DE546740C - Verfahren zur Herstellung von Sekt und Obstschaumwein - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Sekt und Obstschaumwein

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DE546740C
DE546740C DEJ35126D DEJ0035126D DE546740C DE 546740 C DE546740 C DE 546740C DE J35126 D DEJ35126 D DE J35126D DE J0035126 D DEJ0035126 D DE J0035126D DE 546740 C DE546740 C DE 546740C
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sparkling wine
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    • C12BIOCHEMISTRY; BEER; SPIRITS; WINE; VINEGAR; MICROBIOLOGY; ENZYMOLOGY; MUTATION OR GENETIC ENGINEERING
    • C12GWINE; PREPARATION THEREOF; ALCOHOLIC BEVERAGES; PREPARATION OF ALCOHOLIC BEVERAGES NOT PROVIDED FOR IN SUBCLASSES C12C OR C12H
    • C12G1/00Preparation of wine or sparkling wine
    • C12G1/06Preparation of sparkling wine; Impregnation of wine with carbon dioxide

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Description

  • Verfahren zur Herstellung von Sekt und Obstschaumwein Gegenstand des Verfahrens ist rationelle Gestaltung der Herstellung von abgelagertem, haltbarem, durch Gärung erzeugtem Sekt, der bisher nur mit Hilfe des alten, französischen Flaschengärverfahrens rationell herstellbar war. Das Verfahren wird dadurch gekennzeichnet, daß die Sektkohlensäure, die bisher stets in einem durchlaufenden Gärprozeß erzeugt wurde, in zwei aufeinanderfolgenden, durch Gärpausen getrennten, selbständig durchgeführten Gärprozessen erzeugt wird, wobei die zur Erzeugung des Enddruckes 'nötige Zuckermenge in zwei Raten entsprechend den einzelnen Gärprozessen zugesetzt wird und der Reifeprozeß in eine der Gärpausen gelegt wird. Das Verfahren kann noch in hesonderer Weise abgeändert werden, in der Weise, daß ein nach Beendigung des letzten Gärprozesses verbleibender Zucker- oder Drucküberschuß durch Verschneiden mit Wein oder schäumendem Wein niederen Druckes auf das für die Konsumfähigkeit oder die Flaschenfestigkeit nötige Maß verringert wird.
  • Der Gedanke, die Herstellung von Schaumwein nach französischer Art dadurch zu vereinfachen und billiger zu gestalten, daß man die Gärung statt in Flaschen in großen Gefäßen ausführt und nach Klärung den mit Kohlensäure unter entsprechendem Druck gesättigten Wein in die Schaumweinflaschen abfüllt, in welche man vorher die nötige Menge Likör gebracht hat, ist schon sehr alt. Man kann in Holzfässern nicht den hohen Druck erzeugen, der von jedem Sekt mindestens erwartet wird. Da man aber Wein nicht in jedem beliebigen Gefäß aufbewahren kann, versuchte man Holzfässer oder andere für die Aufbewahrung von Wein geeignete Gefäße in eiserne Druckbehälter einzuschließen, wodurch es ermöglicht wurde, den gewünschten Druck im Sekt zu erlangen. Ein dem nach dem Flaschengärverfahren hergestellten Sekt ebenbürtiges Erzeugnis herzustellen, kann aber mit den bekannten Faßgärverfahren nicht gelingen. Die Güte der nach dem alten Verfahren hergestellten Sekte beruht darauf, daß einzig dieses Verfahren die Tatsache berücksichtigt, daß das Werden des Sektes ein natürlicher Prozeß ist, der äußerst langsam verläuft, der genau wie der Prozeß, durch welchen der flaschenfertige Wein sich entwickelt, nur in ganz beschränktem Maße abgekürzt werden kann, will man nicht die Güte des Endergebnisses gefährden, und das um so mehr, je höher die Qualität ist. Dieser langsam verlaufende Prozeß, der teils auf chemischen, teils .auf physiologischen Vorgängen beruht, ist in allen Einzelheiten noch nicht bekannt; man kann aber doch vier Hauptvorgänge unterscheiden: i. die Gärung, a. das Ausscheiden unlöslicher, den Wein trübender Bestandteile, 3. das Absterben der Hefen und q.. die Ausbildung des dem Sekt eigentümlichen Buketts. Indem nun bei der Flaschengärung der mit Zucker und Hefe versetzte Wein in fest verschlossener Flasche ein oder mehrere Jahre lagert, können diese chemischen und biologischen Prozesse sich in aller Ruhe abwickeln. Alle anderen bisher bekannt gewordenen Gärsektherstellungsverfahren berücksichtigen diese Tatsachen nicht. Sie wollen vielmehr die Herstellungskosten einzig dadurch verbilligen, daß sie die Dauer des Herstellungsprozesses möglichst abzukürzen suchen. Sie sehen sich aber, soweit es sich um Faßgärverfahren handelt, auch durch den Umstand dazu gezwungen, daß das Verfahren infolge der an die Gärbehälter