DE545500C - Vorbehandlung der Cellulose fuer die UEberfuehrung in Cellulosederivate oder Celluloseloesungen - Google Patents

Vorbehandlung der Cellulose fuer die UEberfuehrung in Cellulosederivate oder Celluloseloesungen

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DE545500C DEL74508D DEL0074508D DE545500C DE 545500 C DE545500 C DE 545500C DE L74508 D DEL74508 D DE L74508D DE L0074508 D DEL0074508 D DE L0074508D DE 545500 C DE545500 C DE 545500C
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    • C08ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
    • C08BPOLYSACCHARIDES; DERIVATIVES THEREOF
    • C08B1/00Preparatory treatment of cellulose for making derivatives thereof, e.g. pre-treatment, pre-soaking, activation

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Description

  • Vorbehandlung der Cellulose für die Überführung in Cellulosederivate oder Celluloselösungen Vorliegende Erfindung beruht auf der Beobachtung, äaß Cellulosederivateund Celluloselösungen von wertvollen Eigenschaften erhalten werden, wenn man die Cellulosevorüberführung in das entsprechende Cellulosederivat oder vor ihrer Auflösung in einem Celluloselösungsmittel mit Alkali und Schwefelkohlenstoff derart behandelt, daß das gebildete Cellulosexanthogenat wenigstens teilweise in Wasser unlöslich ist. Verglichen -mit den Derivaten oder Lösungen von Cellulose, die nicht in dieser Weise vorbehandelt worden ist, haben die Derivate und Lösungen, die man erfindungsgemäß erhält, so.z. B. Viskose, Celluloseester oder -äther oder Lösungen von Cellulose in Kupferoxydammoniak, deutlich verbesserte Eigenschaften.
  • Der technische Fortschritt des vorliegenden Verfahrens gegenüber den von nichtvorbehandelter Cellulose ausgehenden findet bei der Viskose seinen Ausdruck unter anderem in einer beträchtlichen Erhöhung der Viskosität der Viskose bei gleichem -Cellulose-und Ätzalkaligehalt und ferner in einer Verbesserung der. Eigenschaften, insbesondere der Trocken- und Naßfestigkeit der aus der Viskose gewonnenen technischen Produkte, wie Kunstfäden, Kunststroh, Filme, Bänder, Platten, Appretur- und Überzugsschichten.
  • Die nach dem vorliegenden Verfahren hergestellten Cellulosenitrate unterscheiden sich von den aus nicht vorbehandelter Cellulose erzeugten vorteilhaft unter anderem dadurch, daß sie eine größere Stabilität und leichtere Löslichkeit aufweisen und daß -die- 'Farbe ihrer Lösungen heller ist. Außerdem geht die Nitrierung nach der Vorbehandlung der Cellülose gemäß vorliegendem Verfahren besser und -leichter vor sich, weil die vorbehandelte Cellulose eine größere Aufsaugfähigkeit -hat als die nichtvorbehandelte. Diese größere Saugfähigkeit bildet nicht nur bei der Nitrierung, sondern auch bei der -Herstellung aller anderen Celluloseabkömmlinge und der Celluloselösungen einen wesentlichen Vorteil.
  • Die Vorzüge des vorliegenden Vexfahrens bei - der Acetylierung bestehen darin, daß sie z. B> mit -Hilfe von Eisessig find Essigsäureanhy drid in. Gegenwart einer kleinen Menge Schwefelsäure leicht und glatt vor sich geht und daß das getrocknete Acetat eine sehr gute - Löslichkeit besitzt. Diese Vorzüge- des vorliegenden Verfahrens-treten. besonders deutlich beim] Holzzellstoff -zu Täge, von. dem ja bekannt ist, daß er, selbst wenn er mit Alkalilauge vorbehandelt wurde, sich mit Hilfe von Eisessig, Essigsäureanhydrid und einer kleinen Menge Schwefelsäure entweder gar nicht acetylieren läßt oder hierbei bestenfalls Acetate liefert, deren Löslichkeit (insbesondere in Aceton) sehr viel zu wünschen übrig läßt.
