-
TECHNISCHES
GEBIET DER ERFINDUNG
-
Die
Erfindung betrifft eine Codierungsverfahrenssteuerung in zellularen
Telekommunikationssystemen. Insbesondere ist die Erfindung auf ein
Verfahren gerichtet wie es im Oberbegriff von Patentanspruch 1 beschrieben
ist.
-
HINTERGRUND
DER ERFINDUNG
-
Die
folgende Liste erklärt
einige der in dieser Beschreibung verwendeten Abkürzungen:
-
- AC Zugangskontrolle AMR adaptive Mehrfachrate
BS Basisstation BTS Funkbasisstation CDMA Trägererfassungsmehrfachzugriff
C/I Träger-Rausch-Verhältnis FER
Rahmenfehlerrate GSM General System for Mobile Communications LC
Laststeuerung MAC Medienzugangssteuerung RM Funkressourcenmanager
RRC Funkressourcensteuerung RRM Funkressourcenmanagement RNC Funknetzwerksteuereinheit
SHO Soft- bzw. weiches Handover TC Codeumsetzer TF Transportformat
TFS Transportformatmenge UE Teilnehmerendgerät UMTS Universal Mobile Telecommunication
System UTRAN terrestrisches UMTS-Funkzugangsnetzwerk WCDMA Breitband-CDMA
-
Das
AMR-Konzept stellt eine Mehrraten-Befähigung für Verbindungen zwischen einer
Mobilstation (UE) und einem Netzwerk bereit. Der AMR-Sprachcodec
weist 8 unterschiedliche Bitraten (4,75 kbps ... 12,2kbps) zur Sprachcodierung
auf. Eine höhere
Bitrate stellt eine bessere Sprachqualität bereit, aber ergibt eine
geringere Kapazität
und Abdeckung. Bei GSM ist die AMR-Steuerung eine Sicherungsschicht-Steuerung, die
von einer BTS gesteuert wird und auf C/I-Messungen basiert. Bei
GSM erfolgt die Codeverfahrenssteuerung in der BTS. Zur Steuerung
einer Downlink- bzw. Abwärtsstreckenrichtung
berichtet das Mobilgerät
ein beobachtetes C/I. Zur Steuerung einer Uplink- bzw. Aufwärtsstreckenrichtung
misst die BTS ein C/I.
-
Die
vorliegenden Beschreibungen des WCDMA-Systems lassen Raum zur Verbesserung
der Verwendung des AMR-Konzepts. Die vorliegenden Beschreibungen
beschreiben keine ausreichend guten Arten zum Optimieren einer Übertragungssteuerung
mit dem AMR-Konzept.
-
KURZFASSUNG
DER ERFINDUNG
-
Eine
Aufgabe der Erfindung besteht darin, ein Verfahren zu realisieren,
das die Probleme des Standes der Technik vermeidet.
-
Die
Aufgaben werden erreicht, indem ein Netzwerkelement des zellularen
Netzwerks zum gemeinsamen Steuern der AMR-Verfahren bzw. -Modi von mehr als einer
Mobilstation und zum Anpassen von AMR-Verfahren bzw. -Modi bei Überlastsituationen,
oder wenn das System in Aufwärtsstrecken-
oder Abwärtsstreckenrichtung
nahe an einer Überlast
ist, eingerichtet ist.
-
Das
Verfahren gemäß der Erfindung
ist durch das gekennzeichnet, was im kennzeichnenden Teil des unabhängigen Verfahrensanspruchs
festgelegt ist. Die abhängigen
Ansprüche
beschreiben weitere vorteilhafte Ausführungsbeispiele der Erfindung.
-
Bei
dieser Erfindung wird die AMR-Steuerung hauptsächlich zentral durchgeführt, vorteilhafter
Weise von einer RNC gesteuert und basiert auf der Systemlast oder
Qualitätsmessungen
wie etwa FER-Messungen. Vorteilhafter Weise darf das UE den AMR-Modus
in bestimmten Situationen trotzdem verändern.
-
KURZE BESCHREIBUNG
DER ZEICHNUNGEN
-
Die
Erfindung wird im Folgenden unter Bezugnahme auf die begleitenden
Zeichnungen ausführlicher beschrieben,
bei denen zeigen:
-
1 eine AMR-Verfahrenssteuerung
gemäß einem
vorteilhaften Ausführungsbeispiel
der Erfindung,
-
2 eine AMR-Verfahrenssteuerung
gemäß einem
vorteilhaften Ausführungsbeispiel
der Erfindung auf eine ausführlichere
Art und Weise,
-
3 Lastgrenzwerte bei einem
vorteilhaften Ausführungsbeispiel
der Erfindung, und
-
4 ein weiteres vorteilhaftes
Ausführungsbeispiel
der Erfindung.
