DE58241C - Zweikammer-Luftdruck-Bremse - Google Patents

Zweikammer-Luftdruck-Bremse

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DE58241C
DE58241C DENDAT58241D DE58241DA DE58241C DE 58241 C DE58241 C DE 58241C DE NDAT58241 D DENDAT58241 D DE NDAT58241D DE 58241D A DE58241D A DE 58241DA DE 58241 C DE58241 C DE 58241C
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DE
Germany
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air
brake
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main pipe
line
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Expired - Lifetime
Application number
DENDAT58241D
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English (en)
Original Assignee
M. SCHLEIFER in Berlin
Publication of DE58241C publication Critical patent/DE58241C/de
Anticipated expiration legal-status Critical
Expired - Lifetime legal-status Critical Current

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Classifications

    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B60VEHICLES IN GENERAL
    • B60TVEHICLE BRAKE CONTROL SYSTEMS OR PARTS THEREOF; BRAKE CONTROL SYSTEMS OR PARTS THEREOF, IN GENERAL; ARRANGEMENT OF BRAKING ELEMENTS ON VEHICLES IN GENERAL; PORTABLE DEVICES FOR PREVENTING UNWANTED MOVEMENT OF VEHICLES; VEHICLE MODIFICATIONS TO FACILITATE COOLING OF BRAKES
    • B60T17/00Component parts, details, or accessories of power brake systems not covered by groups B60T8/00, B60T13/00 or B60T15/00, or presenting other characteristic features
    • B60T17/08Brake cylinders other than ultimate actuators
    • B60T17/10Two or more cylinders acting on the same brake with means for rendering them effective selectively or successively, the number of effective cylinders being variable