  • In ähnlicher Weise treten die Vorzüge des vorliegenden Verfahrens bei der Darstellung und den Eigenschaften anderer Celluloseester, z. B. der Celluloseformiate, Cellulosepropionate u. dgl., in Erscheinung.
  • Bei den Celluloseäthern geben sich die Vorzüge des vorliegenden Verfahrens dadurch kund, daß die Atherifizierung (z. B. Alkylierung oder Aralkylierung) leichter, gründlicher und restloser verläuft als bei nicht mit Alkali und Schwefelkohlenstoff vorbehandelter Cellulose, daß die Celluloseäther sich besser, farbloser und klarer lösen und daß sie zu biegsameren, geschmeidigeren und wärmebeständigeren Kunststoffen (z. B. Filmen, Kunstfäden und plastischen Massen) führen als die aus nichtvorbehandelter Gellulose dargestellten Celluloseäther.
  • Auch die Herstellung von Celluioselösungen nach dem Verfahren gemäß der Erfindung bietet Vorteile. So z. B. geht unter gleichen Bedingungen die Auflösung von Cellulose in Kupferoxydammoniak; die nach dem vorliegenden Verfahren mit Alkali und Schwefelkohlenstoff vorbehandelt ist, leichter und gleichmäßiger vor sich als bei nichtvorbehandelter Cellulose, und die Festigkeiten der aus den nach dem vorliegenden Verfahren hergestellten Lösungen gewonnenen Produkte (z. B. Kunstfäden) sind höher als diejenigen der in gleicher Weise aus nichtvorbehandelter Cellulose erzeugten.
  • Dasselbe gilt von den Lösungen der Cellulose in .anderen Lösungsmitteln, z. B. in Alkalilauge bei tiefen Temperaturen. -oder in Alkalilauge in Gegenwart von Ammoniakderivaten der geschwefelten oder nichtgeschwefelten Kohlensäure oder in starken Basen, z. B. quaternären Basen oder Guanidin, für sich oder im .Gemisch mit Alkali.
  • Worauf diese zum Teil bei der Darstellung, zum Teil in den Eigenschaften der Endprodukte in Erscheinung tretende Verbesserung zurückzuführen ist, steht noch nicht fest.
  • Es ist gewiß, daß Cellulose bei der Behandlung gemäß der Erfindung, mit Alkalilauge und Schwefelkohlenstoff insbesonders mit einem Gemisch beider) einen Grad der Quellung erreicht, der höher ist als bei jeder bisher bekannten Vorbehandlung. Da nun die Absorptionskraft und Reaktionsfähigkeit der Cellulose mit dem Grad der Quellung steigt (s. z. B. H e u s e r; Lehrbuch der Cellu-Iosechemie, Berlin 1927, S. 25), so ist es leicht zu verstehen, daß die Vorbehandlung gemäß der Erfindung für die synthetischen Verfahren, welche die Erfindung betrifft, sehr günstig ist. Dazu kommt, daß während der Xanthatreaktion eine durchgreifende Veränderung der Cellulose (Verkleinerung der Mizellen) stattfindet (s. z. B. H e u s e r, Lehrbuch; der Cellulosechemie, Berlin 1927, S. 1o2), eine Veränderung, die sich in einer weiteren Steigerung der Reaktionsfähigkeit der Cellulose sowie ihrer Eignung für das vorliegende Verfahren äußert. Soweit man jetzt schon in die Vorgänge Einblick hat, scheint es ferner, daß die Vorbehandlung der Cellulose mit Alkali und Schwefelkohlenstoff nicht nur die (3- und Y-Cellulose (Hemicellulose) entfernt, welche die Cellulose begleiten und der Herstellung von Cellulosederivaten abträglich sind, und zwar gründlicher entfernt als Alkalilauge allein, sondern auch einen kleinen Anteil der a-Cellulose beseitigt, der, obwohl in Alkalilauge unlöslich, sich bei der Herstellung von Celluloseabkömmlingen in ungünstigem Sinne bemerkbar macht.
  • Die Vorbehandlung der Cellulose mit Alkali und Schwefelkohlenstoff zum Zwecke, Cellulosexanthogenate zu liefern, die wenigstens teilweise in Wasser unlöslich sind, kann in folgender Weise durchgeführt werden. Man kann z. B. die Alkalicellulose mittels etwa 9 bis i o % (auf Na O H gerechnet) Natronlauge bereiten, deren Stärke nicht ausreicht, um den Hauptteil der Cellulose in Xanthogenat zu verwandeln, das in Wasser löslich ist.
