DE607630C - Winkelmessgeraet, Theodolit, Bussolengeraet o. dgl. - Google Patents

Winkelmessgeraet, Theodolit, Bussolengeraet o. dgl.

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DE607630C
DE607630C DEV29163D DEV0029163D DE607630C DE 607630 C DE607630 C DE 607630C DE V29163 D DEV29163 D DE V29163D DE V0029163 D DEV0029163 D DE V0029163D DE 607630 C DE607630 C DE 607630C
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Description

  • Winkelmeßgerät, Theodolit, Bussolengerät o. dgl. Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zum Ablesen gegenüberliegender Teilkreisstellen, z. B. von Rosenscheiben von Bussolengeräten, von Theodoliten u. dgl., bei welcher von den Ablesestellen ausgehende Strahlen zu einem Koinzidenzbild vereinigt werden. Damit man bei einer einzigen Einstellung unmittelbar das arithmetische Mittel der beiden gegenüberliegenden Kreisstellen ablesen kann, müssen im Koinzidenzbild die beiden Teilungsbilder nach entgegengesetzten Richtungen verlaufen. Während aber bei einem bekannten Gerät dieser Art (Patent 425 790) für die optische Verschiebung der Teilungsbilder zwei voneinander getrennte planparallele Glasplatten notwendig sind, die in zueinander entgegengesetztem Drehsinn gedreht werden müssen,' entsprechend dem entgegengesetzten Richtungssinn der Teilungsbilder, wird nach der Erfindung durch besondere Anordnung der Ablesepri.sinen die gegenläufige Verschiebung der beiden Teilungsbilder durch die Drehung eines einzigen optischen Gliedes, nämlich durch zu einem zweiarmigen Hebel verbundene Glasplatten erzielt, was für den Aufbau des Geräts eine erhebliche Vereinfachung und für die Herstellung eine wesentliche Verbilligung bedeutet. Es handelt sich also um ein Winkelmeßgerät, Theodolit, Bussolengerät o. dgl. mit Einrichtung zum Ablesen gegenüberliegender Teilkreisstellen, bei welcher die Ablesestellen eines Teilkreises in bekannter Weise mittels Planparallelplatten zu einem Koinzidenzbild vereinigt werden und die jeweilige Größe der gegenseitigen Verschiebung der Koinzidenzbildteile in Bruchteilen der Teilungsintervalle der Gradteilung an einem Ablesemittel, Trommel o. dgl. ablesbar ist. Bei einem solchen Gerät beruht die Neuerung gemäß der Erfindung im wesentlichen darin, daß die planparallelen Glasplatten miteinander zu einem zweiarmigen Hebel verbunden und um dessen rechtwinklig zu seiner Längsrichtung verlaufende Mittelachse gemeinsam drehbar sind. Erfindungsgemäß ist der die planparallelen Glasplatten bildende doppelarmige Hebel zweckmäßig auf der Innenseite der Deckplatte eines den Teilkreis oder die Bussole einschließenden Gehäuses gelagert und zwischen zwei in derselben Ebene befindlichen Prismenpaaren drehbar.
  • Die Zeichnung zeigt den Erfindungsgegenstand beispielsweise an einem Bussolentheodolit, und zwar Abb. i eine Vorderansicht des Bussolentheo:dolits, teilweise im Schnitt, Abb. z eine schaubildliche Darstellung der optischen Teile der Ablesevorrichtung in Verbindung mit einem optischen Mikrometer und Abb. 3 ein Koinzidenzablesehild.
  • Das Fernrohr i ist in bekannter Weise um eine waagerechte Achse 2 kippbar auf dem Fernrohrträger 3 gelagert, welcher auf einer um die senkrechte Achse des Gerätefußes 4 drehbaren Büchse 5 befestigt ist. 6 ist eine Feineinstellvorrichtung zum genauen Einstellen des Meßgeräts auf ein Ziel und 7 eine Klemmvorrichtung zum Festklemmen des Fernrohrträgers 3. Der gehäuseartig ausgebildet Fuß des Fernrohrträgers 3 umfaßt eine Bussole, deren Teile mit den Bezugszeichen 8 bis 12 bezeichnet sind. Wie Abb. 2 zeigt, ist bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel die Rosenscheibe io auf ihrer Oberseite mit einer Teilung 12, versehen.
