DE607978C - Verfahren zur Herstellung von Kunstholzplatten aus Zellstoffmassen mit Bindemitteln - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Kunstholzplatten aus Zellstoffmassen mit Bindemitteln

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DE607978C
DE607978C DE1930607978D DE607978DD DE607978C DE 607978 C DE607978 C DE 607978C DE 1930607978 D DE1930607978 D DE 1930607978D DE 607978D D DE607978D D DE 607978DD DE 607978 C DE607978 C DE 607978C
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binder solution
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DE1930607978D
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English (en)
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Dr Gustav Adolf Kienitz
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GEWERKSCHAFT AUFBAU
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GEWERKSCHAFT AUFBAU
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    • DTEXTILES; PAPER
    • D21PAPER-MAKING; PRODUCTION OF CELLULOSE
    • D21JFIBREBOARD; MANUFACTURE OF ARTICLES FROM CELLULOSIC FIBROUS SUSPENSIONS OR FROM PAPIER-MACHE
    • D21J1/00Fibreboard
    • D21J1/08Impregnated or coated fibreboard

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  • Paper (AREA)

Description

  • Verfahren zur Herstellung von Kunstholzplatten aus Zellstoffmassen mit Bindemitteln Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Kunstholzplatten aus Zellstoffmassen mit Bindemitteln. Sie bezweckt, den Ausgangsstoff auf Platten von großer mechanischer Festigkeit und Wasserbeständigkeit zu verarbeiten.
  • Für das Imprägnieren von Zellstoff- oder Holzstoffplatten mit Lösungen leimartiger Stoffe ist das Verfahren des einfachen Eintauchens ungeeignet. Bei trockenen Stoffen verhindert die in den- Poren haftende Luft im wesentlichen das Eindringen der Bindernittellösung, bei nassem Stoff das eingeschlossene Wasser. Bei trockenem Imprägniergut entzieht nach und nach die Faser der Bindemittellösung das Wasser, da die Zellwände nur für dieses, nicht aber für leimartige Substanzen durchlässig sind. Daher konzentriert -die Faser die Bindemittellösung an ihrer Oberfläche, und die so gebildeten Häutchen viscoserer Bindemittellösung verstopfen die Poren des zu imprägnierenden Gutes. Man kann aus diesem Grunde im allgemeinen nur mit ganz dünnen, z. B. 1/2 %igen Lösungen tränken und stärkere Imprägnierung nur durch Wiederholung des Verfahrens unter Einschaltung von Zwischentrocknung erzielen. Dies ist schon bei dünnen Papieren lästig, bei dicken Platten aber ganz unmöglich. Es ist ferner bereits bekanntgeworden, Papier auf Papiermaschinen mit Saugwalzen herzustellen, wobei leimende oder härtende Lösungen auf die Papierbahn aufgebracht und durchgesaugt werden. Dadurch soll eine Ersparnis an Leimmaterial erzielt werden. Nach einem anderen bekannten Verfahren, nach welchem auch Kartons hergestellt werden können, wird der Leim durch das trockene Papier bzw. die trockene Pappe hindurchgesaugt und der Überschuß -wieder in den Leimvorratsbehälter zurückgeleitet.
  • Demgegenüber dient als Ausgangsprodukt für das beanspruchte Verfahren eine stark wasserhaltige Zellstoffplatte, die von dem Saugzellenfilter abgenommen wird und wenigstens noch 8o °/o Wasser enthält. Weiter läßt sich die Entwässerung der Zellstoffplatten auf dem Saugzellenfilter selbst bei Anwendung höchster Unterdrücke-nicht treiben. Ein Auspressen des überflüssigen Wassers ist weniger zweckmäßig, weil durch den Preßdruck die Lage der einzelnen Fasern in dem weichen Material gestört wird. Die Lage der Fasern ist so bestimmt, daß eine möglichst innige Verfilzung der einzelnen Fasern durch den ganzen Querschnitt der Platte gesichert ist. Durch den Preßdruck würde die Verfilzung mehr oder weniger beeinträchtigt und damit die Festigkeit der Platte nachteilig beeinflußt werden. Außerdem würde auch die Porösität und die Durchlässigkeit darunter leiden, so daß in erster Linie nach dem Saugverfahren gearbeitet werden soll, wenn auch in gewissen Fällen das Preßverfahren anwendbar ist. Diese Verhältnisse sind für die Papier- und Pappfabrikation nicht maßgebend. Hier kann ohne weiteres durch den Saugzug das Papier voll entwässert werden, weil es sich nur um sehr dünne Schichten handelt.
  • Das Verfahren nach der Erfindung besteht also darin, daß die vorgeformte Zellstoffplatte in stark wasserhaltigem Zustande durch gegebenenfalls mit Härtungsmitteln versehene Bindemittellösungen verhältnismäßig hoher Konzentration durch Anwendung besonderer, die Lösung durch die Masse hindurchtreibender Kräfte, gegebenenfalls unter Auffangen des aus der porösen Stoffmasse austretenden Flüssigkeitsgemisches, zwecks Wiederverwendung von Wasser befreit und darauf die Platte getrocknet wird, wobei die endgültige Verformung entweder während oder nach oder während und nach der Verdrängung des in den Poren enthaltenden Wassers stattfindet.
