DE554229C - Verfahren zur Entfernung von Weinsteinsaeure aus Traubensaft, Most oder Wein - Google Patents
Verfahren zur Entfernung von Weinsteinsaeure aus Traubensaft, Most oder WeinInfo
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Description
- Verfahren zur Entfernung von Weinsteinsäure aus Traubensaft, Most oder Wein Um Weinsteinsäure aus Traubensaft zu entfernen, hat man bereits dem Saft Calciumsalze, z. B. Calciumsulfat oder Calciumcarbonat, zugesetzt. Diese Zusätze wurdet dem Saft deswegen beigegeben, damit der saure Geschmack des Weines entfernt wurde. Will man jedoch einen nicht süßen Wein erzielen und trotz der Entfernung der Weinsteinsäure dem Wein die Säure lassen, so kann diese Neutralisierung mit den erwähnten Calciumsalzen nicht vorgenommen werden. Nach der vorliegenden Erfindung erfolgt die Entfernung der Weinsteinsäure aus Traubensaft dadurch, daß normales apfelsaures oder milchsaures Calciumsalz verwendet wird, d. h. ein Salz, das die Weinsteinsäure entfernt, jedoch dem Wein die Säure nicht nimmt. Die Menge des zuzusetzenden Calciumsalzes wird der Säurekonzentration des Traubensaftes angepaßt. Bei der Zugabe des Galciumsalzes zu dem Most wird die Ausfällung des weinsteinsauren Salzes beschleunit, wenn man den Most erst mehrere Stunden' lang umrührt und dann der Ruhe überläßt.
- Die Entfernung der Weinsteinsäure aus dem Traubensaft ist deswegen wirtschaftlich wertvoll, weil sonst die Bildung dieser Weinsteinsäure in dem Wein stattfindet, nachdem der Wein auf Flaschen abgezogen worden ist. Die Gegenwart von solchen Niederschlägen in den Flaschen setzt den Wert des Weines herab. Nach dem vorliegenden Fall wird die Weinsteinsäure vor dem Abzug auf Flaschen entfernt, ohne daß dem Getränk der eigenartige Geschmack genommen wird.
- Das normale apfelsaure Salz des Calcium-s ersetzt die Weinsteinsäure, und da Apfelsäure ein natürlicher Bestandteil der Trauben ist, so wird dadurch der Wert, der Geschmack oder der Geruch des Weines nicht beeinträchtigt: Man bestimmt erst die Menge der Weinsteinsäure, die in dem Traubensaft oder Most enthalten ist; dann gibt man eine äquivalente Menge von apfelsaurem Salz des Calciums oder von milchsaurem Salz des Calciums zu, und zwar genügend groß, um die Weinsteinsäure auszufällen. Bei Umrühren geht das apfelsaure Salz nach ganz kurzer Zeit in Lösung. Nach der Auflösung läßt man, sofern es sich um Traubensaft handelt, die Gärung vor sich gehen.
- Wenn sich die Gärung dem Ende nähert oder nach der Gärung ist auch die Reaktion vollständig durchgeführt, und die Weinsteinsäure findet sich in Gestalt eines Niederschlags in der Flüssigkeit. Auf diese Weise kann irgendeine Menge oder selbst die ganze Weinsteinsäure in der zu behandelnden Flüssigkeit entfernt werden; es hängt dies von der zugesetzten Menge des apfelsauren Salzes des Calciums ab. Enthält beispielsweise der Most o,6 °f, Weinsteinsäure und will man diesen Gehalt auf 0,2 % verringern, ein Prozentsatz, der für gewöhnliche Weine und Schaumweine genügt, so hat man- die folgenden Molekulargewichte: 150 : igo; es bedeutet also, daß i5o Teile Weinsteinsäure igo .Teilen normalem apfelsaurem Salz des Calciums mit einem Molekül Wasser entsprechen. Auf einen Teil Weinsteinsäure muß man also 1,27 Teile Apfelsäure verwenden. Da in dem gegebenen Beispiel -nur 0,4 °(o der Weinsteinsäure entfernt werden sollen, so ist der Wert von 1,27 mit 0,4 zu multiplizieren; das bedeutet, daß man ungefähr o,5 °io des apfelsauren Salzes vom Calcium dem Most zusetzen muß. Wird ein wasserfreies Salz benutzt, so wird sich der betreffende Betrag in entsprechendem Maß verringern. Man wird dann also von .diesem wasserfreien Salz weniger benutzen müssen, um das gleiche Ergebnis zu erreichen.
- Bei Anwendung des Verfahrens auf verhältnismäßig jungen Wein hat sich herausgestellt, daß die besten Ergebnisse dann eintreten, wenn man denselben mehrere Stunden lang umrührt, nachdem das apfelsaure Salz des C alciums zugegeben wurde. Erst dann läßt man die Flüssigkeit mehrere Tage stehen, um das Calciumtartrat zur Ausfällung zu bringen.
Claims (3)
- PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur Entfernung der Weinsteinsäure aus Traubensaft, Most oder Wein durch Zugabe von Calciumsalzen, dadurch gekennzeichnet, daß normales apfelsaures oder milchsaures Caiciumsalz verwendet wird.
- 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß man die Menge des zuzusetzenden Calciumsalzes der Säurekonzentration der Flüssigkeit anpaßt.
- 3. Verfahren nach Anspruch i und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Most bei der Zugabe des Calciumsalzes zuerst mehrere Stunden umgerührt und daraufhin wenige Tage zwecks Ausfällung des weinsteinsauren Calciums der Puhe überlassen wird.
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