DE589995C - Verfahren zur Gewinnung von tierischen oder pflanzlichen Stoffen in Pulverform - Google Patents

Verfahren zur Gewinnung von tierischen oder pflanzlichen Stoffen in Pulverform

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DE589995C
DE589995C DET40057D DET0040057D DE589995C DE 589995 C DE589995 C DE 589995C DE T40057 D DET40057 D DE T40057D DE T0040057 D DET0040057 D DE T0040057D DE 589995 C DE589995 C DE 589995C
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    • AHUMAN NECESSITIES
    • A23FOODS OR FOODSTUFFS; TREATMENT THEREOF, NOT COVERED BY OTHER CLASSES
    • A23BPRESERVATION OF FOODS, FOODSTUFFS OR NON-ALCOHOLIC BEVERAGES; CHEMICAL RIPENING OF FRUIT OR VEGETABLES
    • A23B2/00Preservation of foods or foodstuffs, in general
    • A23B2/90Preservation of foods or foodstuffs, in general by drying or kilning; Subsequent reconstitution
    • A23B2/905Fractionated crystallisation

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  • Agricultural Chemicals And Associated Chemicals (AREA)

Description

  • Verfahren zur Gewinnung von tierischen oder pflanzlichen Stoffen in Pulverform Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Gewinnung von tierischen oder pflanzlichen Stoffen, Organen, Säften, Extrakten usw. in trockener Pulverform durch Gefrierenlassen, Pulvern und Trocknen derselben.
  • Es sind bereits Verfahren dieser Art bekannt, doch leiden diese an dem Mangel, daß sie zu Trockenpräparaten von gegenüber dem Ausgangsmaterial veränderten und verschlechterten Eigenschaften führen.
  • Zweck der Erfindung ist demgegenüber die Gewinnung von tierischen oder pflanzlichen Stoffen in Form trockener, in ihren Eigenschaften vollkommen unveränderter und in ihrer Wirksamkeit lebensgleicher Pulver ohne jeden Verlust an therapeutisch und physiologisch wertvollen Eigenschaften der Ausgangsstoffe.
  • Dies wird erfindungsgemäß dadurch erreicht, daß man das unter dauernder Aufrechterhaltung einer sich niemals über - 18' C erhebenden Gefriertemperatur gefrorene und zerkleinerte Arbeitsgut durch Pressen mit hohem Druck von der Hauptmenge des Wassers befreit und anschließend im Vakuum fertig trocknet. Weitere Kennzeichen der Erfindung ergeben sich aus der weiteren Beschreibung. Das Gefrierenlassen des Arbeitsgutes erfolgt zweckmäßig sofort nach der Gewinnung des zu verarbeitenden Stoffes, d. h. nach erfolgter Trennung des betreffenden Organs vom lebenden Wesen bzw., wenn es sich um einen Extraktstoff handelt, sofort nach Gewinnung desselben. Die Gefriertemperatur kann hierbei zweckmäßig -5o bis -6o° C betragen, worauf das derart gefrorene Arbeitsgut durch Mahlen zerkleinert und anschließend getrocknet wird.
  • Das Trocknen des gefrorenen und bei der Gefriertemperatur zerkleinerten Arbeitsguts erfolgt erfindungsgemäß zuerst in der Weise, daß man den gefrorenen und zerkleinerten Stoff bei einer sich nicht über -z8° C erhebenden Temperatur einem hohen, dem Verflüssigungspunkte des Eises bei der Behandlungstemperatur entsprechenden Druck aussetzt, wobei dann nur das Wasser aus dem gefrorenen in den flüssigen Zustand übergeht und von dem zu trocknenden Stoff abgetrennt wird.
  • Um den Schmelzpunkt des Eises bei einem gegebenen Druck herabzusetzen, kann man dem zerkleinerten Arbeitsgut ein passendes Salz, und zwar zweckmäßig in einem eutektischen Mengenverhältnis mit dem auszutreibenden Wasser, oder auch eine Flüssigkeit, wie z. B. Glyzerin oder Alkohol, zusetzen. Der das Schmelzen erleichternde Stoff kann vor dem Mahlen oder während des Mahlens des behandelten Stoffes als gefrorenes Pulver zugesetzt werden, wobei das gleichzeitige Mahlen der beiden Pulver ein inniges gleichför_rniges Gemisch ergibt, durch welches die Wirkung des Salzes auf das Eis erleichtert wird. Unter diesen Bedingungen kann man während des durch Auspressen erfolgenden Trockenprozesses eine sich nach dem verwendeten Salz zwischen -a5° und -4o° C bewegende Temperatur aufrechterhalten.
  • Ein rasches Verdampfen des ;in gefrorenen Pulver enthaltenen Wassers und ein vollständiges Trocknen des Pulvers erzielt man insbesondere in der Weise, daß man das Pulver mit einem neutralen, den Wasserdampf durch physikalische Affinität aufnehmenden, d.li. also mit einem adsorbierend wirkenden Stoff, wie z. B. Kohle. Tonerde und vorzugsweise gekörnter Kieselsäure oder Silikagel vermischt.
  • Der adsorbierende Stoff, wird hierbei zweckmäßig in Form von Körnchen eingeführt, deren Größe die Größe der Körnchen des zu behandelnden Pulvers merklich übersteigt und die Trennung des a dsorbierenden Stoffes vom behandelten Pulver durch Absieben ermögliche. Beispiel r Der zu behandelnde Stoff wird sofort nach Trennung desselben vom lebenden Wesen (,Tier oder Pflanze) entweder dadurch, daß man denselben der Entspannung eines neutralen verfüissigten Gases, wie z. B. flüssiger Luft, aussetzt oder ihn in eine neutrale, auf einer Temperatur von - 6o' C gehaltene Flüssigkeit eintaucht, der plötzlichen Wirkurig einer starken Kälte unterworfen.