-
AUSFÜHRLICHE
BESCHREIBUNG
-
A. ALLGEMEINE BETRACHTUNGEN
-
Erfindungsgemäß wird die
AMR-Verfahrenssteuerung hauptsächlich
auf eine zentrale Art und Weise durchgeführt. Die Mobilstation darf
das AMR-Verfahren in bestimmten Situationen wünschenswerter Weise anpassen
bzw. abstimmen. Die AMR-Verfahren bzw. -Modi können auf die folgenden beispielhaften
Arten verändert
werden
-
- – Wird
die Last zu hoch, können
die AMR-Bitraten der bestehenden Sprachverbindung gesenkt werden.
- – Wird
die Last zu hoch, können
die AMR-Bitraten der neu beginnenden Sprachverbindungen auf niedrigere Werte
eingestellt werden.
- – Die
bei der AMR-Anpassungsentscheidung verwendete Lastmessung kann die
Last einer einzelnen Zelle sein, und die Last der benachbarten Zellen
kann auch berücksichtigt
werden.
- – Wird
die Aufwärtsstreckenqualität zu schlecht
(z.B. zu hohe FER), kann der Aufwärtsstrecken-AMR-Modus gesenkt
bzw. reduziert werden.
-
Vorzugsweise
ist eine RNC das Netzwerkelement, das diese Veränderungen der AMR-Verfahren
bzw. -Modi steuert. Die vorgegebene AMR-Bitrate kann durch den Betreiber
auf Grundlage einer Zelle eingestellt werden. Die Aufwärtsstrecken-
und Abwärtsstrecken-AMR-Modi
und ihre Steuerungen können
völlig
unabhängig
sein.
-
Aktuellen
Beschreibungen des WCDMA-Systems gemäß ist der Codeumsetzer (TC: „transcoder") im Kernnetzwerk
angesiedelt.
-
Vorteilhafter
Weise ist die AMR-Verfahrenssteuerung in der steuernden RNC angeordnet.
Die RNC steuert das Downlink- bzw. Abwärtsstrecken-AMR-Verfahren durch
Senden eines AMR-Verfahrenssteuerungs-Befehls an die Codeumsetzereinheit
im Kernnetzwerk und das Uplink- bzw. Aufwärtsstrecken-AMR-Verfahren durch
Senden von AMR-Verfahrenssteuerungs-Befehlen
an die Mobilstation.
-
Innerhalb
der RNC kann die Codeverfahrenssteuerung in einer Außenschleifen-Leistungssteuerung und/oder
dem Zellenressourcenmanager erfolgen, d.h. in Zugangskontroll- und
Laststeuerfunktionen. Vorzugsweise ist die Steuerung innerhalb von
Funkressourcenmanagement(RRM) Funktionen realisiert. Die AMR-Verfahrensanpassung
kann asymmetrisch sein, d.h. während
einer einzigen Verbindung können
bei Aufwärtsstrecken
und bei Abwärtsstrecken
unterschiedliche AMR-Verfahren verwendet werden.
-
Vorzugsweise
bildet die Lastsituation die Grundlage für die AMR-Verfahrenssteuerung:
für Abwärtsstrecken
berichtet die BS eine Gesamt-BS-Übertragungsleistung,
und für
Aufwärtsstrecken
misst die BS eine Gesamtstörungsleistung
an der BS. Die RNC führt
eine AMR-Verfahrenssteuerung
basierend auf diesen Informationen durch. Auch eine Uplink- bzw.
Aufwärtsstrecken-FER
kann bei einer AMR-Verfahrenssteuerung verwendet werden.
-
B. EIN BEISPIEL EINES
STEUERUNGSALORITHMUS
-
In
diesem Abschnitt wird ein spezielles Beispiel eines Steuerungsalgorithmus
beschrieben. Gemäß dieses
Algorithmus wird das AMR-Verfahren von der Zugangskontrollfunktion
in der RNC eingestellt. Dieser Abschnitt listet nur einige Beispiele
auf und beschränkt
keineswegs andere Ausführungsbeispiele
der Erfindung.
-
Der
Zellen-RM kann erfassen, wann die Systemlast nahe an den Zugangskontroll-Blockierungsschwellwert
herankommt. In diesem Fall weist die Zugangskontrolle den neuen
AMR-Teilnehmern
niedrigere Bitraten zu, um eine höhere Kapazität bereitzustellen.
Dieser Algorithmus arbeitet vorzugsweise auf Grundlage einer Zelle.
