<Desc/Clms Page number 1>
Schlauchführungs-Hülse an einem Behälter
Die Erfindung betrifft eine Schlauchführungshülse an einem Behälter zum Anwärmen eines konti- nuierlich durchlaufenden Kunststoffschlauches mittels Flüssigkeit, die den Innenraum des Behälters mit der Umgebung verbindet.
Es ist bekannt, Kunststoffschläuche zur Vorbereitung der weiteren Verarbeitung mittels Flüssigkeit- ! hadern aufzuwärmen. Man bedient sich hiezu einfacher, wannenähnlicher Badbehälter, durch die der
Schlauch unter Verwendung von Umlenkrollen hindurchgeführt wird.
Derartige Behälter sind jedoch nachteilig, wenn sich an die Aufwärmung des Kunststoffschlauches eine mechanische Behandlung anschliesst, die äusserste Gleichmässigkeit in der Wandstärke und in den mechanischen Eigenschaften des Schlauchmaterials voraussetzt.
Dies ist z. B. bei der Weiterverarbeitung von Schläuchen aus thermoplastischen Kunststoffen zu Fo- lien der Fall. Hier würde die Anwendung von Umlenk-oder Quetschrollen in den Badbehältern den bis nahe an den Kristallitschmelzpunkt erwärmten und in diesem Zustand sehr empfindlichen Kunststoff- schlauch mechanisch so ungleichmässig verändern, dass bei der anschliessenden Verstreckung des Schlau- ches, z. B. durch Einleiten von Druckgas vom freien Ende her. eine Gewähr für eine allseitig gleichmässige
Verfestigung urj für die Herstellung glattliegender Folien nicht mehr gegeben ist.
Es ist auch bereits bekannt, den zu temperierenden Kunststoffschlauch zur Vermeidung von Umlen- kungen unter dem Flüssigkeitsspiegel durch die Behälterwandung hindurch aus dem Bad zu führen. Zur
Abdichtung der Durchführungsstelle verwendet man dabei ringförmige, elastische Dichtungen oder Stopf- büchsen bekannter Art. Diese Anordnung hat jedoch die Nachteile, dass bei dem nicht vermeidbaren ge- legentlichen Reissen des Schlauches die Badflüssigkeit aus dem Badbehälter läuft und dass beim ersten
Einführen oder beim Wiedereinführen des Schlauches nur mit einem teilweise gefüllten Badbehälter ge- arbeitet werden kann.
Weiterhin begünstigt die Anordnung von Stopfbüchsen bekannter Art die Entstehung von Schlauchrissen in der Nähe der Durchführungsstelle, die wegen der Gefahr des Eintretens von Bad- flüssigkeit in den Schlauch besonders unerwünscht sind.
Es wurde nun gefunden, dass man sich die Vorteile, die die horizontale Arbeitsweise mit sich bringt, insbesondere die knickfreie Führung und gleichmässige Temperierung des Kunststoffschlauches, zunutze machen kann, ohne die geschilderten Nachteile in Kauf zu nehmen, wenn erfindungsgemäss die Schlauch- führungshülse in ihrer ganzen Länge oder nur in ihrem Einlaufteil zwischen dem Raum unter dem Spiegel der Badflüssigkeit und dem Raum über dem Spiegel verschiebbar angeordnet ist.
Der Gegenstand der Erfindung ist in beispielsweisen Ausführungen in den Fig. 1 bis 6 der Zeichnung dargestellt. Fig. l zeigt den Schlauchaustrittsteil des Badbehälters, der aus einer oder mehreren Kammern begehen kann. Die Führungshülse 1 ist mit einem an der Behälterseitenwandung geführten Schieber 2 starr verbunden. Die Führung des Schiebers erfolgt durch die Leisten 3, die Grundplatte 4 und die Deck- platte 5. Beim Anfahren wird der Schieber 2 mittels einer Spindel oder einem Gestänge von Hand oder vorteilhaft auch durch einen Hilfsmotor in die obere Endstellung la gebracht. Bei dieser Stellung des
Schiebers liegt die Schlauchführungshülse oberhalb des Flüssigkeitsspiegels. Der Kunststoffschlauch kann nun von innen nach aussen durch die Hülse geführt werden, ohne dass die Badflüssigkeit ausläuft.
