DE550930C - Verfahren zur Herstellung echter Toene auf der tierischen Faser - Google Patents
Verfahren zur Herstellung echter Toene auf der tierischen FaserInfo
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Description
- Verfahren zur Herstellung echter Töne auf der tierischen Faser Es ist bekannt, daß die Chromverbindungen der chromierbare Gruppen enthaltenden Azofarbstoffe in der Wollechtfärberei eine große Bedeutung haben, weil. sie erlauben, durch einfaches Färben aus schwefelsaurem Bade auf Wolle oder anderen tierischen Fasern gleichmäßige Töne von außerordentlicher Echtheit zu erzielen. Das schwefelsaure Färben führt aber nicht mit sämtlichen chromhaltigen Farbstoffen zum Ziel. Manche fallen im schwefelsauren Bade vor dem Aufziehen aus, so daß nur unechte schwache Färbungen entstehen. Andere ziehen zwar vollständig auf die Faser auf, indessen ohne Erzielung der richtigen Farbstärke. Versucht man die Farbstoffe dagegen aus organisch saurem Bade zu färben, so können sie zwar vollständig auf die Faser ziehen; die richtige Farbstärke oder die wertvollen Echtheitseigenschaften - oder beide zusammen werden aber in vielen Fällen nicht erreicht.
- Es wurde nun die überraschende Beobachtung gemacht, daß es gelingt, mit vielen solchen Farbstoffen, die sich nicht aus dem Schwefelsäurebad einwandfrei färben lassen, trotzdem sehr wertvolle Färbungen zu erzielen, wenn man diese Farbstoffe zunächst mit Hilfe schwächerer Säuren, wie organischer Säuren, oder durch langsames Zugeben einer stärkeren Säure auf die Faser ganz oder teilweise aufbringt und sie hierauf auf der Faser weiterentwickelt. Dies kann dadurch geschehen, daß in der Färberei die Farbstoffe zuerst mit organischen Säuren oder durch langsames Zugeben einer stärkeren Säure, gegebenenfalls bis zum vollständigen Aufziehen, gefärbt werden und hierauf in demselben Färbebade weiter mit stärkeren organischen oder anorganischen Säuren bis zur vollständigen Entwicklung der Nuance erwärmt bzw. gekocht werden.
- Von den eben angeführten Methoden zur Durchführung des vorliegenden Färbeverfahrens liefert diejenige besonders sichere Ergebnisse, bei der zunächst aus organisch saurem Bade gefärbt und hierauf mit Hilfe einer anorganischen Säure auf der Faser entwickelt wird. Es ist zwar bekannt, Farbstoffe, die mit Hilfe von organischen Säuren gefärbt werden, durch Zusatz von Mineralsäure am Ende des Färbeprozesses zum vollständigen Ziehen zu bringen. Vorliegendes Verfahren ist aber in seiner Wirkung von der eben erwähnten Arbeitsweise vollständig verschieden, weil die auf der Faser befindlichen metallhaltigen Farbstoffe weiterentwickelt bzw. in andere Komplexe übergeführt werden.
- Dieses letztgenannte Verfahren, dessen Anwendung ganz allgemeiner Natur ist, ist unter anderem besonders .wertvoll bei chromhaltigen Farbstoffen, die aus diazotierten nitrierten i-Amino-2-oxynaphthalin-4-sulfonsäuren und Naphtholen erhältlich sind. Diese Farbstoffe fallen im schwefelsauren Färbebade äußerst leicht aus und geben somit leicht Veranlassung zu reibunechten Färbungen. Beispiel 1 Man bestellt ein Färbebad von 2ooo Teilen Wasser mit 5 bis 6 Teilen Ameisensäure, die man beim Färben beliebig verteilt zusetzen kann, und 3 bis ¢ Teilen einer wie folgt hergestellten Chromverbindung: In 200o Teile kochendes Wasser werden unter Rühren. 46,2 Teile des reinen Farbstoffes aus nitrierter i-Diazo-2-oxynaphthalin-4-sulfonsäure und j3-Naphthol eingetragen. Nach Lösung fügt man 51 Teile 1\Tatriumformiat sowie 125 Teile einer Fluorchromlösung, .enthaltend 15,2 Teile Cr. 03, hinzu. Es wird alsdann offen, also unter gleichzeitigem Verdampfen,, so lange gekocht, bis eine Probe zeigt, daß der entstandene Komplex leicht wasserlöslich ist und durch verdünnte organische Säuren beim Färben nicht ausgefällt wird. Hierauf wird von gegebenenfalls Ausgeschiedenem filtriert und die rotviolettschwarze Lösung im Vakuum zur Trockne verdampft.