Bei diesem Ausführungsbeispiel
wird das AMR-Verfahren während
der Verbindung nicht aufgrund von Lastbetrachtungen verändert. Eine
Anpassung des Algorithmus gemäß dieses
Ausführungsbeispiels
ist ziemlich langsam und in der Praxis dauert es einige Minuten
nachdem die Zellenlast über
einen Grenzwert angestiegen ist, bis die meisten AMR-Verbindungen
niedrigere Bitraten aufweisen. Diese Anpassungsgeschwindigkeit hängt von
der Durchschnittslänge
der Sprachverbindungen ab. Daher kann dieses Verfahren in Betracht
gezogen werden, um eine automatische Erfassung von Hauptverkehrszeiten
auf einer Zellen-Basis zu bilden. Ein möglicher Zugangskontrollalgorithmus
kann wie folgt aussehen:
-
Schritt (1)
-
- – Wenn
(Geschätzte_Blockierung >
,AMR_Blockierungsgrenzwert')
– Senke
die AMR-Bitrate aller ankommender AMR-Teilnehmer um eine Anzahl von ,AMR_Schritt' AMR-Modi in dieser Übertragungsrichtung
– Gehe zu
Schritt (4)
-
Schritt (2)
-
- – Wenn
(Geschätzte_Blockierung
= 0)
– Erhöhe die AMR-Bitrate
aller ankommender AMR-Teilnehmer
um eine Anzahl von ,AMR_Schritt' AMR-Modi in
dieser Übertragungsrichtung
– Gehe zu
Schritt (4)
-
Schritt (3)
-
- – Wenn
keine Aktionen in (1) oder in (2), gehe zu Schritt (5)
-
Schritt (4)
-
- – Warte
bis ,AMR_Wechsel_Prozentsatz' %
der Sprachverbindungen in der Zelle den neuen AMR-Modus verwenden.
-
Schritt (5)
-
- – Berechne
Geschätzte_Blockierung:
– Schätze für jeden
RR- (Radio Resource) Hinweis (RRI), ob ein neuer AMR-Teilnehmer
blockiert würde
oder nicht. Es wird hier einfach angenommen, dass der Teilnehmer
blockiert würde,
falls Prx_nc > Prx_Ziel
(= keine Leistungssteigerungsschätzung).
Für AMR-Teilnehmer
ist der Leistungsanstieg in jedem Fall eher gering.
– Durchschnitt
für ,AMR_Durchschnitt' Sekunden der Blockierungswahrscheinlichkeit,
z.B. 30 Sekunden
– Berechne
Geschätzte_Blockierung
= Geschätzte_Blockierte_RRIs/Gesamtzahl_RRIs
-
Schritt (6)
-
- – Gehe
zurück
zu Schritt (1)
-
Dieser
Vorgang erfolgt vorzugsweise getrennt für Uplink und für Downlink.
Daher ist es möglich,
dass Downlink- Verbindungen
niedrigere AMR-Modi verwenden als Uplink-Verbindungen, falls die Last in der
Downlink-Richtung nahe an eine Überlast
ansteigt, bevor dies in der Uplink-Richtung passiert.
-
Die
Parameter im vorhergehenden Beispiel sind wie folgt:
-
C. EIN WEITERES BEISPIEL
EINES STEUERUNGSALGORITHMUS
-
In
diesem Abschnitt wird ein spezielles Beispiel eines Steuerungsalgorithmus
beschrieben. Gemäß dieses
Algorithmus kann das AMR-Verfahren auch mittels der Laststeuerfunktion
in der RNC verändert
werden. Dieser Abschnitt listet nur einige Beispiele auf und beschränkt keineswegs
andere Ausführungsbeispiele der
Erfindung.
-
Bei
diesem Ausführungsbeispiel
schätzt
die Zugangskontrolle, um wie viel die Gesamtlast gesenkt werden
könnte,
falls alle AMR-Teilnehmer auf ihre niedrigste Bitrate wechseln.
In anderen Worten, anstatt einen neuen Teilnehmer zu blockieren,
nimmt die Zugangskontrolle an, dass die vorhandenen AMR-Teilnehmer ihre
Bitrate senken können,
und gestattet daher eine größere Anzahl
an Teilnehmern im System. Ein neuer Teilnehmer wird von der Uplink-Zugangskontrolle
zugelassen, falls gilt:
wobei P
rx,NCdie
empfangene Leistung mit Bezug auf eine unkontrollierbare Last, ΔP
rx,neu eine empfangene Leistung einschließlich einer
neuen Verbindung und P
rx ,Ziel ein
Ziel- bzw. Sollwert für
die empfangene Leistung ist.
