DE55247C - Verfahren zum Färben mit Anacardium-Extract - Google Patents

Verfahren zum Färben mit Anacardium-Extract

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DE55247C
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    • D06TREATMENT OF TEXTILES OR THE LIKE; LAUNDERING; FLEXIBLE MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • D06PDYEING OR PRINTING TEXTILES; DYEING LEATHER, FURS OR SOLID MACROMOLECULAR SUBSTANCES IN ANY FORM
    • D06P1/00General processes of dyeing or printing textiles, or general processes of dyeing leather, furs, or solid macromolecular substances in any form, classified according to the dyes, pigments, or auxiliary substances employed
    • D06P1/34General processes of dyeing or printing textiles, or general processes of dyeing leather, furs, or solid macromolecular substances in any form, classified according to the dyes, pigments, or auxiliary substances employed using natural dyestuffs

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Description

KAISERLICHES
PATENTAM
Zum vorliegenden Färbeverfahren wird ein Extract aus den Früchten von Anacardium Orientale oder Anacardium occidentale (der sogenannten Elephantenlaus) oder deren Varietäten in Verbindung mit Indigo benutzt.
Die Früchte der Anacardium-Bäume enthalten zwischen Kern und Schale einen ätzenden, ziemlich dickflüssigen, anfangs milchfarbigen, später braunschwarzen Saft, welcher allmälig erhärtet und sich sowohl im dickflüssigen, als auch harten Zustande leicht extrahiren läfst.
Die Extraction selbst kann in verschiedener Weise erfolgen; die einfachste Art ist die Extraction mit Weingeist (denaturirtem Spiritus), welche am besten dadurch bewirkt wird, dafs man die zerkleinerten Früchte in bei Extractionen üblicher Weise in einem Doppelkessel mit Weingeist erhitzt.
Je nach der Dauer der Einwirkung (ca. ι bis 5 Stunden) und je nach der Gradhaltigkeit des verwendeten Spiritus erhält man einen mehr oder minder concentrirten Extract, welcher nun entweder durch Filtriren oder Decantiren geklärt wird und beliebig verdünnt werden kann.
Dieser Anacardium-Extract bildet das Färbemittel für den Vorgrund zur Indigofärberei; er besitzt die schätzenswerthen Eigenschaften, dafs er, ohne die Faser irgendwie anzugreifen, sich sofort und ohne Schwierigkeit schon in kaltem Zustande mit jedem Fasermaterial (Leinen, Baumwolle, Schafwolle, Seide, Filz, oder Tuch u. s. w.), es sei in losem oder gewebtem Zustande, aufs innigste verbindet. Dadurch entstehen Farben verschiedener Schattirung, welche nicht allein luft-, licht- und waschecht sind, sondern sich auch im Salzsäure- und Schwefelsäurebade als vollkommen echt bewähren.
Je nach Anwendung des Anacardium-Extractes in kaltem oder warmem Zustande und je nach dem Grade seiner Verdünnung erhält man verschiedene dunkle Ausfärbungen, welche man mit Hülfe von verdünnter Salpetersäure in andere Farbentöne überführen kann.
Sehr starke Anacardium-Vorgründe ergeben, mit Sodalauge behandelt, schwarze, mit Kupferoder Eisenvitriollösung aber graue Färbungen. Behandelt man den verdünnten Anacardium-Extract mit Salpetersäure, so erzielt man je nach der Concentration beider Flüssigkeiten licht- oder dunkelgelbe Farbentöne.
Wegen der Echtheit des vorliegenden Färbemittels empfiehlt es sich besonders zur Herstellung von Untergründen für die Färberei mit Indigo, um an diesem theuren Farbstorfe so viel als möglich zu sparen.
Die Anwendung des Anacardium-Extractes ist in diesem Falle beispielsweise bei Benutzung von doppeltchromsaurem Kali folgende:
Die zu färbenden Materialien bedürfen keinerlei Vorbereitung, sondern man taucht sie (unter Berücksichtigung des oben Gesagten) ca. eine halbe Minute lang in den entsprechend verdünnten Anacardium-Extract und prefst sie dann so stark als möglich aus, so dafs sie sich kaum noch feucht anfühlen.
Alsdann bringt man sie in ein heifses, nicht zu starkes Bad von doppelchromsaurem Kali oder Kupfer- oder Eisenvitriol oder Soda, beläfst sie in demselben ca. 2 bis 5 Minuten und
wäscht sie dann ohne Verzug in kaltem Wasser. Es empfiehlt sich, die so vorgefärbten Materialien einige Zeit in kaltem Wasser zu belassen. Nachdem so die Vorbereitung des Untergrundes zum Auffärben mit Indigo beendet ist, werden die Materialien noch feucht in üblicher Weise mit Indigo ausgefärbt (geblaut). Die Untergründe können hell bis ganz dunkel hergestellt werden; je dunkler, desto weniger Indigo wird event, zum Ausfärben (Blauen) benöthigt; je besser die Küpe oder der Indigoansatz überhaupt ist, desto schneller geht, wie jedem Fachmann bekannt, das Färben von statten.
Diese neuen Untergründe für Indigo sind vollkommen licht-, luft- und waschecht, z. B. auch im Salzsäure- und Schwefelsäurebade, und besitzen (gerade so wie Indigo) die Eigenschaft, dafs sie sich gleich dem Indigo durch Salpetersäure abziehen lassen.
Je nachdem die Vorgründe lichter oder dunkler waren, ergeben sich beim- Abziehen lichtere oder dunklere gelbe Abzüge.
Die fertig mit Indigo ausgefärbten und getrockneten Materialien können noch gedämpft oder eventuell auch geschönt werden.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Verfahren zum Färben mit Anacardium-Extract, darin bestehend, dafs die mit Hülfe dieses Extractes hergestellten Ausfärbungen der Behandlung mit doppeltchromsaurem Kali oder mit Salpetersäure unterworfen werden.
DENDAT55247D Verfahren zum Färben mit Anacardium-Extract Expired - Lifetime DE55247C (de)

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