  • Zum Ablesen dieser Teilung unter Benutzung von Koinzidenzbildern sind zwei zueinander gegenüberliegende, unter durch Glasscheiben 13, 14 (Abb.2) abgeschlossenen Fenstern angeordnete Glasprismen 15, 16 vorgesehen. Durch diese Prismen werden die Lichtstrahlenbündel, welche durch die Fenster 13, 14 eintreten und von den unter diesen 13, 14 liegenden Stellen der Gradteilung 12 zurückgeworfen werden, durch die Schrägflächen st, s`-', bzw. s1', s=' der Glasprismen 15, 16 nach anderen Prismen 17, 18 h:ingespiegelt. Durch die Schrägflächen s3, s4 bz`v. s3', s4' der zweiten Prismengruppe 17, 18. werden diese Lichtstrahlenbündel in ein gemeinsames Glasprisma i9 gespiegelt und durch dessen Schrägfläche S nach einer Ableselupe 2o geworfen, von wo sie in das Auge-des Beobachters gelangen.
  • Der Verlauf dieser Lichtstrahlenbündel ist in der Abb. 2 durch je einen mit a bzw. b bezeichneten Lichtstrahl dargestellt, und zwar teilweise in vollen und teilweise in gestrichelten Linien. Diese beiden Lichtstrahlenbündel erzeugen im Auge des Beobachters ein Bild der beiden Ablesestellen der Teilung, wie ein solches in der Abb. 3 dargestellt ist.
  • Um nun die beiden Gradteilungen in genaue Koinzidenz zu bringen, ist ein optisches Mikrometer vorgesehen, bei welchem erfindungsgemäß die Planparallelplatten 21 zu einem zweiarmigen Hebel verbunden oder, wie in der Zeichnung dargestellt, aus einem gemeinsamen Stück bestehen. Dieser Planparallelplattenhebel 21 ist zwischen den Glasprismenpaaren 15, 16 und 17, 18 eingegliedert und in seiner Längsmitte in einer Fassung 22 (Abb. i) gelagert, die mit einer Achse 23 verbunden ist. Diese Achse 23 ist in der Deckplatte 3d des im Fußstück des Fernrohrträgers3 gebildeten Bussolengehäuses drehbar gelagert. Auf dem aus der Deckplatte 311 herausragenden Teil der Welle 23 ist ein Zeigerhebel 24 (Abb. 2) befestigt, dessen Spitze 25 über einer Teilung 26 verschwenkbar ist, so daß mittels der Zeigerspitze 25 die Verschwenkung des Hebels mit den planparallelen Glasplatten 21 auf der Teilung 26 abgelesen werden kann. Beim Drehen des Hebels mit den planparallelen Glasplatten 2 1 werden die Lichtstrahlen beider Strahlenbündel nach derselben Seite hin und um denselben Betrag abgelenkt, der als proportional zur Tangente des Verschwenkungswinkels betrachtet werden darf. Um nun aber durch eine solche seitliche Drehung des Parallelplattenhebels 21 dennoch in der A.bleselupe eine gegenläufige Verschiebung der Koinzidenzbildteile zu erzeugen, weisen die Ableseprismen 15 bis 18 die in der Abb. 2 dargestellte Anordnung auf. Es sind hier die Ableseprismen 15, 17 einerseits und 16, 18 andererseits durch zueinander symmetrische, schräge und als Spiegelflächen ausgebildete Schnitte in zwei Paare 15, 16 und 17, 18 von zueinander symmetrischen Prismen unterteilt und auseinandergezogen, so daß' zwischen den Glasprismen 15, 17 und 16, 18 ein Raum entstanden ist, in welchen bei einer Verdrehung der Gradteilung 12, gegenüber den Glasprismen 15, 16 die die beiden Koinzidenzbildteile übertragenden Strahlenbündel sich nach ein und derselben Seite hin verschieben. Dem Beobachter werden aber trotzdem hierbei in der Ableselupe 2o die beiden Koinzidenzbildteile sich gegeneinander zu verschieben scheinen. Es genügt deshalb, in diesem Zwischenraum einen einzigen den Weg beider Strahlenbündel gemeinsam durchquerenden planparallelen Glaskörper, . der die beiden Planparallelplatten 2,1 bildet, anzubringen und zu verschxvenken, um für den Beobachter das Koinzidenzbild iri der Ableselupe in Bleieher Weise zu verändern, wie dies durch eine Verdrehung der Gradteilung gegenüber den Ableseprismen bewirkt würde. Da nun daher ein Verschwenken des planparallelen Glaskörpers 21 gegenüber dem feststehenden Fernrohrträger und der feststehenden Gradteilung die gleiche Wirkung auf das Koinzidenzbild in der Ableselupe hat wie ein Verdrehen der Gradteilung gegenüber dem Fernrohrträger bei feststehendem planparallelem Glaskörper 21, so kann man bei irgendeiner Stellung des Fernrohrträgers 3 am Kreis io messen, wie zweit die gegebene Stellung vom nächsten Teilstrich entfernt ist. Zu diesem Zwecke dreht man lediglich den Hebel 24 und damit den planparallelen Glaskörper 2i, bis die zunächstliegenden, einander gegenüberliegenden Teilstriche in Koinzidenz kommen. Der Wert dieser Teilstriche des Kreises io und die Stellung des Zeigers 25 zur Teilung 26, welche Untereinheiten der Kreisteilung angibt, geben zusammen die genaue Ablesung.