-
Die
unkontrollierbare Last besteht aus der Interferenz bzw. Störung von
-
- - Intrazell-Realzeitteilnehmern,
- - Intrazell-Nicht-Realzeitteilnehmern mit ihrer garantierten
Minimalbitrate, und
- - Zwischenzell-Teilnehmern.
-
Die
unkontrollierbare Last kann nicht durch den Paketscheduler bzw.
-planer dieser bestimmten Zelle beeinflusst werden. Es ist zu beachten,
dass nur die AMR-Minimalbitrate
als unkontrollierbar angenommen wird.
wobei
η = Lastfaktor,
P
rx,gesamt = empfangene Gesamtleistung,
ΔL = Lastanstieg
von neuem Teilnehmer,
L
NRT = Last von
Best-Effort-Paketteilnehmern (erhalten vom Paketscheduler in der
RNC), und
L
AMR = der Maximalabfall
der Last von AMR-Teilnehmern, falls ihre Bitrate auf das Minimum
gesenkt wird. Dieser Ausdruck spiegelt dann die Flexibilität von Bitraten
von AMR-Teilnehmern wider. Die momentanen Bitraten von AMR-Teilnehmern werden
vorzugsweise in einer Tabelle im Zellenressourcenmanager unterhalten.
wobei
W
= Chiprate,
ρ
i,verwendet = E
b/N
0 für
die verwendete AMR-Bitrate,
ρ
i,
Minimum = E
b/N
0 für die minimale
AMR-Bitrate,
R
i,verwendet = die verwendete
AMR-Bitrate, und
R
i,Minimum = die minimale
AMR-Bitrate = ,AMR_Min_Modus' .
-
Um
diese veränderte
Zugangskontrolle zu implementieren, ist es nötig
-
- - die momentanen Bitraten von AMR-Teilnehmern
= Ri,verwendet) zu erhalten,
- - die minimal zulässigen
Bitraten von AMR-Teilnehmern = Ri,Minimum =
,AMR_Min_Modus')
zu erhalten, und
- - LAMR zu berechnen.
-
Bei
einer Downlink-Zugangskontrolle können ähnliche Prinzipien wie beim
Uplink angewandt werden.
-
Nimmt
die Zugangskontrolle an, dass die AMR-Bitraten gesenkt werden können, muss
diese Option dann von der Laststeuerung unterstützt werden. Bei der Laststeuerung
ist es ziemlich einfach, die AMR-Bitrate im Fall einer Überlast
zu senken. Jedoch ist es schwierig, zu entscheiden, wann die AMR-Bitrate
im Fall eines SHO erhöht
werden kann. Beim SHO soll die Laststeuerung die Belastung in allen
SHO-Zweigen überprüfen, bevor
die AMR-Bitrate
erhöht
wird. Dies erfordert, dass eine Signalisierung zwischen den Zellen-RMs
von benachbarten Zellen stattfindet. Diese Signalisierung verursacht
eine zusätzliche
Last an der RNC und ist daher nicht wünschenswert.
-
Ein
vereinfachter Ansatz besteht hierbei darin, dass die Laststeuerung
die AMR-Bitraten nur senkt, sie aber während der Verbindung nie zurück erhöht. Dieser
Ansatz würde
die Signalisierung zwischen Funkressourcenmanagern (RMs) von SHO-Zweigen
nicht benötigen.
-
Bei
einer anderen vereinfachten Version wird jede AMR-Verbindung in einer
Liste nur in einem RM einer Zelle unterhalten. Dies würde es vereinfachen,
SHO-Teilnehmer zu verarbeiten. Der Laststeuerungsalgorithmus könnte dann
nur den AMR-Modus derjenigen Teilnehmer beeinflussen, die in dieser
Zelle gelistet sind. Andere AMR-Teilnehmer werden aus Sicht dieser
Zelle als unkontrollierbarer Verkehr betrachtet. Die Zugangskontrolle
könnte
dann auch nur diejenigen AMR-Teilnehme berücksichtigen, die von dieser
Zelle kontrolliert bzw. gesteuert werden können. Wird angenommen, dass
ein Overhead eines weichen Handovers 30% beträgt, könnte bei diesem vereinfachten Ansatz
dann der AMR-Modus von 1/1,3 = 77% der Teilnehmer in jeder Zelle
verändert
werden. Die restlichen AMR-Teilnehmer
(23%) würden
dann als unkontrollierbare Teilnehmer betrachtet werden.
-
Es
wird hier angenommen, dass der Zellenressourcenmanager in der RNC
eine Liste der Bitraten der AMR-Teilnehmer in dieser speziellen
Zelle unterhält.
