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Verfahren zur Herstellung von Pektin.
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung von Pektin.
Bis jetzt wurde das aus z. B. einem entsprechenden Pektin enthaltenden Apfeltrester (Pülpe) extrahierte Pektin entweder in Form eines flüssigen Konzentrates oder in Form eines Pulvers in den Handel gebracht. In keiner dieser Formen war es gänzlich zufriedenstellend. Das flüssige Pektin oder, genauer gesagt, das in einer Flüssigkeit, gewöhnlich in Wasser, dispergierte Pektin ist dickflüssig, schwer und unbequem zu handhaben und verdirbt rasch durch Einwirkung der Atmosphäre und selbst auch in einem gewissen Ausmasse, wenn es in verschlossenen Behältern aufbewahrt wird.
Das pulverförmige Pektin, welches der Zerstörung mehr Widerstand entgegensetzt, ist jedoch schwierig zu dispergieren, da das Wasser bewirkt, dass die Teilchen oder Körnchen quellen und zusammenkleben, wobei grosse Klumpen entstehen können und dadurch die dem Wasser ausgesetzte Oberfläche verringert und die Dispergierung des Pektins darin erschwert wird. Eine Besonderheit des Materials ist die, dass, je höher der Pektingehalt, d. h. je höher die Gelierkraft des Pektins, desto grösser ist die Neigung, Klumpen zu bilden, und desto schwieriger wird es, das Pektin gleichmässig in Wasser zu dispergieren. Infolgedessen ist das handels- übliche Pektinpulver gewöhnlich von einer geringen effektiven Gelierkraft.
Es ist bereits versucht worden, das Ausmass der Dispergierung von pulverförmigem Pektin durch Mischen des Pektins mit gewissen, die Pektinteilchen voneinander getrennt haltenden und so ein Zusammenklumpen während der Dispergierung verhindernden Stoffen, wie z. B. Zucker, zu erhöhen. Es ist ferner bereits Natriumbikarbonat mit einer geringen Säuremenge zum Pektinpulver zugemischt worden, wodurch bei der Mischung mit Wasser durch Bildung von Kohlendioxydgas innerhalb der Masse die Pektinpartikelchen voneinander geschieden, ein Zusammenballen vermieden und der dispergierte Anteil vergrössert wird.
Diese Verfahren werden jedoch mit Pektin von höherem Gehalt nicht nur immer weniger wirksam, sondern bedingen ausserdem auch noch die Zufügung eines fremden Stoffes zum Pektin, wodurch die erhaltene Mischung verunreinigt erscheint und in manchen Fällen auch die Wirksamkeit oder Gelierkraft des Pektins herabgesetzt wird. Derartige Bemühungen sind auf jeden Fall kaum mehr als Notbehelfe und vom kaufmännischen Standpunkt aus nicht befriedigend.
Zweck der vorliegenden Erfindung ist, Pektin in einer rasch dispergierbaren, leicht verwendbaren, trockenen Form herzustellen, das in einer gewöhnlichen feuchtigkeitsdichten Verpackung während langer Zeit, ohne zu verderben, aufbewahrt werden kann.
Wie im nachstehenden genauer beschrieben, wird dies dadurch erreicht, dass aus einer flüssigen, konzentrierten oder verdünnten pektinhaltigen Flüssigkeit trockenes Pektin in Form eines sehr dünnen Films oder Blattes hergestellt wird, welches, während es in einer ebenen Lage geeigneter Stärke direkt auf einer unbelasteten Trockenfläche ausgebreitet ist, einer Troekentemperatur unterworfen wird.
Bis jetzt ist es unmöglich gewesen, reines blatt-oder filmförmiges Pektin von einer Trockenfläche zu entfernen, weil es innig daran haftete und nur mit grossen Schwierigkeiten und auch dann nur in Form eines Pulvers oder kleiner Schuppen abgeschabt werden konnte. Dieses Pektinpulver oder diese Schuppen weisen jedoch gegenüber den derzeitigen, handelsüblichen Pektinpulvern keine Vorteile auf. Bei diesem Verfahren war es unmöglich, das Material bei einem bestimmten Punkt gänzlich von der Trockenfläche zu entfernen. Deshalb kann die Zeitdauer, während welcher das Material der Trocknungstemperatur
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unterworfen ist, nicht genau kontrolliert werden, und das Produkt wird verschieden zusammengesetzt und von unbestimmten Merkmalen und unbestimmter Gelierkraft sein.
