- sich mit hoher Viscosität lösenden Esters zur Erhaltung der Auftragfähigkeit der Mischung auch entsprechend größere Lösungsmittelmengen zuzuführen, vermindert sich dementsprechend der prozentuale Gehalt der Deckfarbe am Farbkörper.
  • Man hat schon versucht, eine Steigerung der Glanzwirkung solcher Lederdeckfarben auf dem Wege einer Erhöhung der spiegelnden Wirkung der Oberfläche des Farbauftrages durch erhöhte Glättung derselben zu erzielen, indem man der Lederdeckfarbe hochsiedende Lösungsmittel zufügte. Aber abgesehen davon, daß sich auch hierbei eine unerwünschte Verminderung der Deckkraft nicht vermeiden läßt, zeigen die auf solche Weise erzeugten Aufträge noch den Nachteil, daß bei einer Rauhung der Oberfläche infolge des normalen Verschleißes die ursprüngliche Spiegelwirkung bzw. die dadurch bewirkte Glanzsteigerung alsbald in Wegfall kommt. Vor allem aber konnte der hier eingeschlagene Weg schon deshalb nicht zum Erfolge führen, weil die Glanzwirkung der bekannten Lacküberzüge im wesentlichen auf der Reflexion des Lichtes an der glatten Oberfläche des Oberzuges, die ganz andersartige Glanzwirkung der Lederdeckfarben dagegen in erster Linie auf der starken Lichtbrechung im Innern der hauchdünnen Überzugsschicht beruht.
  • Es ist schon vorgeschlagen worden, zwecks Erzielung dicker Lacküberzüge oder Deckfarben auf den verschiedensten Materialien, z. B. Leder, Lacke, die unter Verwendung von sich mit niedriger Viscosität lösender Nitrocellulose an Stelle der üblichen sich mit hoher Viscosität lösenden Celluloseester hergestellt sind, zu verwenden.
  • Im Gegensatz hierzu handelt es sich bei den erfindungsgemäßen Lederdeckfarben nicht um derartige, in dicker Schicht aufzutragende Lacküberzüge o. dgl., sondern es sollen solche Lederdeckfarben nur in einer einzigen, möglichst dünnen Schicht auf das Leder aufgebracht werden, da sie diese überzugsmittel im Gegensatz zu üblichen Lacken auf der Oberfläche des Leders nicht eine die Unebenheiten derselben ausgleichende, ununterbrochene Spiegelfläche bilden, sondern vielmehr die Eigenart der genarbten Lederfläche einschließlich sämtlicher Unebenheiten, feinen Poren u. dgl. voll in Erscheinung treten lassen, dabei aber gleichzeitig eine Glanzwirkung erzeugen sollen, die infolge der Auflösung der Überzugsschieht in zahllose kleine, durch die Vertiefungen des Narbens voneinander geschiedene glitzernde Einzelflächen von der Glanzwirkung eines ununterbrochenen Lacküberzuges üblicher Art weit verschieden ist.
  • Außerdem ist die Biegsamkeit von nur vermittels sich mit niedriger Viscosität lösender Nitrocellulose hergestellten Lacken viel zu gering für die Verwendung zu Lederdeckfarben, an deren Widerstandsfähigkeit gegenüber fortgesetzter Biegungsbeanspruchung weit höhere Anforderungen als an Lacküberzüge für andere Zwecke zu stellen sind.
  • Es wurde gefunden, daß es möglich ist, unter Vermeidung der Nachteile der nur vermittelst hochviscoser oder nur vermittelst niedrigviscoser Celluloseester (s. vorstehend) hergestellten Produkte und Überzüge Lederdeckfarbenschichten zu erzielen, die bei gleicher Deckkraft einen erhöhten und dauernden Glanzeffekt aufweisen, wenn man zum Färben des Leders für andere Zwecke bekannte Deckfarben auf Basis mehrerer, sich mit verschiedener Viscosität lösender Celluloseester, insbesondere Nitrocellulose verwendet, die in allen Fällen als weitere Bestandteile Lösungsmittel gebräuchlicher Art oder Gemische von solchen, Weichmachungsmittel u. dg1. enthalten können.
  • Die Herstellung solcher Deckfarben kann erfolgen, indem man zunächst eine Farbe unter Verwendung eines sich mit hoher Viscosität lösenden Celluloseesters bereitet und diese alsdann mit einem unter Verwendung eines sich mit niedriger Viscosität lösenden Celluloseesters hergestellten, gegebenenfalls ebenfalls farbstoffhaltigen Lack vermischt, oder auch derart, daß man die sämtlichen Bestandteile des gewünschten endgültigen Gemisches gleich von vornherein einschließlich der benötigten Lösungsmittel, Weichmachungsmittel u. dgl. in geeigneter Weise zusammenbringt.
  • Der höhere Glanzeffekt der erfindungsgemäß verwendeten Deckfarben dürfte darauf beruhen, daß durch die Zufügung des sich mit niedriger Viscosität lösenden Celluloseesters die Lichtbrechung nicht nur des Celluloseesteranteils der Deckschicht, sondern auch der zugefügten Weichmachungsmittel gesteigert und die Brillanz der mit dem Farbauftrag bedeckten Lederoberfläche entsprechend erhöht wird.
