DE574241C - Zuendmasse fuer Zuendhuetchen - Google Patents
Zuendmasse fuer ZuendhuetchenInfo
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- DE574241C DE574241C DEI45612D DEI0045612D DE574241C DE 574241 C DE574241 C DE 574241C DE I45612 D DEI45612 D DE I45612D DE I0045612 D DEI0045612 D DE I0045612D DE 574241 C DE574241 C DE 574241C
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- barium nitrate
- nitrate
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Classifications
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C06—EXPLOSIVES; MATCHES
- C06B—EXPLOSIVES OR THERMIC COMPOSITIONS; MANUFACTURE THEREOF; USE OF SINGLE SUBSTANCES AS EXPLOSIVES
- C06B31/00—Compositions containing an inorganic nitrogen-oxygen salt
- C06B31/02—Compositions containing an inorganic nitrogen-oxygen salt the salt being an alkali metal or an alkaline earth metal nitrate
Landscapes
- Chemical & Material Sciences (AREA)
- Inorganic Chemistry (AREA)
- Organic Chemistry (AREA)
- Compounds Of Alkaline-Earth Elements, Aluminum Or Rare-Earth Metals (AREA)
- Adhesives Or Adhesive Processes (AREA)
Description
DEUTSCHES REICH
AUSGEGEBEN AM
11.APRIL1933
11.APRIL1933
REICHSPATENTAMT
PATENTSCHRIFT
JKi 574241 KLASSE 78 e GRUPPE
Imperial Chemical Industries Limited in London Zündmasse für Zündhütchen
Patentiert im Deutschen Reiche vom 29. Oktober 1932 ab
Die Erfindung betrifft Zündmassen für Zündhütchen, welche besonders zusammengesetzt
sind und hauptsächlich dazu dienen sollen, den schädlichen Rückstand in dem Lauf
einer Schußwaffe zu vermindern. Viele Jahre lang wurde allgemein Kaliumchlorat als
Sauerstoff enthaltendes Mittel für Zündmassen verwendet, jedoch hat dieser Stoff den
Nachteil, daß er in dem Lauf korrodierende Rückstände hinterläßt, und aus diesem
Grunde ist der Ersatz dieses Stoffes durch andere ein Problem, welches schon immer die
Aufmerksamkeit der beteiligten Kreise erregt hat.
So wurden beispielsweise, weitgehend Bariumnitrat und basisches Bleinitrat als Ersatz
für Kaliumchlorat angewandt. Aber auch die Anwendung dieser Stoffe bringt gewisse
Nachteile mit sich. So haben Bariumnitrat und basisches, Bleinitrat geringere Sauerstoffwerte
als Kaliumchlorat. Das Bariumnitrat entzieht bei der Verbrennung den anderen Körpern Wärme und erniedrigt so die Temperatur
der Zündhütchenflamme. Obwohl Bariumnitrat nicht korrodierende Rückstände hinterläßt, kommt es häufig insbesondere bei
Randfeuerpatronen vor, daß hart geschmolzene und grobkörnige Massen in· dem Lauf
nach dem Abfeuern eines jeden Schusses zurückbleiben. Dies wiederholt sich bei jedem
aufeinanderfolgenden Schuß und. beeinträchtigt die Treffsicherheit.
Die Verwendung von Kaliumnitrat wurde aus dem Grunde vorgeschlagen, weil es keinen
wesentlichen Rückstand, hinterläßt und weil es einen höheren Gehalt an freiem Sauerstoff
enthält als Bariumnitrat.
Versuche haben jedoch ergeben, daß Kaliumnitrat ungeeignet ist zur Verwendung bei
solchen Zündhütchenmassen, die trocken eingefüllt werden, wegen seiner geringen Fließeigenschaft
und seiner ausgesprochenen Hygroskopizität, die, wenn sie auch durch geeignete
Zusammensetzung verringert werden kann, doch noch groß genug ist, um eine *5
Agglomerierung der Zündmasse herbeizuführen. Weiterhin ist die weiche Natur dieses
Stoffes ein wesentlicher Nachteil mit Bezug auf die Empfindlichkeit der Zündmasse,
in der er verwendet wird.
Es wurde nun gefunden, daß Zündmassen, welche frei von den oben angeführten Nachteilen
sind, hergestellt werden können, wenn als Oxydationsmittel ein kristallines Material
verwendet wird, das durch Kristallisation 55> einer wässerigen Lösung entsteht, die Kaliumnitrat
und Bariumnitrat enthält, das ein Doppelsalz der Formel
K2Ba(NO3)4
darstellt und das im folgenden als Kaliumbariumnitrat
bezeichnet wird.
