-
Einrichtung an einer Bügelmaschine, um Luft durch das Werkstück hindurchzutreiben
Es ist bekannt, in Verbindung mit Bügelpressen, die mit einer Einrichtung zum Dämpfen
des Bügelguts versehen sind, eine Behandlung mit einem Luftstrom anzuwenden, um
die Feuchtigkeit aus dem Gut zu entfernen. Die Wirkung des Luftstromes ist eine
verschiedene, je nachdem man die Luft durch das Werkstück hindurchbläst oder -saugt.
Durch das Blasen wird das Tuch wieder aufgefrischt. Die durch das Tragen abgeschliffenen
und zusammengedrückten Fasern werden wieder aufgerichtet, und der Stoff gewinnt
seine weiche Beschaffenheit zurück, die er in neuem Zustande hatte. Andererseits
wird, und dies ist ein Lachteil des Blasens, das Bügelgut von dem Druckglied abgehoben,
und zwar in ungleichmäßiger Weise, da die verschiedenen Teile des Gutes verschieden
dick und daher verschieden schwer sind. Das Bügelgut verliert also etwas die Form,
die es durch das Bügeln erhalten sollt.
-
Wenn man die Luft, statt sie durchzublasen, durch den Stoff hindurchsaugt,
so wird das Kleidungsstück fest auf den unteren Batiken gezogen und die durch das
Bügeln hervorgerufene Wirkung noch verstärkt. Andererseits findet beim Saugen ein
Andrücken der Fasern an die Unterlage statt. Infolgedessen besitzt der Stoff nach
dem Ansaugen ein verändertes Aussehen und einen anderen Griff.
-
Gegenstand der Erfindung ist eine Vorrichtung, welche die Vorbedingungen
schafft, um die Luft beliebig nach beiden Richtungen durch das Werkstück zu treiben,
also eine Blaswirkung in eine Saugwirkung umzuwandeln und umgekehrt. Beim Arbeiten
mit der den Gegenstand der Erfindung bildenden Umschalteeinrichtung an der Maschine
ist es daher möglich, die günstigen Wirkungen beider Luftbehandlungen miteinander
zu vereinigen und ihre Nachteile zu vermeiden.
-
Um die Richtung des Luftstromes umzukehren, wird gemäß der Erfindung
ein Ventil angewendet, das je nach seiner Einstellung die Druck- oder Saugseite
eines Gebläses mit einer Luftverteilungskammer in Verbindung bringt, die unterhalb
einer Preßplatte angeordnet ist. Das Ventil, welches die Umkehrung des Luftstromes
bewirkt, ist als Mehrwegehahn, z. B. als V ierwegehahn, ausgebildet.
-
Die Einzelheiten der Erfindung sind an Hand der beiliegenden Zeichnung
erläutert, und zwar ist: Abb. r eine Seitenansicht der Bügelmaschine, welche mit
der Erfindung ausgestattet ist,
Abb.2 ein vergrößerter Schnitt durch
das untere Druckglied und die benachbarten Teile, Abb. 3 eine Einzelansicht, die
das Umkehrungsventil zur Einstellung der Luftströme und die zu seiner Bedienung
angewendete Vorrichtung darstellt, Abb. 4. eine Ansicht von Teilen, die in Abb.
3 dargestellt sind, Abb. 5 eine schematische Ansicht der Vorrichtung zum Blasen
und Saugen von Luft und der Leitungsverbindungen mit dem unteren Druckglied.
-
Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung, mit welcher der Arbeiter
beliebig Luft durch das Werkstück, während dieses von einem der Druckglieder gehalten
wird, und ferner durch die Polsterung, mit der das das Werkstück tragende Druckglied
gewöhnlich versehen ist, blasen oder saugen kann.
-
Im vorliegenden Fall wird die Erfindung in ihrer Anwendung auf die
übliche Bügelmaschine dargestellt, welche mit zwei zusammenwirkenden Druckgliedern
ausgestattet ist, deren eines zu dem andern hin und von ihm fort beweglich ist.
