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Vorrichtung zum An- und Ausziehen elastischer Handschuhe Das An- und
Ausziehen elastischer Handschuhe, insbesondere dünner, eng anliegender Handschuhe,
ist häufig schwierig, insbesondere wenn sterilisierte Handschuhe ohne Beeinträchtigung
ihrer Sterilität angezogen werden müssen. Zur Beseitigung dieser Schwierigkeit sind
Vorrichtungen vorgeschlagen, in welchen die Handschuhe durch Anwendung eines von
außen her auf die Handschuhe einwirkenden Unterdruckes aufgeweitet werden. Bei diesen
Vorrichtungen besteht der Nachteil, daß sich die elastischen Handschuhe ungleichmäßig
aufweiten, und zwar einerseits auf Grund der ungleichen Stärke des den Handschuh
bildenden Materials und andererseits weil die die Handfläche und die Stulpe bildenden
Teile des Handschuhes nachgiebiger sind als die Finger. Die Folge ist, daß die Handschuhe
zwar an den der Handfläche und den Stulpen entsprechenden Teilen, nicht jedoch an
den Fingerteilen genügend aufgeweitet werden. Erhöht man den Unterdruck so weit,
daß auch die Fingerteile genügend aufgeweitet werden, so werden die Hand- und Stulpenteile
des Handschuhes unnötig beansprucht. Dabei besteht die Gefahr, daß die Handschuhe
reißen oder durchlöchert werden, wodurch einerseits ein hoher Verbrauch an Handschuhen
und andererseits die Gefahr bedingt ist, daß der Handschuh Undichtigkeiten aufweist;
die der Benutzer nicht erkennt, so daß Gefahren sowohl für den Benutzer als auch
für den Patienten entstehen.
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Die Erfindung bezweckt, diese Nachteile der bekannten Vorrichtungen
zu vermeiden, und besteht darin, daß innerhalb der bekannten Unterdruckkammer eine
luftdurchlässige Form von einer dem Handschuh entsprechenden Gestalt vorgesehen
ist, in welche der elastische Handschuh eingeführt wird, worauf der Handschuh und
die Form dem von außen her wirkenden Unterdruck ausgesetzt werden. Zweckmäßig hat
die Form innen größere Abmessungen als der auf der Hand befindliche Handschuh und
ist an ihrer Innenfläche der Gestalt des elastischen Handschuhes entsprechend ausgebildet.
Die Form ist vorzugsweise biegsam gestaltet und hat eine Mehrzahl von Durchbrechungen:
Zweckmäßig ist die Form ebenfalls handschuhförmig ausgebildet und besteht aus Textilstoff.
Die Unterdruckkammer ist mit einem verengten Halsteil versehen, der in einen sich
nach außen erweiternden Bund ausläuft. Es kann zweckmäßig sein, zwei Unterdruckkammern
vorzusehen und diese mit der Unterdruckerzeugungsvorrichtung
derart
zu verbinden, daß wahlweise beide Kammern oder jeweils nur eine Kammerunter Unterdruck
gesetzt wird.
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In den Zeichnungen ist eine Ausführungsform des Gegenstandes der Erfindung
beispielsweise dargestellt. Es zeigen: Fig. i eine geschnittene Vorderansicht eines
Kastens, in welchen eine Vorrichtung gemäß der Erfindung eingebaut ist, Fig.2 einen
senkrechten Querschnitt, der teilweise durch die Mitte des Kastens hindurchgelegt
ist, Fig. 3 einen Grundriß des Kastens.
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In den Zeichnungen stellt i einen Kasten oder ein Kabinett dar, in
dessen mittlerem Teil eine Platte 2 angeordnet ist. Diese Platte 2 trägt ein Paar
von Flaschen 3, welche die Aufnahmebehälter für die Handschuhe darstellen. Diese
Behälter sind vorzugsweise mit einem verengten Halsteil q. versehen. Der innere
Durchmesser des Bundes 5 ist so groß, daß die Hand leicht in den Behälter eingeführt
werden kann. Der gut sterilisierte Gummihandschuh wird mit den Fingern nach unten
in die Flasche eingeführt und der Manschettenteil des Handschuhes zurückgeschlagen
und über das .Bund 5 übergestreift. Der Handschuh dichtet auf diese Weise die Flasche
ab.
