DE58972C - Apparat zum Zeichnen nach der Natur - Google Patents

Apparat zum Zeichnen nach der Natur

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DE58972C
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DE
Germany
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pantograph
drawn
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Application number
DENDAT58972D
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English (en)
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J. SCHWERI, Lehrer, in Ramsen, Canton Schaffhausen, Schweiz
Publication of DE58972C publication Critical patent/DE58972C/de
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Expired - Lifetime legal-status Critical Current

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    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B43WRITING OR DRAWING IMPLEMENTS; BUREAU ACCESSORIES
    • B43LARTICLES FOR WRITING OR DRAWING UPON; WRITING OR DRAWING AIDS; ACCESSORIES FOR WRITING OR DRAWING
    • B43L13/00Drawing instruments, or writing or drawing appliances or accessories not otherwise provided for
    • B43L13/14Devices for drawing in perspective
    • B43L13/16Devices for drawing in perspective free-hand

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  • Drawing Aids And Blackboards (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
KLASSE 42: Instrumente.
Apparat zum Zeichnen nach der Natur.
Der Naturzeichner ist ein Apparat, welcher das Zeichnen mit dem bekannten und überall gebrauchten Pantographen (Storchschnabel) oder dem Gummibande in der Weise erweitert, dafs es möglich wird, nicht blos gegebene Zeichnungen in vergröfsertem oder verkleinertem Mafsstabe zu copiren, wie bisher, sondern auch die Natur selber (die Natur im Spiegel) auf einer festen, ebenen Unterlage, einer Mappe oder Schachtel, perspectivisch genau zu zeichnen. Der Apparat ist nicht zu verwechseln mit anderen bekannten Zeichnungsapparaten, welche alle Dunkelkammern sind (z. B. der Dioptrograph, Patent No. 19324, Fig. 5), wo ein gewöhnlicher Pantograph das farbige Linsenoder Lichtbild auf der Glastafel ganz genau so copirt, wie wenn dort eine Zeichenvorlage läge und copirt werden müfste. Diese Dunkelkammer (Dioptrograph) ist nur bei.Tage und dazu nur bei guter Beleuchtung zu gebrauchen und giebt in Beziehung auf rechts und links verkehrte Bilder. Aufserdem mufs das Lichtbild auf der Glastafel, um gesehen zu werden, mit einem Tuche oder sonstwie beschattet werden.
Mit dem vorliegenden »Naturzeichner« zeichnet man nicht nach Lichtbildern (es sind keine Linsen vorhanden), sondern unmittelbar nach der Natur selber. Darum kann er jederzeit und bei jeder Art Beleuchtung, bei Tag und nachts bei Licht, im Zimmer, wie im Freien gut verwendet werden; darum läfst er ferner auch eine individualisirende, selbstständige und künstlerische Behandlung der Objecte zu und giebt nicht verkehrte, sondern correcte Bilder (man kann zwar durch eine einfache Verstellung der Spiegeleinrichtung auch verkehrte Bilder erhalten, sofern man es wünscht). Der Zeichner kann ferner die Mappe (Zeichenbrett) A beliebig halten, waagrecht (eventuell schief, aufwärts oder abwärts schief) oder senkrecht, wie es dem Zeichner gerade pafst. Je nachdem aber mufs man zwei oder nur einen Spiegel benutzen. Bringt man, beim horizontalen Gebrauche, an die Stelle des ebenen Spiegels R einen Hohlspiegel, so können von kleinen, in der Nähe befindlichen Gegenständen bedeutend vergröfserte Zeichnungen gemacht werden. Der vorliegende Apparat kann auch, weil er direct nach der Natur arbeitet, als bestes Veranschaulichungsmittel der Lehre von der Perspective in den Schulen benutzt werden. Aus dem Gesagten geht hervor, dafs der »Naturzeichner« nicht blos mit anderen Mitteln arbeitet, als die bekannten Zeichnungsapparate, sondern dafs er auf ganz anderen Grundlagen beruht, darum auch neue und gröfsere Erfolge hat, d. h. er ist vielseitiger und allzeitiger verwendbar; er ist leichter und bequemer zu handhaben und wir möchten die genannten Vorzüge besonders hervorgehoben haben. Der vorliegende »Naturzeichner« hat mit dem bekannten Dioptrographen und ähnlichen Apparaten nur zwei Mittel ähnlich: den Spiegel und den Pantographen. Der Spiegel aber dient beim Naturzeichner ganz anderen Zwecken (es ist ihm keine Linse vorgesetzt, er mufs keine Lichtbilder reflectiren) und der Pantograph mufs unbedingt eine wesentlich andere Form haben. Die folgende Beschreibung wird das bis jetzt Gesagte weiter bestätigen.
Eine Zeichenschachtel A C, Fig. 1 und 2,