  • Der kräftig gefrorene Stoff, dessen Temperatur -6o° C beträgt, kann ohne weiteres bis zur i#,fehlfeinheit gemahlen werden. Dieses geschieht mittels geeigneter mechanischer Mittel, wie z. B. einer Mühle, die ebenfalls gekühlt wird, um jede Erwärmung zu verhindern.
  • Das so erhaltene und stark gefrorene Pulver wird nun einem sehr starken Druck unterworfen, um den Verflüssigungspunkt des Eises herabzusetzen. Für die Temperatur von -- r8° C, auf welche der Stoff bei diesem Prozeß gebracht wird, beträgt dieser Druck ungefähr 2ooo at.
  • Die Temperatur von -- z8° ist noch nötig, damit die Gärungsstoffe unwirksam bleiben und damit das Wasser allein unter Ausschluß aller festen Stoffe unter dem Einflüß des starken Druckes aus dein Stoff ausgetrieben wird. Auf diese Weise erhält man einen zusammenhängenden Preßkuchen, dem der größte Teil des Wassers entzogen worden ist, wobei das Wasser aber keinen festen Stoff mit sich reißt, was hingegen der Fall ist, wenn das Aaspressen ohne vorheriges Gefrieren und bei ge@vöhnlicher Temperatur erfolgt.
  • Der wasserarme Preßkucben wird dann nochmals auf - 6o° C: abgekühlt und hierauf fein gemahlen. Das gefrorene Pulver wird mit ebenfalls gekühlter gekörnter Kieselsäure bzw. Silikagel in passenden Mengenverhältnissen vermischt. Die Mischung aus dein Pulver und Silikagel wird auf einmal in einen Kessel geschüttet, der hochevakuiert und beispielsweise mittels einer Salzlösung auf der unveränderlichen Temperatur von - r8° C gehalten wird, die die gleichbleibende Trocknungstemperatur ist.
  • Die Anwendung eines adsorbierenden Stoffes und besonders von Silikagel für das Trocknen des Pulvers bietet bedeutende Vorteile gegenüber den chemischen adsorbierenden Stoffen und der Verwendung von sonstigen Trocknungsmitteln und Vorrichtungen zum Kondensieren des Wasserdampfes bei einer tiefen Temperatur.
  • So erübrigt es sich z. B., einen Kondensrauin vorzusehen, da die Dämpfe sich in dem mit dem behandelten Pulver vermischten adsorbierenden Stoff kondensieren. Der Trocknungskessel dient also gleichzeitig als Kondensraum, denn der Wasserdampf wird in demselben in dem Maße, wie und an der Stelle selbst, wo er entsteht, sofort und kräftig kondensiert.
  • Das Trocknen erfolgt auf diese Weise rasch und vollständig und unter Bedingungen, die sonst unmöglich erfüllt werden könnten, denn in dem erhaltenen gleichförmigen Gemisch schafft jedes Silikakorn um sich selbst, und zwar in der Masse selbst, eine freie Verdampfungsfläche, so daß die Dämpfe vor Adsorbierung derselben gar keinen Weg zurückzulegen haben.
  • Die T rocknungsgeschwindigkeit wächst finit der Menge der im Gemisch enthaltenen Menge Kieselsäure oder eines sonstigen adsorbierenden Stoffes, und die Dauer des Trocknungsprozesses bleibt für ein gegebenes Pulver, in welchem der adsorbierende Stoff in gleicher Menge enthalten ist, ohne Rücksieht auf die behandelte Stoffmenge gleich, während sie in der üblichen Praxis mit der behandelten Stoffmenge steigt.
  • Nach dein Trocknen des Pulvers durch Silikagel erfolgt endlich die Trennung des letztern durch einfaches Absieben.
  • Somit verlaufen alle Arbeitsprozesse von der Trennung des Organs vom lebenden Wesen bis zum vollständigen Trocknen desselben unter dem Schutz -einer sich niemals über - i 8 ° C erhebenden Temperatur.
  • Beispiel e Herstellung eines Fleischpulvers aus Ochsenfleisch.
  • Das sofort nach dem Schlachten in Stücke von ungefähr i cbdm Größe geteilte Fleisch wird in geeignete Fleischschneidemaschinen eingebracht, die ähnlich wie Gemüsepressen ausgeführt sind. .In diesen Maschinen werden die Fleischstücke zwischen einer beweglichen Platte und einer Schneidvorrichtung, die aus bienenkorbartig miteinander verbundenen Schneidmessern bestellt, zusammengepreßt und in lange schmale Streifen geschnitten.
  • Die Schneidvorrichtung ist an der DerckL eines Kühlraumes angebracht, in welchem entweder eine nicht gefrierende Salzlösung oder eine auf - 5o bis - 6o° gekühlte Flüssigkeit, z. B. Alkohol, deren Spiegel sich in der Nähe des bienenkorbartigen Schneidrostes befindet, in Umlauf gehalten wird. Auf diese Weise wird erreicht, daß die Fleischstreifen in dem Maße, wie sie entstehen, in die Flüssigkeit eintauchen und sofort gefrieren und steife, leicht brüchige Stäbchen bilden. Hierdurch wird also der lebende Stoff sehr schnell nach dem Schlachten in einen vo11-kommenen Zustand der Anobiose versetzt.
