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Selbsttätige Waage mit Bodenklappenentleerung Beim Abwiegen von körnigem.
mehligem oder ähnlichem Gut mittels. selbsttätiger Waagen, die durch ihr Einspielen
den Zulauf des Gutes zum Wiegebehälter absperren, wird das im Augenblick des Absperrens
bereits an dem Absperrmittel vorbeigeströmte, jedoch noch nicht in den Wiegebehälter
niedergefallene Gut, der sog. Nachstrom, nicht eigentlich mitgewogen, sondern, im
Grunde genommen, nur geschätzt, da die nach dem Absperren des Gutszulaufes erfolgende
Weiterbewegung des Waagebalkens keine Regelung mehr bewirkt. Verschiedenheiten des
den Nachstrom bildenden Gutes sind daher eine wesentliche Fehlerquelle für die Wiegegenauigkeit.
Um letztere möglichst zu erhöhen, schließt man vielfach den Gutszulauf vorzeitig
ab und läßt das Gut zum Schluß nur noch in dünnerem Strahl einlaufen, so daß beim
Absperren dieses Nachstromstrahles das im Fallen befindliche Gut einen kleineren
Teil der gesamten Abwiegemenge ausmacht. Außerdem ordnet man das Absperrmittel so
nahe als möglich über der Oberfläche der eingefüllten Gesamtmenge des Gutes an,
damit die Länge des beim Absperren noch im Niederfallen begriffenen: Gutsstromes
tunlichst kurz und damit die Menge des ihn bildenden Gutes wiederum tunlichst klein
ist.
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Wird nun mit der zur Verfügung stehenden Wiegevorrichtung aber einmal
eine kleinere Raummenge Gutes abgewogen., indem entweder kleinere Gewichtsmengen
des bisherigen Gutes oder gleiche Gewichtsmengen eines schwereren Gutes zur Abwiegung
kommen, so vergrößert sich der Abstand des Absperrmittels von der Oberfläche der
abzuwiegenden Gutsmenge; weil diese Oberfläche tiefer zu liegen kommt. Hierdurch
wird die Wiegegenauigkeit herabgesetzt, weil die Vergrößerung der Nachstrommenge
den Wiegefehler erhöht. Dies ist besonders ungünstig in dem erstgenannten der zwei
obigen Fälle, also bei der Abwiegung kleinerer Gewichtsmengen von sonst unverändertem
Gut, weil hierbei irn Gegenteil eine Verringerung der absoluten Fehlergröße erwünscht
wäre, um den verhältnismäßigen Fehler in gleicher Größe zu erhalten.
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Man hat deshalb schon Einrichtungen ausgebildet, bei denen, durch
Veränderungen des Lastgefäßquerschnittes (etwa mittels beweglicher Seitenwände)
der Abstand zwischen dem Absperrmittel und der Oberfläche der abzuwiegenden Gutsmenge
stets etwa gleich groß, und zwar so klein als möglich, gehalten wird. Hierbei ergibt
sich aber der Nachteil, daß bei stärkerer Verringerung des Lastgewichtes die Öffnung
der durch ein Schließgewicht belasteten Bodenklappe nur in unvollkommener Weise
erfolgt. Die Erfindung bezweckt nun, eine Einrichtung zu schaffen, bei der nicht
nur der Abstand zwischen der den Materialzulauf absperrenden Klappe und der Oberfläche
des im Lastgefäß befindlichen Materials beim Einspielen der Waage trotz verschiedener
Gewichtsmengen stets etwa gleich groß ist, sondern auch der eben erwähnte Nachteil
beseitigt ist, so daß auch das vom Lastgewicht auf die Bodenklappe ausgeübte Drehmoment
stets gleichbleibt. Dieses Ziel wird erfindungsgemäß dadurch erreicht,
daß
entweder die Lastschale bei kleinerem Rauminhalt der Gutsmenge näher an das Absperrmittel
herangeführt wird, oder daß das Absperrmittel der Stapelstelle genähert wird, oder
daß endlich die Aufstauung in an sich bekannter Weise mit kleinerem Querschnitt
erfolgt, wobei aber stets dafür Sorge getragen ist, daß der Schwerpunkt der Gutsmenge
derart auf der Bodenklappe verschoben ist, daß das vom jeweiligen Lastgewicht auf
die Bodenklappe ausgeübte Drehmoment stets gleichbleibt.
