DE592137C - Vielfachbuerstenwaehler mit mechanischer Buerstenwahl - Google Patents
Vielfachbuerstenwaehler mit mechanischer BuerstenwahlInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf Vielfachbürstenwähler mit mechanischer Bürstenwahl,
bei welchem ein durch eine vorausgehende Einstellung des Bürstenträgers zur Auswahl
vorbereiteter Bürstensatz durch eine vorübergehende Betätigung eines Auslösegliedes
(Stoßstange) zur Kontaktgabe wirksam gemacht wird.
Bei diesem Wähler ist für die Betätigung des Auslösegliedes ein Elektromagnet erforderlich,
der bei jeder Einstellung des Wählers nur ein einziges Mal in Benutzung genommen
wird.
Die Erfindung bezweckt, diesen Elektromagneten besser auszunutzen und erreicht
dies durch die Hinzufügung eines als Steuerschalter wirkenden zusätzlichen Schalters zu
dem Wähler, der von dem Elektromagneten gesteuert wird. Dieser Steuerschalter vermag
in verschiedenen Stellungen Kontakte zu betätigen, und der für die Betätigung des Auslösegliedes
vorgesehene Elektromagnet veranlaßt die Überführung des Steuerschalters in die verschiedenen Stellungen, so daß bei den
verschiedenen Betätigungen des Elektromagneten unterschiedliche Kontaktumlegungen
stattfinden.
Um bei den aufeinanderfolgenden Betätigungen des Elektromagneten zwangsläufig zu
verhindern, daß auch das Auslöseglied mehrmals betätigt wird, wodurch mehrere Bürstensätze
in unzulässiger Weise für die Kontaktgabe wirksam gemacht werden könnten, wird gemäß der Erfindung die Betätigung des Auslösegliedes
mechanisch von dem Steuerschalter in einer seiner Stellungen, welche beliebig wählbar ist, bewirkt. Es handelt sich demnach
bei der erfindungsgemäßen Anordnung um eine grundsätzlich neue Ausbildung und Verwendung eines Steuerschalters, da dieser
außer zu den üblichen elektrischen Schaltverrichtungen (Kontaktumlegungen) auch noch
zu mechanischen Schaltverrichtungen mit herangezogen wird.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen dargestellt. Diesem Ausführungsbeispiel
ist ein Stangenwähler zugrunde gelegt, jedoch beschränkt sich der Gebrauch der Erfindung nicht auf diesen
Wählertyp allein, sondern er erstreckt sich auch auf andere Vielfachbürstenwähler (Drehwähler)
mit mechanischer Bürstenwahl und Vorbereitung desselben durch eine vorausgehende
Schaltgliedverstellung.
In den Zeichnungen veranschaulichen
Abb. ι und 2 das Gesamtbild eines erfindungsgemäß
ausgeführten Stangenwählers in Vorder- und Seitenansicht,
Abb. 3 und 4 eine vergrößerte Darstellung des Einstellwerkes mit Steuerschalter unter
Weglassung der dem Schalt- und Steuerglied vorgelagerten Teile in Vorderansicht und
Längsschnitt,
Abb. 3 a und 3 b eine in Abb. 3 bereits dargestellte Anzeigevorrichtung für das Schalt- 6s
glied in seinen verschiedenen Stellungen,
eigentümliche. Aufgaben
Abb. 5 ein in Abb. 3 fast verdecktes Hilfsscbaltglied,
Abb. 6 bis 9 das Steuerglied und eine zum Einrücken der Bürstensätze dienende Stoßstange
in verschiedenen Wirkstellungen,
Abb. 10 eine Skizze zur Erläuterung der Kupplung des Steuergliedes mit dem Schaltglied
bei der Rückstellung beider,
Abb. 11 bis 13 verschiedene Ansichten eines
Zwischengliedes (Stoßhebels) zur Betätigung der Stoßstange.
An Hand der nachstehenden Beschreibung dieses Ausführungs'beispiels werden die einzelnen
Merkmale der Erfindung erläutert werden, die insbesondere in der bestimmten Ausbildung des von dem zur Betätigung des
Auslösegliedes erforderlichen Elektromagneten gesteuerten Steuerschalters liegen, welche ihn
sowohl für den Vollzug der mechanischen Bürstenwahl, als auch für andere, für Vielfachbürstenwähler
geeignet macht.
geeignet macht.