Es ist für die Entfernung von blattförmigem Pektin von einer Trockenfläche bereits vorgeschlagen worden, ein nicht an dieser Fläche haftendes Zwischenl11aterial auf der Trockenfläche zu verteilen, worauf das Pektin auf das Zwischenmaterial aufgesprüht und sodann getrocknet wird. Dieses Verfahren ist unbefriedigend, weil, was immer für ein Zwischenmaterial verwendet wird, dieses am erhaltenen Pektinblatt anhaftet oder in ihm dispergiert ist und aus diesem Grunde nicht entfernt werden kann, ohne dass hiebei die physikalische Struktur des Blattes zerstört wird.
Auch wenn als Zwischenschicht pulverförmiges Pektin selbst verwendet wird, wird das darin enthaltende Pektin durch die Hitze zerstört, und das endgültige Blatt bzw. der Film erweist sich als eine heterogene Mischung von Pektin in verschiedenen Formen, von dem ein Teil, nämlich das Pektinpulver, dem Lösen, wie oben angeführt, widersteht.
Es ist nun gemäss der vorliegenden Erfindung festgestellt worden, dass, wenn flüssiges Pektin ein entsprechendes, das Anhaften hemmendes Agens einverleibt erhält und sodann auf eine passende Trockenfläche aufgebracht wird, es auf dieser getrocknet und hierauf leicht und vollständig mit Hilfe eines passendes Schaber oder Messers entfernt werden kann. Diese Agenzien verhindern bzw. verringern anscheinend zeitweilig die Neigung des Pektins, an der Trockenfläche festzukleben, ohne die Wirksamkeit des Pektins im nachfolgenden Gebrauch zu schmälern.
Auf Grund der angeführten Entdeckung schafft die vorliegende Erfindung ein Verfahren zur Herstellung von Pektin, welches darin besteht, flüssiges und ein das Anhaften hemmendes Agens beinhaltendes Pektin auf eine Troekenfläche in Form einer verhältnismässig dünnen Schicht aufzubringen, das Material auf dieser Fläche einer Trockentemperatur auszusetzen, so dass ein im Wesen trockener, zusammenhängender Film entsteht, und sodann den genannten Film von der Trockenfläche zu entfernen.
Es ist bekannt, Stoffe, wie Milch, Fruchtsäfte u. dgl., auf Trockentrommeln zu zusammenhängenden Filmen zu trocknen und diese durch entsprechende Schaber abzunehmen. Diese Stoffe enthalten jedoch sehr wenig oder gar kein Pektin, und es bereitet daher keine Schwierigkeiten, diese Stoffe nach der Trocknung vom Trockner zu entfernen, da sie auf diesem nicht so wie Pektin festhaften. Die bei der Trocknung von Pektin sich einstellenden Aufgaben zeigen sich bei der Trocknung dieser Stoffe nicht.
Ferner hat man bereits Pektin durch Fällung hergestellt und das hiebei erhaltene Produkt mittels Walzen in ein Pulver od. dgl. übergeführt.. Dieses Verfahren ist notwendigerweise diskontinuierlich.
Es können erfindungsgemäss verschiedene Substanzen als das Anhaften hemmende Agenzien verwendet werden, z. B. gewisse mehrwertige Alkohole, wie Glyzerin, einige Derivate der Alkohole, gewisse Öle, wie Olivenöl, Zitronenöl, oder tierische Öle, wie Lebertran, überdies raffiniertes Mineralöl oder Petroleum, geeignete Wachse, Paraffine und Zucker. In manchen Fällen kann das natürliche Rohmaterial, aus welchem das Pektin gewonnen wird, so gewählt werden oder mehrere der Rohmaterialien so kombiniert werden, dass eine genügende Menge eines oder mehrerer der genannten Agenzien anwesend ist. In den meisten Fällen wurde es jedoch als vorteilhafter befunden, das reine Agens in der entsprechenden Menge zur Pektinflüssigkeit zuzusetzen.