-
In der dargestellten Maschine ist i der bewegliche Kopf, welcher auf
das untere Druckglied oder den Bock 2 einwirken kann, der von einem Gestell 3 gehalten
wird. Der Kopf i wird an seinem vorderen Ende von einem Hebel 4. getragen, der zwischen
seinen Enden bei 5 hinter dem Bock an einem Ständer 6 angelenkt ist, der aus dem
Gestell herausragt. Der Kopf kann in irgendeiner zweckmäßigen Weise angetrieben
werden und wird im vorliegenden Fall mechanisch betrieben, nämlich durch einen Zylinder
7, in dem sich ein Kolben befindet, dessen Stange 8 mit dem Kopf i oder dem Hebel
4 durch eine geeignete Kraftübertragung verbunden ist.
-
Die hier dargestellte Verbindung besteht aus einem Winkelhebel 9,
der bei io mit seinem Winkel unten an dem Gestell angelenkt ist und an dessen vorderem
Arm die Kolbenstange 8 bei i i angelenkt ist, während der nach oben zeigende Arm
bei 12 an dem unteren Ende der Stange 13 angelenkt ist, die an ihrem oberen Ende
bei 14 an dem hinteren Arm des Hebels 4 angelenkt ist. Die Stange 13 und der nach
aufwärts gerichtete Arm des Winkelhebels 9 bilden einen Kniehebel. Der Kolben in
dem Zylinder 7 wirkt einseitig, so daß die Presse sich unter der Wirkung der Feder
15 öffnet, wenn der Druck in dem Zylinder nachläßt. Die Strömung des Treibmittels
zu dem Zylinder und von diesem fort wird durch Ventile gesteuert, die sich in einem
Gehäuse 16 befinden. Die Ventile werden so bewegt, daß sich die Presse mit einem
geeigneten Griff, beispielsweise einem Druckknopf 17, schließen läßt, und in ihrer
Antriebsstellung mit einer geeigneten mechanischen Anordnung festgehalten sowie
durch einen Hebel 18 so eingestellt, daß die Presse sich öffnet. Der Antrieb und
die Steuerung bilden keinen Teil der Erfindung, und es ist unwesentlich, ob die
Presse mechanisch oder von Hand betrieben wird.
-
Bei der dargestellten Ausführung der Erfindung ist die Vorrichtung
zum Blasen und Saugen von Luft durch das Werkstück mit dem Bock 2 verbunden; die
Luftströme treten außerdem durch das Polster auf den Bock 2. Der Bock ist nach der
hier gewählten Darstellung geheizt und mit einer inneren Kammer für ein Heizmittel,
z. B. Dampf, welches aus einer geeigneten Quelle kommt, ausgestattet. Er ist ferner
mit einer Verteilungskammer 2o versehen, auf der sich eine mit Löchern versehene
Platte 21 befindet, die in der üblichen Weise mit einem Polsterungsbelag bedeckt
ist.
-
Der Bock ist außerdem mit einer Einlaßkammer 22 für Luft und Dampf
unter dem mittleren Teil der durchlöcherten Platte 23 ausgestattet. Die Löcher dieser
Kammer öffnen sich nach der Kammer 2o hin. Eine Dampfleitung z¢ führt in die Kammer
22. Die Zuleitung enthält ein normalerweise geschlossenes Ventil, das in dem Gehäuse
25 liegt. Dieses Ventil wird mit Hilfe eines Tritthebels 26 eingestellt, der mit
der Ventilstange 27 durch eine Stange 28 verbunden ist. Der Dampf wird in irgendeiner
bekannten Weise der Dampfleitung 24 zugeführt, beispielsweise aus der Dampfkammer
i9. Beim Niederdrücken des Tritthebels 26 wird das Ventil in dem Gehäuse 25 geöffnet,
so claß Dampf in die Kammer 22 eintritt, von hier in die Kammer 2o und aus der durchlöche:-ten
Platte 21 durch das auf dem Bock 2 befindliche Werkstück hindurchgeht. Die Dämpfungsvorrichtung
bildet jedoch keinen 'feil der Erfindung.