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  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Transportation (AREA)
  • Mechanical Engineering (AREA)
  • Valves And Accessory Devices For Braking Systems (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Einrichtung, durch welche bei denjenigen Bremsen für Eisenbahnfahrzeuge,, welche mit Luftdruck und nach dem Zweikammersystem arbeiten, einerseits ein gleichzeitiges und plötzliches Ingangsetzen aller Bremsapparate im Zuge und andererseits auch ein gleichmäfsiges Lösen der Bremsen im ganzen Zuge herbeigeführt wird.
Es ist ein Mangel der Zweikammer-Luftdruck-Bremsen, dafs ein an irgend einer Stelle der Hauptrohrleitung willkürlich oder zufällig eintretendes Oeffaen eine Druckverminderung infolge des Austretens von Luft erzeugt, welche sich nicht gleichmäfsig, sondern von der Oeffnungsstelle in immer schwächerem Mafse auf die entfernteren < Theile der Leitung geltend macht. So kommt es, dafs bei Oeffnung der Hauptleitung an der Lokomotive die vorderen Wagen schon gebremst werden, während die hinteren noch ihre volle lebendige Kraft haben und daher auf die vorderen auflaufen. In gleicher Weise werden bei Oeffnung der Hauptleitung am Schlufswagen die hinteren Wagen gebremst,- während die vorderen noch mit_ ihrer lebendigen Kraft vorwärts streben, was zu Zugtrennungen Veranlassung geben kann. Diese Mängel werden durch selbsttätige Auslafsventile in der bisher bekannten Anordnung gemildert, aber nicht aufgehoben.
', Werden die Auslafsventile an den zu entleerenden Bremscylinderräumen selbst, losgelöst von der Hauptleitung, angebracht, so wirkt ein einmal in Thätigkeit gesetztes Ventil zwar sehr energisch auf die Leerung des betreffenden Bremscylinders, ist aber für die ferneren Theile der Hauptleitung und für das Ingangsetzen anderer Auslafsventile im Zug fast ohne Einfiufs.
Legt man diese Ventile in die Hauptleitung selbst, so wird allerdings eine bedeutend schnellere Fortpflanzung einer Druckminderung von Ventil zu Ventil und somit von Wagen zu Wagen erfolgen, aber doch ist damit, namentlich bei längeren Zügen, der Uebelstand nicht wegzuschaffen, dafs manche Bremsen vollständig angezogen sind, ehe andere angefangen haben, sich zu bewegen.
In beiden erörterten Fällen liegt der Grund für das Gelingen eben darin, dafs die Entnahme einer bestimmten Luftmenge an einem Ende der Hauptleitung sofort ein Nachströmen von Luft aus den benachbarten Bremscylindern zur Folge hat, während die weiter entfernteren Luftmassen in der Leitung stagniren.
Es besteht also die Aufgabe darin, in die Zweigleitungen zwischen den Bremscylindern und der Hauptleitung Widerstände einzuschalten, welche das Abströmen der Luft aus den Bremscylindern derart verzögern, dafs sämmtliche Lufttheilchen der Hauptleitung sich aus dieser entfernen, ehe die in den Bremscylindern enthaltenen Lufttheilchen in das Hauptrohr eintreten.
Die hier benöthigten Widerstände werden am einfachsten durch eine solche Querschnittsverengung der die Hauptleitung mit dem Laderaum eines jeden Bremscylinders verbindenden Zweigröhren erzeugt, dafs auch bei den längsten Zügen die Summe aller lichten Querschnitte der Verengungen noch etwas geringer oder
höchstens gleich dem Querschnitt der Hauptrohrleitung wird.
Diese Verengungen der Zweigröhren wirken in dem hier gewollten Sinne, aber nicht blos nach Mafsgabe des Verhältnisses . von Querschnitt zu Querschnitt, sondern auch durch Drosselung der durchgehenden Luft.
Mit der beschriebenen Einschaltung von Widerständen in die Zweigleitungen ist der erstrebte Zweck indefs erst theilweise gelöst, denn, damit die aus der Hauptleitung zu entfernenden Lufttheilchen sich nicht mit den aus den Zweigleitungen abströmenden begegnen und beide Luftströme in ihren Bewegungen sich nicht gegenseitig hindern sollen, müssen die gleichmäfsig über den Zug vertheilten Auslafsventile sich fast gleichzeitig öffnen und ebenso wieder schliefsen.
Nur so wird sich über den ganzen Zug eine annähernd gleiche Luftdichtigkeit in der Leitung erzielen und ein Abströmen von Cylinderluft nach entfernteren Auslafsstellen vermeiden lassen. ' '
In der Fig. ι der beiliegenden Zeichnungen ist eine den vorstehenden Erläuterungen gemäfs angeordnete Bremseinrichtung dargestellt. Hierbei bedeutet A den Bremscylinder mit seinen Räumen B und C, von denen der letztere durch die Zweigrohrleitung D mit der Hauptrohrleituug E in Verbindung steht. In dieser Zweigrohrleitung D ist eine Querschnittsverengung beispielsweise bei F angebracht, durch welche die beschriebene Wirkung hervorgebracht wird, wenn durch Oeffnen des Bremshahnes der Druck der in der Hauptrohrleitung E befindlichen Luft vermindert wird.
G stellt eine Luftentleerungsvorrichtung dar, welche bei dieser Einrichtung mit zur Benutzung gelangt und in der Fig. 2 der beiliegenden Zeichnung in gröfserem Mafsstabe dargestellt ist. Bei derselben stehen die Räume I und III durch das Rohr^ mit einander und durch den Ansatz R mit der Hauptrohrleitung in Verbindung. Der. zwischen den Räumen I und III befindliche Raum II ist von den erstgenannten Räumen durch auf dem Rohr y sitzende Manschettenkolben K1 K'2 abgedichtet, deren Stulpen nach dem Innern des Raumes II zugekehrt sind, so dafs durch diese beiden Stulpliderungen bei einem in II vorhandenen Ueberdruck eine Abdichtung gegen die anderen Räume vorhanden ist und ein Anheben des Auslafsventils H erfolgt. Hierbei ist in dem Kolben K2 ein Ventil V angebracht, welches durch diesen Kolben hindurchgeht und gegen den Raum II hin durch einen Ansatz W seöffnet werden kann, welcher rund herum im Innern des Gehäuses der Luftentleerungsvorrichtung G derart angebracht ist, dafs der Anschlag des Ventils V auch bei jeder Verdrehung des Kolbens erfolgt. Auf diese Weise wird schon nach einem kleinen Anheben des Kolbens K^ ein Oeffnen dieses Ventils V, und damit eine Ausgleichung des Druckes zwischen dem Raum II und den Räumen I und III erfolgen, so dafs durch eine in dem Ventilgehäuse angeordnete, auf das Rohr y pressende Feder L ein Verschliefsen des Entweichungsventils H erfolgt und die ganze Luftentleerungsvorrichtung für eine neue Einwirkung bereit steht.
Wird also aus der Hauptleitung Luft ausgelassen, so hebt die im Raum II eingeschlossene Luft, sich ausdehnend, die Kolben K1 K"1 und prefst das Ventil V gegen den ringförmigen Anschlag W, so dafs das Ventil V sich öffnet. Mit der Luft aus der Hauptleitung strömt nun auch die Luft von dem Raum II des Ventils aus, und zwar so lange, bis die Luftspannungen in der Hauptleitung und in dem Raum II gleich geworden sind. Nun gehen die Kolben K1K2 unter der Einwirkung der Feder L in die Ruhestellung zurück, das Ventil H schliefst sich.
Hat die Bremsung nur kurze Zeit gedauert, so dafs die aus den Bremscylindern in die nunmehr geschlossene Hauptleitung abströmende Luft dort einen höheren Druck erzeugt als denjenigen, welcher bei geöffneten Ventilen geherrscht hat, so laden sich die Auslafsventile auch sofort selbstthätig durch Ueberströmen der Prefsluft über die Manschetten des Kolbens K' K\
Dasselbe ist der Fall, wenn die Bremscylinder sich bei einer Vollbremsung vollständig geleert haben. Wird nämlich bei leeren Bremscylindern von der Lokomotive aus Druckluft in die Leitung gesendet, so hindern die Verengungen F in den Zweigröhren D ebenso das Einströmen von Luft in die Bremscylinder, wie dieselben vorher das Abströmen der Luft nach der Hauptleitung gehindert haben.
Der Erfolg wird also einerseits der sein, dafs die Hauptleitung auf ihrer ganzen Länge mit Druckluft sich füllt und somit alle Auslafsventile sich laden, ehe die Bremskolben selbst zurückgehen, und andererseits der, dafs die Bremskolben , weil die Cylinder von der Hauptleitung aus durch die kleine Oeffnung F . alle gleichmäfsig gespeist werden, ■ auch alle gleichmäfsig zurückgehen.
Die neue Bremse gewährleistet somit ein gleichmäfsiges Anziehen und Lösen aller Bremsen des ganzen Zuges, wodurch das schädliche Auflaufen der Wagen und die' Zugtrennungen mit Sicherheit vermieden werden.