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Es ist also entweder das Absperrmittel in seiner Lage verstellbar
ausgebildet oder die Lage des Wiegebehälters veränderlich gemacht oder endlich vorgesehen,
daß dessen Querschnitt verändert werden kann, beispielsweise durch Verschieben einer
Seitenwand des Wiegebehälters unter gleichzeitiger Verschiebung der Lage des jeweiligen
Schwerpunktes gegenüber der Drehachse der Bodenklappe.
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Diese Schwerpunktsverschiebung wird dadurch erreicht, daß bei einer
Verschiebung des Absperrmittels oder des Wiegebehälters die Verschiebung nicht in
senkrechter Richtung erfolgt, sondern derart schräg zur Senkrechten, daß mit dem
Abstand zwischen Wiegebehälter und Absperrmittel zugleich auch der seitliche Abstand
des Schwerpunktes der aufgestauten Gutsmenge von der Bodenklappendrehachse verändertwird.
Bei einer Veränderung des Aufstauquerschnittes hingegen wird die zu dieser Veränderung
seitlich zu verschiebende Wiegebehälterwand in solcher Richtung beweglich angeordnet,
daß sich bei ihrer Bewegung ihr seitlicher Abstand von der Klappendrehachse verändert.
Bei einer derartigen Ausbildung wird der erwähnte Fehler, daß bei verringertem Lastgewicht
die von Hand oder durch eine mechanische Steuerung freigegebene Bodenklappe sich
nur unvollkommen oder gar nicht öffnet, vermieden, indem bei einer Verringerung
der abzuwiegenden Gutsmenge deren Schwerpunkt von der Drehachse der Bodenklappe
des Wiegebehälters nach der Seite hin abgerückt wird, um den Hebelarm des auf die
Klappe wirkenden Drebmomentes zu vergrößern, sobald die wirkende Kraft verringert
wird.
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Zur Verhinderung unrichtiger Benutzung der erfindungsgemäßen Vorrichtung
können Maßnahmen getroffen werden, welche bei der für kleinere Gutsmengen bestimmten
Einstellung nur das Aufsetzen der dem eingestellten Volumen entsprechenden Lastausgleichsgewichte
auf die Gewichtsschale gestatten.
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Um ein Schiefhängen des Wiegebehälters bei der Schwerpunktsverlagerung
oder eine vermehrte Belastung der ihn haltenden Lenker zu verhüten, wird vorteilhaft
die Drehachse der Wiegebehälterbodenklappe in Längsrichtung des Waagebalkens, also
winkelrecht gekreuzt zu dessen Tragschneiden, .angeordnet. Die Erfindung kann in
entsprechender Weise auch Anwendung faden, wenn der Wiegebehälter mehr als eine
Auslaufklappe besitzt.
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Die Zeichnung stellt Ausführungsbeispiele der Erfindung dar und zeigt
in Abb. i schematisch einen senkrechten Schnitt durch den Wiegebehälter einer selbsttätigen
Balkenwaage, Abb. 2 die Ansicht des Wiegebehälters eines anderen Ausführungsbeispieles,
Abb. 3 im Schnitt den Wiegebehälter eines weiteren Ausführungsbeispieles in. ganz
gefülltem Zustand, Abb.4 denselben Wiegebehälter, aber für eine kleinere Gutsmenge
eingestellt.
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An den Lastschneiden i des gegabelten Waagebalkens 2 ist der Wiegebehälter
3 aufgehängt, dessen Auslauföffnung durch die Bodenklappe 4 verschlossen ist, die
um eine am Behälter 3 angeordnete Achse 5 drehbar ist.
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Von oben her ragt in, den Behälter 3 der Zulauf 6 hinein, dessen Unterteil
7 mittels der Stellvorrichtung 8 in geneigter Richtung verschiebbar ist. Vermittels
der Triebwelle 9 wird zugleich mit dem Stellwerk 8 ein Schieber io verschoben, der
sich über die am Waagebalken hängende Gewichtsschale ii erstreckt, ohne diese indessen
zu berühren oder ihre Bewegung beim Einspielen des Balkens 2 zu hindern.
