DE74747C - Steuereinrichtung für Reibräder von Reibungsbremsen durch Druckluft bethätigt - Google Patents

Steuereinrichtung für Reibräder von Reibungsbremsen durch Druckluft bethätigt

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DE74747C
DE74747C DENDAT74747D DE74747DA DE74747C DE 74747 C DE74747 C DE 74747C DE NDAT74747 D DENDAT74747 D DE NDAT74747D DE 74747D A DE74747D A DE 74747DA DE 74747 C DE74747 C DE 74747C
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piston
friction
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air
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DENDAT74747D
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Original Assignee
W. SCHMID, Betriebs-Maschinen-Ingenieur der Königl. Bayerischen Staats-Eisenbahnen, in München
Publication of DE74747C publication Critical patent/DE74747C/de
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Expired - Lifetime legal-status Critical Current

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Classifications

    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B60VEHICLES IN GENERAL
    • B60TVEHICLE BRAKE CONTROL SYSTEMS OR PARTS THEREOF; BRAKE CONTROL SYSTEMS OR PARTS THEREOF, IN GENERAL; ARRANGEMENT OF BRAKING ELEMENTS ON VEHICLES IN GENERAL; PORTABLE DEVICES FOR PREVENTING UNWANTED MOVEMENT OF VEHICLES; VEHICLE MODIFICATIONS TO FACILITATE COOLING OF BRAKES
    • B60T1/00Arrangements of braking elements, i.e. of those parts where braking effect occurs specially for vehicles
    • B60T1/02Arrangements of braking elements, i.e. of those parts where braking effect occurs specially for vehicles acting by retarding wheels
    • B60T1/04Arrangements of braking elements, i.e. of those parts where braking effect occurs specially for vehicles acting by retarding wheels acting directly on tread