Eine solche Aufgabe liegt vor bezüglich der Regelung des Mitlaufs eines dem Schaltglied
zugeordneten Hilfsschaltgliedes, das die Bewegung des Schaltgliedes erst nach einer
gewissen Verstellung desselben mitmachen soll. ,Für die hierzu erforderliche Kupplung
des Hilfsschaltgliedes mit dem Schaltglied würde wiederum ein besonderer, schlecht ausgenutzter
Elektromagnet benötigt werden, sofern nämlich verlangt wird, daß der Mitlauf des Hilfsschaltgliedies in einer beliebig bestimmbaren
Phase der Schaltgliedeinstellung beginnen soll. Diesem Verlangen wird bei der erfindungsgemäßen Anordnung eines
Steuerschalters dadurch entsprochen, daß der Steuerschalter wiederum in einer seiner Stellungen
durch mechanische Beeinflussung eines Kupplungsgliedes die Mitnahme des Hilfsschaltgliedes
veranlaßt.
Eine weitere, mit dem Steuerschalter und Hilfsschaltglied gelöste Aufgabe bezieht sich
auf die Kenntlichmachung der Wählereinstellung durch eine Ablesevorrichtung bei Vielfachbürstenwählern
mit einem vor und nach der Bürstenwahl in derselben Richtung einstellbaren .Schaltglied. Eine solche Ablesevorrichtung
ist für diese Art Wähler überhaupt neu.
Für die wirkungsvolle Durchführung des Erfindungsgedankens ist weiterhin in dem
Ausführungsbeispiel der Antrieb für das Wählerschaltglied und für den Steuerschalter
einheitlich in der Weise geregelt, daß für die Einstellung beider Einrichtungen (Schaltglied
und Steuerschalter) eigene Speicherkräfte (Schwerkraft bzw. Federn) benutzt werden und die Erneuerung der bei der Einstellung
verbrauchten Speicherkräfte z. B. am Schluß jeder über den Wähler hergestellten Verbindung durch eine gemeinsame, von außen
gespeiste Antriebsvorrichtung erfolgt. Der besondere Vorteil dieser Anordnung besteht
in einer weitgehenden Entlastung der die Einstellung des Schaltgliedes und des Steuerschalters
regelnden Elektromagnete, indem diese nur Auslösearbeit zu verrichten haben, während die Arbeitsverrichtungen selbst beim
Schaltglied und Steuerschalter von den Speicherkräften geleistet werden.
Der Stangenwähler gliedert sich in folgende Hauptbestandteile: ein Kontaktfeld K, das
Teil eines Flachbankvielfaches ist; einen vor dem Kontaktfeld auf und ab beweglichen
Bürstenschlitten B; eine neben dem Schlitten gelagerte Stoßstange 5 zum wahlweisen Einrücken
der Bürstensätze; ein Einstellwerk W für den Bürstenschlitten mit eingebautem
Steuerschalter und eine als Kolbenmotor ausgebildete Rückstellvorrichtung R.
Das dreireihige Kontaktfeld K ist in zehn Gruppen zu je 10 X 3 Kontakten geteilt.
Gleichartige Kontaktfelder anderer Wähler liegen nebeneinander. Die Zeichnung zeigt
nur die paarig zusammengefaßten beiden oberen und unteren Kontaktgruppen. Zwischen
den Kontaktfeldern befinden sich Schienen 20, welche das aus Teilbänken zusammengesetzte
Bankvielfach und einen darunter befindlichen Träger 21 zusammenhalten und im übrigen
zur Lagerung der Bürstenschlitten, der Stoßstangen und der Einstellwerke dienen.
Der Bürstenschlitten B besteht aus einer länglichen Platte 22 mit zehn darauf gelagerten
dreiteiligen Bürstensätzen 23. Der Schlitten ist oben und unten an beiden Seiten in
Gleitlagern 24 geführt und besitzt unten eine nach vorn ragende Kupplungsnase 25, die,
wie später gezeigt wird, den Schlitten mit dem Einstellwerk verbindet. Die Platte 22
besitzt fensterartige öffnungen 26, durch welche die Bürstenfedern mit den darunterliegenden
Kontaktgruppen in Berührung treten können. Die Bürstensätze sind jedoch für gewöhnlich vom Kontaktfeld abgehoben
und durch je einen Sperrhebel 27 in der unwirksamen Stellung festgehalten. Die Bürstensätze
können mit Hilfe der neben dem Schlitten gelagerten Stoßstange einzeln wirksam gemacht werden.