  • Es ist besonders vorteilhaft für die Zwecke der Erfindung, die Cellulose mit Schwefelkohlenstoff in Gegenwart einer solchen Menge Natronlauge zu behandeln, welche die Menge übersteigt, die bei der Xanthogenatreaktion in der Viskosetechnik üblich ist, wo bekanntlich die _Alkalicellulose, die der Einwirkung des Schwefelkohlenstoffs ausgesetzt wird, für gewöhnlich ungefähr 2 Teile Natronlauge auf i Teil Cellulose beträgt, aber in der Regel nicht mehr als 3 Teile Natronlauge auf i Teil Cellulose. Zu diesem Zwecke kann die Cellulose mit Gemischen wie z. B. Emulsionen von Schwefelkohlenstoff und Alkalilauge unter Bedingungen behandelt werden, wie sie für das gewünschte Ergebnis geeignet sind. Man arbeitet z. B. in der Weise, daß man entweder eine bei der Viskoseherstellung übliche oder selbst größere Schwefelkohlenstoffmenge verwendet, aber die Reaktionsdauer des Schwefelkohlenstoffs und Alkalis kurz wählt (z. B. 1 bis 2 oder 21/2 Stunden bei Verwendung eines Gemisches von Alkalilauge mit 3o % Schwefelkohlenstoff auf das Cellulosegewicht gerechnet), oder daß man eine kleine Schwefelkohlenstoffmenge (z. B. io bis 15 % des Cellulosegewichtes) zur Anwendung bringt, oder daß man die Stärke der Alkalilauge recht niedrig (z. B. 5- bis 8- oder ioo/'oige Natronlauge) nimmt. Statt die Cellulose mit einem Gemisch oder einer Emulsion von Schwefelkohlenstoff und Alkalilauge zu vermischen, kann man auch so vorgehen, daß man die Cellulose mit Schwefelkohlenstoff tränkt und dann, gegebenenfalls nach Entfernung des Schwefelkohlenstoffüberschusses durch Abpressen oder Abschleudern, in Berührung mit der Alkalilauge bringt. Der umgekehrte Vorgang ist auch möglich, und zwar kann die Cellulose erst mit Alkalilauge gemischt und der Schwefelkohlenstoff hierauf in das Gemisch eingeführt werden.
  • Der Behandlung kann trockene oder lufttrockene oder auch feuchte bzw. nasse Cellulose unterzogen werden; letztere, indem man in dem die Cellulose begleitenden Wasger die gewünschte Menge Alkali auflöst und dann nach einer der vorstehend gekennzeichneten Methoden vorgeht. Auf diese Weise ist es unter Umständen möglich, die Vorbehandlung in die Herstellung der Celiulose fabrikatorisch einzureihen.
  • Soweit es sich um Cellulosederivate handelt, deren Bildungsweise die Anwesenheit von Alkali nicht zuläßt (z. B. Cellulosenitrate oder Cellul.oseacetate oder Celluloseformiate), muß die mit Schwefelkohlenstoff und Alkalilauge vorbehandelte Cellulose durch Waschen oder Dialyse oder Osmose o. dgl. vom Alkali befreit werden.
  • Sofern jedoch vorbehandelte Cellulose für die Herstellung von Celluloseabkömmlingen oder Celluloselösungen in Betracht kommt, deren Bildungsweise die Gegenwart von Alkali gestattet oder sogar erfordert (z. B. Viskose oder Celluloseäther oderKupferoxydammoniakcellulose), kann die Waschung unter Umständen ganz ausbleiben oder unterbrochen werden, sobald das Behandlungsprodukt die gewünschte Alkalimenge enthält. Aber auch hier verhält sich das gewaschene Produkt günstiger als das nicht oder unvollständig unter teilweiser Entfernung des anwesenden Alkalis gewaschene.
