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Vorrichtung zum Bremsen des Fadens auf Textilmaschinen, insbesondere
auf allen Arten von Wirk- und Strickmaschinen Gegenstand der Erfindung ist eine
Verbesserung und weitere Ausbildung einer Vorrichtung zum Bremsen des Fadens auf
Textilmaschinen, insbesondere auf allen Arten von Wirk- und Strickmaschinen, nach
Patent 516 186, durch welche Weiterbildung eine selbsttätige Einregelung der Bremswirkung
erzielt wird. Eine selbsttätige Regelung der Fadenspannung ist bei Spulmaschinen
zwar bereits bekannt, doch besitzt diese bekannte Vorrichtung eine scherenartige
Ausbildung, derart, daß die beiden Schenkel in dem Gestell der Vorrichtung um senkrechte
Achsen drehbar gelagert sind und mit ihren einen Enden gewissermaßen die Griffschenkel
der Schere bilden, während die anderen Enden das Scherenmaul bilden.
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Eine Vorrichtung nach der Erfindung besitzt keine scherenartige Ausbildung,
sondern ihr wesentlichster Teil ist ein um eine waagerechte Achse schwenkbarer Hebel,
der an seinem einen Ende eine Bremsscheibe und an seinem anderen Ende eine Rolle
trägt. Wesentlich für die Vorrichtung nach der Erfindung ist ferner die durch das
Vorhandensein der Tornisterbremse, wie solche auch bei einer Vorrichtung nach dem
Hauptpatent 516 186 vorhanden ist, besondere Ausbildung des schwenkbaren Hebels.
Beim Arbeiten mit einer Vorrichtung nach der Erfindung findet demnach auch stets
nur gegebenenfalls ein Schwenken des Rollenhebels um seine waagerechte Drehachse
statt, niemals aber ein scherenartiges öffnen der Vorrichtung, so daß die- Vorrichtung
nach der Erfindung ihrem ganzen Aufbau nach in sehr erheblichem Maße von der bekannten
scherenartigen Spannvorrichtung für Spulmaschinen abweicht.
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Dies ergibt sich auch daraus, daß eine Vorrichtung zum Bremsen des
Fadens nach der vorliegenden Erfindung, ebenso wie die Bremsvorrichtung nach dem
Hauptpatent, eine aus Glas, Porzellan, Metall oder anderen Baustoffen bestehende
Scheibenbremse und im Anschluß an diese Bremse eine Tornisterbremse mit einem unverrückbar
. angeordneten Bremsbelag aus Filz oder ähnlichem Stoff besitzt und der Faden auch
bei der Bremsvorrichtung nach der Erfindung zunächst durch die Scheibenbremse hindurchgeführt
und hierauf über die Tornisterbremse hinweggeführt wird.
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Während nun aber bei einer Vorrichtung nach dem Hauptpatent der obere
Teil der Scheibenbremse auf deren unterem Teil frei aufruht, wird bei der Vorrichtung
nach der Erfindung der eine Teil der Scheibenbremse
von dem einen
Arm eines an der Grundplatte der Vorrichtung schwenkbar gelagerten Hebels getragen,
der mit seinem anderen Arm über die Tornisterbremse hinausragt und an diesem Arm
einen Fadenleiter aus Metall, Glas, Porzellan oder irgendeinem anderen geeigneten
Baustoff trägt, über den der durch die Bremsvorrichtung hindurchgeführte Faden hinüber
und nach unten läuft. Der Faden liegt somit mit einer gewissen Spannung gegen den
Fadenleiter an, und wenn die -Sparinung des Fadens zwischen Verbrauchs-und Bremsstelle
das gewünschte Maß überschreitet, wird der Druck des Fadens auf den Fadenleiter
größer, und der schwenkbare Hebel wird alsdann derart gedreht, daß die Scheibenbremse
etwas gelüftet wird, wodurch dann die Spannung des Fadens sogleich wieder vermindert
,,wird. Bei einer Vorrichtung nach der Erfindung wird daher entsprechend dem von
dem Faden auf den Fadenleiter des schwenkbaren Hebels ausgeübten Druck die Bremswirkung
der Vorrichtung selbsttätig eingeregelt.
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Auf der Zeichnung ist eine beispielsweise Ausführungsform einer Bremsvorrichtung
nach der Erfindung in Fig. i im Längsschnitt und in Fig. 2 in perspektivischer Aufsicht
dargestellt.
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Die dargestellte Vorrichtung besitzt wie die Vorrichtung nach dem
Hauptpatent eine Grundplatte a, die mit einer Schraube b auf einem Teil c des Maschinenrahmens
befestigt ist. Auf der Grundplatte a sind ebenfalls wieder in irgendeiner beliebigen
Art und Weise drei aus Glas, Porzellan öder anderen Stoffen bestehende Ösen
d, e und f befestigt, durch die der zu bremsende Faden g in Richtung
der eingezeichneten Pfeile hindurchgeführt wird.