welche beim Zeichnen als Zeichenbrett benutzt wird, stellt eine Schieblade dar. C ist derjenige Theil, welcher ausgezogen wird. Er ist ein Rahmen, bestehend aus den vier Seitenwänden (Zargen) mn op; die Zarge ρ soll den Schachtelboden A nicht berühren, sondern eine 2 bis 3 cm breite Oeffnung lassen, damit das zeichnende Gummiband oder der Pantograph sich zwischen Spiegel α und dem Schachtelboden A auf diesem letzteren bewegen kann. α ist ein eingerahmter ebener Spiegel, welcher von einem zweiten Rahmen b genau umgeben ist. In diesem Rahmen b, Fig. 2, ist der Spiegel a eingeachst, so dafs er auf- und zugeklappt werden kann, wie die Zeichnung deutlich zeigt. Der Rahmen b selber aber ist der Schiebladenzarge η entlang eingeachst. Dadurch kann der Spiegel doppelt bewegt werden. Erstens, indem man ihn mit dem Rahmen b auf- und zuklappt, und zweitens, indem man ihn um seine eigene Achse innerhalb des Rahmens b bewegt. Unterhalb der Schiebladenzarge ρ bei χ und y, Fig. 2, sind zwei Stifte χ und y angebracht, welche vorgeschoben werden, wenn die Schieblade bis zum Schachtelrande ausgezogen wird. Sie halten die Schieblade fest. Wird die Schieblade C eingeschoben, so bildet das Ganze eine gut schliefsende Schachtel. Der Spiegel α (er kann auch in dieser Stellung aufgeklappt werden) bildet den einen, der Deckel A den anderen Boden.
Zu dem schon genannten Spiegel α kommt noch ein zweiter Spiegel R, Fig. 1, welcher über dem ausgezogenen Spiegel α dergestalt angebracht wird, wie die Zeichnung zeigt. R ist so grofs wie α (besser gröfser), der Stab ι, Fig. 1,. welcher den Spiegel vorn stützt und ihn (unter einem Winkel von 45° zur Zeichenebene) hält, ist an dem Spiegel -R drehbar angeschraubt, ebenso die zwei kleineren Stützstäbe 2 und 3. Der Spiegel R mit seinen drei Füfsen 1, 2 und 3 ist nur hingestellt und kann weggenommen werden. Wird er durch einen Hohlspiegel ersetzt, so können kleine, in der Nähe befindliche Gegenstände in bedeutend vergröfsertem Mafsstabe gezeichnet werden. R hat die Aufgabe, die Strahlen, welche von dem zu zeichnenden Objecte kommen, aufzufangen und rechtwinklig auf die Zeichenebene zu werfen. Der Spiegel a mufs diese Strahlen (Fig. 1) dem Zeichner zu Gesicht bringen, α liegt horizontal; er kann bei m etwas in die Höhe gehoben werden, wenn es n'othwendig erscheint.
Der Pantograph, sofern man diesen benutzen will, erhalte eine Form, wie Fig. 3 zeigt: c I = a I; d I = f I; H = g I; kl=nm\ m I — η k; b m = am; em = fm; k h = k i. cd und h sind Absehstifte, bfg sind Bleistiftlöcher, α ei sind die Löcher für den Drehungsstift. Beim Gebrauche wird der Stift in das Loch α eingesteckt und der Pantograph am Apparate angebracht, wie Fig. 1 oder 2 zeigt. In dieser Form gilt der Absehstift c und der Bleistift kommt nach b. Steckt man den Drehungsstift nach e, dann gilt der Absehstift d (c kann ausgezogen werden) und der Bleistift kommt nach /. Die Bilder werden jetzt zweimal gröfser. Kommt der Drehungsstift nach i, dann gilt der Absehstift h. Der Bleistift kommt nach g. Die Bilder werden jetzt viermal gröfser. Der Pantograph mufs aber in der Zarge 0 oder im Gummibandhalter i-h, Fig. ι und 2, angebracht werden.
Wird statt des Pantographen ein Gummiband benutzt, so wird dasselbe an den Gummibandhalter gehängt, wie die Zeichnung, Fig. 1 und 2, zeigt. Der Gummibandhalter besteht aus zwei Stäben, welche so an der Zarge 0 angebracht sind, dafs sie aufgeklappt werden können. Der eine Stab dient als Halter und Feststeller für den anderen. Das Gummiband mufs, ohne ausgedehnt zu werden, bis zur Schachtel α reichen. Hier steckt im Bande ein Bleistift. Dort, wo das Band den Spiegel a (die Zarge 0) erreicht, wird eine Metallspitze in das Band gesteckt; das ist die Absehspitze.
Wird mit dem Apparate (Fig. 1) gezeichnet, so wird die Schieblade C ausgezogen, festgestellt und der Spiegel R aufgesetzt, wie die Zeichnung zeigt. Der Pantograph soll so an-. gebracht werden, dafs er sich zwischen Spiegel und Schachtel bewegen kann. Hierauf nimmt der Zeichner den Apparat auf die Knie oder legt ihn irgendwo auf, horizontal stets in der Richtung von links nach rechts (nach der Richtung, wohin der Spiegel R schaut). In der Richtung nach vorn kann der Apparat auch ein wenig schief stehen. Nun sieht er in den Spiegel a, in welchem er das Bild des Spiegels R mit dem Bilde des zu zeichnenden Objectes erblickt, ebenso das Bild der Absehspitze des Pantographen, und visirt von dieser Absehspitze auf den Gegenstand. Er fafst den Bleistift und fährt mit diesem auf dem unterlegten Papiere so umher, dafs die genannte Absehspitze die Umrisse des Gegenstandes beschreibt. Man erhalt jetzt ein genaues perspectivisches Bild des Gegenstandes. Würde der Spiegel α die Aufgaben des Spiegels R übernehmen, d. h. würde er die Strahlen des zu zeichnenden Gegenstandes rechtwinklig auf die Zeichenebene nach oben werfen (der Spiegel R müfste dann gegen den Zeichner gekehrt werden, damit dieser hineinsehen könnte), so bekäme man Bilder, wekhe in Beziehung auf rechts und links verkehrt wären. Der Zeichner mufs das visirende Auge genau still halten. Wer das nicht kann, schraube, bis er im Zeichnen einige Uebung hat, irgendwo an die Zarge η oder 0 ein Stäbchen an, welches ein Metallplättchen mit