  • Die Waschung des vorbehandelten Materials kann entweder mit Wasser oder, um in bezug auf Alkaliverbrauch möglichst wirtschaftlich vorzugehen, vorerst mit verdünnter Alkalilauge und dann mit Wasser vorgenommen werden. Im letzteren Falle kann man auch verdünnte Alkahlaugen von absteigenden Konzentrationen verwenden und die Waschung im Gegenstrome durchführen.
  • Wenn gewünscht, kann der Waschung Neutralisation oder selbst Ansäuern des Reaktionsgemisches vorangehen. So vorbehandelte Cellulose zeigt noch immer deutliche Vorteile gegenüber nicht mit Alkali und Schwefelkohlenstoff vorbehandelter; die unmittelbar, d. h. ohne vorheriges Ansäuern oder Neutralisieren, gewaschene ist ihr jedoch in mancher Hinsicht überlegen.
  • Die Cberführung der in vorstehend geschilderter Weise vorbehandelten Cellulose in Cellulosederiv ate oder Celluloselösungen geschieht nach irgendeinem der bekannten Verfahren.
  • Die folgenden Beispiele veranschaulichen, wie die Erfindung in der Praxis ausgeführt werden kann; doch ist die Erfindung an diese Beispiele nicht gebunden. Beispiel i Zoo Gewichtsteile Sulfitzellstoff (Qualität wie in der Viskosefabrikation üblich, Wassergehalt 7,5 bis 9 %) oder Linters (Wassergehalt 6,5 bis ? %) werden mit 40oo Gewichtsteilen i8o/oiger Natronlauge von 15° bis zur Gleichmäßigkeit angerührt, was etwa Stunde erfordert. Die Temperatur steigt hierbei auf 16°. Dann werden 6o Gewichtsteile Schwefelkohlenstoff zugesetzt, gut eingerührt und das Reaktionsgemisch, gegebenenfalls unter Rühren oder Bewegen, i Stunde bei Zimmertemperatur gehalten. Dann wird die Masse mit viel Wasser von etwa 2o bis 25° versetzt, in eine geeignete Filtriervorrichtung (z. B. Koliertuch oder Filterpresse) gebracht, mit 'V@'asser alkalifrei gewaschen, ausgepreßt, aufgelockert oder zerkleinert und bei etwa 5o° getrocknet.
  • Das Endgewicht beträgt im Falle Sulfitzellstoff: 13o bis i5o Gewichtsteile (je nach der Qualität des Zellstoffes) und im Falle Linters: 17o bis i8o Gewichtsteile. Der Wassergehalt des getrockneten Endproduktes beträgt 4 bis 5,5 %.
  • Das getrocknete Produkt wird nun nach irgendeinem bekannten Verfahren auf Viskose oder Celluloseacetat oder Cellulosenitrat oder Celluloseformiat oder Äthylcellulose oder Benzylcellulose oder auf eine Lösung von Cellulose in Kupferoxydammoniak oder in einem Gemisch von Natronlailge mit Harnstoff oder Thioharnstoff oder Guanidin verarbeitet.
  • Beispiel 2 Arbeitsweise wie im Beispiel i, jedoch mit. dem Unterschiede, daß die Reaktionsmasse vor der Waschung von dem größeren Teil der Mutterlauge durch Pressen oder Abschleudern oder Abfiltrieren oder Abfiltrieren und Pressen befreit und der Rückstand erst dann gewaschen wird.
  • Beispiel 3 Arbeitsweise wie im Beispiel i oder 2, jedoch mit der Abweichung, daß die Behandlang der Cellulose" finit dem Gemisch von Schwefelkohlenstoff und Alkalilauge 2 Stunden dauert.
  • Die Endgewichte der getrockneten Produkte sind ungefähr die gleichen wie im Beispiel i. Beispiel q. Arbeitsweise wie in einem der vorangehenden Beispiele, jedoch mit dem Unterschiede, daß dem Waschen der Reaktionsmasse mit Wasser eine Behandlung mit 5 %iger Natronlauge bei Zimmertemperatur vorangeht, was am besten durch Einbringen der Masse in 5 %ige Natronlauge und Abfiltrieren der Natronlauge oder durch Durchschicken 5 %iger Natronlauge durch die Masse (z. B. in einer Filterpresse) geschieht. Die Behandlung mit verdünnter Lauge kann auch wiederholt werden. Beispiel 5 Arbeitsweise wie im Beispiel i oder 2 oder 3, jedoch mit dem Unterschiede, daß die Reaktionsmasse vor dem Waschen durch Behandlung mit io%iger Schwefelsäure sauer gemacht und dann mit Wasser schwefelsäurefrei gewaschen wird.