Die Stoßstange vS" besitzt zehn in einer
Fluchtlinie liegende Stifte 28 nahe den in einer parallelen Fluchtlinie liegenden Ansätzen
29 der Sperrhebel. Die Abstände der Stifte einerseits und der Sperrhebel und Bürstensätze
andererseits sind so bemessen, daß nach einem Senken des Schlittens aus der in Abb. ι und 2 dargestellten obersten Stellung
(Ruhelage) um einen, zwei bis zehn Schaltschritte nacheinander der Sperrhebel des
ersten, zweiten bis zehnten Bürstensatzes in
der Reihenfolge von oben nach unten mit seinem Ansatz einem Stift allein gerade gegenübersteht,
während zugleich der zugehörige Bürstensatz im Abstand eines Schaltschrittes vor seiner Kontaktgruppe sich befindet. Wenn
daher nach einem solchen Senken des Schlittens nun die Stange, mit ihren Stiften kurz
gegen den Schlitten hin gedreht wird, so stößt jeweils ein bestimmter Stift den ihm gegenüberstehenden
Sperrhebel aus der Sperrstellung heraus, worauf der zugehörige Bürstensatz durch eigene Kraft seiner Federn in die
wirksame Stellung springt. Beim weiteren Senken des Schlittens bestreicht dann der
Büi-stensatz seine Kontaktgruppe, bis am Ende der Kontaktbahn ein daselbst angeordnetes
(nicht dargestelltes) Ausrückstück den Bürstensatz in die unwirksame Stellung zurückdrückt,
wo er von seinem Sperrhebel wieder festgehalten wird.
Das Einstellwerk W ist ein für sich auswechselbarer Apparatsatz, der mit zwei an
seinem oberen Ende seitlich herausragenden Zapfen 30 in zwei auf den Schienen befestigten
Lagerböcken 31 eingehängt wird. Das Einstellwerk vereinigt auf einer länglichen
Grundplatte 32 das als Zahnstange ausgebildete Schaltglied 33 und das ebenfalls als
Zahnstange ausgebildete Steuerglied 34 nebst ihren Zubehörteilen.
Die Zahlstange 33 ist mit nahe an ihren Enden angeordneten Lagerstücken 35 in zwei
Schlitzen 36 der Grundplatte leicht gleitend geführt. Die Länge der Schlitze ist der Hublänge
des Bürstenschlittens angepaßt, mit dem die Zahnstange im Betrieb durch die Einführung
der Kupplungsnase 25 in eine Nut 37 verbunden ist. Die Hublänge beträgt bei der angenommenen Größe und Gruppenteilung
des Kontaktfeldes je zehn Schaltschritte für die Bürstenwahl und für die darauffolgende
Leitungswahl. Eine kleine Zugabe in der Hublänge ist zum Ausrücken besonders der
unteren Bürstensätze vorgesehen.
Der Antrieb des Wählers bei der Einstellung erfolgt durch das Gewicht des Bürstenschlittens
und der Zahnstange. Die Auslösung der Bewegung beider Teile erfolgt durch eine in Sperrzähne 38 der Zahnstange eingreifende
Sperrklinke 39, die durch den Elektromagneten 40 von der Zahnstange weggezogen werden kann. Durch kurze oder längere Erregungen
des Magneten ergeben sich entsprechend kurze oder längere Einstellbewegungen. Bei längeren Bewegungen begrenzt
eine in Triebzähne 41 der Zahnstange eingreifende Fliehkraftbremse 42 die Geschwindigkeit
auf einen angemessenen Höchstwert.