Manche von diesen das Anhaften hemmenden Agenzien sind leicht in der das Pektin enthaltenden Flüssigkeit löslich oder mit ihr mischbar und können ihr daher leicht einverleibt werden. Jene, die dies nicht sind, wie einige der Öle, Wachse und Paraffine, können leicht in der das Pektin enthaltenden Flüssigkeit infolge der emulgierenden Kraft des Pektins in Form einer Emulsion verteilt werden. Die Wachse und Paraffine können geschmolzen und unschwer in der Pektinflüssigkeit durch ausreichendes Rühren während der Zufügung der geschmolzenen Wachse und Paraffine dispergiert werden.
In Ausführung der Erfindung wird ein im Wesen reines flüssiges Pektin aus Pektin enthaltenden Apfeltrestern od. dgl. in an sich bekannter Weise, z. B. durch auslaugende Extraktion und Klärung oder auf ähnliche Art, hergestellt. Nachdem auf diese Weise die Pektinflüssigkeit erhalten worden ist, kann der Extrakt je nach Wunsch konzentriert werden oder nicht. Es ist jedoch ein gewisser Konzentrationsgrad insofern vorteilhaft, als hiedurch die Viskosität der Flüssigkeit und damit die Bequemlichkeit der Handhabung auf der Trockenfläche steigt, Der Konzentrationsgrad hängt einigermassen vom vorliegenden Pektingrad ab. Je höher der Pektingrad, desto niedriger kann die Konzentration der Lösung sein, da die Viskosität direkt dem Pektingrad proportional ist.
Ein 100gradiges Pektin (d. i. ein solches Pektin, von dem ein Teil 100 Gewichtsteile Zucker unter standardisierten Bedingungen in Gelee überführt), kann z. B. zu einer 4% igen Lösung konzentriert werden, wobei sich ergibt, dass diese eine Viskosität aufweist, die einleichtes Handhaben des Materials gewährleistet. Es kann, wenn gewünscht, jedoch auch eine 2% ige Lösung verwendet werden, und auch hier ist das erhaltene Produkt vollständig zufriedenstellend. Die erfolgreiche Herstellung von trockenem Pektin gemäss dem vorliegenden Verfahren hängt nicht von der Konzentration oder Viskosität der ursprünglichen Pektinlösung ab, es kann vielmehr beinahe jeder gewünschte Grad der Konzentration unter entsprechender Änderung der Trockenapparatur verwendet werden.
Angenommen, es sei eine 4% ige Lösung zu trocknen und Glyzerin sei als das Anhaften hemmendes Agens gewählt worden, so werden ungefähr 3 l Glyzerin zu je 100 l der Lösung zugefügt und sodann die Mischung gerührt, bis sie homogen wird. Die Glyzerinmenge kann variieren und kann, wenn das Pektinkonzentrat eine bestimmbare Menge von Zucker oder natürliches Öl enthält, verringert
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werden. Die angewendete Glyzerinmenge hängt von der Konzentration des Pektins ab, jedoch kaum vom
Volumen der Lösung. 100l einer 2%igen Lösung können z. B. zirka 1% t Glyzerin erfordern, d. i. im
Wesen die Hälfte der Menge, die für 1001 einer 4% igen Losung notig sind.
Die so hergestellte flüssige Mischung wird mit Hilfe einer passenden Zuführungsanordnung in , direkte BerÜhrung mit einer glatten, unbelasteten, erhitzten Trockenfläche gebracht. Diese Zuführungs- vorrichtung muss das Material auf der genanten Oberfläche in einer ununterbrochenen, dünnen, wesentlich ebenen Lage aufbringen, die zur Gänze die Trockenfläche bedeckt. Es kann jede entsprechende Trocken- fläche angewendet werden ; es ist nur nötig, dass diese Fläche genügend glatt ist, um dem Schaber ein einwandfreies Darübergleiten zu ermöglichen. Die Fläche kann beispielsweise die Form einer innen ) beheizten, sich drehenden Trommel oder eines Zylinders aufweisen, deren äussere die Trockenfläche bildende Mantelfläche aus z. B. rostfreiem Stahl besteht.