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  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Transportation (AREA)
  • Mechanical Engineering (AREA)
  • Braking Arrangements (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT,
KLASSE 20: Eisenbahnbetrieb.
Die vorliegende Erfindung betrifft einen Druckluftcylinder mit Biegehautkolben und einer dazu gehörigen Steuerung und bezweckt, dafs die durch Patent Nr. 61 581 geschützte und andere mechanische Eisenbahnbremsen durch Druckluft eingestellt werden können.
Durch den Biegehautkolben, welcher mit der genannten Bremse in Verbindung gebracht ist, wird die Einstellung vollzogen, durch den selbstthätig wirkenden Steuermechanismus aber wird erreicht, dafs die Reibungsbremsen und Gewichtsbremsen genau so wie die Luftdruck-Einkammerbremsen eingestellt werden können, d. h. in Wirkung kommen, ohne dafs man aus der Luftleitung, welche von der Lokomotive durch den ganzen Zug geht, die Luft ganz auslassen mufs. Hierdurch wird es zunächst möglich, die Reibungsbremsen mit den Luftdruckbremsen gemeinsam in einem Zuge laufen zu lassen und deren Wirkung zu reguliren, indem der in der Luftleitung bestehende Ueberdruck nur um ein Geringes vermindert wird.
Ein weiterer Nutzen dieser Erfindung besteht darin, dafs die Reibungsbremse mit ihrer kostenlosen Bremskraft für lange Züge Anwendung finden kann und zur Einstellung einen so geringen Luftverbrauch benöthigt, dafs derselbe gegenüber den Luftdruckbremsen gar nicht in Betracht kommt.
• Die Luftdruckbremse eines Wagens benöthigt zu einer Bremsung 25 1 Luft und arbeitet mit einem Druck von 5 Atmosphären.
Die vorliegende Druckluft-Einrichtung benöthigt zur Bremsung eines gleichen Wagens nur 6 1 Luft und 1 Atmosphäre Druck (die bis jetzt bekannten Druckluft - Einstellungen an Reibungsbremsen sind nicht verwendbar, um diese Bremsen mit den in Deutschland eingeführten Einkammerluftdruckbremsen gemeinsam benutzen zu können, was namentlich in einem Kriegsfalle grofse Nachtheile hätte).
Die Zeichnung Fig. 1 und ia ist eine Gesammtanordnung in äufserer Ansicht der Bremse Patent Nr. 61581 mit einem gewöhnlichen Druckluftcylinder 5 sammt Kolben 4 und dem Gehäuse des Steuercylinders 11. Die Kolbenstange T ist mit dem zweiarmigen Hebel g gl der Reibungsbremse verbunden, welcher Hebel an seinem längeren linken Ende g ein Belastungsgewicht trägt, durch welches die Reibräder gegen einander geprefst werden.
Die Zeichnungen Fig. 2 und 3 stellen den neuen Druckluftcylinder mit Biegehautkolben und den Steuermechanismus dar, wie er zum Einstellen der Reibungsbremse gemeinsam mit den Luftdruckeinkammerbremsen angeordnet werden kann.
Das Cylindergehäuse besteht aus zwei Theilen 26 und 27 und ist die Biegehaut zwischen deren Flantschen eingeschraubt.
Der Kolben besteht gleichfalls aus zwei Theilen 29 und 30, zwischen welchen die Biegehaut 4 wieder eingeschraubt ist.
Der untere Theil 30 des Kolbens bildet aber hier einen Ventilkegel und schliefst an dem Cylindergehäuse dicht ab. Durch diesen Ventilabschlufs wird erreicht, dafs die Biegehaut keinem Druck ausgesetzt ist, sobald der Kolben unten anlangt.
Die Nabe 42 des Gehäuses, durch welche die Kolbenstange T geht, hat Spielraum in der Bohrung, damit die unter dem Kolben befindliche Luft entweichen kann.
Die Kolbenstange T ist mit dem Hebel gx,
Fig. ι, verbunden. Wenn nun der Kolben unten aufsitzt und abschliefst, was bei einer Atmosphäre Druck erfolgt, ist die Bremse aufser Thätigkeit gehalten; wird die Luft ausgelassen, so geht der Kolben in die Höhe und die Bremse kommt durch das Belastungsgewicht am Hebel g in Thätigkeit.
Die Bauart des Steuermechanismus ist folgende: Im Gehäuse 11 ist ein Kolben 14 in Verbindung mit einem Muschelschieber 13, welcher über den Luftkanälen 15, 21, 16 sich verschiebt.
Im Gehäuse 11 ist ein Luftkanal 25 angeordnet, welcher mit einem Ventil 43 abgeschlossen wird. Die Zeichnung Fig. 2 zeigt den Steuerkolben 14 ganz nach links am Deckel stehend und den Luftkanal 25 auf der rechten Seite des Kolbens, so dafs keine Luft einströmen kann, während der Muschelschieber 13 durch seine Aushöhlung die Kanäle 21 und 16 verbindet, so dafs die Luft aus dem Biegehautcylinder durch diese Kanäle 21 und 16 ins Freie entweichen kann. Bei dieser Schieberstellung geht der Kolben T in die Höhe und die Bremse kommt zur Wirkung.