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In der gezeichneten Stellung ist die Vorrichtung für kleine Gewichte
eingestellt. Der Zulaufsunterteil7 ist ganz heruntergekurbelt und dabei seitlich
von der Bodenklappenachse 5 abgerückt, so daß sich das aus ihm ausströmende Gut
auf dem äußersten Teil der Klappe 4-aufhäuft und seine Oberfläche, sobald die gesamte
abzuwiegende Menge eingelaufen ist, sich in nächster Nähe der den Zulauf -sodann
absperrenden Schieberklappe i2 befindet. Der Schwerpunkt S1 der abgewogenen. Gutsmenge
wirkt nun. an einem langen Hebelarm in bezug auf die Drehachse 5 der Bodenklappe
4, und das diese beim Öffnen drehende Moment ist trotz des kleineren Gewichtes nicht
beträchtlich kleiner, als wenn der Zulauf 7 seine höchste Stellung innehätte, so
daß eine größere Gutsmenge in den Behälter 3 eingelassen werden könnte, die dann
infolge der seitlichen Verschiebung des Zulaufes 7 nach der Achse 5 hin sich gleichmäßig
im Behälter 3 verteilen würde, so daß sich der Schwerpunkt der eingefüllten Gutsmenge
etwa über der Mitte der Klappe 4, also näher der Achse 5, befindet und der Hebelarm
des auf die Klappe 4 wirkenden Drehmomentes verkürzt ist.
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Der Schieber ia verhindert in der gezeichneten Stellung ein Aufsetzen
weiterer Gewichtsstücke auf die Gewichtsschale ii, so däß die Vorrichtung bei dieser
Stellung der Stellvorrichtung 8 nur zum Wiegen kleiner Mengen von Gut gebraucht
werden kann und verhütet wird, daß
etwa in dieser Stellung große
Mengen zur Abwiegung kommen, wodurch sich der tiefstehende Auslauf 7 in dem in den
Behälter 3 gelaufenen Gut verschütten würde. Ein Abwiegen größerer Mengen von Gut
durch Aufsetzen weiterer Gewichte auf die Schale ii ist viehmehr erst möglich, wenn
der Schieber io von der Schale ix teilweise oder ganz zurückgezogen ist, womit gleichzeitig
der Zulaufsunterteil7 nach oben verstellt wird.
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Die Stellvorrichtung 8 ist ortsfest gelagert. Ihre Lagerung ist hier
der Deutlichkeit halber nicht dargestellt. Ebensowenig sind die Mittel dargestellt,
mit denen beim Einspielen des Waagebalkens :z die den Zulauf absperrende Schieberklappe
12 bewegt wird, und diejenigen, mit denen sie zum Einleiten der nächsten Füllung
wieder geöffnet wird, da diese Mittel bekannt sind und nicht zum Wesen der vorliegenden
Erfindung gehören. An Stelle der einen Schieberklappe ia kann auch eineDoppelklappe
bekannter Art vorgesehen sein, wobei dann von der ersten Klappe der Gutsstrom stark
beschränkt, von der zweiten darauf gänzlich unterbrochen wird.
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Abb. 2 zeigt ein anderes Ausführungsbeispiel, bei welchem auf den
Schneiden 13 des Waagebalkens 14 ein Gehänge 15 aufgehängt ist, in dem der Wiegebehälter
16 mittels eines durch die Spindel. 17 in einem geneigt angeordneten Schlitz verschiebbaren
Führungsstückes 18 angebracht ist. Durch eine Verschiebung des Behälters 16 wird
auch hier gleichzeitig der Abstand des durch die Klappe 1g gebildeten Behälterbodens
vom Zulauf 2o und die seitliche Stellung des Zulaufes 2o zur Drehachse der Klappe
ig verändert.
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Bei dem in Abb. 3 und q. veranschaulichten Ausführungsbeispiel ist
in dem Wiegebehälter 2= eine parallel zu seiner einen Seitenwand mittels der Spindeln
22 verstellbare Scheidewand 23 angeordnet.
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Abb.3 zeigt diese Scheidewand bis an die Behälterwand zurückgezogen,
so daß der ganze Behälterinnenraum mit Gut gefüllt werden kann, während in Abb.
q. die Scheidewand 23 nach der Mitte hin verschoben ist, so daß nur ein Teil des
Behälters sich mit Gut füllen läßt. Die Oberfläche der eingefüllten Menge liegt
daher heidemal in gleicher Höhe, also gleich weit von der Mündung des Zulaufes 24
entfernt. Dagegen liegt der Schwerpunkt S' des Gutes bei vollgefülltem Behälter
etwa über der Mitte der Bodenklappe 25, während bei nach der Mitte verschobener
Scheidewand 23 der Schwerpunkt S" dagegen viel weiter nach dem Klappenrande hin
liegt, so daß die sich in beiden Fällen ergebenden, auf die Klappe 25 einwirkenden
Drebmomente nahezu gleich groß sind.
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Es hat dabei nichts zu sagen, wenn die Scheidewand 23 nicht bis auf
die Klappe 25 hinunterreicht; etwa unter ihr hindurchtretendes Gut böscht sich in
den abgesperrten Raum hinein ab und fällt beim Öffnen der Bodenklappe 25 mit hinaus.