Claims (2)

  1. Patent-Ansprüche:
    i. Eine Zweikammer-Luftdruck-Bremse, gekennzeichnet durch das Zusammenwirken der die einzelnen Bremscylinder mit dem
    Hauptrohr verbindenden Zweigrohre £>, welche ganz oder zum Theil so verengt sind, dafs die Summe aller lichten Querschnitte der Zweigrohre, der Zuglänge entsprechend , gleich dem Querschnitt der Hauptleitung E oder kleiner als dieser wird, mit an das Hauptrohr angesetzten Auslafsventilen G in der Art, dafs eine an einem Ende der. Zugleitung vorgenommene Druckverminderung sich über die ganze Hauptleitung fortpflanzen und sämmtliche an die Leitung angeschlossenen Auslafsventile G in Thätigkeit setzen kann, ehe ein der ersten Oeffnungsstelle benachbarter Bremscylinder so viel Luft abgiebt, dafs die Bremsklötze zum Anlegen kommen.
  2. 2. An der durch Anspruch i. gekennzeichneten Bremse die Einrichtung, dafs in den nach Hamand construirten Auslafsventilen G (s. Fig. 2) statt des Kolbenschiebers ein Ventil V in Verwendung kommt, das bei Druckverminderung im Hauptrohr E vom Kolben K gegen den ringförmigen Anschlag W geprefst und geöffnet wird, so dafs mit der Luft aus der Hauptleitung E auch die Luft aus dem Raum II abströmen und der Kolben zurückkehrend das Auslafsventil schliefsen kann, worauf sich der Raum II durch Ueberströmen von Luft aus der Hauptleitung über die Manschette von K sofort aufs Neue ladet.
    Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
DENDAT58241D Zweikammer-Luftdruck-Bremse Expired - Lifetime DE58241C (de)

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DE (1) DE58241C (de)

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US3175572A (en) * 1962-09-11 1965-03-30 Air Technologies Inc Automatic condensate-removal valve

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* Cited by examiner, † Cited by third party
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