DE559359C - Verwendung von Schleimhautreizmitteln - Google Patents

Verwendung von Schleimhautreizmitteln

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DE559359C
DE559359C DE1930L0015830 DEL0015830D DE559359C DE 559359 C DE559359 C DE 559359C DE 1930L0015830 DE1930L0015830 DE 1930L0015830 DE L0015830 D DEL0015830 D DE L0015830D DE 559359 C DE559359 C DE 559359C
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DE
Germany
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additive according
irritants
substances
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additive
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Expired
Application number
DE1930L0015830
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English (en)
Inventor
Dr Laszlo Wamoscher
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Lonza AG
Lonza Elektrizitaetswerke und Chemische Fabriken AG
Original Assignee
Lonza AG
Lonza Elektrizitaetswerke und Chemische Fabriken AG
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    • A61MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
    • A61KPREPARATIONS FOR MEDICAL, DENTAL OR TOILETRY PURPOSES
    • A61K9/00Medicinal preparations characterised by special physical form
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Description

  • Verwendung von Schleimhautreizmitteln Es sind viele Stoffe von fester oder flüssiger Beschaffenheit sowie Gegenstände im ständigen Gebrauch, die bei versehentlicher Einführung in den Mund oder in sonstige mit Schleimhäuten versehene Körperöffilungen <durch in ihnen enthaltene giftige oder in Verbindung mit den Körpersäften giftig werdende Bestandteile auf den menschlichen Organismus schädigend einwirken können. Als Beispiel hierfür sei insbesondere der aus Metaldehv d bestehende Trockenbrennstoff genannt, der bei versehentlichem Verschlucken zu Acetaldehvd depolymerisiert wird und so zu Vergiftungen, unter Umständen mitTodesfolge, führen kann. Desgleichen wirken Kopierstifte krankheitserregend, sofern sie, wie es Kinder oft tun, längere Zeit in den Mund gesteckt werden.
  • Dieser Gefahr kann nach vorliegender Erfindung dadurch vorgebeugt werden, daß man die giftig wirkende Bestandteile enthaltenden Stoffe von flüssiger oder fester Beschaffenheit oder Gegenstände (ausgenommen Arzneimittel, die in den Körper einzuführen sind) mit einer Substanz versieht, welche bei Berührung mit den Schleimhäuten eine auf ihre sofortige Entfernung aus dem Körper gerichtete Willensbeeinflussung auslöst.
  • Um den angestrebten Zweck ohne Beeinträchtigung der Brauchbarkeit der Gegenstände oder Stoffe zu erreichen, darf das Reizmittel weder seine eigenen noch die Eigenschaften des Grundstoffes in unerwünschter Weise verändern, d. h. es muß indifferent gegen die giftigen Stoffe sein. Der aus Metaldehyd bestehende Brennstoff darf z. B. durch den Zusatz eines Reizmittels weder depol_ymerisiert werden, noch darf das Reizmittel durch den Aldehyd in seiner Wirkung auf die Schleimhäute beeinträchtigt werden. Desgleichen darf die Brennbarkeit des Brennstoffes nicht ungünstig beeinflußt werden. Der Reizstoff darf ferner weder Explosionsnoch Brandgefahr verursachen. Er soll möglichst geruchlos sein und nicht zerstäuben.
  • Je nach den Eigenschaften und dem Gebrauchszweck des giftigen Gegenstandes oder Stoffes müssen demnach entsprechende Reizmittel gewählt werden. Sehr wirksam sind die auf die Schleimhäute brennend und beißend wirkenden Bitterstoffe der Capsicumklasse, insbesondere das Capsaicin von der Formel selbst sowie die dem Capsaicin nahestehenden Oxybenzylamide höherer Fettsäuren. Capsaicin ist infolge seiner beträchtlichen Wasserlöslichkeit bereits in sehr geringen Konzentrationen wirksam. Seine Analogen sind weniger wasserlöslich, aber bedeutend billiger und von großer Reaktionsträgheit gegenüber den meisten Stoffen, für die sie als Zusatz in Frage kommen.
  • Ebenso ist Galle oder deren bitter schmeckender Bestandteil, insbesondere Taurocholsäure oder Taurocholeinsäure bzw. deren Salze allein oder gemischt, für den vorliegenden Zweck gut verwendbar. Diese Säuren sind leicht in Wasser löslich und daher sofort wirksam. Sie brennen auch nicht, wenn sie z. B. mit dem Auge in Berührung kommen, da sie auf die Schleimhäute nur schmerzlose Reizwirkungen ausüben. Gemische des Capsaicins oder dessen Analogen mit Galle oder deren bitter schmeckenden Bestandteilen besitzen einen besonders scharfen und gleichzeitig bitteren Geschmack.
  • NVeiterhin kann beispielsweise acetylierter Rohrzucker oder alkoholische oder wässerige Tabaklauge als Reizmittel verwendet werden. Tabaklauge ruft verhältnismäßig vielseitige physiologische Wirkungen hervor, d. h. sie ätzt nicht, reizt aber stark zum Erbrechen, ohne selbst giftig zu sein, und ist als Abfallprodukt in großen Mengen billig zu haben. Acetylierter Rohrzucker ist wegen seiner großen chemischen Beständigkeit in vielen Fällen alsReizmittel geeignet, in denen andere Stoffe wegen ihrer chemischen Reaktionsfähigkeit nicht anwendbar sind.
  • Selbstverständlich können zwei oder mehrere der genannten Reizmittel zusammen angewendet werden. Besonders vorteilhaft sind Mischungen von Stoffen, von denen der eine in Wasser und der andere in Alkohol löslich ist, da die lipoidlöslichen Substanzen im allgemeinen auf die Schleimhäute erst nach einer.. gewissen Einwirkungsdauer, dafür aber nachhaltig wirken, während die wasserlöslichen Substanzen zwar sofort, aber meist nur vorübergehend wirksam sind.
  • Beim Aufbringen der Reizmittel auf Oberflächen von giftigen Gegenständen durch Bespritzen oder Bestreichen ist es zweckmäßig, den Lösungen oder Suspensionen geeignete Bindemittel bei Verwendung von organischen Lösungsmitteln z. B. Nitrocellulose oder Acetylcellulose zuzusetzen.