Diese Liste kann beim Zugangskontroll- und beim Laststeuerungsalgorithmus
verwendet werden.
-
Die
Uplink-Laststeuerungsschwellwerte sind gemäß 3 gezeigt. Für Realzeitdienste sind die
bevorzugten Aktionen, wenn sich das System in der Uplink-Richtung
in Überlast
befindet, die folgenden:
PrxGesamt > PrxZiel + PrxOffset: Einfrieren des Sollwerts
der äußeren Schleife
PrxGesamt > PrxSchwellwert: Senken
des Sollwert der äußeren Schleife,
Starten eines kontrollierten Absenkens.
-
PrxGesamt
ist hier Prx,Gesamt, PrxZiel ist Prx,Ziel. Siehe 3 für Auslöseschwellwerte
PrxOffset und PrxZiel.
-
In
der Downlink-Richtung:
PtxGesamt > PtxZiel + PtxOffset: keine Aktionen
PtxGesamt > PtxSchwellwert: Starten
eines kontrollierten Absenkens
-
Hierbei
ist PtxGesamt die gesamte übertragene
Leistung und PtxZiel ist ein Ziel- bzw. Sollwert für die übertragene
Leistung. PtxZiel und PtxOffset sind Auslöseschwellwerte.
-
Werden
Mehrratenverbindungen verwendet, können die höchsten Bitraten verwendet werden,
wenn keine Überlast
auftritt. Im Fall einer Überlast
können
die Laststeuerungsaktionen wie folgt sein:
-
Im
Uplink:
PrxNC > PrxZiel
+ PrxOffset: Senken von AMR-Bitraten
PrxNC < PrxZiel: Erhöhen von AMR-Bitraten
-
Im
Downlink:
PtxNC > PtxZiel
+ PtxOffset: Senken von AMR-Bitraten
PtxNC < PtxZiel: Erhöhen von AMR-Bitraten
wobei
PrxNC und PtxNC die empfangene/übertragene
Leistung in Bezug auf eine unkontrollierbare Last ist. Die Idee
besteht darin, die AMR-Bitraten zu senken, bevor in einem Überlastzustand
gelandet wird. Die Spanne zwischen PrxZiel + PrxOffset und PrxZiel
ist eine Hysterese, die erforderlich ist, um ein unnötiges Springen zwischen
den Modi bzw. Verfahren zu vermeiden.
-
Als
Erstes werden die AMR-Bitraten von Sprachteilnehmern gesenkt:
-
- - im Uplink von denjenigen, die den höchsten Lastfaktor
aufweisen, und
- - im Downlink von denjenigen, die die höchste Übertragungsleistung pro Verbindung
aufweisen.
-
Diese
Sprachteilnehmer sind diejenigen, die die größte Störung bzw. Interferenz verursachen.
-
D. EIN WEITERES BEISPIEL
EINES STEUERUNGSALGORITHMUS
-
In
diesem Abschnitt wird ein spezielles Beispiel eines Steuerungsalgorithmus
beschrieben. Gemäß dieses
Algorithmus kann das AMR-Verfahren von der Laststeuerfunktion der äußeren Schleife
in der RNC verändert
werden. Dieser Abschnitt listet nur einige Beispiele auf und beschränkt keineswegs
andere Ausführungsbeispiele
der Erfindung.
-
Es
ist möglich,
dass einige Strecken bzw. Verbindungen aufgrund von Abdeckungsgründen sogar dann
eine schlechte Qualität
erfahren, wenn sich das System nicht in Überlast befindet. Eine Möglichkeit
besteht darin, das Mobilgerät
seinen Uplink-Modus ohne jegliche Netzwerkbefehle verändern zu
lassen, falls es keine Energie mehr aufweist. Dies erfordert eine
Unterstützung
von der Standardisierung. Ist dieses Merkmal in allen Mobilgeräten vorhanden,
ist dann die Abdeckungsbereichserweitung mittels AMR in WCDMA-Netzwerken aller
Hersteller verfügbar,
und sie kann nicht als unterscheidender Faktor verwendet werden.
-
Ist
es erforderlich, dass es immer das Netzwerk ist, das den Uplink-AMR-Modus
festlegt, muss die Uplink-Leistungssteuerung
der äußeren Schleife
aufgefordert werden, die AMR-Bitrate zu senken, um die Uplink-Abdeckung zu verbessern.
Die Aktionen der Leistungssteuerung der äußeren Schleife sind gemäß 4 gezeigt. Es ist zu beachten,
dass die Uplink-Verbindung immer die erforderliche FER bekommt,
falls genügend
Energie in der Mobilstation vorhanden ist, um den Leistungskontrollbefehlen
zu folgen, und im Uplink keine Überlast
vorhanden ist.