zu stellenden Anforderungen zu kostspielig würde, wenn man die völlige Klärung des Scbaumweines durch Lagern in großen Gärgefäßen geschehen lassen wollte. Das vorliegende Verfahren sucht diesen Nachteil dadurch zu beseitigen, daß es die Sektkohlensäure, die bei allen bisher bekannten Verfahren in einem durchlaufenden Gärprozeß erzeugt wird, in zwei voneinander unabhängigen Gärprozessen, die durch eine Gärpause voneinander getrennt sind, erzeugt und die Gärpause benutzt, um dem Sekt die Möglichkeit zu geben, flaschenreif zu werden und sein Bukett auszubauen. Es gründet sich auf der Tatsache, daß das Ausscheiden der den Sekt trübenden unlöslichen Stoffe und die Ausbildung der Bukette Prozesse sind, deren Ablauf ganz unabhängig von dem Kohlensäuredruck ist, der im Sekt herrscht, daß man also zu dem gleichen Resultat gelangen muß, wenn man erst einen Sekt von niederem Kohlensäuredruck, der natürlich für den Konsum zunächst völlig unbrauchbar ist, erzeugt, diesen so lange lagern läßt, bis die genannten Prozesse abgeschlossen sind und dann in diesem nun schon flaschenreifen Niederdrucksekt durch einen erneut eingeleiteten Gärprozeß den für den Konsum nötigen Koh-Iensäuredruck erzeugt.
  • Auf " Grund dieses Erfindungsgedankens würde sich das Herstellungsverfahren ungefähr folgendermaßen gestalten: Wie bei jedem Gärverfahren wird der Rohwein, der aber nicht geschönt oder filtriert zu werden braucht, in großen Holzfässern mit Zucker vermischt und Hefe zugesetzt. Während aber bisher die zugesetzte Zuckermenge nach dem Druck berechnet wurde, der im fertigen Sekt herrschen sollte (bei q. bis 6 Atm. 21 bis 29g/1), werden jetzt nur etwa 6 bis 7 g/1 Zucker dem Rohwein beigemischt. Während sonst dieszr zubereitete Rohwein baldigst in die Druckgefäße (bei dem alten französischen Verfahren also in die Flasche, bei den Faßgärverfahren in das Druckgefäß) gefüllt wurde, bleibt hier der zubereitete Rohwein in den Holzfässern, die nur luftdicht verschlossen werden. Während bisher durch die Vergärung des Zuckers sich sofort der Enddruck entwickelte, erzeugt hier .die Vergärung des zugesetzten Zuckers nur .einen geringen überdruck von ungefähr o,5 bis o,7 Atm., den die großen Holzfässer gut auf die Dauer aushalten. Es bildet sich also in den Fässern ein unter Druck mit Kohlensäure gesättigter Wein, der im folgenden als Niederdrucksekt bezeichnet wird. Dieser bleibt nun so lange in, den Fässern, bis er flaschenreif geworden ist, d. h. bis alle unlöslichen Bestandteile ausgeschieden sind, so daß er, wenn er auf Flaschen gefüllt würde, nicht mehr nachtrübt. Während dieser Lagerzeit hat auch der zweite Prozeß seinen Abschluß gefunden; es hat sich das Sektbukett ausgebildet.
  • Der flaschenreife Niederdrucksekt wird nun ohne Kohlensäureverlust in :ein Druckfaß, das auf etwa 6 Atm. geeicht ist, abgefüllt. Es wird ihm erneut Zucker zugesetzt, .und zwar so viel, daß durch seine Vergärung der gewünschte Flaschendruck von 5 bis 6Atm. erreicht wird. Da der Niederdrucksekt aber schon mit einer bestimmten Menge Kohlensäure gesättigt ist, sind jetzt nur nöch etwa 20g/1 zuzugeben. Die Gärung muß natürlich wieder durch erneute Zugabe von Beinhefe eingeleitet werden. Während der Niederdr ucksekt sehr lange in den Holzfässern belassen wurde, bleibt -er in dem Druckfaß nur so lange, bis die Gärung abgeschlossen ist, was in 2 bis q. Wochen geschehen ist. Nach dieser Zeit wird die Hefe abgetötet, der Sekt geklärt und unter- Zusatz des nötigen Likörs wiederum ohne Kohlensäureverlust in die Flaschen abgefüllt, die, nachdem sie verkorkt sind, konsumfertig sind. 'Da durch die lange Lagerung des Niederdrucksektes alle unlöslichen Bestandteile ausgeschieden sind, durch die letzte Gärung keine neuen den Sekt trübenden Stoffe mehr gebildet wurden, die Hefe, die den Zucker des Likörs vergären könnte und dabei den Sekt erneut trüben würde, abgetötet ist, ist der derartig bereitete Sekt haltbar wie der durch langes Lagern auf der Flasche hergestellte Sekt.