- Man geht mit ioo Teilen Wolle bei 9o° C ein, färbt 1/4 Stunde und treibt dann im Verlaufe 1/2 Stunde zum Kochen. Man hält diese Temperatur noch einige Zeit, bis der Farbstoff ausgezogen ist. Dann setzt man noch 6 bis, 7 Teile konzentrierte Schwefelsäure hinzu und kocht bis zur vollständigen Entwicklung des Farbstoffes, was etwa 3/4 bis i Stunde in Anspruch nimmt. Die Wolle ist in tiefschwarzen Tönen von * vorzüglichen Echtheiten gefärbt. Man kann auch von vornherein mit Schwefelsäure allein färben, wenn man dafür sorgt, daß, bevor der Farbstoff ausgezogen ist, die pH des Färbebades nicht wesentlich kleiner ist als die p H des ameisensauren Färbebades, was durch sehr langsames und allmähliches Zugeben der Mineralsäure zu erreichen ist, oder wenn man dem Färbebad von vornherein ein Formiat zusetzt. Beispiel 2 Man bestellt ein Färbebad von 2ooo Teilen Wasser mit 5 Teilen Essigsäure und 4 Teilen der Chromverbindung des Farbstoffes aus der nitrierten i-Di.az0-2-oxynaphthalin-4-sulfonsäure und 3-Methyl-5-pyrazolon. Hierauf geht man mit iooTeil-en Wolle bei 6o bis 70' C ein, färbt 1/4 Stunde und treibt dann im Verlaufe 1/2 Stunde zum Kochen und hält diese Temperatur 1/4 Stunde. Hernach setzt man noch 6 bis 8 % Schwefelsäure hinzu und kocht bis zur vollständigen Entwicklung des Farbtones und der Echtheiten der Färbung. Man bekommt eine satte rote Färbung, die ganz bedeutend stärker ist als diejenige, welche nur mit Essigsäure oder nur mit Schwefelsäure erhältlich ist. Beispiel 3 Man bestellt ein Bad aus 2ooo Teile; 8 5 bis 9o° C warmem Wasser und i Teil Ameisensäure. Dann geht man mit iooTeilen Wolle ein, läßt das Bad für kurze Zeit im Färbeapparat zirkulieren, setzt dann wiederum i bis 2 Teile Ameisensäure und 7 bis 8 Teile der in Beispiel i beschriebenen Chromverbindung zu. Dann färbt man bei der gleichen Temperatur ungefähr io Minuten, treibt zum Sieden und kocht 2o Minuten. Hierauf läßt man z Teile konzentrierte Schwefelsäure, verdünnt mit Wasser, innerhalb i o Minuten zufließen, kocht weitere 2o Minuten und gibt dann noch 6 Teile konzentrierte Schwefelsäure, verdünnt mit Wasser, hinzu. Die Entwicklung der Färbung erfolgt nun durch einstündiges Kochen. - Die Wolle wird dabei in tiefen Schwarztönen von sehr guten Echtheitseigenschaften gefärbt.
Claims (3)
- PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur Herstellung echter Töne auf der tierischen Faser, dadurch gekennzeichnet, daß metallhaltige Azofarbstoffe zunächst aus schwach saurem Bade gefärbt und hierauf aus stärker saurem Bade auf der Faser entwickelt werden.
- 2. Ausführungsform des Verfahrens nach Patentanspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß zunächst in organisch saurem Bade gefärbt und hierauf mit Hilfe einer anorganischen Säure auf der Faser entwickelt wird.
- 3. Ausführungsform der Verfahren nach den Patentansprüchen i und 2; dadurch gekennzeichnet, daß die chromhaltigen Farbstoffe, die sich von nitrierten i-Diazo-2-oxynaphthalin-4-sulfonsäurenund Naphtholen ableiten, zunächst aus essigsaurem bzw. ameisensaurem Bade gefärbt und hierauf mit Hilfe von Schwefelsäure auf der Faser entwickelt werden.
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