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Zwischen den Ösen d und e trägt die Grundplatte d mittels
schwalbenschwanzförmiger Führungen den von einer Platte h gebildeten einen Teil
einer Scheibenbremse aus Glas oder irgendeinem anderen Baustoff.
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Zwischen den Ösen e und f ist, wie bei der Vorrichtung nach dem Hauptpatent,
die Tornisterbremse angeordnet, deren im wesentlichen halbzylinderförmiger Belag
i aus Filz oder ähnlichem Stoff über den gewölbten Teil k der Grundplatte a liegt
und mit seinen freien Enden in zwei Nuten der Grundplatte d hineingepreßt ist und
durch Stifte L in diesen Nuten festgehalten wird.
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Aus der Grundplatte a, und zwar bei dem gezeichneten Ausführungsbeispiel
aus dem Teil k der Grundplatte, ragen nach beiden Seiten zwei Zapfen m heraus, die
gegebenenfalls an ihren Enden mit Köpfen versehen sein und aus eingeschraubten Schraubenbolzen
bestehen können.
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Um die beiden Zapfen nt greift mit Nuten yt ein im wesentlichen gabelförmiger
Hebel o, der die insbesondere aus Fig. z ersichtliche Gestalt besitzt und somit
um die Zapfen na schwenkbar ist.
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Der Hebel o trägt an seinem vorderen Ende die Gegenplatte p der Platte
h, welche Platte p aus dem gleichen oder einem anderen Baustoff wie die Platte
h bestehen kann. Die Platte p, die wie die Platte h einen rechteckigen Querschnitt
besitzt, sitzt in einer mit schwalbenschwanzförmigen Nuten versehenen Tragplatte
q, die sich mit einem kugelförmigen Wulst q' gegen den einen Arm des Hebels o abstützt.
An der Platte q ist ein Schraubenbolzen r befestigt, der den Hebel o durchdringt.
Zur Festlegung der Platte q, p an dem Hebel o dient eine auf den Bolzen r
aufgeschraubte Mutter s mit ebener oder kugelförmiger Grundfläche, mit der sie gegen
den Hebel o anliegt. Eine in beliebiger Weise ausgebildete Gegenmutter t sichert
die Befestigungslage der Mutter s.
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Damit sich die Platte q, p nicht um ihren Befestigungsbolzen
r gegenüber dem Hebel o verdrehen kann, ist an der Metallplatte q noch ein Stift
u befestigt, der durch eine Bohrung des Hebels o hindurchgreift.
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Auf dem vorderen Ende des Hebels o sitzt noch ein in seiner Größe
einstellbares Gewicht v, das dazu beiträgt, daß die Platte p mit einer gewissen
Kraft gegen die andere Platte h der Scheibenbremse-angedrückt wird.
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Zwischen den über die Tornisterbremse hinausstehenden Armen des Hebels
o ist noch ein fester Zylinder oder eine Rolle w aus Metall, Glas oder Porzellan
angeordnet, und der durch die Bremsvorrichtung hindurchgehende Faden g ist so geführt,
daß er über diesen einen Fadenleiter bildenden Teil w hinüber-und nach unten läuft.
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Im Betriebe wird die Vorrichtung mit Hilfe des Gewichts -v so eingeregelt,
daß durch die Scheibenbremse h, p und die Tornisterbrernse i die gewünschte
Bremsung des Fadens erfolgt, also der Faden g mit einer gewissen Spannung die Bremsvorrichtung
verläßt. Erhöht sich diese Spannung über das eingestellte Maß, so übt der Faden
g einen verstärkten Druck auf den Fadenleiter w aus, und dies hat zur Folge, daß
der Hebel o in Richtung des Pfeiles -x um die Zapfen s* verschwenkt wird: Infolgedessen
wird die Platte p der Scheibenbremse etwas von der Platte h abgehoben, also die
Bremswirkung der Scheibenbremse verringert, was zur Folge hat, daß auch die gesamte
Bremswirkung der Vorrichtung verringert und demgemäß die Spannung des Fadens g selbsttätig
wieder
verkleinert wird. Sobald die Spannung des Fadens g wieder
auf die gewünschte Größe gesunken ist, hört der Überdruck auf den Fadenleiter w
auf, und die Scheibenbremse schließt sich wieder vollständig. Es findet also stets
entsprechend dem von dem Faden auf den Fadenleiter w des Hebels o ausgeübten Druck
eine selbsttätige Einregelung der Bremswirkung der Vorrichtung statt.