Die Zahnstange zeigt gegenüber der Grundplatte gemäß Abb. 4 einen Zwischenraum, in
welchem das in Abb. 5 für sich dargestellte Hilfsschaltglied 43 in denselben Schlitzen wie
die Zahnstange gleitend untergebracht ist. Das Hilfsschaltglied ist mit einer Spiralfeder
44, die ihm eine Zugkraft nach oben erteilt, an der Zahnstange aufgehängt. Ein Anschlag
45 am unteren Schlitz der Grundplatte begrenzt die Bewegung des Hilfsschaltgliedes
nach oben derart, daß sein Kopfende 46 gegenüber dem oberen Lagerstück 35 der Zahnstange
einen Abstand gleich zehn Schaltschritten bewahrt. Wenn die Zahnstange gesenkt wird, bleibt das Hilfsschaltglied infolge
der Wirkung der entsprechend gespannten Spiralfeder ruhig liegen, bis das obere Lager-'
stück der Zahnstange sich gegen das Kopfende · des Hilfsschaltgliedes legt. Die Zahnstange
nimmt dann bei weiterem Senken das Hilfsschaltglied abwärts mit. Das Hilfsschaltglied
kann durch die Zahnstange auch bei weniger als zehn Schaltschritten, gegebenenfalls schon
nach dem ersten Schaltschritt, mittels einer am Hilfsschaltglied befestigten Federklinke
47 und einer an der Zahnstange seitlich befestigten Zahnleiste 48 mitgenommen werden.
Die Federklinke hat das Bestreben, sich gegen die Zahnleiste zu legen. Die Feder wird
jedoch, wie noch gezeigt wird, vom Steuerschalter von der Zahnleiste zunächst weggedrückt
und jeweils erst nach erfolgter Bürstenwahl zum Eingriff mit der Zahnleiste freigegeben. Das Hilfsschaltglied macht also
gewöhnlich nach erfolgter Bürstenwahl, spätestens jedoch vom elften Schaltschritt ab,
die Einstellbewegung' der Zahnstange und des Bürstenschlittens mit.
Das in vorgenannter Weise wirkende Hilfsschaltglied 43 wird hauptsächlich zu Kontaktumlegungen
gebraucht, die vom Beginn der Einzelleitungswahl abhängig sind. Die Abb. 3 zeigt z. B. einen Kontakt 49, der nach dem
ersten Schaltschritt der Einzelleitungswahl vom Hilfsschaltglied geöffnet wird. In ahn- ■
licher Weise können vom Hilfsschaltglied auch andere Kontakte bei späteren Schaltschritten,
vom Beginn der Einzelleitungswahl ab gerechnet, betätigt werden.
Einen anderen nutzbringenden Gebrauch des Hilfsschaltgliedes zeigt die dargestellte n0
Nummernskala zum Ablesen der Einstellung des Schaltgliedes bzw. des Bürstenschlittens.
Es handelt sich hierbei um eine Skala für Wähler mit Gruppen- und Einzelleitungswahl.
Solche Ablesevorrichtungen sind bei Wählern mit in zwei Richtungen einstellbarem Schaltglied
bekannt. Bei Vielfachbürstenwählern jedoch mit einem bei beiden Wahlen in derselben
Richtung unterschiedslos fortschreitendem Schaltglied kommen jene Ablesevorrichtungen
nicht in Betracht. Vielmehr bedingen Vielfachbürstenwähler eine besondere An-
Ordnung der Ablesevorrichtung, und die Einführung einer solchen ist geboten, weil die
Vielzahl der Bürstensätze bzw. die Mehrdeutigkeit der Schaltgliedeinstellungen die
richtige Deutung erschwert.
Die dargestellte Ablesevorrichtung kennzeichnet sich als eine zweiteilige Skala mit
einem gemeinsamen Zeiger in der Weise, daß die Skala 50 der Gruppenwahl sich auf dem
Schaltglied 33 befindet, die Skala 51 der Einzelleitungswahl
hingegen ortsfest und der gemeinsame Zeiger 52 am erwähnten Hilfsschaltglied
43 befestigt ist. Es veranschaulicht Abb. 3 die Ablesevorrichtung in der Ruhelage des Wählers, Abb. 3 a die Ver-,
änderung nach dem Wählen z. B. der Gruppe 9, wobei' die Zahnstange sich um neun Schaltschritte
gesenkt hat, und Abb. 3 b die Veränderung nach dem weiteren Senken der Zahnstange um fünf Schritte, wobei der
Zeiger um die letztere Schrittzahl mitgegangen ist, so daß sich die Ablesung Nr. 95
ergibt.
