DE5666C - Abzapfhahn mit drehbarem Auslauf - Google Patents
Abzapfhahn mit drehbarem AuslaufInfo
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- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
- B67—OPENING, CLOSING OR CLEANING BOTTLES, JARS OR SIMILAR CONTAINERS; LIQUID HANDLING
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- B67D3/00—Apparatus or devices for controlling flow of liquids under gravity from storage containers for dispensing purposes
- B67D3/04—Liquid-dispensing taps or cocks adapted to seal and open tapping holes of casks, e.g. for beer
- B67D3/047—Liquid-dispensing taps or cocks adapted to seal and open tapping holes of casks, e.g. for beer with a closing element having a rotational movement
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Description
1878.
Klasse 64.
CARL GUSTAV FISCHER in SCHLOSS HOLTE bei BIELEFELD
(Westfalen).
Patentirt im Deutschen Reiche vom 21. März 1878 ab.
Diese Erfindung bezieht sich auf einen verbesserten Hahn zum Abziehen von Flüssigkeiten
aus gröfseren Behältern in Flaschen oder in diesen ähnliche Gefäfse. Sie bezweckt eine
wesentliche Erleichterung der Arbeit des Abziehens an und für sich und bietet zugleich die
Möglichkeit der Verwendung als Mefsapparat von verhältnifsmäfsig grofser Einfachheit.
Die beiliegenden Zeichnungen zeigen in den Fig. ι bis 6 die Construction des Hahnes als
für sich bestehendes Geräth, in den Fig. 7 bis 13 seine Benutzung als Mefsvorrichtung
bezw. die zu dem Ende erforderlich werdenden Abänderungen und Zuthaten.
Fig. ι und 2 sind Oberansichten des Hahnes; Fig. 3 ist ein Verticalschnitt nach A-B in Fig. 1;
Fig. 4 eine Vorderansicht; Fig. 5 ein theilweiser Querschnitt nach C-D in Fig. 1, wobei die
Auslafsöffnung offen erscheint; Fig. 6 ein dergl.
Querschnitt, welcher jene Oeffnung geschlossen zeigt.
Das kegelförmige Ende α des Hahnes ist mit Schraubengewinde zum Einschrauben in das
Abzapfloch des die abzuziehende Flüssigkeit enthaltenden Behälters versehen, die beidenHandgriffe
b b dienen zur Drehung des Hahnes für diesen Zweck. Das andere Ende c, welches
dem Kegel (Küken) eine's gewöhnlichen Hahnes entspricht, enthält die Auslafsöffnung i. Auf
diesem Küken sitzt drehbar der hohlkegelförmige Körper d; dieser ist mit vier Ausflufsröhren
«'e2«3«' versehen; dreht sich also der
Hohlkonus d einmal um seine Axe, so wird die Oeffnung i des Hahnes viermal geöffnet
und viermal geschlossen. / ist ein von einer Spiralfeder nach vorn gedrückter Stift, welcher
nach jeder Vierteldrehung des Konus d in eine der Aussparungen g desselben einzuspringen vermag.
Dieser Stift / kann mittelst Handgriffes h zurückgezogen und ein wenig in seiner Hülse
seitwärtsgewendet werden, so dafs er dadurch aufser Wirksamkeit tritt (s. Fig. 2 und 5). Ist
der Stift / freigelassen, so wird er stets dann die Weiterdrehung des Konus d aufhalten können,
wenn die Auslatiföffnung i geschlossen ist; dadurch
ist ein zufälliges Oeffhen des Hahnes und ein Verlust von Flüssigkeit. verhindert. Die
Fig. i, 3, 4 und 6 zeigen den Hahn in geschlossenem,
Fig. 2 und 5 in geöffnetem Zustand.
Infolge der beschriebenen Anordnung ist das Abziehen von Flüssigkeiten irgend welcher Art
insofern erleichtert, als das Drehen des Konus d mit Hülfe der zu füllenden Flaschen selbst bewirkt
werden kann. Denkt man sich daher mit der einen Hand den Hals einer Flasche auf das Rohr ei gesteckt und den Konus mittelst
der Flasche um 45 ° gedreht, so hat dies ein Oeffnen des Hahnes zur Folge. Während
dem sich so die Flasche anfüllt, wird mit der anderen Hand eine Flasche auf die folgende
Röhre e2 aufgeschoben, wobei sie also eine
horizontale Lage einnimmt; ist das Füllen der ersteren vollendet, so ist ein Weiterdrehen um
450 vorzunehmen, d. h. eine Schliefsung des
Hahnes. Hierauf kann die erste gefüllte Flasche abgenommen, alsdann der Konus mittelst der
zweiten Flasche um weitere 45 ° gedreht, eine dritte Flasche auf die nun horizontal stehende
Röhre e3 gesteckt werden u. s. w. So geht
das Abziehen ohne Unterbrechung weiter, der Hahn wird durch die Flaschen selbst, welche
angefüllt werden sollen, geöffnet und geschlossen, ohne dafs das Drehen eines besonderen Hahnkegels,
wie er bei gewöhnlichen Hähnen vorkommt, nothwendig wäre.