-
Der
Leistungssteuerungsalgorithmus der äußeren Schleife könnte zum
Beispiel wie folgt aussehen:
-
Schritt (1)
-
- – Berechne
die Durchschnitts-FER über
dem Zeitraum von ,AMR_FER_Länge_Mittelwertbildung'
-
Schritt (2)
-
- – Falls
die Durchschnitts-FER > ,AMR_FER_Max_Uplink' und der momentane
AMR-Modus > ,AMR_Min_Modus', Senken vom AMR-Modus
für den
Uplink um eine Anzahl von ,AMR_Schritt' AMR-Modi
• Falls die Durchschnitts-FER < ,AMR_FER_akzeptabel' und der momentane
AMR-Modus < 12,2
kbps, Erhöhen
vom AMR-Modus für den Uplink
um eine Anzahl von ,AMR_Schritt' AMR-Modi
• Eine schnelle
Reaktion wird erhalten, falls ein AMR-Modus unverzüglich gesenkt wird, wenn mehr
als ,AMR_FER_Max_Uplink' *
,AMR_FER_Länge_Mittelwertbildung' Fehler in weniger
als ,AMR_FER_Länge_Mittelwertbildung' empfangen werden.
Zum Beispiel, falls mit den Werten von 3% und 5 s (und 50 Rahmen
pro Sekunde) mehr als 7,5 ( = 0,03*50*5) Fehler in weniger als 5
s empfangen werden, wird ein niedrigerer AMR-Modus verwendet. Dies
macht es möglich,
schnell auf eine schlechte Qualität in einem Fehlerburst aufgrund
der Abdeckung zu reagieren.
-
Schritt (3)
-
-
Es
ist zu beachten, dass die PC der äußeren Schleife eine Liste der
momentanen AMR-Bitraten derjeniger Verbindungen unterhalten muss,
die sie steuert.
-
Die
Parameter des vorhergehenden Beispiels sind die folgenden:
-
Die
Werte für
die Parameter müssen
abhängig
vom MOS(„mean
opinion score":
MOS-Wert) FER-Verhalten des AMR-Sprachcodec
optimiert werden. Diese Optimierung hängt z.B. vom gewählten ungleichen
Fehlerschutz auf L1 ab. Der Betreiber muss auch die Maximalleistung
pro Downlink-Sprachverbindung
derart einstellen, dass sie die Bereichserweiterung unterstützt, die
von der Uplink-AMR-Anpassung
bereitgestellt wird.
-
D. SIGNALISIERUNG DES
AMR-MODUS-BEFEHLS
-
Eine
Signalisierung des AMR-Modus-Befehls kann auf verschiedene Arten
durchgeführt
werden, inband bzw. bandintern genauso wie outband bzw. bandextern.
Einige Arten zum Signalisieren des AMR-Modus gemäß bestimmten vorteilhaften
Ausführungsbeispielen
der Erfindung werden im Folgenden beschrieben.
-
Bei
einem weiteren vorteilhaften Ausführungsbeispiel der Erfindung
wird für
die AMR-Moduskontrolle eine bandinterne Signalisierung verwendet.
Bei diesem Ausführungsbeispiel
werden Informationen über
den neuen zu verwendenden AMR-Modus zusammen mit Teilnehmerdaten
an den Codierer gesendet.
-
Ein
Ankoppeln einer AMR-Modus-Kontrollnachricht an Teilnehmerdaten kann
vorteilhafter Weise auf der MAC-Schicht
durchgeführt
werden.
-
Eine
bandinterne Signalisierung weist gewisse Vorteile auf. Es muss zum
Beispiel kein gesonderter Signalisierungsvorgang zwischen den RRC-Funktionen
in der RNC und dem Codeumsetzer erzeugt werden. Des Weiteren stellt
eine bandinterne Signalisierung einen schnellen Weg dar, um den
AMR-Modus zu verändern.
Eine bandinterne Signalisierung wird auch im jetzigen GSM-System
unterstützt.
-
Wird
eine bandexterne Signalisierung verwendet, wird der AMR-Modus-Befehl
in einer gesonderten Signalisierungsnachricht gesendet. Die Signalisierung
kann zum Beispiel unter Verwendung der RRC-Schicht durchgeführt werden.