Bei 6 befindet sich das Lufteinströmrohr, eine Abzweigung von der Hauptleitung her. Wenn nun in der Stellung Fig. 2 die Luft bei 6 einströmt, so wird der Kolben 14 nach rechts getrieben in die Stellung Fig. 3. Dadurch wird der Kanal 25 frei, die einströmende Luft hebt das gering belastete Ventil 43, strömt durch Kanal2 5 in den Raum 18 und von da durch Kanal 15 in den Biegehautcylinder, drückt den Kolben nach abwärts, wodurch die Bremse gelöst wird und zur automatischen Wirkung vorbereitet ist.
Sobald nun in der Hauptleitung durch den Lokomotivführer der Druck um Y4 Atmosphäre reducirt wird, entsteht auf der rechten Seite des Kolbens 14 durch die im Raum 18 eingeschlossene Luft ein Ueberdruck (das Ventil 43 ist nämlich nur mit Y8 Atmosphäre belastet), durch den der Kolben 14 und mit ihm auch der Schieber 13 wieder nach links verschoben werden (Fig. 5), so dafs, da nun auch die Luft aus dem Biegehautcylinder entweichen kann, die Bremse zur Wirkung kommt.
Diese Function tritt ein bei jedem beliebigen Ueberdruck über 1 Atmosphäre, und es geht dabei aus der Leitung stets nur ungefähr Y4 Atmosphäre Druck verloren, während die Luft aus dem Biegehautcylinder, der nur ι 1 Inhalt hat, ganz entweicht, gleichgültig, ob Hoch- oder Niederdruck angewendet wird.
In der Zeichnung Fig. 6 ist dargestellt, wie der Biegehautcylinder ohne Steuermechanismus zum Einstellen der Reibungsbremse Anwendung findet.
In seinem oberen Theil befindet sich das Lufteinströmrohr 6, und es wird der Kolben durch directen Zutritt der Luft aus der Leitung nach abwärts gedrückt und geht dann wieder selbstthätig, durch das Gewicht am Hebel g getrieben, nach oben, wenn die Luft ausgelassen wird, wobei wieder mittels der Kolbenstange die Bremse in und aufser Thätigkeit gebracht wird.
Diese Bauart findet Anwendung unter einem Ueberdruck von nur 1 Atmosphäre bei Nebenbahnzügen und Güterzügen und sie steht im engen Zusammenhange mit der Eigenartigkeit der durch Patent Nr. 61 581 geschützten Bremse dadurch, dafs z. B. nach erfolgtem Anziehen der Bremsklötze an den Fahrzeugen nur Y2 Atmosphäre Druck in den Cylinder eingelassen wird, wodurch die an der Wagenachse angebrachten Reibräder aufser Berührung kommen, die Bremskraft aber noch für die längsten Thalfahrten aufgespeichert bleibt, ohne dafs sich die Reibräder abnutzen können. Erst durch Erhöhung des Druckes auf 1 Atmosphäre wird das Gewicht g gehoben, die Reibrollen ausgerückt und die Bremse gelöst. Auf diese Weise ist die Regulirbarkeit der Bremse Patent Nr. 61581 gegeben, wie sie bei gewöhnlichen Reibungsbremsen nicht möglich ist, weil dort die Bremskraft aufhört, sobald die Reibräder an der Achse entlastet sind. Auch hier kommt der ventilartige Abschlufs des Kolbenkörpers 4 (Fig. 5, 6 und 11) an dem Gehäuse in Betracht zur Dauerhaftigkeit der Biegehaut, welche aufserdem auch noch an den Wandungen des Cylinders anliegt und keinen Druck auszuhalten hat.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Eine Steuereinrichtung für Reibräder von Reibungsbremsen durch Druckluft bethätigt, bei welcher ein mit einem Muschelschieber (13) verbundener Steuerkolben (14) in einer Endstellung zwei Kanäle (25 und 15) gleichzeitig öffnet, so dafs unter Hebung eines Ventils (43) die durch ein Rohr (6) kommende Prefsluft den Kolben des Biegehautcylinders (27) so weit nach abwärts drückt, dafs der schräge Rand des Kolbenkörpers (30) in dem Gehäuse 26 abschliefst und die Biegehaut 4 sich an das Gehäuse 26 anlegt, während bei einer geringen Druckverminderung im Rohre 6 der Drucküberschufs zwischen Kolben und Schieber (Raum 18) den Schieber (13) in seine andere Endstellung überführt, so dafs durch die Muschel des Schiebers die Druckluft aus dem Biegehautcylinder ins Freie entweichen und der mit den Reibrädern verbundene Kolben sich so bewegen kann, dafs diese zur Berührung gelangen.
    Hierzu 2 Blatt Zeichnungen.
DENDAT74747D Steuereinrichtung für Reibräder von Reibungsbremsen durch Druckluft bethätigt Expired - Lifetime DE74747C (de)

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