Der Steuerschalter (Abb. 3) besteht aus einer parallel zum Schaltglied des Wählers
angeordneten Stange 34, die in Lagern 53 ebenfalls gleitend geführt ist und bei der Einstellung
durch eine Spiralfeder 54 ebenfalls nach abwärts gezogen wird. Die Auslösung der Stange erfolgt durch eine Doppelsperrklinke
(Echappement) 55 in Verbindung mit einer auf der Stange seitlich angeordneten Zahnleiste 56. Die Doppelsperrklinke wird in
der gezeichneten Ruhestellung durch eine eigene Feder in Eingriff mit der Zahnleiste
gehalten und durch einen Magneten 57, der bei der Erregung mit seinem Anker 58 in der
angegebenen Pfeilrichtung gegen den oberen Teil der Doppelklinke schlägt, umgelegt. Die
in Abb. 3 und 6 gezeigte Stellung der Steuerstange 34 entspricht der Ruhelage. Die Auslösung
der Stange durch den Elektromagneten 57 ist unabhängig von derjenigen des Wählerschaltgliedes
33. Auch die Zahl und Hublänge der Einstellschritte des Steuerschalters ist in den Grenzen des Gesamthubes des
Wählerschaltgliedes beliebig bestimmbar. In der Zeichnung sind für den Steuerschalter
einfachheitshalber nur vier Einstellschrittc angenommen, wovon zwei auf den Ankeranzug
und zwei auf den Ankerabfall des Magneten 57 entfallen und wobei der erste
Schaltschritt aus einem nachher erkennbaren Grund größer als die folgenden Schritte ist.
Die Steuerstange 34 besitzt am unteren Ende zwei ungleiche Nocken 59 und 60 als
Beispiel für die Verwendung des Steuerschalters zu Kontaktumlegungen.
Oberhalb der Zahnleiste 56 befindet sich an der Steuerstange ein aufwärts gerichteter einarmiger
Hebel 61, der in der Ruhestellung der Steuerstange (Abb. 3 und 6) mit einem
nach außen gebogenen Arm 62 von einem schräg ansteigenden Auflaufstück 63 entgegen
einer Feder 64 zur Grundplatte hingedrücki wird. Außerdem trägt der Hebel· einen um
die Steuerstange herumgreifenden seitlichen Ansatz 65, der auf der Innenseite der Steuerstange
entsprechend den gestrichelten Linien der Abb. 6 in Form eines Sperrzahnes ausläuft.
Wenn die Steuerstange aus der Ruhelage der Abb. 6 nach abwärts gleitet, so dreht sich
der unter dem Auflaufstück herausschlüpfende Hebel 61 gemäß Abb. 7 von der Grundplatte
weg. Dem Hebel folgt, ebenfalls von der Grundplatte sich weghebend, eine in Abb. 6
und 7 angedeutete Blattfeder, die gleichgeltend mit der früher erwähnten Federklinke
47 des Hilfsschaltgliedes (Abb. 4 und 5) ist. Damit ist gezeigt, daß der Steuerschalter beim
Verlassen der Ruhestellung mittelbar durch die Freigabe der Federklinke das Hilfsschaltglied
43 mit der Zahnstange 34 kuppelt.
Es ist jetzt zu zeigen,. wie der Steuerschalter beim. Verlassen der Ruhelage zugleich
die Stoßstange .S mechanisch betätigt. Die Betätigung besteht nach dem Frühergesagten
in einer einmaligen ruckartigen Drehung der Stange. Diese Bewegung wird durch einen nahe dem oberen Ende des Einstellwerkes
auf dessen Rückseite gelagerten Stoßhebel 66 auf die Stange übertragen. Die Abb. 3 läßt die Lage des Hebels gestrichelt
erkennen. Beim Einhängen des Einstell-Werkes an seinem Betriebsplatz legt sich der
Hebel 66 gemäß Abb. 12 gegen einen schräg nach vorn gerichteten Stift 67 der hinter der
Grundplatte 32 endigenden Stoßstange 5. Ein Fenster 68 in der Grundplatte (Abb. 3)
gestattet in Betrieb den Einblick auf die Eingriffsstelle des Hebels 66 und Stiftes 6y. Die
Abb. 11 zeigt den Stoßhebel und die Stange in Draufsicht, während Abb. 13 das Drehen
der Stange erkennen läßt, wenn der Stoßhebel sich abwärts bewegt.