Die Verwendung der RRC-Schicht zur Anpassung eines Downlink-AMR-Modus
erfordert neue Signalisierungsvorgänge zwischen der RNC und dem
Codeumsetzer im Kernnetzwerk. Bestehende Signalisierungsvorgänge können für eine Uplink-AMR-Moduskontrolle verwendet
werden. Ein Beispiel eines Vorgangs, der für eine Uplink-AMR-Moduskontrolle
verwendet werden kann, ist der Vorgang TRANSPORTKANAL_REKONFIGURATION.
-
Eine
bandexterne Signalisierung weist gewisse Vorteile auf. Wird eine
bandexterne Signalisierung verwendet, wird zum Beispiel keine AMR-Modus-Befehlserzeugung
auf der MAC-Schicht benötigt.
Außerdem
erhöht
eine Übertragung
von Signalisierungsinformationen auf der Nutzerebene die Komplexität, da die
Nutzerebene nur zur Verwendung für
Teilnehmerdaten gedacht ist. Für
die Uplink-Richtung können
bereits definierte RRC-Vorgänge
verwendet werden.
-
E. EINE WEITERE KLASSE
VORTEILHAFTER AUSFÜHRUNGSBEISPIELE
-
In
einer weiteren Klasse vorteilhafter Ausführungsbeispiele der Erfindung
darf das UE den AMR-Modus
in bestimmten Situationen steuern bzw. kontrollieren. Dies ist zum
Beispiel vorteilhaft, falls das UE in der Lage ist, den AMR-Modus
zu verändern,
wenn sich die Bedingungen auf der Luftschnittstelle verändert haben und
ein AMR-Moduswechsel schnell durchgeführt werden muss, um eine ordentliche
Qualität
auf einer Sprachverbindungen zu sichern.
-
Bei
einem vorteilhaften Ausführungsbeispiel
darf das UE einen Uplink-AMR-Modus verändern bzw. wechseln, falls
der maximale Übertragungsleistungspegel
des UE erreicht ist. Da das UE die Übertragungsleistung nicht mehr
erhöhen
kann, kann das UE die Qualität
einer Sprachverbindung bei sich verschlechternden Funkschnittstellenbedingungen
durch Wechseln auf einen AMR-Modus beibehalten, der eine geringere Sprachdatenrate
bereitstellt. Vorzugsweise ist es für das UE nicht erforderlich,
einen Moduswechsel von der RNC anzufordern.
-
Vorteilhafter
Weise besteht die Menge an AMR-Modi, die das UE verändern darf,
aus denjenigen AMR-Modi, die in den Transportformaten der momentan
gültigen
Transportformatmenge dargestellt sind.
-
Da
die Transportformatmenge vom Netzwerk festgelegt und dem UE durch
das Netzwerk vorgeschrieben wird, kann das Netzwerk die Grenzen
für die
Auswahl der anwendbaren AMR-Modi
setzen. Das Netzwerk erkennt den vom UE verwendeten AMR-Modus aus
Rateninformationen, die vom UE zusammen mit Teilnehmerdaten gesendet
werden.
-
Ein
Transportformat (TF) ist eine Menge an Parametern, die einer einzigen
Art zum Vorbereiten eines Nutzlastdatenstroms zur Übertragung über die
Luftschnittstelle entsprechen. Die Menge an Parametern bezeichnet
zum Beispiel eine Nutzlastdatenrate, das verwendete Fehlersteuerungscodierungsverfahren,
ein verwendetes Verschachtelungsverfahren und andere in dem speziellen
zellularen Telekommunikationsnetzwerk verwendete Verarbeitungsverfahren,
d.h. sie beschreibt die auf den zu übertragenden Daten angewandten Verarbeitungen
der physikalischen Schicht. Demzufolge entspricht jedes TF einer
speziellen unmittelbaren Trägerbitrate.
Des Weiteren weist jeder Träger
zumindest ein Transportformat auf. Im Fall, dass ein Träger zum Beispiel
mehrere Bitraten unterstützt,
kann ein Träger
mehr als ein entsprechendes TF aufweisen.
-
Jedes
Transportformat weist einen entsprechenden Transportformatbezeichner
(TFID) auf. Die TFIDs können
den TFs auf viele Arten zugewiesen sein, zum Beispiel in aufsteigender
Reihenfolge beginnend mit der niedrigsten Bitrate, oder gemäß einer
beliebigen anderen vorbestimmten Vorschrift.
-
Die
Kombination von Transportformaten der aktiven Träger ist eine Transportformatkombination (TFC).
Die Menge aller möglichen
Transportformatkombinationen bildet eine Transportformatkombinationsmenge
(TFCS). Jede TFC weist einen entsprechenden Transportformatkombinationsbezeichner
(TFCI) auf, d.h. jeder TFCI entspricht einer definierten Gruppe
von Transportformaten. Der TFCI wird zum Benachrichtigen des Empfängers über die
aktuelle Kombination von Transportformaten verwendet.
