DE565457C - Verfahren und Vorrichtung zum Auftauen eingefrorener Leitungen - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Auftauen eingefrorener LeitungenInfo
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Description
Da das Auftauen eingefrorener Wasserleitungen durch äußere Erwärmung, beispielsweise
mittels einer Lötlampe, meist sehr schwierig und oft überhaupt nicht durchführbar
ist, hat man in die eingefrorenen Leitungen Mittel eingeführt, welche das Auftauen
bewirken sollen. Dabei handelte es sich entweder um das Einführen von Salz oder von
kochendem Wasser bzw. Wasserdampf. Das Einbringen von Salz in die Wasserleitung läßt sich nur durchführen, wenn besondere
Hilfsmittel für diesen Zweck an der Leitung angebracht sind, und auch dann ist das Verfahren
wenig brauchbar, da das Salz naturgemäß nur von oben in die Leitung eingeführt werden kann und nur sehr langsam sich eine
Wirkung ergibt. Die Einführung von Wasserdampf oder kochendem Wasser setzt die Anwendung
einer beheizten Vorrichtung zur Erzeugung des Wasserdampfes bzw. des kochenden
Wassers voraus, und deren Anordnung und Anwendung ist in den meisten Fällen ebenfalls mit Schwierigkeiten verbunden, zumal
es sich ja meistens um das Auftauen von Wasserleitungen in Wohnräumen handelt.
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Auftauen von Leitungen, welches überall in
einfacher Weise anwendbar ist.
Nach der Erfindung wird in die aufzutauende Leitung, und zwar zweckmäßig von
ihrem unteren Ende her, ein solcher dampf- bzw. gasförmiger Stoff eingeführt, welcher
beim Zusammentreffen mit Wasser bzw. Eis Wärme erzeugt. Insbesondere kommt die Verwendung von Ammoniak in Frage, welches
eine große Affinität zu Wasser besitzt und beim Zusammentreffen mit diesem erhebliche
Wärmemengen bildet. Es genügt deshalb, an das untere Ende der aufzutauenden Leitung, beispielsweise an einer vorhandenen
Zapfstelle, eine Ammoniakflasche anzuschließen, um alsbald ein von unten aus fortschreitendes
Auftauen der Leitung zu erzielen. Zweckmäßig wird dabei die Anordnung so getroffen, daß in die Verbindungsleitung zwisehen
Ammoniakflasche und Leitung ein Wasserabscheider mit verschließbarem Wasserabflußrohr
eingeschaltet wird, so daß das in der Leitung gebildete Wasser abfließen und das Ammoniak in die Leitung weiter nachströmen
kann, ohne daß eine Rückwirkung des Wassers auf die Ammoniakzuführung eintritt.
In der Zeichnung ist eine Ausführungsform der Vorrichtung dargestellt.
Um die in einer Wand verlegte, etwa bei B eingefrorene Leitung^ aufzutauen, wird an
das Kniestück C, an welchem sonst ein Zapfhahn angebracht ist, die Ammoniakflasche D
angeschlossen, die mit einem Absperrventil B versehen ist. In die Verbindungsleitung F ist
ein Wasserabscheider H mit Stoßwand / eingeschaltet, an welchen sich die Wasserabflußleitung
K anschließt. Diese enthält ein Glasgefäß M zur Beobachtung des Vorganges und
ist unten durch ein unter Federwirkung stehendes Ventil N abgesperrt. In die Verbindungsleitung
M ist ferner eine Trocken-
vorrichtung L und ein Rückschlagventil G eingeschaltet.
Nach dem Öffnen des Absperrventils E
strömt Ammoniakgas durch die Verbindungsleitung F in die aufzutauende Leitung A ein.
Es entsteht Absorptionswärme, und dadurch wird der Eispfropfen gelöst. Das dabei entstehende
Ammoniakwasser fließt in den Behälter M ab, so daß ein Überströmen in die
ίο Flasche D verhindert wird. Nach einer gewissen
Ansammlung im Behälter M wird selbsttätig das Ventil JV geöffnet, und das
Wasser fließt aus. Da sich das Ventil N selbsttätig wieder schließt, wird ein Ausströmen
von Ammoniakgas vermieden. Zur weiteren Sicherung der Flasche gegen Rückströmung,
insbesondere beim völligen Auftauen der Leitung, sind das Rückschlagventil G und
der etwa mit ungelöschtem Kalk gefüllte Trockenbehälter L vorgesehen.
Claims (5)
- Patentansprüche:i. Verfahren zum Auftauen von eingefrorenen Leitungen durch Einführen von erwärmend wirkenden gasförmigen Mitteln in die Leitungen, dadurch gekennzeichnet, daß ein solcher gas- bzw. dampfförmiger Stoff, z. B. Ammoniak, gewählt wird, der beim Zusammentreffen mit Wasser Wärme erzeugt.
- 2. Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß an das untere Ende der aufzutauenden Leitung (A) über ein Rückschlagventil (G) eine Ammoniakflasche (D) angeschlossen und in die Verbindungsleitung (F) ein Wasserabscheider (H, J) mit verschließbarem Wasserabflußrohr (K) eingeschaltet ist.
- 3. \7brrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß am unteren Ende des Wasserabflußrohres (K) ein durch eine Gegenkraft geschlossen gehaltenes Absperrventil (N) angeordnet ist.
- 4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß in die Wasserabflußleitung (K) ein Sammelbehälter (M) mit durchsichtiger Wandung eingeschaltet ist.
- 5. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß in die Verbindungsleitung (F) eine Gastrockenvorrichtung (L) eingeschaltet ist.Hierzu 1 Blatt ZeichnungenBerlin, gedruckt 16t der
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE565457T | 1930-10-09 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE565457C true DE565457C (de) | 1932-12-01 |
Family
ID=6567281
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1930565457D Expired DE565457C (de) | 1930-10-09 | 1930-10-09 | Verfahren und Vorrichtung zum Auftauen eingefrorener Leitungen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE565457C (de) |
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1930
- 1930-10-09 DE DE1930565457D patent/DE565457C/de not_active Expired
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