  • Wird bei Verwendung des Bussolentheodolites zu Vermessungszwecken der Fernrohrträger durch Anzielen eines Geländepunktes in irgendeiner beliebigen Richtung eingestellt und die die Gradteilung i2 tragende Rosenscheibe io von dem an ihr befestigten Magneten i i im Raum festgehalten, so erscheinen in der Ableselupe 2o zwei Stellen der Gradteilung 12, die dann durch passendes Verschwenken des planparallelen Glaskörpers 21 in Koinzidenz gebracht werden können. Die richtige Ablesung der Richtung, nach der der Bussolentheodolit eingestellt ist, ergibt sich alsdann aus dem arithmetischen Mittel der Werte der beiden in Koinzidenz gebrachten Teilstriche der Gradablesung und dem Zahlenwert, der durch die Stellung des Zeigers 25 auf der Teilung 26 bestimmt wird. Hierbei wird die Einwirkung einer etwa vorhandenen Exzentrizität der Gradteilung ausgeschaltet. Das Ablesen erfolgt in Bruchteilen der Teilungsabstände der Teilung 12. Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel ist vorausgesetzt, daß zur Orientierung im Raume der Gradteilung 12 der Rose io zum Magneten i i so angebracht ist, daß bei einer Richtungsablesung o das Zielrohr genau nach Norden zeigt.
  • Die Ablesung würde in gleicher Weise erfolgen, wenn der Kreis fest mit dem Unterteil verbunden wäre. Nur erhielte man dann als Ablesung nicht nach Norden, sondern beliebig orientierte Richtungen.
  • Das Verschwenken des planparallelen Glaskörpers 21 kann auch mittels anderer Hilfsmittel erfolgen, z. B. kann zum Verschwenken eine Schraube vorgesehen werden, deren Kopf zu einer mit einer Teilung versehenen Trommel ausgebildet ist. Auch könnte, um eine Ablesung des Koinzidenzbildes von der Vorderseite des Geräts her zu ermöglichen, das Prisma i9 mitsamt der Ableselupe 2o so angeordnet sein, daß die Austrittsachse der Lupe angenähert in eine rechtwinkelig zur Fernrohrkippachse 2 stehende Ebene zu liegen käme. In diesem Falle würden die Teilstriche der Gradteilung 12 in der Ableselupe senkrecht verlaufend erscheinen. Ferner könnte bei einer derartigen Anordnung das Prisma icg mit der Ableselupe zusammen um eine waagerechte Achse kippbar oder um eine senkrechte Achse 'schwenkbar angeordnet werden, so daß von der jeweiligen Okularseite des Fernrohres her nach entsprechendem Kippen oder Schwenken des genannten Prismas samt Ableselupe die Ablesung ohne weiteres erfolgen könnte. Es könnte auch nur das Prisma i9 allein gekippt oder verschwenkt werden ünd jeder Endlage entsprechend eine besondere Ableselupe angeordnet werden.
  • Der Planparallelglaskörper 21 kann entweder aus einem einzigen Glaskörper oder aus zwei Körpern bestehen, die in Verlängerung zueinander in einer gemeinsamen Fassung 22 derart gefaßt sind, daß je einer der die planparallelen Glasplatten bildenden Körper je ein Strahlenbündel schneidet.

Claims (2)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Winkelmeßgerät, Theodolit, Bussolengerät o. dgl. mit Einrichtung zum Ablesen gegenüberliegender Teilkreisstellen, bei welcher die Ablesestellen eines Teilkreises mittels Planparallelplatten zu einem Koinzidenzbild vereinigt werden und die jeweilige Größe der gegenseitigen Verschiebung der Koinzidenzbildteile in Bruchteilen der Teilungsintervalle der Gradteilung an einem Ablesemittel, Trommel o. dgl. ablesbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß die planparallelen Glasplatten (21) miteinander zu einem zweiarmigen Hebel verbunden um dessen rechtwinkelig zu seiner Längsrichtung verlaufende Mittelachse (23) gemeinsam drehbar ist.
  2. 2. Gerät nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß der die planparallelen Glasplatten bildende doppelarmige Hebel (21) auf der Innenseite der Deckplatte (3a) des den Teilkreis oder die Bussole (io bis 12) einschließenden Gehäuses gelagert (Abb. i) und zwischen zwei in derselben Ebene befindlichen Prismenpaaren (15, 16 und 17, 18) drehbar ist.
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