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Doppelsteppstichnähmaschine mit Greifer, Ahle, Nadel und Abstellrücklaufgetriebe
Es ist bekannt, bei Doppelsteppstichnähmaschinen, insbesondere solchen, die für
das Doppeln des Schuhwerkes gebraucht werden, ein Abstellgetriebe anzuwenden, welches
die Maschine in einer bestimmten Lage zum Stillstand bringt. Diese Lage ist so gewählt,
daß im Augenblick des Stillstandes die Nadel und der Greifer frei von dem Nadelfaden
sind und die Ahle außerhalb des Werkstückes sich befindet, damit dieses frei ist
und ohne weiteres herausgenommen werden kann. Wenn bei Maschinen mit dieser bekannten
Anordnung die Bearbeitung eines neuen Werkstückes begonnen werden soll, so würde
die Nadel in das Werkstück eindringen, ohne daß die Ahle vorher ein Loch vorgestochen
hat; dabei kann die Nadel leicht zerbrechen. Der Arbeiter müßte daher vor Beginn
der neuen Arbeit die Maschine mittels eines Handrades so weit drehen, daß die Ahle
bei Beginn des nächsten Arbeitskreislaufes ein Loch vorsticht.
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Die vorliegende Erfindung bezweckt, den Arbeiter dieser Notwendigkeit
zu entheben, und zwar dadurch, daß der Abstellmechanismus die Maschine in solcher
Lage zum Stillstand bringt, daß die Ahle bei Beginn des neuen Arbeitskreislaufes
vorgeht und das Nadelloch vorsticht. Dies wird dadurch erreicht, daß der Abstellmechan.ismus
die Nokkenwelle der Maschine zurückdreht und in genau bestimmter Lage freigibt.
Die Zurückdrehung erfolgt wie bei ähnlichen Maschinen durch ein von einer Kurvenscheibe
aus bewegtes Wendegetriebe, welches die Nockenwelle mit einer ständig in der Arbeitsrichtung
entgegengesetzter Richtung langsam umlaufenden Antriebsscheibe kuppelt. Dabei ist
zwischen der Kurvenscheibe und dem rückdrehenden Antrieb ein Totgang eingeschaltet,
welcher es ermöglicht, die Nockenwelle unabhängig von dieser Kurvenscheibe bis zu
einer genau bestimmten Stellung zurückzudrehen.
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In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes
dargestellt. Abb. i ist eine Seitenansicht teilweise im Schnitt; Abb. 2 bis 6 erläutern
schematisch den Arbeitsgang; Abb. 7 ist eine Ansicht der Maschine von hinten gesehen;
Abb. 8 ist ein senkrechter Schnitt; Abb. 9 zeigt das Abstellgetriebe im Längsschnitt;
Abb. io ist ein Ouerschnitt nach Linie 1:2-1a der Abb. 9; Abb. i i ist ein Schnitt
nach Linie 13-13
der Abb.9.
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Die dargestellte Maschine entspricht, abgesehen vom Abstellgetriebe,
im wesentlichen dem amerikanischen Patent 473 870.
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38 ist die gebogene Hakennadel, .4o die Nadelführung, dz die Ahle,
44 die Fadenabziehvorrichtung, 46 der Schlingenspreizer, .18 der Fadeneinleger,
49 der umlaufende Greifer, 5o der Fadenaufnehmer, 5a der Hilfsfadenaufinehmer,
54.
die Fadenklemme, 56 das Fadenspannrad, 58 der Werktisch und 6o der Stoffdrücker.
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Die Nadel 38 ist in bekannter Weise an einem schwingenden Segment
angebracht, und ebenso ist die Ahle 42 an einem Ahlensegment befestigt. Beide Segmente
werden durch Hebel und Nockenscheibe von der 'Nockenwelle aus in Schwingung versetzt.
Die Ahle sticht in das Werkstück ein, nachdem die Nadel die Fadenschleife aus dem
Werkstück herausgezogen hat. Abb. 2 zeigt die Nadel in das Werkstuck eingestochen
und mit der N adelfadenschleife versehen. Abb.3 zeigt die Nadel 38 bei der Rückbewegung
und die Ahle 42 bei der Vorwärtsbewegung. Abb. d. zeigt, wie der Greiferhaken in
die von der \Tadel durch das Werkstück hindurchgezogene Schleife eintritt und wie
die Ahle das nächste Loch vorsticht. Abb. 5 zeigt, wie die Ahle nach links bewegt
ist und in der Ebene der Nadelspitze steht, während zugleich die Schleife vom Greifer
ausgezogen wird. Dann wird (s. Abb. 6) die Ahle zurückgezogen, so claß der Fadenaufnehmer
5o die Nadelfadenschleife vom Greifer abziehen und den Stich festziehen kann. Dabei
geht die Nadel weiter vor, und dann bewegt sich die Ahle -entgegen der Vorschubrichtung
nach rechts, um das neue Stichloch herstellen zu können. Während der Fadenaufnehmer
den Stich festzieht, befindet sich die Ahle nicht im Werkstück.