Von dem
<Desc/Clms Page number 2>
aus dem Behälter herausragenden Ende aus wird Luft oder ein anderes Gas unter einem Druck, der vor- teilhaft unter 1/10 atü liegt, eingeblasen. Dieser geringe Überdruck reicht aus, um den Schlauch gegen die Innenwand der Führungshülse anzudrücken. Hierauf wird der Schieber 2 in die untere Stellung ge- schoben, die Hülse taucht dabei mit dem Schlauch unter den Spiegel der Badflüssigkeit. Je nach Art der weiteren Verarbeitung kann der Schlauch nun vollkontinuierlich oder taktkontinuierlich weitergezogen werden.
Reisst der Schlauch während des Anwärmungsvorganges oder während der sich hieran anschliessenden
Weiterverarbeitung, so wird der Schieber in die obere Endstellung zurückbewegt und das Bad damit ge- gen Auslaufen gesichert. Die Betätigung des Schiebers kann vorteilhaft automatisch erfolgen, z. B. mit
Hilfe eines Relais über einen Hilfsmotor, wenn infolge Reissens des Schlauches der Gasdruck im Schlauch fällt.
Fig. 2 stellt einen Schnitt II-n der in Fig. 1 gezeigten beispielsweisen Ausführungsform des Erfin- dungsgegenstandes dar. Die Deckplatte 5 ist abgenommen, so dass die Breitseite des Schiebers 2, eine
Schnittfläche der Hülse l, die Führungsleisten 3, Distanzringe 6 und ein unterer Anschlag 7 sichtbar werden. Die bei Betätigung des Schiebers aufeinandergleitenden Flächen sind zweckmässig geschliffen und eingeschabt. Um die Reibung des Schlauches an der Hülsenwand auf ein Minimum zu beschränken, ist es vorteilhaft, auch die Hülse einer Feinstbearbeitung zu unterwerfen.
Die Fig. 3 und 4 geben eine Ausführungsform wieder, bei der an Stelle eines Flachschiebers ein
Drehschieber zur Verschiebung der Schlauchführungshülse angeordnet ist. Die Schlauchführungshülse 1 befindet sich exzentrisch im Drehschieber 2. Die Führungsleisten 3, die Grundplatte 4 und die Deck- platte 5 sind ringförmig ausgebildet. Gegenüber der Ausführungsform nach den Fig. 1 und 2, bei der der
Schieber und damit die Hülse sich beim Verstellen auf einer Geraden bewegen, führt die Hülse, an der der Hebel 8 sitzt, hier eine bogenförmige Bewegung aus.
Bei den beiden beschriebenen Ausführungsformen des Erfindungsgegenstandes besitzt die Schlauch- führungshülse 1 eine zylindrische Form, man kann aber auch mit Vorteilen für die Abdichtung den Ein- laufteil der Führungshülse bogenförmig gekrümmt oder schlank abgekröpft ausführen. Fig. 5 zeigt ein derartiges Ausführungsbeispiel der Erfindung. Die Hülse 1 ist in ihrem Einlaufteil bogenförmig ausgebil- det, der Krümmungsradius des Einlaufteils beträgt etwa das Fünf- bis Achtfache der lichten Hülsenweite.
Durch Betätigen des Hebels 8 wird der Einlaufteil der Hülse aus dem Raum unter dem Flüssigkeitsspiegel in den Raum über dem Flüssigkeitsspiegel geschwenkt, während die Achse des Auslaufteil in ihrer ur- sprünglichen Lage bleibt. An Stelle der einfachen Krümmung der Hülse kann mit gleichen Vorteilen auch eine schlanke Etage mit Krümmungsradien, die der 5-bis 8-fachen Hülsenweite entsprechen, vor- gesehen werden.
Bei der Ausführung nach Fig. 6 ist die Führungshülse 1 im mittleren Teil 11 flexibel gestaltet. Ein- und Auslaufteil der Hülse sind starr ausgebildet. Der Auslaufteil der Hülse ist mit der Grundplatte 4 starr z. B. durch Schweissen verbunden. Der Einlaufteil hängt an einem Gestänge 9, das mittels Hubwerk 10 bekannter Art, z. B. mittels eines kleinen relaisgesteuerten Getriebemotors, verschoben werden kann, um den Einlaufteil der Hülse aus der Flüssigkeit zu heben.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Schlauchführungshülse an einem Behälter zum Anwärmen eines kontinuierlich durchlaufenden Kunststoffschlauches mittels Flüssigkeit, die den Innenraum des Behälters mit der Umgebung verbindet, dadurch gekennzeichnet, dass die Schlauchführungshülse (1) in ihrer ganzen Länge oder nur in ihrem Einlaufteil zwischen dem Raum unter dem Spiegel der Badflüssigkeit und dem Raum über dem Spiegel verschiebbar angeordnet ist.