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Der Gummihandschuh wird in einen großen, aus grobem, offenmaschigem
Gewebe hergestellten Handschuh eingebracht, der mit dem Gummihandschuh sterilisiert
wird und eine Schutzhülle um den Gummihandschuh bildet, wenn dieser in die Flasche
eingeführt und ein Unterdruck in der Flasche erzeugt wird. Der die Flasche abdichtende
Gummihandschuh wird unter Einfluß des an seiner Innenseite wirkenden Atmosphärendruckes
ausgedehnt, bis er sich so viel vergrößert hat, daß er den umgebenden Gewebehandschuh
völlig ausfüllt. Der umgebende Gewebehandschuh verhindert die ungleiche Ausdehnung
von Teilen des Gummihandschuhes, so daß die Ausdehnung der Handfläche oder des Hauptteiles
des Gummihandschuhes durch das umgebende Gewebe begrenzt wird, während der Druck
die Finger ausdehnt.
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Wenn sich der Handschuh in dieser Verfassung befindet, so führt die
Person, welche den Handschuh anzuziehen wünscht, einfach die Hand in das obere Ende
der Flasche ein. Die Finger dringen frei in die Fingerteile der Handschuhe ein,
bis sie deren Enden berühren. Der Unterdruck wird dann aufgehoben, der Gummihandschuh
zieht sich zusammen und sitzt stramm auf der Hand an.
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Mit der beschriebenen Unterdruckkammer können verschiedene Vorrichtungen
zur Erzeugung des Unterdrucks verwendet werden. Die Zeichnungen lassen eine einfache
Ausführung einer solchen Vorrichtung zur Erzeugung eines Unterdruckes in Form eines
Balges 6 erkennen.
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Ein Rohr 7 verbindet den Balg mit einem Zweiwegehahn 8, der als einfacher
drehbarer Hahn ausgebildet ist. Abzweigrohre g und io verbinden die Ventilkammer
mit den rechts und links angeordneten Flaschen 3.
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Ein Hebel i i ist an einem Ende der Spindel des Ventils 8 befestigt.
Ein Zapfen 12- am freien Ende dieses Hebels greift in ein Langloch eines Hebels
13 ein, der etwa in der Mitte der Länge des Kastens drehbar gelagert ist.
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Der Balg 6 wird mittels eines Fußhebels 1q. betätigt, der mittels
einer Schnur 15, die um ein Paar Scheiben 16 und 17 geführt ist, an dem Balg 6 angreift.
Wenn der Hebel 1q. niedergedrückt wird, so zieht die Schnur 15 den Balg entgegen
der Kraft von Zugfedern 18 nach unten, wodurch ein Unterdruck geschaffen wird, welcher
je nach der Stellung des Ventils 8 die-Luft aus der einen oder der anderen Flasche
absaugt.
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Der Hebel 13 ist an seinem unteren Ende vorzugsweise gabelförmig
ausgebildet und umfaßt den den Balg betätigenden Hebel i4.. Der Benutzer der Vorrichtung
ist durch Bewegen des Hebels 1q. nach der einen oder anderen Seite in der Lage,
den Hebel 13 um seinen Zapfen zu verschwenken, dadurch das Ventil 8 zu drehen und
Verbindung zwischen dem Balg 6 oder der einen oder anderen Flasche 3 herzustellen.
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Diese Ventilanordnung ist nicht unbedingt notwendig, da beide Handschuhe
in die verschiedenen Flaschen gleichzeitig eingebracht werden können und es selbstverständlich
auch möglich ist, durch eine einzige Betätigung des Balges oder einer anderen Unterdruckerzeugungseinrichtung
die Gummihandschuhe in beiden Behältern gleichzeitig auszudehnen, wobei die Hände
je nach Wunsch gemeinsam oder gesondert in die Handschuhe eingeführt werden können.
In manchen Fällen kann es natürlich auch erwünscht sein, lediglich einen einzigen
Handschuhbehälter zu verwenden.