Ferner kann die Trockenfläche eine Scheibe, ein laufendes Metallband oder eine andere passende, erhitzte, glatte Fläche sein.
Die Flüssigkeit kann auf die Oberfläche durch irgendeine entsprechende Vorrichtung aufgebracht werden. Sie kann z. B. in einem Behälter, der oberhalb der Oberfläche eines sich drehenden Zylinders, 'ohne diesen zu berühren, angeordnet ist, enthalten sein, von wo aus sie, entsprechend der Drehung des letzteren, austritt, um in einer dünnen Schicht auf der äusseren Oberfläche des Zylinders aufgebracht zu werden. Die Flüssigkeit kann auf diese Oberfläche auch durch Aufsprühen als dünne ununterbrochene und gleichmässige Schicht aufgebracht werden.
Eine bevorzugte Ausführungsform der Einrichtung für das Aufbringen der Pektinlösung auf die eine Trommel darstellende Trockenfläche besteht darin, das Pektin aus einem Vorratstrichter durch ein mit einem Ventil versehenes Rohr in einen Behälter fliessen zu lassen, der sich längs der gesamten Ober- fläche der Trockentrommel erstreckt und der durch einen Teil der zylindrischen Trockenfläche und durch eine Wand gebildet wird, die in einem Winkel zur Trockenfläche angeordnet ist. Die Menge der aus- fliessenden Pektinlösung ist eine solche, dass eine seichte Flüssigkeitsschicht über Teilen der Trommel- fläche und der mit ihnen zusammenstossenden geneigten Wand gebildet wird.
In kurzer Entfernung vor der Flüssigkeitsschicht in Richtung der Drehung der Trommel ist verstellbar eine sich längs der
Trommelfläche erstreckende Schaumstange in sehr geringem Abstand von der Trommel angeordnet, die dazu dient, Sehaumblasen im flüssigen Pektin daran zu hindern, aus dem Trog auszutreten, und welche gewährleistet, dass der dünne Pektinfilm, welchen die Trockenfläche bei ihrem Durchgang durch die seichte Flüssigkeitsschicht mitnimmt, frei von Luftblasen ist.
Im Falle der Anwendung einer konzentrierten Pektinflüssigkeit beträgt die Dicke der zu trock- nenden Schicht vorzugsweise zirka 0-12-0-21 cm. Diese haftet fest an dem Trockenzylinder und bewegt sich mit, während einer vorausbestimmten Dauer, die ausreicht, den Film richtig zu trocknen.
Die
Temperatur der Trockenfläche, die Zeitdauer der Trocknung und die Stärke der Schicht sind so aufeinander eingestellt und geregelt, dass das Pektin nicht übermässig erhitzt wird bzw. seine Temperatur nicht so hoch steigt, dass eine Zerstörung des Pektins verursacht werden könnte ; es wird vielmehr der Erhitzungs- vorgang sowohl bezüglich der Temperatur als auch der Zeit so geregelt, dass das Pektin zu einem zusammen- hängenden Film trocknet, der ungefähr 10% der angewendeten Schicht oder in dem angeführten Beispiel ungefähr 0. 011 cm Stärke aufweist.
Es wurde gefunden, dass ein solcher getrockneter Film von der
Trockenfläche mittels entsprechender Schaber oder Messer entfernt werden kann, die befähigt sind, ihre
Berührung längs der gesamten Ausdehnung der Trockenfläche während der relativen Bewegung zwischen dieser Fläche und dem Schaber aufrechtzuerhalten. Die Berührung muss genügend streng sein, um alles Material abzuheben, so dass die Fläche vollkommenrein zurückbleibt. Auch muss der Schaber so konstruiert sein, dass er glatt über die Fläche hinweggleitet, ohne in sie einzuschneiden. Als vollkommen befriedigend hat sich ein biegsames Blech aus z.