Claims (2)

einem Löchlein hält, Fig. 4. Dieses Metallplättchen stelle er nach dem Auge und visire während der Arbeit durch das Löchlein. Der Apparat mufs ebenfalls völlig ruhig gehalten werden. Wird der Apparat in verticaler Lage, Fig. 2, benutzt, so kommt der Spiegel R weg. Der Apparat wird senkrecht gestellt, der Spiegel a mit dem zweiten Rahmen b beliebig geöffnet und mittelst des Stabes s, welcher an dem jetzt nach aufsen gedrehten Stabe r drehbar aufgeschraubt ist, unterstützt. Der Spiegel a kann auch, wenn es nöthig erscheint, aus dem Rahmen b aufgeklappt werden (s. Fig. 2). Je ein Metallstreifen hält den geöffneten Rahmen b und den Spiegel a. Der eine Streifen ist an die Zarge 0, der andere an dem Rahmen b geschraubt. Der Pantograph kommt auf die Innenseite der Schachtel (s. Fig. 2). Würde er aufserhalb angebracht werden, so bekäme man in Beziehung auf rechts und links verkehrte. Bilder. Benutzt man statt des Pantographen das Gummiband, so kommt dasselbe von oben herunter zwischen Zarge ρ und Schachtelboden A. Der Zeichner stellt sich seitwärts zur Zarge m, sieht in den Spiegel auf die Absehspitze, hält die Hand an den Bleistift und zeichnet, wie oben angegeben wurde. Kann er das visirende Auge nicht stillhalten, so schraube er wiederum den Stab mit dem durchbohrten Metallplättchen, Fig. 4, an die Zarge m oder ο und visire durch das Loch im Plättchen. Den Apparat nimmt man auf die Knie oder stellt ihn irgendwo auf und hält ihn vertical still. Die Gröfse des Apparates ist gleichgültig, je gröfser, desto besser. Eine Schachtellänge von 45 cm, eine Breite von 33 cm und eine Tiefe von 5 cm giebt eine angenehme, handliche Form. Die Gröfse des Pantographen richtet sich nach der Schachtel. Der längste Schenkel soll nicht langer sein, als die Schachtel breit ist. Pate ν τ-An sp rüche:
1. Ein zum Zeichnen nach der Natur dienender Apparat, bei welchem mittelst eines Pantographen (oder eines Gummibandzeichners) der zu zeichnende Gegenstand bei jeder Art Beleuchtung in der Weise perspectivisch genau gezeichnet wird, dafs der Fahrstift des Pantographen unmittelbar den Umrissen des Spiegelbildes entlang fährt und auf einem Zeichenbrett A in Form einer Schieblade (Schachtel oder Mappe) zeichnet, in welcher Lade der Spiegel a, Fig. 1 und 2, der den zu zeichnenden Gegenstand, sowie das Bild des arbeitenden Fahrstiftes c dem Zeichner zu Gesichte bringt und es ermöglicht, den Apparat bequem zu sich heran oder auf die Knie zu nehmen, untergebracht wird.
2. Der unter 1. gekennzeichnete Apparat, verbunden mit einem Spiegel R, Fig. 1, der die Strahlen (das Bild) des zu zeichnenden Gegenstandes bricht und rechtwinklig auf den waagrecht bewegten Fahrstift C, sowie in den Spiegel α wirft und dadurch das Zeichnen auf waagrechter oder schiefer Ebene ermöglicht.
Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
DENDAT58972D Apparat zum Zeichnen nach der Natur Expired - Lifetime DE58972C (de)

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE3210073A1 (de) * 1981-03-24 1982-11-04 Tomás Madrid Santamaria Ulecia Kopiervorrichtung

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* Cited by examiner, † Cited by third party
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DE3210073A1 (de) * 1981-03-24 1982-11-04 Tomás Madrid Santamaria Ulecia Kopiervorrichtung

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