Soll das Abziehen nicht weiter fortgesetzt werden, so werden die Ausläufe e in ihrer geschlossenen
Stellung gesichert durch das Freilassen des Stiftes / und das Eintreten desselben
in eine der Aussparungen g.
An Stelle der vier Auslaufröhren e können selbstverständlich auch deren drei, fünf oder
mehrere angewendet werden; es lassen sich auch nur deren zwei anbringen, in einem Winkel
von ungefähr 90 ° zu einander stehend; in diesem Falle ist die Bewegung des Konus d während
des Abziehens keine drehende, sondern eine schwingende, von rechts nach links und umgekehrt.
Eine zweckmäfsige besondere Verwendungsweise findet der im vorstehenden beschriebene
Zapfhahn als Mefsapparat. Die Vorrichtung, zu deren Erläuterung die Fig. 7 bis 13 dienen,
bezieht sich auf diesen speciellen Fall. Sie hat den Zweck, den Hahn zu veranlassen, nach
jeder Eröffnung (deren in dem in der Zeichnung vorgesehenen Falle vier auf jede volle
Umdrehung kommen) nur ein ganz genau abgemessenes Quantum Flüssigkeit, dessen Gröfse
je nach Wunsch eingestellt werden kann, in jede der nach einander angesteckten Flaschen
einlaufen zu lassen.
Fig. 7 giebt einen Verticalschnitt durch Hahn und Apparat, Fig. 8 eine Hinteransicht desselben,
Fig. 9 den im Innern des Hahnkörpers sitzenden Vierwegehahnkegel, Fig. io, ii, 12
und 13 verschiedene Querschnitte durch den Hahn.
In die parallel der äufseren Abdrehung konische Bohrung des Hahnkörpers A ist das
auf der vorderen Seite mit dem die Auslaufröhren tragenden Sterne B fest verbundene
Küken C eingesetzt, welches infolge passender Verbindung an jeder Drehbewegung des ersteren
theilnehmen mufs. Dieses Küken C bildet im Verein mit zwei einen Winkel von 90 ° mit einander
einschliefsenden, in den Körper A mündenden Rohrstutzen D' und D2 einen Vierwegehahn
in der Weise, dafs eines von diesen Rohrenden D1 oder D'1 immer mit der hinteren
Einströmung E, das andere dagegen mit dem Auslauf zu correspondiren vermag, sobald
ein Rohr des Sternes auf der Auslafsöffnung steht. Das Küken C ist durch Vierkant F,
Scheibe G und Nasen H in einer für die Drehung um die Axe festen Verbindung mit
dem Stern B, und wird durch eine über seinen Kopf geschraubte, gegen den Sternkörper sich
anlehnende Mutter / angezogen. Dadurch wird die erforderliche Dichtung sowohl des Sternes B
auf dem Hahnkörper A, als auch des Kükens C in diesem Körper bewirkt. Die beiden an die
Stutzen I)1 und D- angeschlossenen Röhren M1 und M'1 des Vierwegehahnes führen in
ein Gefäfs K, in dem sich zwei Blasen Z1 und Z2 befinden und münden in letztere aus.
Die Blasen sind gegen den inneren Raum des Gefäfses K abgeschlossen, d. h. sie sind mit
ihren Mündungen dicht auf die Röhren M' und M- befestigt. Der Raum im Gefäfs K
aufserhalb der Blasen Z1 und Z2 dient zur Regulirung
der auszulassenden Flüssigkeitsmenge. Dieser Raum wird nämlich vor Ingangsetzung
des Apparates nach Abschrauben des Deckels ganz mit Wasser oder OeI etc. gefüllt, die
Blasen, nachdem sie vollkommen ausgedrückt, also leer sind, wieder eingehängt und der
Deckel befestigt. Beide Blasen hängen jetzt fest zusammengedrückt und leer in der Flüssigkeit
im Gefäfs K. Soll der Apparat in Thätigkeit versetzt werden, so ist die Zuflufsöffnung E
des Hahnes mit dem abzufüllenden Gefäfs durch einen Schlauch E1 zu verbinden und der
Stern B mit einem Rohr nach unten, also offen zu stellen, wie Fig. 7 zeigt. Der Strom
tritt nun durch einen der Kanäle ^1 oder a.2,
Fig. 9, des Kükens C in die eine ihm entgegenstehende Blase Z ein; man läfst hierauf aus
dem nach aufsen führenden Rohr N durch Oeffnen des Quetschhahnes ο soviel Flüssigkeit
in den Behälter K auslaufen, als das regelmäfsig durch den Apparat abzufüllende Quantum
betragen soll. Die innere Blase, welche in der eben als bestehend vorausgesetzten Communication
mit dem vom abzufüllenden Gefäfs kommenden Rohr E1 steht, wird sich also genau
mit einer jenem aus IC abgelassenen Quantum entsprechenden Flüssigkeitsmenge füllen, weil
sie sich nur soweit auszudehnen vermag als die anfangs durch JV ausgelassene Menge Raum
einnahm. Durch eine Vierteldrehung des Sternes wird die Flüssigkeit in die andere Blase
geleitet und der Weg von der ersten Blase nach dem Ausflusse hin durch einen der Kanäle b'
oder ί>ύ im Küken C frei. Jene wird sich jetzt
füllen, diese ausfliefsen. So abwechselnd geht das Spiel weiter. Wünscht man ein gröfseres
Quantum als bisher auszulassen, so hat man nur nöthig, den Regulirraum des Gefäfses K
weiter zu entleeren; soll ein kleines Quantum verzapft werden, so füllt man jenen Raum bei
abgestelltem Zuflufs und geöffnetem Abflufs wieder mehr an.