Der Stoßhebel 66 wird beim ersten Fallschritt der Steuerstange von dieser mittelbar
durch eine Greifklinke 69 mit nach abwärts gerissen. Wenn hierbei der Stoßhebel die in
Abb. 7 und 13 dargestellte Stellung erreicht hat, stößt die Greifklinke mit einem kurzen
Arm 70 gegen den unteren Fensterrand der Grundplatte. Indem die .Steuerstange ihre Bewegung
noch ein kurzes Wegstück fortsetzt, löst sich die Greifklinke mit einer raschen Schwenkung vom Stoßhebel (Abb. 8), worauf
dieser und die Stoßstange durch eigene Federkräfte sogleich wieder in die Ruhelage zurückspringen.
Damit ist die Bürsteneinrückung (zusammen mit der vorgenannten Kupplung ·
des Hilfsschaltgliedes und der Steuerstange)
auf das erste Ansprechen des Steuermagneten
57 hin vollzogen. Für die beiden Vorgänge ist es gleichgültig, ob der Steuermagnet nun
gleich abfällt oder noch länger erregt bleibt. Dies besagt, daß die Ausführung der weiteren
Fallschritte des Steuerschalters (Abb. 9) zeitlich beliebig fallen kann.
Zum Zweck der Rückstellung des Wählers und Steuerschalters müssen der Bürstenschlitten
und die Zahnstange jeweils bis in ihre tiefste Lage fallen*. Dies geschieht in
einfacher Weise durch dauerndes Erregen des Elektromagneten 40. Wenn der Bürstenschlitten
seine tiefste Lage erreicht, legt er sich mit seinem Gewicht auf die Stange Ji
eines als Rückstellvorrichtung wirkenden Kolbenmotors R mit Druckluftantrieb. Diese
Einrichtung ist an sich bekannt und wirkt so, daß beim Eintritt der Kolbenbelastung durch
den Schlitten eine Ventilumsteuerung stattfindet, welche Druckluft aus einem Rohr 72
unter den Kolben ..einströmen läßt. Hierauf hebt der Kolben den Schlitten, die Zahnstange
und Steuerstange zugleich in ihre Anfangsstellung empor. Die Mitnahme der Steuerstange
bei der Rückstellung erfolgt durch die Zahnstange. Die in Abb. 3 erkennbare Befestigungsschraube
des oberen Lagerstückes der Zahnstange hat eine stiftartige Verlängerung 73, die sich beim Senken der Zahnstange,
auf der strichpunktierten Linie a-b der Abb. 10 bewegt und schließlich den sperrklinkenähnlichen
Ansatz 65 des Hebels 61 überläuft, wobei dieser vorübergehend ausweicht
und sich dann dem Stifte 73 vorlegt. Beim Hochgehen der Zahnstange nimmt der Stift den Steuerschalter so lange mit hoch,
bis beim Unterschlüpfen des Hebels 61 unter das Auflaufstück 63 gemäß Abb. 3 und 6 der
Hebel vom Stift weggedrückt, d. h. der Schlitten von der Zahnstange abgekuppelt
wird. Zahnstange und Schlitten bewegen sich dann allein weiter. Das Hilfsschaltglied
43 geht unter dem Einfluß der Spiralfeder 44 allein mit hoch, bis der Anschlag .45 seine Bewegung
begrenzt, worauf die teilweise entspannte Spiralfeder durch die weitersteigende
Zahnstange gespannt wird. Kurz vor der Hubbegrenzung des Hilfsschaltgliedes ist auch die Federklinke 47 durch Unterschlüpfen
des Ansatzes 65 des Hebels 61 unter das Auflaufstück 63 aus der Zahnleiste 48 herausgehoben
worden. Wenn Schlitten und Zahnstange ihre Anfangsstellung erreicht haben, stellt der Kolben in bekannter Weise
die Druckluftzufuhr ab, worauf der Kolben durch sein Eigengewicht wieder herabgleitet,
während Schlitten und Zahnstange durch die Sperrklinke 39 des ausgeschalteten Elektromagneten
40 bis zum nächsten Gebrauch des Wählers festgehalten werden.
Claims (10)
1. Vielfachbürstenwähler mit mechanischer Bürstenwahl, bei welchem ein durch
eine vorausgehende Einstellung des Bürstenträgers (Schaltglied) zur Auswahl vorbereiteter Bürstensatz durch eine vorübergehende
Betätigung eines Auslösegliedes (Stoßstange) zur Kontaktgabe wirksam gemacht wird, dadurch gekennzeichnet,
daß der zur Betätigung des Auslösegliedes erforderliche Elektromagnet (57) einen als Steuerschalter wirkenden
zusätzlichen Schalter (34) steuert, welcher in verschiedenen Stellungen Kontakte betätigt.