-
Der
Mechanismus, bei dem das UE den AMR-Modus verändert bzw. wechselt, kann vorteilhaft
verwendet werden, um den Abdeckungsbereich einer Sprachverbindung
zu erweitern. Kann das UE die Übertragungsleistung
nicht mehr erhöhen,
kann es den AMR-Modus auf einen Modus verändern, der eine geringere Datenrate
bereitstellt, wodurch die Qualität
der Sprachverbindung sogar dann beibehalten wird, wenn sich das UE
weiter von der Basisstation wegbewegt.
-
Bei
einem vorteilhaften Ausführungsbeispiel
der Erfindung ist ein Verfahren zur Auswahl des Codierungsverfahrens
für eine
Mehrratenverbindung zwischen einem UE und einem Netzwerk in einem
digitalen zellularen Telekommunikationssystem bereitgestellt. Gemäß dieses
Ausführungsbeispiels
wählt das
UE unter bestimmten Umständen
das Codierungsverfahren aus, und unter anderen Umständen wählt das
Netzwerk das Codierungsverfahren aus.
-
Vorzugsweise
wird die Auswahl des Codierungsverfahrens im Netzwerk von einer
Funknetzwerksteuereinheit durchgeführt. Vorteilhafter Weise wählt das
UE das Codierungsverfahren aus, falls das UE seine maximale Übertragungsleistung
verwendet.
-
Bei
einem weiteren vorteilhaften Ausführungsbeispiel der Erfindung
ist ein Verfahren zum Erhöhen
des sichtbaren Radius einer Zelle bereitgestellt, wie er von einem
UE mit einer Mehrratenverbindung zu einem zellularen Netzwerk wahrgenommen
wird. Gemäß dieses
Ausführungsbeispiels
wird das für
eine Verbindung des UE verwendete Codierungsverfahren auf Grundlage
der Übertragungsleistung
des UE und der Last von zumindest einer Zelle gesteuert. Vorzugsweise
wird das vom UE verwendete Codierungsverfahren verändert, falls
sich die Qualität
der Funkschnittstelle verschlechtert und das UE seine maximale Übertragungsleistung verwendet.
Vorteilhafter Weise wählt
das UE das Codierungsverfahren aus.
-
F. WEITERE BETRACHTUNGEN
-
Bei
einem weiteren vorteilhaften Ausführungsbeispiel der Erfindung
ist ein AMR-Moduswechsel mit einem Wechsel des Transportformats
gekoppelt.
-
Die
Erfindung ermöglicht
die Ausweitung bzw. Steigerung eines Verbindungsabdeckungsbereichs ebenso
wie der Kapazität
und Qualität
von Verbindungen.
-
Der
Name einer bestimmten funktionalen Instanz, wie etwa die Funknetzwerksteuereinheit,
ist im Kontext unterschiedlicher zellularer Telekommunikationssysteme
oft unterschiedlich. Zum Beispiel ist die funktionale Instanz, die
einer Funknetzwerksteuereinheit (RNC) entspricht, im GSM-System
die Basisstationssteuerung (BSC). Daher ist der Ausdruck Funknetzsteuereinheit
in den Patentansprüchen
beabsichtigt, alle entsprechenden funktionalen Instanzen abzudecken,
ungeachtet des für
die Instanz im speziellen zellularen Telekommunikationssystem verwendeten
Ausdrucks. Des Weiteren sind verschiedene Nachrichtennamen wie etwa der
Nachrichtnamen AMR-MODUS-BEFEHL
ausschließlich
als Beispiele gedacht, und die Erfindung ist nicht auf eine Verwendung
der in dieser Patentschrift rezitierten bzw. verwendeten Nachrichtnamen
beschränkt.
-
Die
Erfindung kann in vielen unterschiedlichen zellularen Netzwerken
eingesetzt werden, wie etwa dem momentan in der Entwicklung befindlichen
zellularen Netzwerk der Dritten Generation. Die Erfindung kann zum
Beispiel im WCDMA-System eingesetzt werden.
-
Angesichts
der vorangehenden Beschreibung ist es für einen Fachmann ersichtlich,
dass verschiedene Modifikationen innerhalb des Schutzbereichs der
Erfindung durchgeführt
werden können.
Während
ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel
der Erfindung ausführlich
beschrieben wurde, sollte es offensichtlich sein, dass viele Modifikationen
und Variationen davon möglich
sind, von denen alle in den Schutzbereich der Erfindung fallen,
wie er in den zugehörigen
Patentansprüchen
definiert ist.