  • In diesem Falle ist das Gewicht des getrockneten Produktes erheblich höher als in den vorangehenden Beispielen. Im Falle des im ersten Beispiel verwendeten Holzzellstoffes beträgt es z. B. 165 bis 178 Gewichtsteile. Beispiel 6 Arbeitsweise wie in einem der vorangehenden Beispiele; jedoch mit dem Unterschiede, daß an Stelle der 18 o/aigen nur eine 9- bis io%ige Natronlauge zur Verwendung gelangt. Beispiel ? Arbeitsweise wie in einem der vorangehenden Beispiele, mit der Abweichung, daß nur 2o bis So Gewichtsteile Schwefelkohlenstoff zur Anwendung gelangen. Beispiel 8 Arbeitsweise wie im. Beispiel ?, jedoch mit dem Unterschiede, daß die Reaktionsdauer zwischen Cellulose, Schwefelkohlenstoff und AlkaMauge auf ¢ bis 6 Stunden verlängert wird.
  • Beispiel 9 Arbeitsweise wie 11n Beispiel i, jedoch mit dem Unterschiede, daß die Reaktionsmasse nicht gewaschen, sondern auf das. Dreifache des -angevöendeten Cellülosegewichtes abgepreßt,. aufgelockert. bzw. zerkleinert und gleich hinterher mit 8o Gewichtsteilen Schwefelkohlenstoff bei Zimmertemperatur 6 bis 8 Stunden sulfidiert und durch Zusatz von Wasser oder Natronlauge in bekannter Weise zu Viskose gelöst wird. Beispiel io Arbeitsweise wie in einem- der vorangehenden Beispiele; jedoch mit dem Unterschiede, daß statt 18%iger Natronlauge bloß io%ige Natronlauge zur Verwendung gelangt. Beispiel ii Zoo Gewichtsteile Holzzellstoff (Qualität wie in der Viskosetechnik üblich, Wassergehalt 7,5 -bis 9%) werden mit 400o Gewichtsteilen 9%iger Natronlauge von 15° in üblicher Weise getränkt und 3 Stunden bei Zimmertemperatur stehengelassen.
  • Dann wird die Masse auf 6oo Gewichtsteile abgepreßt und der Preßrückstand 3 Stunden bei i i bis 14' zerfasert. Sofort nach der Zerfaserung wird die Alkalicellicellulose mit 8o Gewichtsteilen Schwefelkohlenstoff versetzt und damit 3o Minuten in bekannter Weise behandelt. Anfangstemperatur beim Sulfidieren 15°, Endtemperatur 21°. Dann wird der überschüssige Schwefelkohlenstoff durch Abblasen entfernt-und-das Produkt mit viel Wasser von io bis 25° versetzt, in eine Filtriervorrichtung (z. B: auf ein Koliertuch oder in eine Filterpresse) gebracht und mit Wasser gründlichst ausgewaschen. Dann wird die Masse abgepreßt, aufgelockert und bei 6o bis 70° getrocknet.
  • Das Gewicht des gewonnenen Produktes beträgt 1.¢0 bis - i 5o Gewichtsteile, Wassergehalt 7,2 0/a.
  • Das getrocknete Produkt wird nun nach irgendeinem bekannten Verfahren auf Viskose oder Celluloseacetat oder Cellulosenitrat oder Celluloseformiat oder Äthylcellulose oder auf eine Lösung von Cellulose in Kupferoxydammoniak oder in einem Gemisch von Natronlauge mit Harnstoff oder Thioharnstoff oder Guanidin verarbeitet. Beispiel 1.2 Arbeitsweise wie im Beispielii,. jedoch mit dem Unterschiede, daß statt 8o Gewichtsteile Schwefelkohlenstoff nur 3o Gewichtsteile Schwefelkohlenstoff zur Verwendung gelängen.