-
Bei der hier dargestellten Ausführungsweise der Erfindung besteht
die Anordnung zum Blasen und Saugen beispielsweise aus einem Kreiselgebläse 29,
das mit der in die Kammer führenden Leitung verbunden ist. Die Luftströme sind mit
Hilfe eines Umkehrventils einstellbar, durch welches die Leitung auswechselbar mit
den Eintritts- oder den Austrittsseiten des Gebläses verbunden wird.
-
Die Vorrichtung zum Saugen und Blasen besteht bei der vorliegenden
Ausführungsform aus einem einzelnen Rohr 3o, das in den Boden der Kammer 22 führt
und in dem sich in der Nähe des Bodens der Kammer ein normalerweise geschlossenes
Ventil 31 befindet. Dieses Ventil wird mit einem Tritthebel 32
bewegt, der
durch eine Stange 33 mit dem Ventil verbunden ist. Die Stange liegt in
einer
Linie mit dem Rohr 30. Das Ventil wird mit einer Feder 34, die auf die Stange 33
einwirkt, in seiner geschlossenen Stellung festgehalten. Das Gebläse wird zweckmäßig
durch einen Elektromotor angetrieben, der in einem Gehäuse 35 liegt.
-
Das Umstellungsventil ist ein drehbares Ventil, liegt in einem Gehäuse
36 und ist an einer `Felle 38 befestigt. Durch das Gehäuse führt eine Leitung 39,
die mit dem Rohr 30 durch ein Rohr 4o mit Hilfe eines Verbindungsstücks .4r verbunden
ist. Eine Leitung 4.2 ist ferner durch ein Rohr 43 mit der Austrittsseite .4.4 des
Gebläses verbunden. Schließlich ist eine Leitung .45 durch ein Rohr .46 mit der
Eintrittsseite des Gebläses verbunden, während eine Ableitung 47 zu der äußeren
Luft führt, so daß die Luft durch sie ausgelassen werden kann, wenn das Gebläse
als Ansaugvorrichtung arbeitet. Der Elektromotor wird durch Schließung einer normalerweise
offenen Schaltung in Gang gesetzt, die hier mit d8 bezeichnet ist. Das Ventil 37
und die Zuleitung 4.o werden vorn Arbeiter geschlossen, beispielsweise mit einem
zweistufigen Tritthebel 3z. Die erste Stufe dient zum Schließen der Schaltung, die
zweite zur Einstellung des Umstellventils 37.
-
Der Tritthebel ist mit dem Ventil 37 oder der Welle 38 durch eine
Stange 49 verbunden, die mit einem Arm 5o an der Welle 38 in Verbindung steht, und
zwar mit Hilfe einer Leerlaufverbindung 51. Zum Einschalten dient ein Arm
52, der bei 53 an dem Schaltungsgehäuse angelenkt und an einem Ende mit der
Stange .49 verbunden ist, während das andere Ende gegen den Druckknopf 54 drückt,
welcher die Schaltung schließt. Die Bewegung des Tritthebels erfolgt gegen die Wirkung
einer Feder 55. Normalerweise liegt das Ventil in der mit ausgezogenen Linien dargestellten
Stellung der Abb. 3. Beim Niederdrücken des Tritthebels in die erste gestrichelt
gezeichnete Stellung A wird die Schaltung 4.8 durch den Arm 52 geschlossen, während
das Ventil 37 von der Leerlaufverbindung 51 noch nicht bewegt wird.