  • Es ist bereits vorgeschlagen worden, zur Herstellung spiegelnd glänzender, emailartiger Lacküberzüge auf anderen Materialien als Leder, wie insbesondere Metallen, sowie für die Herstellung von lederähnlichen Massen, Lacke (Deckfarben) zu verwenden, die unter gleichzeitiger Verwendung von sich mit hoher und niedriger Viscosität lösenden Nitrocellulosen hergestellt sind.
  • Für solche Zwecke werden aber an die erzielten Aufträge ganz andere Anforderungen als an Lederdeckfarben gestellt. Dementsprechend ist auch die Auftragsweise und Auftragsdecke ebenfalls eine andere, während ein weiterer Unterschied darin beruht, daß die mit den Lederdeckfarben versehenen Lederflächen nachträglich noch einer besonderen Behandlung durch das sogenannte Stoßen, Bügeln oder Krispeln unterzogen werden. Denn im Gegensatz zu üblichen Lacken trocknen Lederdeckfarben im allgemeinen zunächst mit matter Oberfläche auf. Erst durch die erwähnte Nachbehandlung erfolgt eine Glättun- der Oberfläche, wobei dann der mit der Lederdeckfarbe versehenen Lederfläche die angestrebte eigenartige Glanzwirkung verliehen wird. Diese ist aber nicht mit der spiegelnden Glanzwirkung einer ununterbrochenen Lackschicht zu vergleichen, sondern sie besteht vielmehr in einem funkelnden Glitzern der hervortretenden Kuppen des Ledernarbens, für das die Lichtbrechungsfähigkeit der Auftragschicht, die erfindungsgemäß durch die zusätzliche Verwendung von sich mit niedriger Viscosität lösenden Celluloseestern noch gehoben wird, von entscheidender Bedeutung ist.
  • Während der Zweck von Lackaufträgen auf Metallen u. dgl. die Erzeugung einer spiegelnd glänzenden, ununterbrochenen Oberfläche ist, die den Untergrund vollkommen verdeckt, wobei der Zweck der vorgeschlagenen Verwendung von sich mit niedriger Viscosität lösenden Nitrocellulosen lediglich in der Erzielbarkeit dickerer (mehr Körper enthaltender) Überzüge, nicht aber in einer Erhöhung der Lichtbrechung bestand, handelt es sich bei Lederdeckfarben darum, durch einen Auftrag in möglichst dünner Schicht die Einzelheiten der Lederoberfläche mit allen Feinheiten des Narbens zur Geltung zu bringen und die diesem innewohnende ästhetische Wirkung durch die Erzeugung der oben erwähnten Lichtbrechunggseffekte noch zu steigern.
  • Während ferner an emailartige Lacküberzüge auf Metallen in mechanischer Beziehung Anforderungen in erster Linie bezüglich ihrer Härte und nur geringe Anforderungen bezüglich der Elastizität und Biegsamkeit gestellt werden, verlangt man im Gegensatz hierzu für Lederdeckfarben in erster Linie eine ganz außerordentlich große Widerstandsfähigkeit gegenüber Biegungsbeanspruchung bei gleichzeitig erheblicher Beständigkeit gegenüber mechanischer Abnutzung sowie einer möglichst unveränderten .Glanzwirkung auch bei langem Gebrauch. Der Verschiedenheit der zu stellenden Anforderungen entspricht auch die Verschiedenheit der Zusammensetzung der Auftragmassen in bezug auf ihren Gehalt an Celluloseestern, Weichmachungsmitteln u. dgl.; so daß z. B. die für die erwähnten anderen Zwecke vorgeschlagenen Überzugsmassen als Lederdeckfarben durchaus nicht verwendbar sind.
  • Ähnliches gilt für die zur Herstellung von Kunstleder unter gleichzeitiger Verwendung von sich mit hoher und, niedriger Viscostät lösenden Nitrocellulosen vorgeschlagenen Auftragsmassen. Diese Massen werden auf einen Untergrund aus einem Gewebe o. dgl. in dicker Schicht in mehreren Aufträgen aufgebracht, wobei eine lederartig zähe Auftragsschicht erzeugt wird, die den Untergrund vollkommen verdeckt und zunächst eine völlig glatte, durchaus lederunähnliche Oberfläche zeigt, der erst durch nachträgliches Einpressen eines Musters eine gewisse Ähnlichkeit mit einer Lederoberfläche verliehen wird.
  • Auch hier liegt der Unterschied gegenüber Lederdeckfarben, die dazu bestimmt sind, in äußerst dünnem Auftrag den eigentlichen Charakter der Grundlage aus natürlichem Leder durch Glanzwirkungen erst recht zur Geltung zu bringen, auf der Hand.