  • Beispi.el,i3... Arbeitsweise wie- im Beispiel i i, jedoch mit dem Unterschiede, daß bloß 2o Gewichtsteile Schwefelkohlenstoff zur Verwendung- gerangen, die Behandlungsdauer der Alkalicellulose mit Schwefelkohlenstoff jedoch auf .Stunden verlängert wird.
  • Beispiel 14 Arbeitsweise wie im Beispiel i i bis 13, jedoch mit dem Unterschiede, daß die Reaktionsmasse vor dem Waschen durch Behandlung mit iooioiger Schwefelsäure sauer gemacht und dann schwefelsäurefrei gewaschen wird.

Claims (12)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Vorbehandlung der Cellulose für die Überführung in Cellulosederivate oder Celluloselösungen, dadurch gekennzeichnet, daß man CeIlulose vorerst mit Schwefelkohlenstoff in Gegenhart von Alkali so behandelt, daß das so hergestellte Cellulosexanthogenat wenigstens zum Teil. in Wasser unlöslich ist und daß man dann die aus dem Xanthogenat regenerierte Cellulose in ein Cellulosederivat, z. B. Viskose, Cellulosenitrat, einen Fettsäureester wie Celluloseacetat, Celluloseformiat oder einen Celluloseäther- überführt oder in einem Celluloselösungsmittel, z. B. Kupferoxydammoniak, auflöst.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß man zur Vorbehandlung der Cellulose eine Mischung von Schwefelkohlenstoff mit Alkalilauge, z. B. eine Emulsion von Schwefelkohlenstoff in Alkalilauge, verwendet.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß man zur Vorbehandlung die Cellulose zuerst in Alkalicellulose überführt und diese mit Schwefelkohlenstoff behandelt.
  4. 4. Verfahren nach einem der Ansprüche i bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß man auf AlkaliceUulose eine Schwefelkohlenstoffmenge einwirken läßt, die bei den angewendeten Sulfidierbedingungen ausreicht, die Hauptmasse der Cellulose in wasserlösliches Cellulosexanthogenat überzuführen, daß man jedoch die Dauer der Einwirkung des Schwefelkohlenstoffs so weit abkürzt, daß das Xanthogenat wenigstens zum Teil in Wasser unlöslich ist.
  5. 5. Verfahren nach Anspruch 2 oder ¢, dadurch gekennzeichnet, daß die Dauer der Behandlung nicht wesentlich länger als 2 bis 21/2 Stunden beträgt.
  6. 6. Verfahren nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß man dem Schwefelkohlenstoff nicht wesentlich länger als 1/2 bis 8/4 Stunde erlaubt, auf die Alkalicellulose einzuwirken.
  7. 7. Verfahren nach Anspruch i bis 3, 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß man bei der Vorbehandlung weniger Schwefelkohlenstoff verwendet, als zur Überführung der Hauptmasse der Cellulose in wasserlösliches Cellulosexanthogenat erforderlich ist. B.
  8. Verfahren nach Anspruch i bis 3 oder 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß man bei der Vorbehandlung nicht mehr als i5 Teile Schwefelkohlenstoff auf ioo Teile Ausgangscellulose verwendet. g.
  9. Verfahren nach einem der Ansprüche i, 2, 4 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß man zur Vorbehandlung eine Alkalilauge verwendet, deren Alkaligehalt 8 bis io % (als Na O H gerechnet) nicht wesentlich übersteigt. io.
  10. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß man das sich aus der Vorbehandlung der Cellulose mit Alkalila.uge und Schwefelkohlenstoff ergebende Produkt vor Überführung in ein Cellulosederivat oder vor Auflösung wäscht. i i.
  11. Verfahren nach Anspruch i oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß man das sich aus der Vorbehandlung der Cellulose mit Alkalilauge und Schwefelkohlenstoff ergebende Produkt vor Überführung in ein Cellulosederivat oder vor Auflösung mit verdünnter Alkalilauge behandelt und dann wäscht.
  12. 12. Verfahren nach Anspruch io oder i i, dadurch gekennzeichnet, daß man das ausgewaschene Produkt vor Überführung in ein Cellulosederivat oder vor Auflösung trocknet.
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