Soll derselbe Apparat für permanenten Ablauf, also ohne Mefsvorrichtung benutzt werden,
so verbindet man die ,beiden Rohrstutzen D1 und Z>2 des Körpers durch einen Schlauch.
Ein am Hahnkörper angedeutetes in der Zeichnung nicht angebrachtes Zählwerk registrirt die
Umdrehungen des Sternes und giebt die Zahl der verzapften Einheiten an.
Der eben beschriebene Apparat bietet gegen bisher in Gebrauch befindliche Zapf-, Controlir-
und Abfüllmaschinen unter anderem folgende Vortheile:
Die Flüssigkeit kommt vor dem Auslauf überhaupt nicht mit der äufseren Luft in Berührung.
Ein erhöhter Druck ist für den Betrieb des Apparates nicht erforderlich.
Dagegen erhält er denselben Druck, den die Flüssigkeit in dem abzufüllenden Gefäfs hat.
Der Apparat ist leicht, handlich, wenig Raum einnehmend, schnell und leicht zerlegbar und
bequem zu reinigen.
Das Verzapfen erfolgt mit grofser Schnelligkeit.
Claims (1)
- Patent-Ansprüche:i. An einem neuen Hahn zum Abziehen von Flüssigkeiten:a) den hohlkegelförmigen Körper d, Fig. 1 bis 6, welcher mit zwei oder mehreren Auslauföffnungen e versehen ist und sich um das konische Ende des Hahrtkörpers in der Weise dreht, wie in vorstehender Beschreibung dargelegt wurde;b) in Verbindung mit dem Hahnkonus d ein Stift /, der durch eine Feder nachvorn geschnellt und durch einen Handgriff h zurückgezogen werden kann.
Die Verwendung dieses Hahnes als selbstthätiger Füllapparat von Flaschen und ähnlichen Gefäfsen unter den Bedingungen und in der Ausdehnung, wie aus der Beschreibung hervorgehend; im besonderen also:
a) die Combination des unter i. charakterisirten Hahnes mit dem Hahnkegel C, Fig. 9, und dem Einströmungsrohrstück E, Fig. 7;b) die Combination des Hahnes (2 a) mit dem durch Rohr D bezw. M mit ihm in Zusammenhang stehenden Regulirraum K, den aus festem biegsamen Material bestehenden Blasen Z1Z2 und dem verschliefsbaren Rohrstück JV.Hierzu 2 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE5666C true DE5666C (de) |
Family
ID=284062
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT5666D Active DE5666C (de) | Abzapfhahn mit drehbarem Auslauf |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE5666C (de) |
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US3083875A (en) * | 1959-01-12 | 1963-04-02 | Welty Frank | Apparatus for packaging and dispensing beverages or the like |
| DE1632056B1 (de) * | 1966-12-14 | 1970-10-08 | Malpas Charles H | Zapfhahn |
| DE10159070A1 (de) * | 2001-12-01 | 2002-11-14 | Daimler Chrysler Ag | Vorrichtung zum Befüllen eines Behälters bis zu einem Füllstand und zum Entleeren des Behälters |
-
0
- DE DENDAT5666D patent/DE5666C/de active Active
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US3083875A (en) * | 1959-01-12 | 1963-04-02 | Welty Frank | Apparatus for packaging and dispensing beverages or the like |
| DE1632056B1 (de) * | 1966-12-14 | 1970-10-08 | Malpas Charles H | Zapfhahn |
| DE10159070A1 (de) * | 2001-12-01 | 2002-11-14 | Daimler Chrysler Ag | Vorrichtung zum Befüllen eines Behälters bis zu einem Füllstand und zum Entleeren des Behälters |
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