B. rostfreiem Stahl erwiesen, dessen Kante gegen die Trockenfläche mit ausreichendem Druck angepresst wird, um dadurch die entsprechende Berührung längs der gesamten
Oberfläche zu gewährleisten.
Was immer für Trockenflächen verwendet werden, es muss jedenfalls ihre Temperatur hoch genug sein, um die gewünschte Menge an Feuchtigkeit aus dem dünnen Material so schnell zu verdampfen, dass jede zerstörende Einwirkung auf das Pektin auf das Geringste eingeschränkt wird. Die Temperatur und die Trockendauer hängen direkt voneinander ab und müssen sorgfältig so aufeinander eingestellt werden, dass das Pektin sofort, wenn der gewünschte Trockengrad erreicht ist, mittels des Messers entfernt wird. Pektin verträgt keinen höheren Hitzegrad durch eine nennenswerte Zeit, und es ist daher wichtig, das Material schnell über die Trockenfläche zu verteilen, es schnell zu trocknen und schnell davon zu entfernen, und dies wird durch das vorliegenden Verfahren erfüllt.
Gemäss der vorliegenden Erfindung wurden mit Erfolg Pektinfilme erzeugt, indem ein dünner ununterbrochener Film der mit Glyzerin gemischten Pektinflüssigkeit während vorzugsweise 20 Sekunden der äusseren Fläche eines innen mittels eine Oberflächentemperatur von ungefähr 101 C ergebenden Dampfes von 11. 3 kg Druck beheizten Zylinders ausgesetzt wurde. Ebensolche Resultate wurden erzielt durch Behandlung der Mischung während ungefähr 7Yz Sekunden auf einem Zylinder, der mittels eine
Oberflächentemperatur von ungefähr 107 C ergebenden Dampfes von 15-8 kg Druck geheizt wurde.
Die Verdampfung des Wassers aus dem Pektinfilm während des Trockenvorganges an der Trockenfläche
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verleiht diesem einen gewissen Grad von Porosität, da der Wasserdampf, der hiebei entsteht, durch die zu trocknende Schicht durchbricht und dabei Höhlen und Blasen im getrockneten Film bildet.
Das Material wird vom Blech in Form eines Films oder sehr dünnen Blattes abgenommen und nimmt dabei eine wellige Oberfläche an. Der so erhaltene Pektinfilm kann ohne weiteres für die Her- stellung von Gelees, Marmeladen, Jams u. dgl. verwendet werden. Das Verfahren gemäss der vorliegenden
Erfindung umfasst ferner die Entfernung des Glyzerins oder der andern das Anhaften hemmenden
Agenzien aus dem Pektinfilm, ohne dessen vorteilhafte Eigenschaften zu beeinflussen, so dass ein im Wesen reines, filmförmiges Pektin mit verringertem Feuchtigkeitsgehalt erhalten wird, welches nicht nur gegen
Verderbnis widerstandsfähig, sondern auch leicht dispergierbar ist.
Das Zusatzmaterial, wie z. B. das Glyzerin, zusammen mit den Verunreinigungen, die bis zur jetzigen Verfahrensstufe zurückblieben, können durch ein Durchgehenlassen des Pektinfilms durch ein solches Lösemittel entfernt werden, welches, wie z. B. Alkohol, sowohl das Glyzerin als auch die übrigen
Verunreinigungen aus dem Film herauslöst bzw. herauswäscht, ohne das Pektin selbst anzugreifen.
Wenn Alkohol angewendet wird, ist eine 95% ige Lösung für diese Zwecke besonders geeignet, es können aber auch andere Alkoholkonzentrationen angewendet werden ebenso wie andere Lösemittel, wie z. B.
Äther od. dgl. Die Auswahl des Lösemittels beschränkt sich selbstverständlich auf jene Stoffe, die die
Verunreinigungen des Pektinfilms lösen und kein nennenswertes Quellen des Pektins bewirken. Der
Film kann, wenn nötig, mehrere solcher Bäder passieren. Im Film zurückbleibende Lösemittel können durch ein Überleiten des Films über eine genügend erwärmte Fläche entfernt werden, so dass die Löse- mittel verdampfen. Für diesen Zweck kann auch ein Lufttrockner oder eine ähnliche Ausbildung eines
Trockenmechanismus verwendet werden.