  • Diese Stäbchen werden von einem endlosen Band aufgenommen und einer Mühle zugeführt, die im Kühlraum selbst angeordnet ist und daher die gleiche Temperatur aufweist wie die Salzlösung. In dieser Mühle werden die Stäbchen einem ersten, sehr rasch vor sich gehenden, aber groben Mahlprozeß unterworfen, durch welchen man Körner von Hirsegröße erhält und der die Lagerhaltung und Handhabung des Stoffes erleichtern soll. Dieser wird dann, und zwar ebenfalls bei einer Temperatur von -6o° C in geeigneten 'Mühlen einem weiteren Mahlprozeß unterworfen, in denen der Stoff äußerst fein gemählen wird, so daß man ein mehlartiges Produkt erhält, bei welchem die Größe der einzelnen Teilchen von der Größenordnung des Mikroas ist. .
  • Das so erhaltene Fleischmehl wird dann auf eine Temperatur von - i8° C gebracht und in einer geeigneten Presse einem Druck von 2ooo at unterworfen, durch welchen das Eis zum Schmelzen gebracht und reines Wasser ausgetrieben wird.
  • Der so erhaltene Preßkuchen wird hierauf nochmals auf -6o° gekühlt und dann erneut gemahlen. Das erhaltene Fleischmehl wird sodann mit gekörntem Silikagel im Verhältnis von je 2 R. T. Gel für je i R. T. Pulver vermischt und auf eine Temperatur von -2o° gebracht. Das Gemisch wird dann in einen hochevakuierten Kessel geschüttet, der auf einer imveränderlichen Temperatur von - i8° C, nämlich der Trocknungstemperatur, gehalten wird. Durch eine umlaufende, mit Flügeln versehene Trommel wird für eine fortwährende Erneuerung der Oberfläche gesorgt. Die vollständige Trocknung erreicht man in 30 bis 40 Minuten, worauf das Fleischmehl durch Sieben vom Silikagel getrennt wird.
  • Um "Stoffe, die wie Schilddrüse, Nebenniere, Milz u. dgl. hochaktiv, aber auch sehr labil sind und mit dem Aufhören des Lebens sehr rasch verderben, aufbewahrungsfähig zu machen, ist es zweckmäßig, sie bei einer noch tieferen Schutztemperatur zu behandeln.
  • Um die Temperatur der ersten durch Auspressen erfolgenden Trocknung herabzusetzen, läßt sich die bekannte Erscheinung anwenden, wonach der Schmelzpunkt des Eises sinkt, wenn die Eismoleküle mit den Molekülen gewisser Stoffe, wie z. B. Chlornatrium, Chlorcalcium, Chlormagnesium, Alkohol, Glyzerin u. dgl., in Berührung sind. Durch den auf das Gemisch ausgeübten Druck wird eine Verkleinerung des Gesamtvolumens bewirkt. Diese Verkleinerung bringt das Eis zum Schmelzen, was gleichzeitig mit der Auflösung des Salzes oder des Alkoholes eintritt, wodurch der Schmelzpunkt noch weiter herabgesetzt wird.- Durch die gleichzeitige Wirkung der Mischung und des Druckes ist es leicht, den größten Teil des Konstitutionswassers der biologischen Pulver bei Temperaturen von -25°,-3o° und sogar-4o° C zu entfernen.
  • Das Eis schmilzt um so rascher und die Auflösung des Salzes geht um so vollständiger vor sich, je feiner die zum Gemisch gehörenden Mehle sind und- je gleichförmiger und inniger das Gemisch selbst sein wird.
  • Der verflüssigende Stoff (Salz oder Flüssigkeit) wird entsprechend dem Wassergehalt des biologischen Pulvers in einem bestimmten Mengenverhältnis zugesetzt, um den flüssigen Zustand mij: oder sogar ohne Druck zu erbalten. Die zugesetzte Menge wird ferner so gewählt, daß genannter Stoff möglichst vollkommen in Lösung übergeht, um mit dem Wasser zusammen ausgetrieben zu werden. Die Lösung wird zweckmäßig in die Nähe des eutektischen Punktes gebracht.
  • Beispiel 3' Ein auf obigem Grundsatz aufgebautes Verfahren zur Behandlung der Milz, die ungefähr 8o °/o Wasser enthält, besteht darin, ganze Teile, die auf -8o° gefroren sind und denen 40 Gewichtsprozent Chlornatrium zugesetzt werden, das ebenfalls auf -6o" gekühlt wurde, so zu mahlen, daß man ein äußerst feines Mehl erhält. Ein Verhältnis i : 2 für das Salz und das Wasser entspricht ungefähr dem eütektischen Punkt dieses Gemisches. Durch das Mahlen wird gleichzeitig das innige Gemisch der beiden Stoffe durchgeführt.
  • Nachdem der erhaltene Preßkuchen nochmals gemahlen wurde, wird das Mehl mit Silikagel vermischt und während ungefähr il/. Stunden im Vakuum bei -30° getrocknet.
  • Der mit einer das Schmelzen erleichtürnden Substanz vermischte Stoff kann ferner im flüssigen Zustand bei ungefähr - 30° C, mit oder ohne Druck, verschiedenen Behandlungen, wie z. B. der Sterilisierüng durch ultraviolette Strahlen, dem Schleudern, der Auslaugung oder der Dialyse unterworfen werden.
  • Mit dem oben erwähnten Silikagel kann man ebenfalls eine sterilisierende Wirkung erhalten, wenn man vorher, d. h. vor Vermischen desselben mit dem Mehl, dafür sorgt, daß von demselben eine geeignete antisep= tische Substanz, wie z. B. unterchlorigsaure alkalische Salze und andere zugelassene Desinfektionsmittel, absorbiert wird.
  • Die Sterilisierung erfolgt dann im Kessel selbst und gleichzeitig mit der Trocknung.