2. Vielfachbürstenwähler nach . Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die
Betätigung des Auslösegliedes (S) von dem Steuerschalter (34) mechanisch in
einer beliebig wählbaren Stellung des Steuerschalters bewirkt wird.
3. Vielfachbürstenwähler nach Anspruch ι und 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die mechanische Beeinflussung des Auslösegliedes (S) seitens des Steuerschalters
(34) durch Zwischenglieder (Stoßhebel 66 und Greif klinke 69) erfolgt,
welche sich nach der Stoßausübung von dem Steuerschalter selbsttätig lösen.
4. Vielfachbürstenwähler nach Anspruch ι und 2, dadurch gekennzeichnet,
daß der Steuerschalter (34) bei der Einstellung durch eine Speicherkraft (54) angetrieben
wird.
5. Vielfachbürstenwähler nach Anspruch ι und 4, bei welchem das Schaltglied
durch Speicherkraft angetrieben wird, dadurch gekennzeichnet, daß die Erneuerung der bei der Einstellung des
Schaltgliecles (B) und des Steuerschalters (34) verbrauchten Speicherkräfte durch
eine von außen gespeiste Rückstellvorrichtung (R) gemeinsam erfolgt.
6. Vielfachbürstenwähler nach Anspruch i, 4 und 5, dadurch gekennzeichnet,
daß die Erneuerung der Speicherkrätte durch eine, von der Rückstellvorrichtung
(R) verursachte, der Einstellbewegung entgegengesetzte Bewegung des Schaltglicdes
erfolgt.
7. Vielfachbürstenwähler nach Anspruch ι und 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet,
daß die Rückstellvorrichtung (R) unmittelbar nur auf das Schaltglied (B)
einwirkt, der Steuerschalter (34) hingegen mittels selbsttätig wirkender Kupplungsglieder (73, 65) bei dieser Bewegung mitgenommen
wird.
8. A^ielfachbürstenwähler nach Anspruch
ι und 2 mit einem Hilfsschaltglied,
welches nach einer gewissen Verstellung des die Bürstensätze tragenden Schaltgliedes
dessen Bewegung mitmacht, dadurch gekennzeichnet, daß der Steuerschalter (34) in einer seiner Stellungen
(z. B. derselben, in welcher die Betätigung des Auslösegliedes (S) für die mechanische
Bürstenwahl stattfindet) durch mechanische Beeinflussung eines Kupplungsgliedes (47)
die Mitnahme des Hilfsschaltgliedes (43) veranlaßt.
9. Vielfachbürstenwähler nach Anspruch i, 2 und 8, dadurch gekennzeichnet,
daß das Hilfsschaltglied einen Zeiger (52) trägt, der auf einer zAveiteiligen Skala
(50, 51), deren einer Teil (50) am Schaltglied (33) und deren anderer Teil (51)
ortsfest gelagert ist, die Einstellung des Schaltgliedes auf die gewählte Gruppe und
auf die Einzelleitung anzeigt.
10. Vielfachbürstenwähler nach Anspruch ι bis 9, dadurch gekennzeichnet,
daß der Steuerschalter (34) einschließlich der auf das Auslöseglied (S) einwirkenden
Zwischenglieder (66,69) mit dem Einstellwerk (W) baulich verbunden ist
und entsprechend der Langform des Einstellwerks stangenförmig ausgebildet ist.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEM115600D DE592137C (de) | 1931-06-03 | 1931-06-03 | Vielfachbuerstenwaehler mit mechanischer Buerstenwahl |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEM115600D DE592137C (de) | 1931-06-03 | 1931-06-03 | Vielfachbuerstenwaehler mit mechanischer Buerstenwahl |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE592137C true DE592137C (de) | 1934-02-01 |
Family
ID=7328307
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEM115600D Expired DE592137C (de) | 1931-06-03 | 1931-06-03 | Vielfachbuerstenwaehler mit mechanischer Buerstenwahl |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE592137C (de) |
-
1931
- 1931-06-03 DE DEM115600D patent/DE592137C/de not_active Expired
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