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Rohrpost-Empfänger Die Erfindung betrifft eine Rohrpostanlage für
Wendebetrieb zum Befördern schwerer Gegenstände.
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Es sind Rohrpostanlagen bekannt, mit denen besonders in Stahl- und
Walzwerken z. B. Werkstoffproben befördert werden, jedoch hat sich bei diesen Einrichtungen
herausgestellt, daß beim Ausschleusen der schwer beladenen Büchsen die Ausschleuseinrichtungen
sowohl als auch die Büchsen selbst einem großen Verschleiß unterworfen sind, wodurch
oft auch Betriebsstörungen eintreten. Dieser Verschleiß und diese Störungen entstehen
meist dadurch, daß die Büchsen beim Ausschleusen mechanisch auf die angesaugte Verschlußklappe
unmittelbar oder auf Hebel aufschlagen; wenn auch hierbei die Luft von der Büchse
mechanisch beim Eintreffen in der Endstelle abgestellt wird, so wird die Büchsengeschwindigkeit
dadurch nicht vermindert, so daß die von ihr bewegten Einrichtungen leicht verschleißen
und unbrauchbar werden.
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Nach der Erfindung wird die Verschlußklappe der Hauptstelle allein
durch Tauchmagnete völlig geöffnet und geschlossen. Dadurch wird erreicht, daß die
Büchsen ohne Aufschlag gegen die Klappe ausschleusen können, da der Stromkreis der
Tauchmagnete schon vor dem Eintreffen der Büchse bei der Hauptstelle unterbrochen
wird, gleichzeitig wird auch hierbei durch einen Elektromagneten die Luft abgestellt,
so daß die Büchsen ohne Antrieb und ohne Aufschlag aus dem geöffneten Empfänger
ausschleusen können. Die Zeichnungen zeigen ein Ausführungsbeispiel.
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Nach Fig. r und 2 sind an dem Empfänger das Fahrrohr b und das Luftrohr
c angeschlossen. Die Verschlußklappe d ist über der Ausschleusöffnung in der Achse
dl für sich drehbar gelagert, ferner ist mit derselben Achse auch der Verschlußbügel
c über der Verschlußklappe d starr verbunden, aber mit der Achse drehbar; dieser
Verschlußbügel bzw. die Achse dl werden von dem Steuerarm f gesteuert. Unter dem
Ausschleuskopf sind die beiden Tauchmagnetem mit je einem frei schwingenden Anker
ml angeordnet, welche die mit Gelenken versehenen Zugarme nag bzw. die Steuerarme
f beim Speisen der Magnete verstellen. Von den beiden Spiralfedern f'- werden
im Ruhestand die Anker m' aus den Tauchmagneten gehoben, und der Verschlußbügel
e stellt sich in fast waagerechte Lage zum Fahrrohr, ebenso die frei schwingende
Verschlußklappe d, auf welche eine auf der Achse befindliche Spiralfeder wirkt.
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Die Anordnung der frei schwingenden Verschlußklappe und des darüber
schwingenden Verschlußbügels, welcher die Verschlußklappe in der Mitte und in ihrer
ganzen Breite während des Betriebes anpreßt, ist hierbei für die gute Abdichtung
von erhöhter Bedeutung.
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In dem Luftrohr c befindet sich eine von dem Magneten cl- gesteuerte
Drosselklappe c2.
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Mit g ist der gebogene Leerlauf bezeichnet, worin die Büchsen ankommen.
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Wird auf einer Nebenstelle eine Büchse zur
Beförderung
nach der Hauptstelle eingeladen, so werden durch Druck auf einen Knopf die beiden
Magnete ?n auf der Hauptstelle gespeist, und die Verschlußklappe d wird durch den
Verschlußbügel e von dem Magnetanker ml geschlossen, von der Druckknopfsteuerung
wird gleichzeitig ein Wendeschütz für die Einschaltung der Betriebsmaschine gespeist
und ferner ein Magnet cl, durch den eine Drosselklappe c2 im Luftrohr geöffnet wird.
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Von der mit Saugluft nach der Hauptstelle beförderten Büchse wird
in bekannter Weise im Fahrrohr vor der Hauptstelle ein Kontakt geöffnet, womit die
Stromkreise für die Ausschaltung des Motors und der Zuhaltemagnete sowie der Drosselklappe
im Luftrohr geöffnet werden, bevor die Büchse die Endstelle erreicht hat.
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Da nach der Abstellung der Saugluft immer noch eine gewisse Zeitlang
ein Unterdruck im Fahrrohr und Luftrohr bestehen bleibt, durch den die Verschlußklappe
am Empfänger auch nach der Ausschaltung der Magnete noch festgehalten wird, kann
es vorkommen, daß die schwere ankommende Büchse die angesaugte Verschlußklappe aufschlagen
muß, wodurch Beschädigungen der Klappe und ihrer Einrichtungen entstehen können;
wird jedoch die Drosselklappe im Luftrohr selbsttätig geschlossen, bevor die Büchse
angekommen ist, so öffnet sich die Verschlußklappe sofort, und die Büchse gelangt
ohne Aufschlag aus dem offenen Empfänger. Wenn von der Hauptstelle eine Büchse mit
Druckluft befördert werden soll, so ist nach dem Einladen der Büchse ebenfalls nur
ein Knopf zu drücken, wodurch die Klappe des Gerätes auf der Hauptstelle magnetisch
selbsttätig geschlossen, die Drosselklappe im Luftrohr geöffnet und die Betriebsmaschine
eingeschaltet werden; die Abstellung erfolgt nach Ankunft der Büchse selbsttätig
in der vorher beschriebenen Weise.
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Für jede Drehrichtung des Motors ist je ein Wendeschütz mit Verriegelung
in bekannter Weise vorgesehen, so daß der Motor stets nur von einer Stelle für die
betreffende Drehrichtung eingeschaltet werden kann.
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Die hier beschriebene Anordnung kann auch für reinen Druckluftbetrieb
von jeder Endstelle aus zur Verwendung kommen, wobei durch die Druckknopfsteuerung
die Apparatklappe der Sendestelle, wie vorher beschrieben, selbsttätig geschlossen
wird, die Klappe der Empfangsstelle bleibt hierbei offen, und die Drosselklappe
im Luftrohr fällt fort.