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Die in dieser Weise arbeitende Maschine ist nun gemäß der Erfindung
mit einem Anlaß- und Abstellgetriebe versehen. Dieses Anlaß- und Abstellgetriebe
besitzt ein mit zwei Reibungskupplungen versehenes Wendegetriebe (vgl. insbesondere
Abb. 9 bis zz). Während der normalen Arbeit wird Nackenwelle 122 von einer mit großer
Geschwindigkeit umlaufenden Riemenscheibe 268 vorwärts gedreht, die mit einer Reibfläche
an einem Handrad 27o zusammenwirkt. Dieses Handrad ist fest mit einer Muffe 372
verbunden, welche durch Feder und \Tut mit der Nokkenwelle 122 gekuppelt ist. Die
Riemenscheibe ist auf der Muffe 372 lose drehbar und verschiebbar. In eine Nut der
Nabe der Riemenscheibe greift ein Hebel 2-74 (Abb. 7), welcher um einen festen Zapfen
drehbar ist und durch eine Feder linksherum gedreht wird, so dali die Reibflächen
der Riemenscheibe 268 und des Handrades 27o im Eingriff gehalten -werden und die
Welle r22 mitgenommen wird. Das eine Ende des Hebels 274 umfaßt eine mit einem nicht
gezeichneten Treunebel verbundene Stange 378 zwischen zwei auf der Stange befestigten
Stellringen 376. Wenn der Trethebel bei Fertigstellung des Schuhes losgelassen wird,
so bewegt sich die Stange 378 nach oben, und der untere Stellring 376 dreht den
Hebel 2-,-4 rechtsherum, so daß die Antriebskupplung gelöst wird.
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Auf der Muffe 372 ist noch eine Reibungskupplungshällte 28o verschiebbar,
welche bei der in Abb. 9 gezeichneten Stellung mit einer Kupplungsfläche eines Schneckenrades
284 im Eingriff steht, das auf der Muffe 372 lose drehbar ist. Das Schneckenrad
wird ständig durch eine Schnecke 286 in einer Richtung gedreht, welche entgegengesetzt
zur Drehung der Welle r22 beim Nähen steht, und zwar mit verhältnismäßig geringer
Geschwindigkeit. Die Schnecke wird durch eine Riemenscheibe 288 gedreht, die von
der Hauptantriebswelle durch einen Riemen ständig angetrieben wird. Die Nabe 282
der Kupplungshälfte 28o ist mit dem Handrad 27o so verbunden, daß beide sich gemeinschaftlich
drehen, während die Kupplungshälfte verschiebbar ist. Die Verbindung erfolgt durch
einen mit der N abe 282 fest verbundenen Ring 292, in dessen Löcher Hohlkolben 294
eingreifen, die mit dem Handrad 27o fest verbunden sind. Die Kolben umschließen
Federn 29o, die auf mit Köpfen versehene Schraubbolzen einwirken, deren entgegengesetzte
Enden mit einem in eine Nut des Ringes 292 eingreifenden Ring verbunden sind. Diese
-Federn suchen eine Verschiebung der Kupplungshälfte 28o nach rechts hervorzubringen,
so daß unter gewöhnlichen Umständen der Reibungseingriff zwischen 28o und 28:1.
unterbrochen ist. Auf der Nabe 282 der Kupplungshälfte 28o ist eine Kurvennutscheibe
296 drehbar und mit dieser verschiebbar. In die Kurvennut tritt eine Rolle am Ende
eines waagerechten Hebels 298 ein. Bei der Vorwärtsdrehung der Nockenwelle -schwingt
somit der Hebel 298 wirkungslos hin und her. Wenn jedoch der Hebel 298 festgehalten
wird, so tritt durch die Wirkung der Kurvennut auf die jetzt feststehende Rolle
eine seitliche Verschiebung der Kurvennutscheibe und damit der Kupplungshälfte
280 ein, wodurch die Kupplung zwischen 280, 284 .hervorgebracht wird.