  • Die Bindemittellösung, deren Konzentration ziemlich hoch sein kann, wird also zwangsläufig durch die Zellstoffplatte geführt, wobei das in den Poren der Platte befindliche Wasser verdrängt wird. Die zwangsläufige Führung kann z. B. vermittels Durchsaugens durch Anwendung eines Vakuums, Durchpressen vermittels hydrostatischen Druckes, Pumpendruckes, Schleuderwirkung o. dgl. geschehen. Hierbei wird die hindurchgeführte Bindemittellösung durch die verdrängte Wassermenge verdünnt, deswegen durch Zusatz entsprechend konzentrierter Bindemittellösung wieder auf die Anfangsstärke eingestellt und in den Arbeitsgang zurückgeführt.
  • Um die Notwendigkeit dieser ständigen Einstellung der Bindemittellösung zu umgehen, kann auch das Wasser zunächst durch eine wasserabstoßende Hilfsflüssigkeit von niederem,oder höherem spezifischem Gewicht als Wasser, z. B. Benzin, Trichloräthylen, auf oben angegebene Weise verdrängt werden. Die nachfolgend hindurchgeführte Imprägnierungsflüssigkeit verdrängt ihrerseits die wasserabstoßende Hilfsflüssigkeit. Die wasserabstoßende Hilfsflüssigkeit kann infolge ihres abweichenden spezifischen Gewichtes von dem verdrängten Wasser bzw. der Bindemittellösung in bekanntet Weise, z. B. in einem Absetzgefäß, .Schleuder o. dgl., getrennt und wieder in den Prozeß zurückgeführt werden.
  • Die Erzielung von Wasserfestigkeit mit Hilfe wäßriger Lösungen leimartiger Stoffe ohne nachfolgende, das Verfahren komplizierende Anwendung von Gerb- oder Härtemitteln erfolgt nach vorliegendem Verfahren in folgender Weise: Die Lösung des leimartigen Stoffes, z. B. wäßrige Lösung von tierischem Leim, Casein, Albumin, wird mit einem Gerbmittel versetzt, z. 13. Alaun, Aluminiumsulfat, Aluminiumacetat, Aluminiumformiat, Tannin o. dgl. für tierischen Leim, bzw. mit einem Stoff, der mit dem Bindestoff eine unlösliche Verbindung gibt, z. B. Ätzkalk oder Ätzbaryt für Casein und Albumin. Um aber die so zubereiteten Lösungen für das Durchsangen genügend flüssig zu erhalten, wird die Wirkung der Gerb- bzw. Fällungsmittel durch Zusatz sogenannter Verzögerer zunächst gehemmt. Diese werden so gewählt, daß sie beim Trockenprozeß bzw. durch eine nachfolgende Erwärmung des imprägnierten Gutes sich verflüchtigen, so daß die Gerb- bzw. Fällungsmittel nunmehr erst ihre Wirksamkeit entfalten können. Als solche Verzögerer kommen in Betracht für Leim flüchtige Säuren, z. B. Essigsäure oder Ameisensäure, für Casein und Albumin Ammoniak.
  • Die Trocknung des imprägnierten Gutes derart, daß die Bindemittellösung in der ganzen Dicke gleichmäßig verteilt bleibt und nicht an die Oberfläche wandert, und daß . eine genügende Verdichtung des Gutes ohne Anwendung hoher, die Struktur zerstörender Drücke erreicht wird, wird in folgender Weise erzielt: Die aufgenommene Bindemittellösung wird zunächst zum Gerinnen gebracht, was bei Leim durch Kühlung, bei Casein und Albumin durch leichte Erwärmung geschieht. -Nun wird das Gut leicht gepreßt (a bis 4 kg pro qcm). Dabei ergibt sich überraschenderweise, daß so gut wie keine Leimsubstanz, sondern im wesentlichen nur Wasser ausgepreßt wird. Die angewandte Bindemittellösung wird dadurch ohne jede chemische Veränderung auf schnellste und schonendste Weise konzentriert, und das Porenvolumen wird so verringert, daß nunmehr beim Eintrocknen ohne weiteren Druck sofort eine starke Kontraktion einsetzt, durch welche das imprägnierte Gut verdichtet wird, ohne seine Struktur grundlegend zu ändern.
  • Es kann jedoch auch so verfahren werden, daß man nach erfolgter Gelatinierung bzw. Gerinnung der ßindemittellösung (vgl. die vorangegangenen Ausführungen) das getränkte Gut ohne jede Pressung zunächst bei einer Temperatur trocknet, die so niedrig ist, daß der chemische Zustand der leimartigen Substanz vorläufig nicht geändert wird. Dieser Trockenvorgang wird bis etwa zur Lufttrockenheit fortgesetzt; dann wird das imprägnierte Gut unter mäßigem Druck auf etwa ioo° erwärmt. Hierbei dient die geringe noch v orhandeneFeuchtigkeitsmenge von etwa 12 bis 15 °/o dazu, die aufgenommene Bindemittellösung unter dem Einfluß der Wärme vorübergehend in den klebrigen Zustand überzuführen, während durch den Druck ein Verkleben der Fasern und durch kurze Zeit weitergeführte Erwärmung das Austreiben der letzten Wassermenge sowie des Verzögerers (Säure oder Ammoniak) erfolgt, wodurch die endgültige Härtung erzielt wird.
  • Die mechanische Einrichtung zur Durchführung des Imprägnierverfahrens besteht im wesentlichen aus einem Gefäß, dessen gesamter Querschnitt durch die zu imprägnierende Platte abgedeckt ist und eine für Flüssigkeit durchlässige Tragfläche für die Platte besitzt. Die Imprägnierflüssigkeit befindet sich oberhalb der Platte und wird durch hvdrostatischen Druck oder zusätzlichen Luftdruck durch das zu imprägnierende Gut getrieben. Der Druck kann auch durch Unterdruck auf der anderen Seite des Gutes ersetzt werden.
  • Im folgenden sind drei Zusaminensetzungen für Bindemittellösungen angegeben: i 1 Imprägnierflüssigkeit enthält: i. ioo g Knochenleim, 6 g Ameisensäure, 13 g Aluminiumsulfat, Rest Wasser; 2. Zoo g Casein, 15,-, Calciumhydroxyd, 2o g Ammoniak, Rest Wasser; 3. iäo g Blutalbumin, io g CalciumhydroXyd, 20 g Ammoniak, Rest Wasser.