Das erhaltene Produkt ist ein dünner, biegsamer, durch Trocknung teilweise in feste Form übergeführter Pektinfilm und weist eine wellige, unregelmässige Oberfläche auf. Wenn er, um eine blättrige
Masse zu erhalten, gefaltet oder anders verarbeitet wird, verursacht die Porosität des Films und die wellige unregelmässige Oberfläche jeder einzelnen Lage unzählige Kanäle und Durchgänge durch die
Masse, so dass sie für Luft und Feuchtigkeit durchlässig wird. Wird jedoch, während das Messer den Film von der Trockenoberfläche entfernt, dieser vom Messer unter leichtem Zug entfernt, so verschwindet die Welligkeit und es entsteht eine glatte, mehr papierähnliche Oberfläche.
Die vorhergehende Erläuterung des erfindungsgemässen Verfahrens beschreibt im besonderen die Anwendung von Glyzerin als das Anhaften hemmendes Agens und von Alkohol, durch welchen das
Glyzerin aus dem endlich erhaltenen Film herausgelöst wird. Nach Kenntnis des Vorstehenden ist es für den Fachmann ohne weiteres möglich, an Stelle des Glyzerins andere äquivalente, das Anhaften hemmende Agenzien zu verwenden. Ebenso können an Stelle von Alkohol andere passende Lösemittel gebraucht werden, um die Agenzien aus dem Endprodukt herauszulösen.
Während die gewöhnliche pektinhaltige Flüssigkeit hermetisch abgeschlossen werden muss und, sobald sie der Luft für wenige Stunden ausgesetzt ist, verdirbt, haben Versuche gezeigt, dass der gemäss vorliegender Erfindung hergestellte getrocknete Pektinfilm ohne Verderbnis aufbewahrt werden kann und seine volle Wirkungskraft für lange Zeiträume bewahrt, auch wenn er nur in einem gewöhnlichen, feuchtigkeitsdichten Behälter verpackt wird. Der Film kann, sobald er verwendet werden soll, sofort und leicht in irgendeiner passenden Flüssigkeit, mit welcher er benutzt werden soll, dispergiert werden.
Die Herstellung eines befriedigenden Gelees hängt zum Teil vom aktiven Säuregehalt bzw. von der Wasserstoffionenkonzentration der Geleemischung ab. Geleebildung erfolgt, wenn die Wasserstoffionenkonzentration innerhalb eines bestimmten pH-Wertes fällt, u. zw. etwa von einem pH von 3-55-2-0. Die Einstellung des pH-Wertes von Pektin auf einen bestimmten Bereich war an sich bekannt. Mit Hilfe der vorliegenden Erfindung kann die gewünschte Einstellung der Wasserstoffionenkonzentration der endgültigen geleebildenden Mischung durch eine entsprechende Art der Herstellung des Pektinfilms erfolgen, so dass, wenn dieser Film zu den übrigen für die Herstellung eines Gelees wichtigen Zusatzstoffen zugefügt wird, die Wasserstoffionenkonzentration der Mischung den gewünschten pH-Wert ergibt.
Bei der fabrikmässigen Herstellung von Gelees ist es erforderlich, die Wasserstoffionenkonzentration der geleebildenden Mischung so einzustellen, dass sie für die Geleebildung nicht ausreicht. Hiedurch wird verhindert, dass ein grosser Teil des Gelees sich im Kessel absetzt oder fest wird, was ein Abziehen in Gläser oder Behälter unmöglich machen würde. Erst nachdem die Geleemischung in den Behälter eingefüllt ist, wird bei. der fabrikmässigen Herstellung von Gelees zu jedem Behälter genügend Säure zugesetzt, um die Wasserstoffionenkonzentration der konzentrierten Geleemischung in die Geliergrenzen, nämlich innerhalb eines pH-Wertes von 3-55-2-0, zu bringen.