-
Der erste Druck auf den Tritthebel 32 bewegt die Stange 33 in der
Weise, daß das Ventil 31 in der Luftleitung 30 geöffnet wird. Wenn nun das
Gebläse in Gang kommt, so saugt es Luft durch das Werkstück, durch die Kammern -2o
und 22, das Rohr 3o, das Rohr 4o, die Leitung 39 des Umstellv entils, dann durch
das Umstellventil auf der einen Seite des Kolbens, die Leitung 4.5 und das Rohr
d.6 zu der Einlaßseite des Gebläses, durch das Gebläse 29, das Rohr 43 und in die
Leitung 42 des Umstellventilgehäuses 36 zu der anderen Seite des Ventils 37 und
hinaus durch die Leitung 47 des Umstellventils. Eine weitere Bewegung des Tritthebels
in die zweite gestrichelt gezeichnete Stellung B verschiebt das Ventil 37 in die
gestrichelt gezeichnete Stellung der Abb. 3. Infolgedessen tritt Luft in die Leitung
47 des Gehäuses 36, durch das Gehäuse auf der unteren Seite des Ventils 37, durch
die Leitung 45, das Rohr 46 zu der Einlaßseite des Gebläses, durch das Gehäuse des
Gebläses 35, hinaus durch die Leitung .I3 zu der Leitung 42 des Umstellventils,
durch das Clinstellventil auf der oberen Seite des Ventils 37 durch die Leitung
39, die Rohre qo und 3o zu den Kammern z2 und 2o und hinaus durch das Werkstück
auf dem unteren Bock. Um die Luft anfänglich zu blasen, kann der Tritthebel aus
der Ausgangsstellung sogleich in die Stellung B bewegt werden, ohne daß in der Stellung
A verweilt wird, so daß eine Saugwirkung vor dem Blasen vermieden wird. Beim Loslassen
des Tritthebels führt die Feder 55 das Ventil 37 und gleichzeitig den Arm 5:2
in seine Ausgangsstellung zurück, so daß die Schaltung 48 geöffnet wird.
-
Ströme von Gebläseluft sind zum Trocknen von Kleidungsstücken wirksamer
und erwünschter als Ströme angesaugter Luft. Außerdem kann man mit Blasluft Druckstellen,
z. B. von Taschen, oder sonstige Druckstellen, die durch verschiedene Dicken des
Kleidungsstückes verursacht sind, entfernen; das Blasen bringt jedoch unter Umständen
das Kleidungsstück etwas aus der Form. Die der Blasluft folgenden Saugströme dienen
dazu, die Form des Kleidungsstückes wiederherzustellen. Durch anfängliches Saugen
kann man auch das Kleidungsstück richtig auf dem Bock anordnen, bevor der Kopf seine
Druckwirkung ausübt. Das Blasen und Saugen wird in üblicher Weise durchgeführt,
wenn der Kopf offen oder etwas geöffnet ist oder mit leichtem Druck aufliegt. Es
kann jedoch jederzeit ganz nach dem Willen des Arbeiters angewendet werden. Durch
das Blasen und Saugen wird die Polsterung in ihrem ursprünglichen und trocknen Zustande
erhalten. _ Bei dem Arbeiten mit der Maschine legt der Arbeiter das Kleidungsstück
auf den Bock und dämpft es, indem er den Tritthebel 26 niederdrückt. Die Dämpfung
kann erfolgen, wenn der Kopf geschlossen oder offen ist. Der Arbeiter kann dann
Luft durchblasen, um die Feuchtigkeit aus dem Kleidungsstück herauszutreiben, und
dann Luft ansaugen, um das Kleidungsstück wieder in die richtige Lage zu bringen,
hierauf den Kopf unter Druck setzen und das Blasen und Saugen wiederholen, wenn
das Bügeln beendet ist oder während des Bügelns. Unter Umständen
kann
die Luft auch durch das Kleidungsstück hinausgetrieben werden, bevor der Kopf unter
den Enddruck gesetzt wird, und hierauf das Kleidungsstück schwach gegen den Kopf
gedrückt werden, bevor der Kopf unter völligen Druck gesetzt wird.
-
Die Durchführung des Blasens und Saugens hängt in solchem Maße von
der Person eines geübten Arbeiters ab, daß es unmöglich ist, alle Wege zu beschreiben,
auf welchen ein bestimmtes Kleidungsstück bearbeitet werden kann. In den meisten
Fällen wird jedoch die Luft nach der ersten Pressung geblasen und gesaugt, um das
Kleidungsstück zu trocknen und in die richtige Lage zu bringen.