Claims (3)

  1. PATEN TAN SPRÜCHE; i. Verfahren zur Herstellung von Kunstholzplatten aus Zellstoffmassen mit Bindemitteln, dadurch gekennzeichnet, daß die vorgeformte Zellstoffplatte in stark wasserhaltigem Zustande durch gegebenenfalls mit Härtungsmitteln verseheneBindemittellösungen hoher Konzentration unter Anwendung besonderer, die Lösung durch die Platte hindurchtreibender Kräfte, gegebenenfalls unter Auffangen des aus der porösen Stoffmasse austretenden Flüssigkeitsgemisches, von Wasser befreit und darauf getrocknet wird, wobei die endgültige Verformung entweder während oder nach oder während und nach der Verdrängung des in den Poren enthaltenen Wassers stattfindet.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß das in den Poren der Zellstoffplatte enthaltene Wasser vor der Behandlung mit den Bindemittellösungen durch andere Flüssigkeiten verdrängt wird, die sich weder mit Wasser noch mit den Bindemittellösungen mischen.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch i und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Zusatz der Härtungsmittel zu den Bindemittellösungen vor der Verarbeitung der Bindemittellösung unter gleichzeitigem Zusatz von bekannten Härtungsverzögerern, z. B. für Lösungen von tierischem Leim flüchtige Säuren, für Casein- und Albuminlösungen flüchtige Alkalien erfolgt. q.. Verfahren nach Anspruch i bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß zur Trocknung der behandelten Platte die Bindemittellösung zum .Gerinnen gebracht, der Hauptteil der Feuchtigkeit durch leichtes Pressen oder durch Trocknen bei niederer Temperatur entfernt und dann die Trocknung und Formung unter Druck bei etwa ioo° beendet wird.
DE1930607978D 1930-06-29 1930-06-29 Verfahren zur Herstellung von Kunstholzplatten aus Zellstoffmassen mit Bindemitteln Expired DE607978C (de)

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Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE884274C (de) * 1938-03-04 1953-07-27 Defibrator Ab Verfahren zur Herstellung von Holzfaserplatten
DE29500065U1 (de) * 1995-01-10 1995-06-08 Pacurar, Ananie, 96472 Rödental HLR (Hart, leicht und recyclebar) Pappplatten

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* Cited by examiner, † Cited by third party
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DE884274C (de) * 1938-03-04 1953-07-27 Defibrator Ab Verfahren zur Herstellung von Holzfaserplatten
DE29500065U1 (de) * 1995-01-10 1995-06-08 Pacurar, Ananie, 96472 Rödental HLR (Hart, leicht und recyclebar) Pappplatten

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