In der Lösung, aus der das Kaliumbariumnitrat auskristallisiert wird, findet sich vor-
zugsweise ein Überschuß an Kaliumnitrat, da bei gewöhnlichen Temperaturen die Löslichkeit
des Doppelsalzes gerade zwischen derjenigen des weniger löslichen Bariumnitrats und derjenigen des stärker löslichen Kaliumnitrats
liegt. Die folgenden Verhältnisse haben sich als besonders günstig herausgestellt:
30 Teile Kaliumnitrat, 20 Bariumnitrat,
100 - Wasser.
Die Losung wird ungefähr bei einer Temperatur von 500 auskristallisiert.
Die Zusammensetzung des kristallisierten Materials* ist etwas veränderlich; wenn jedoch
die oben angegebenen Verhältnisse angewendet werden, sind durch Analyse in dem Produkt
ungefähr
SS °/o Bariumnitrat und
45 °/0 Kaliumnitrat
festzustellen.
Im folgenden wird die beispielsweise Zusammensetzung einer Zündmasse angegeben.
Ouecksilberfulminat 20 bis 45 Gewichtsprozent,
Kaliumbariumnitrat 30 bis 60 Gewichtsprozent,
Bleithiocyanat 10 bis 40 Gewichtsprozent.
Zündmassen, welche Kaliumbariumnitrat enthalten, hinterlassen fast keine korrodierenden
Rückstände in dem Lauf, und durch die Anwesenheit des Kaliumnitrats in dem Material
\vird die Bildung von geschmolzenen Massen vermieden, die bei der Anwendung
von Bariumnitrat allein auftreten und auf deren Nachteile oben hingewiesen wurde.
In seiner physikalischen Eigenschaft ist Kaliumbariumnitrat ebenso hart wie Bariumnitrat
und besitzt ähnliche hygroskopische Eigenschaften wie dieser Stoff, enthält jedoch
ungefähr 3o°/0 mehr freien Sauerstoff als dieser. Mit Bezug auf die Herstellungsbedingungen
sei bemerkt, daß die Ladungsdichte von Zündmassen, welche Kaliumbariumnitrat enthalten, ähnlich derjenigen von Zündmassen
ist, die Bariumnitrat enthalten, so daß die Einrichtungen zum Füllen von Zündhütchen
mit einer Bariumnitrat enthaltenden Masse auch zum Füllen von solchen Massen verwendet werden können, die gemäß der Erfindung
hergestellt sind.
Ein weiterer Vorteil des Ersatzes von Bariumnitrat in Zündmassen durch Kaliumbariumnitrat
besteht darin, daß die bei der Zündung der Masse frei werdende Wärme vergrößert wird und so auch die Flammentemperatur
wächst.
In dem Falle, wo Zündmassen verwendet werden, die Bleistyphnat und Bariumnitrat
enthalten, entsteht bei der Zündung ein sehr lebhaftes Mündungsfeuer, insbesondere wenn
als Treibstoff rauchloses Schießpulver verwendet wird. Dieses Mündungsfeuer wird
stark vermindert bzw. vollkommen vermieden, wenn gemäß der vorliegenden Erfindung
in ,den Zündmassen Kaliumbariumnitrat an Stelle von Bariumnitrat allein verwendet
wird.
Claims (1)
- Patentanspruch:Zündmasse für Zündhütchen, welche einen Oxydationsstoff enthält, dadurch gekennzeichnet, daß der Oxydationsstoff aus Kaliumbariumnitrat besteht.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| GB3466931A GB393956A (en) | 1931-12-14 | 1931-12-14 | Improvements in or relating to priming compositions |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE574241C true DE574241C (de) | 1933-04-11 |
Family
ID=10368497
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEI45612D Expired DE574241C (de) | 1931-12-14 | 1932-10-29 | Zuendmasse fuer Zuendhuetchen |
Country Status (2)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE574241C (de) |
| GB (1) | GB393956A (de) |
Families Citing this family (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE69839891D1 (de) * | 1998-03-06 | 2008-09-25 | Gen Dynamics Ordnance & Tactic | Nichtgiftige initialladung für kleinkalibermunition |
-
1931
- 1931-12-14 GB GB3466931A patent/GB393956A/en not_active Expired
-
1932
- 1932-10-29 DE DEI45612D patent/DE574241C/de not_active Expired
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| GB393956A (en) | 1933-06-14 |
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