  • Da aber bei der zweiten Gärung, wenn nur etwa 2o g/1 Zucker zugesetzt werden, für die Hefen sehr schlechte Lebensbedingungen herrschen, zumal durch das vorausgegangene lange Lagern viele Stoffe, die den Hefen als Nahrung dienen, aus dem Wein ausgeschieden sind, ist es, namentlich wenn @es darauf ankommt, diese Gärung etwas zu beschleunigen, günstiger, die zweite Gärung in einem Hochdruckbehälter, der auf etwa r o bis 12 Atm. geeicht ist, vor sich gehen zu lassen und dem Niederdrucksekt so viel Zucker zuzusetzen, daß in dem Sekt dieser hohe Druck entsteht. In diesem Falle müßte man etwa 5o g Zukker pro Liter zusetzen. Da aber die Flaschen einen solch hohen Druck nicht aushalten können, muß dieser Hochdrucksekt vor dem Abfüllen noch mit Wein oder am besten mit Niederdrucksekt verschnitten werden, bis der Flaschendruck erreicht ist. Herrscht im Niederdrucksekt ein Druck von o,5 Atm., im Hochdrucksekt ein solcher von i o Atm., so erhält man bei einem Verschnitt im Verhiltnis i : i einen Druck von 5 Atm.
  • Da man die Druckfässer mit Manometern und Ventilen versehen kann, kann man in allen Fällen mehr Zucker zusetzen als errechnet wurde und entweder den überschüssigen Kohlensäuredruck langsam entweichen lassen oder die Gärung unterbrechen, wenn der gewünschte Druck erreicht ist.
  • Vorteile des Verfahrens: A. Die Vorteile gegenüber dem alten französischen Flaschengärverfahren bestehen darin, daß es bei gleicher Leistung bedeutend billiger arbeitet, da es an Stelle der Einzelbehandlung der Flasche die Großbehandlung in Großgefäßen setzt, wodurch nicht nur eine Menge Arbeit, sondern vor allem viel Raum gespart wird.
  • B. Aber auch den bisher bekannt gewordenen Faßgärverfahren gegenüber bietet das vorliegende Verfahren die mannigfaltigsten 'Vorteile, insofern als es nicht nur billiger arbeitet als jedes andere Faßgärverfahren, das die Sektkohlensäure in einem durchlaufenden Gärprozeß erzeugt, sondern daß es die einzige Möglichkeit bietet, wesentlich billiger als das alte französische Verfahren abgelagerten Sekt herzustellen.
  • Die besondere Ausführungsform des Verfahrens, bei dem im letzten Gärprozeß ein höherer Kohlensäuredruck erzeugt wird, als er in der Flasche zu herrschen pflegt, bietet noch den besonderen Vorteil, daß man dann, da dieser Hochdrucksekt vor dem Einfüllen noch mit flaschenreifem Niederdrucksekt verschnitten wird, nur einen Teil zu klären und zu sterilisieren braucht, wodurch an Arbeit und Material gespart wird. Es sei besonders darauf hingewiesen, daß man dann die Sterilisation sehr einfach durch schweflige Säure ausführen kann, ohne befürchten zu müssen, daß der fertige Sekt zu große Mengen dieses Stoffes ,enthält.
  • Bekannt ist es, bei der Herstellung von Weißbier grünes Bier, welches noch genügend Extrakt und Hefe hat, um ein kohlensäurehaltiges Produkt zu liefern, in Lagerfässern einzufüllen, um durch die Hefe zunächst den vorhandenen Extrakt zu vergären und Kohlensäure im überschuß zu bilden. Es ist infolge dieses Verfahrens möglich geworden, das Bier vom Lagerfaß auf Transportfässer zu füllen, so daß es im Lagerfa-ß fertig vergoren ist.
  • Es liegen darin wohl Anklänge an das Verfahren nach vorliegender Erfindung, indessen kann dieses Verfahren zur Gewinnung von Sekt keine Anwendung finden.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRÜCHE i. Herstellungsverfahren für Sekt und Obstschaumwein, dadurch gekennzeichnet, daß die Sektkohlensäure in zwei aufeinanderfolgenden, durch Gärpausen getrennten, in verschiedenartigen Gärgefäßen selbständig durchgeführten Gärprozessen erzeugt wird, wobei die zur Erzeugung des Enddruckes nötige Zuckermenge in zwei Raten, entsprechend den einzelnen Gärprozessen, zugesetzt wird und der Reifeprozeß in eine der Gärpausen gelegt wird. z. Ausführungsform nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß nach Beendigung des Herstellungsprozesses stiller Wein oder ganz vergorener Sekt zugesetzt wird.
DEJ35126D 1928-08-04 1928-08-04 Verfahren zur Herstellung von Sekt und Obstschaumwein Expired DE546740C (de)

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Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
WO2004067694A1 (de) * 2003-01-31 2004-08-12 Sektkellerei Schloss Wachenheim Ag „doublesse“-verfahren zur herstellung von schaumwein
ITPC20120023A1 (it) * 2012-08-31 2014-03-01 Enzo Galetti Metodo per la produzione di vini bianchi frizzanti

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* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
WO2004067694A1 (de) * 2003-01-31 2004-08-12 Sektkellerei Schloss Wachenheim Ag „doublesse“-verfahren zur herstellung von schaumwein
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