Claims (3)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Die Verwendung von Schleimhautreizmitteln als Vergiftungen vorbeugender Zusatz zu Stoffen von fester oder flüssiger Beschaffenheit oder Gegenständen, die bei Einführung in den menschlichen oder tierischen Organismus vergiftend wirken (ausgenommen Arzneimittel, die in den Körper einzuführen sind), wobei die Reizstoffe und die giftig wirkenden Stoffe oder Gegenstände so gewählt werden, daß sie sich indifferent gegeneinander verhalten.
  2. 2. Die Verwendung von Lösungen von Binde- oder Überzugsmitteln, wie Nitro-oder Acetylcellulose, mit einem Gehalt an Reizmitteln als Zusatz gemäß Anspruch i.
  3. 3. Die Verwendung einer Mischung von in Alkohol und in Wasser löslichen Reizmitteln als Zusatz gemäß Anspruch i und 2. q.. Die Verwendung von Capsaicin, dieses enthaltenden Stoffen oder analogen Fettsäureoxybenzylamiden als Zusatz gemäß Anspruch i bis 3- 5. Die Verwendung von Galle oder Gallenbestandteilen, wie Taurocholsäure oder Taurocholeinsäure bzw. deren Salzen, als Zusatz gemäß Anspruch i bis 3. 6. Die Verwendung von acetyliertem Rohrzucker als Zusatz gemäß Anspruch i bis 3. 7. Die Verwendung von alkalischer oder wässeriger Tabaklauge als Zusatz gemäß Anspruch i bis 3.
DE1930L0015830 1930-06-01 1930-06-01 Verwendung von Schleimhautreizmitteln Expired DE559359C (de)

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DE559359C true DE559359C (de) 1932-09-19

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FR (1) FR717991A (de)

Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US2604428A (en) * 1944-11-29 1952-07-22 Macy Rudolph Vesicant
DE102019108630A1 (de) * 2019-04-02 2020-10-08 Heliotron Deutschland GmbH Vorrichtung zum Abbrennen eines Brennstoffs, Verfahren zum Herstellen einer entsprechenden Vorrichtung sowie eine korrespondierende Verwendung

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* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US2604428A (en) * 1944-11-29 1952-07-22 Macy Rudolph Vesicant
DE102019108630A1 (de) * 2019-04-02 2020-10-08 Heliotron Deutschland GmbH Vorrichtung zum Abbrennen eines Brennstoffs, Verfahren zum Herstellen einer entsprechenden Vorrichtung sowie eine korrespondierende Verwendung

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FR717991A (fr) 1932-01-16

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