  • Bei Verwendung der genannten Deckfarben für Leder werden in äußerst glücklicher Weise die Vorteile der sich mit niedriger Viscosität lösenden Ester (Glanzerhöhung) mit denjenigen der sich mit höherer Viscosität lösenden Ester (größere Geschmeidigkeit) verbunden, während es andererseits möglich ist, durch geeignete Auswahl der verwendeten Ester 'und durch passende Bemessung ihrer Mengenverhältnisse auch die sonstigen Eigenschaften der so hergestellten Deckfarben, wie z. B. ihre Auftrags- bzw. -Spritzfähigkeit für Leder, in weitgehender Weise den in jedem einzelnen Falle vorliegenden besonderen Anforderungen anzupassen.
  • Die Möglichkeit, die genannten Vorteile auch dadurch zu erzielen, daß man in üblicher Weise unter Verwendung nur eines z. B. sich mit hoher Viscosität lösenden Celluloseesters hergestellte Deckfarben erst vor dem Gebrauch mit farblosen oder auch farbkörperhaltigen aus einem oder mehreren sich mit niedriger Viscosität lösenden Celluloseestern hergestellten Lacken, gegebenenfalls mehreren solcher Lacke, beliebig kombiniert, gewährt den großen Vorteil, daß es nicht nötig ist, schon beim Fabrikanten die für jeden einzelnen Anwendungsfall benötigten Deckfarben von vornherein genau in der erforderlichen Zusammensetzung herzustellen, was die Fabrikanten in Anbetracht der außerordentlichen Verschiedenheit der in jedem Falle zu stellenden Anforderungen zu einer entsprechenden Vervielfachung der vorrätig zu haltenden Sorten von Dieckfarbien zwingen würde.
  • Beispiele der zu verwendenden Deckfarben für Leder 1. 75 Gewichtsteile einer roten Lederdeckfarbe, bestehend aus q. 0J0 Litholechtscharlach, 6,50J0 hochviscose Nitrocellulosewolle, 3 0j0 Dibutylphthalat, 3,5°i0 Rizinusöl, 15 01, Butylacetat (85 °J°ig), 8 °J° Methylcyclohexanon, 30 01, Essigäther, 3o 0J0 Toluol sind gemischt mit 25 Gewichtsteilen eines Lackes, bestehend aus 120'o niedrigvsco,se Nitrocellulosewolle, 801" Butyloxalat, zo°J° Leinöl, 20°/° Butylacetat (85 °J°ig), zo°J° Butylalkohol, 30°1o Essigäther, 1 o 01, Toluol.
  • Dieses Gemisch wird in üblicher Weise, z. B. durch Aufspritzen auf Ziegenleder (Saffian) aufgetragen. Nach erfolgter Trocknung wird der Überzug einer Glanzbehandlung in üblicher Weise durch Bügeln, Stoßen u. dgl. unterworfen und in üblicher Weise durch Levantieren und Stollen fertiggestellt. Man erhält einen- dauerhaften, rot gefärbten Überzug von höchstem Spitzenglanz, dessen Glanzwirkung die eines lediglich mit einer Lederdeckfarbe der oben an erster Stelle erwähnten Zusammensetzung erzielbaren Überzugs erlieblich übertrifft.
  • 2. 7o Gewichtsteile -einer schwarz glänzenden, lackähnlichen Lederdeckfarbe auf Anilinfärbstoffbass, bestehend aus 10/, sog. Sudanschwarz R. T., 60J° enteiweißte hochviscose Filmabfälle, 10j0 Triphenylphosphat, 20J° Trikresylphosphat, 60J° Rizinusöl, 150J0 Butylacetat (85°l°ig) 911, Methylcyclohexanon, 300J° Essigäther, 300J° Toluol sind gemischt mit 3o Gewichtsteilen eines Lackes, bestehend aus 12°J° niedrigviscose Nitrocellulosewolle, 501" Butyloxalat, 1q.0/0 Leinöl, 200J° Butylacetat (85°J°ig), 1o°/0 Butylalkohol, 300J° Essigäther und 90J° Toluol.
  • Der Auftrag des Gemisches erfolgt durch Gießen, Spritzen oder Streichen, z. B. auf ein entsprechend vorgerichtetes Boxcalfleder. Nach der Fertigstellung erhält man durch Bügeln und Polieren einen Überzug, der sich wiederum von dem lediglich vermittels der an erster Stelle erwähnten Lederdeckfarbe erzielbaren, durch seine wesentlich erhöhte und dauerhafte Glanzwirkung auszeichnet. Durch die beanspruchte Verwendung der bekannten Deckfarben für natürlich genarbtes Leder werden sämtliche sonstigen bekannten Verwendungsarten für die Herstellung von Kunst-, Spalt-, Lackleder ausgeschlossen.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verwendung bekannter Deckfarben auf Basis mehrerer sich mit verschiedener Viscosität lösender Celluloseester für Leder.
DED56321D 1928-08-03 1928-08-03 Lederdeckfarbe Expired DE612809C (de)

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DED56321D DE612809C (de) 1928-08-03 1928-08-03 Lederdeckfarbe

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