Für die fabrikmässige, oben beschriebene
Geleeherstellung soll das Pektin eine Wasserstoffionenkonzentration entsprechend einem pH-Wert von
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ein solches ist, dass das erhaltene Pektin infolge des aussergewöhnlichen Säuregehaltes einen pH-Wert unter 3. 55 aufweist, kann dies durch Hinzufügung eines schwachen Alkalis zu dem die Zusatz-und Fremdstoffe entfernenden Bade, welches der Pektinfilm durchläuft, richtiggestellt und der pH-Wert auf einen gewünschten Punkt gesteigert werden. Solche Verbindungen, wie Natriumacetat, Natriumbicarbonat
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u. dgl., können, um den pH-Wert auf vorzugsweise über 3-55 zu steigern, verwendet werden.
Bei diesem Vorgang ist die hydrolytische Tätigkeit des Alkalis, welches auf das Pektin zerstörend einwirkt, bedeutend geringer, als wenn das Alkali direkt zur ursprünglichen Pektinlösung, wie bisher üblich, zugesetzt wird.
Ein anderer Vorteil des vorliegenden Verfahrens ergibt sich aus der Tatsache, dass die bei der Neutralisation gebildeten Salze, deren Gegenwart die Gelierkraft des Pektins erniedrigen würde, aus dem Pektin leicht durch Durchgehenlassen des Films durch ein zweites Bad entfernt werden können, wogegen, wenn das Alkali, wie bisher üblich, direkt zur Pektinlösung zugegeben wird, die gebildeten Salze im Pektin zurückbleiben.
Anderseits soll, wenn der Pektinfilm für die Geleeherstellung im Haushalt bestimmt ist, die Wasser-
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eine Steigerung der Wasserstoffionenkonzentration des Pektins, wenn eine solche erwünscht ist. Wenn z. B. die Reaktion des Pektinfilms infolge eines aussergewöhnlichen Aschegehaltes bei einem pH-Wert über 3-55 liegt, kann dieser durch Hinzufügung einer entsprechenden Säure zu dem die Fremdstoffe entfernenden Bad, welches der Pektinfilm durchläuft, auf einen gewünschten Wert verringert werden, wodurch der Aschegehalt des Pektins verkleinert und gleichzeitig die Wasserstoffionenkonzentration erhöht wird. Ein beträchtlicher Anteil der Asche des Pektins ist auf die Alkali-und Erdalkalimetalle, die in Verbindung mit der Karboxylgruppe des Pektinmoleküls stehen, zurückzuführen. Durch die Zufügung einer Säure zum Pektin bilden sich Salze.
Die Art der angewandten Säure ist unwesentlich, solange nur die Säure und ihre Salze im Bad genügend löslich sind. Es wurde z. B. Salzsäure als befriedigend gefunden, sobald ein alkoholisches Bad verwendet wird. Man lässt hierauf den erhaltenen
Pektinfilm durch ein Zusatzbad durchgehen, um alle freie Säure und löslichen Salze zu entfernen, worauf die Wasserstoffionenkonzentration nunmehr beinahe zur Gänze durch die Karboxylgruppen im Pektinmolekül bestimmt wird.
Es ist also augenscheinlich, dass es sich nicht nur um ein vorteilhaftes Verfahren zur Herstellung von Pektin handelt, sondern auch um ein Verfahren zur richtigen Einstellung der Wasserstoffionen- konzentration des Endpektinproduktes, zu dem Zwecke, um ein sich schnell oder sich langsam absetzendes endgültiges Gelierungsgemisch herzustellen.
PATENT-ANSPRÜCHE : 1. Verfahren zur Herstellung von Pektin unter Verwendung von Trocknern aller Art, insbesondere
Walzentrocknern, dadurch gekennzeichnet, dass flüssigem Pektin das Anhaften an der Trockenfläche hemmende Agenzien, z. B. Alkohole, Öle, Wachse, Kohlenwasserstoffe, Kohlehydrate od. dgl., zugesetzt werden, worauf es in Form einer verhältnismässig dünnen Schicht auf die Trockenfläche aufgebracht, hierauf im wesentlichen getrocknet und schliesslich der gebildete Pektinfilm von der Trockenfläche abgenommen wird.