Claims (3)

  1. PATRNTANSPRÜCIili: i. Verfahren zur Gewinnung von tierischen oder pflanzlichen Stoffen in Pulverform durch Gefrierenlassen, Pulvern und Trocknen, dadurch gekennzeichnet, däß man das unter dauernder Aufrechterhaltung einer sich niemals über - i8° C erliebenden Gefriertemperatur gefrorene und zerkleinerte Arbeitsgut durch Pressen mit hohem Druck von der Hauptmenge des Wassers befreit und anschließend im Vakuum fertig trocknet.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß man dem gefrorenen, zerkleinerten Arbeitsgut vor dem Auspressen ein das Schmelzen des gefrorenen Wassers förderndes Mittel zusetzt.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch i und 2, dadurch gekennzeichnet, daß man dem zu trocknenden Pulver ein indifferentes Absorptionsmittel, wie z. B. Kieselsäuregel, von größerer Körnung zusetzt, das nach erfolgter Trocknung durch Absieben entfernt werden kann. ,4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß dem indifferenten Absorptionsmittel ein antiseptisch wirkendes Mittel zugesetzt wird.
DET40057D 1931-02-25 1932-01-15 Verfahren zur Gewinnung von tierischen oder pflanzlichen Stoffen in Pulverform Expired DE589995C (de)

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