Die Feststellung des Hebels 298 erfolgt in bei derartigen Getrieben bekannter Weise
durch einen senkrecht verschiebbaren, von der Stange 378 des Anlaßhebels beeinflußten
Bolzen 300 (Abb. 7 und 8), welcher in eine Vertiefung am Ende eines zweiten Armes
des Hebels 298 eintritt. Wenn der Hebel festgehalten -wird, so läuft die Kupplungshälfte
28o durch ihre lebendige Kraft noch -weiter. Durch den Kupplungseingriff 28o und
28.a. wird diese lebendige Kraft zunächst abgebremst, bis die Kupplungshälfte und
damit die Nockenwelle 122 zum Stillstand gekommen ist. Dann wird die Kupplungshälfte
langsam zurückgedreht und in der gewünschten
Lage wieder Van 2e84
gelöst und festgestellt. Während der Rückwärtsbewegung der \ockemwelle dringt die
Ahle zunächst in das Werkstück ein und wird dann wieder aus dein letzteren leerausgezogen.
L m die Maschine an einem genalt bestimmten Punkt anzuhalten, ist es notwendig,
eine starre, nicht elastische Begrenzung der Rückdrehung ztt erreichen. Dies ist,
ohne daß schidliche Stöße auftreten, möglich, weil die Rückbewegung nur langsam
erfolgt. Diese starre Begrenzung erfolgt durch einen radial vorspringenden heil
3o2 ( Abb. 1o und 11 ), der in die K-urvenscheibe 296 eingesetzt ist und von eitlem
1-Ial;enllebel 306 gefaßt wird. Das ilillere Ende des Keiles 302 greift in einen
Misschnitt 3o der Nabe -28o, so daß eine begrenzte Winkelclrehung zwischen 296 und
280 möglich ist. Dies ist erforderlich, damit beim auslaufen und Anlaufen
der Maschine die Nockenwelle die zur Lösung der Kupplung 28o, 284 not-«-endige kurze
Weiterdrehung machen und beim Anlassen sich etwas vorwärts drehen kann, um eine
Störung durch die feste Drehungsbegrenzung 302, 306 zu' verhüten. Die Nockenwelle
122 kommt ZUM Stillstand, wenn die eine Seitenwand des Ausschnittes 304 mit
den' Keil 302 zusammentrifft. Der Hakenhehel 30() ist an einer iln Maschinengestell
(irelibaren Welle 33-2 befestigt und wird durch eine Feder 333 inl Eingriff mit
dein Keil 302 rehalten. Dieser Eingriff kann erst dann stattfinden, wenn eine an
der Kurvenscheibe 310 befindliche Nase, die auf einer Rolle des Hebels 3o6
einwirkt, eine Schwingung des Hebels linksherum zuläßt (vgl. Stellung Abb.1o). ,
Die Bolzen 300 und der Hebel 306 sind in Zusammenhang mit der Trethebeistange
278
gebracht. Diese Einrichtungen können den bekannter' Anlaß- und Abstellgetrieben
entsprechen. Der Bolzen 300 (s. Abb. 8) ist in einem waagerecht verschiebbaren,
durch eine Pufferfeder belasteten Träger 316 untergebracht, Die Trethebelstange
2;8 ist mit eilleln am Haschinengestell angelenkten Arm' 318 verbunden. Das äußere
Ende des Armes 318 besitzt eine gekrümmte Fläche, die beim Herabdrücken des Trethebels
auf eine Rolle 32o an einem Hebelarm 322 einwirkt, so daß dieser nach unten gedrückt
wird. Ein init dieseln Arm 322 verbundener zweiter arm 324 ist durch ein I-enlcstück
326 mit dem unteren Ende des Bolzens 300 verbunden. Eine Feder
328 sucht den Bolzen gegen den Winkelhebel zu lieben, wenn die Trethebelstange
278 nach oben bewegt wird. Der Bolzen tritt dann in das Loch des HebeIs 298 ein,
und in beschriebener Weise wird die Maschine abgestellt. Benn Anlassen der Maschine
wird durch die Trethebelstange und die Hebel 318, 322, 324 der Bolzen
300 nach unten gezogen, nm den Hebel 298 wieder freizugeben, so daß der Hebel
274 die Kupplung -68, 2;o wieder einrückt und der normale Zustand wieder erreicht
wird. Gleichzeitig wird durch eine Regle 336 eile Artn 3334 an der Welle 332 gedreht,
so daß der Hakenhebel 3o6 den Keil 302 freigibt.