DE538184C - Verfahren zur Klaerung und Entfaerbung von Zuckersaeften - Google Patents

Verfahren zur Klaerung und Entfaerbung von Zuckersaeften

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DE538184C
DE538184C DEH123346D DEH0123346D DE538184C DE 538184 C DE538184 C DE 538184C DE H123346 D DEH123346 D DE H123346D DE H0123346 D DEH0123346 D DE H0123346D DE 538184 C DE538184 C DE 538184C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C13SUGAR INDUSTRY
    • C13BPRODUCTION OF SUCROSE; APPARATUS SPECIALLY ADAPTED THEREFOR
    • C13B20/00Purification of sugar juices
    • C13B20/12Purification of sugar juices using adsorption agents, e.g. active carbon
    • C13B20/123Inorganic agents, e.g. active carbon

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Inorganic Chemistry (AREA)
  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Biochemistry (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Solid-Sorbent Or Filter-Aiding Compositions (AREA)
  • Treatment Of Liquids With Adsorbents In General (AREA)

Description

  • Verfahren zur Klärung und Entfärbung von Zuckersäften In der Zuckerindustrie spielt die Klärung und Entfärbung von Zuckerlösungen in den verschiedensten Stufen der Fabrikation eine große Rolle. Als zu behandelnde Säfte kommen sowohl der Dünnsaft und der Dicksaft in der Ro.hrzuckerfabrikation als auch die Lösungen, die bei der Raffination anfallen, und die Lösungen der sogenannten :Nachprodukte in Betracht. Bei der Klärung des Dünnsaftes z. B. wendet man das Verfahren der sogenannten Scheidung vorzugsweise unter Verwendung von Kalk an. Bei der darauffolrenden Saturation mit Kohlensäure fällt Calciumcarbonat aus, das sowohl verunreinigende kolloide Steffe mit sich reißt wie auch bis zu einem gewissen Grad färbende Stoffe adsorbieren kann. Es ist bereits bekannt, die entfärbende Wirkung, die bei der Saturation zu erzielen ist, dadurch zu verbessern. daß man an Stelle von Kohlensäure teilweise schweflige Säure benutzt, die in bekannter Weise bleichend wirkt, die Kolloidstofle niederschlägt und die Lösungen leichter filtrierbar macht. Ebenso behandelt man Dicksaft oder zu raffinierende Zuckerlösungen zu diesem Zweck mit schwefliger Säure.
  • Mit demAufkommen derAktivkohle wurde die Verwendung von Filter- und Entfärbungskohlen über die ursprüngliche Anwendung der Knochenkohle in der Raffination hinausgedehnt; Filter- und Entfärbungskohlen werden jetzt häufig mit gutem Erfolg zur Entfärbung von Dünnsäften und Dicksäften und bei der Behandlung von Raffinationssäften benutzt. Dieser Entfärbung folgt dann meistens eine Klärung durch Einleiten von schwefliger Säure.
  • Man hat zur Entfärbung von Zuckerlösungen schon mit schwefliger Säure imprägnierte Knochenkohle vorgeschlagen. Diese konnte aber nicht befriedigen, da wohl eine äußerliche .Entfärbung eintritt, aber eine wirkliche Reinigung nicht erzielt wird, da das Calciumphosphat der Knochenkohle z. T. in Lösung geht und den Salzgehalt der Zuckerlösung in unerwünschter Weise vermehrt.
  • Wir haben nun gefunden, daß man die Anwendung von schwefliger Säure bei der Nachsaturation, Entfärbung und Klärung von Zuckerlösungen mit besonderem Erfolge mit der gleichzeitigen Einwirkung von Filter-oder Entfärbungskohlen verbinden kann, wenn man Kohlen zur Anwendung bringt, die so weit mit Schwefeldioxyd beladen sind, daß sich bei der Verwendung dieser Kohle die nachträgliche Behandlung mit schwefliger Säure erübrigt.
  • Es wurde schon die Behandlung von Ölen und Fetten mit aktiverKohle, die mit schwefliger Säure beladen war, beschrieben, doch hat in diesem Falle die schweflige Säure keine Möglichkeit, in Form ihrer Ionen die Klärung günstig zu beeinflussen nie Finstellung einer geeigneten Wasserstoffionenkonzentration, wie sie zur guten Klärung von Zuckersäften notwendig ist, spielt bei der Reinigung von Fetten und ölen keine Rolle. Der von uns erkannte günstige Effekt war hiernach nicht zu erwarten, zumal die unbefriedigenden Resultate mit Knochenkohle und Schwefeldioxyd einen Erfolg mit aktiver Kohle sehr fraglich erscheinen ließen.
  • Zur Ausführung der Klärung kann man z. B. so verfahren, daß man die Säfte durch Filter durchleitet, die mit einer mit Schwefeldioxyd beladenen Kohle gefüllt sind. Durch die Höhe der Filterschicht kann man die Berührungsdauer der Lösungen mit der Filterkohle beliebig variieren. Bei reichlicher Anwendung wird sich immer ein vollständig geklärter Saft ergeben. Man kann aber auch so verfahren, daß die Lösungen mit der Kohle angerührt werden und durch eine gewöhnliche Filterpresse filtriert werden.
  • Abgesehen von der besonders günstigen Wirkung, die bei kombinierter .Anwendung von Kohle und schwefliger Säure erzielt wird, fällt im praktischen Betrieb die gleichzeitige Vereinfachung des Reinigungsvorganges sehr ins Gewicht, die gestattet, zwei sonst getrennt ausgeführte Maßnahmen zu einer zu vereinigen und insbesondere das unbequeme Einleiten der gasförmigen schwefligen Säure in die Säfte zu vermeiden.
  • Um die Vorteile des beschriebenen Verfahrens zu erzielen, ist es gleichgültig, ob die Kohle bereits am Herstellungsort mit der nötigen Menge schwefliger Säure beladen wird oder ob man es vorzieht, diese Beladung kurz vor der Verwendung der Kohle zur Reinigung vorzunehmen. Auch im letzteren Fall ist die Vereinfachung, die in der Behandlung einer kleinen Menge Kohle an Stelle einer großen Menge Flüssigkeit liegt, noch als wesentlich zu betrachten. Auch kann die mit größeren Mengen schwefliger -Säure beladene Kohle in gewöhnlichen Gefäßen gelagert werden. da die adsorbierte schweflige Säure einen nur ganz geringfügigen Druck aufweist. Ferner ist es möglich, an Stelle des konzentrierten flüssigen Schwefeldioxyds, wie es die Zuckerfabriken bei der jetztigen Verwendung vorziehen, das z: B. durch Abrösten. von Schwefelkies an der Luft erhaltene Gas zur Beladung der Kohle zu verwenden, da die Kohle auch bereits aus solchen Röstgasen hinreichend große Mengen von Schwefeldioxyd aufnehmen kann.
  • Ein weiterer Vorteil des Verfahrens der vorliegenden Erfindung ist der Umstand, daß infolge der langsamen Abgabe von schwefliger Säure ihre Wirkung auf die zu entfärbenden Zuckerlösungen leicht regelbar ist. Die S02 Konzentration wird niemals so hoch, daß ein auch nur vorübergehendes Sauerwerden des Saftes zu befürchten ist. Durch die über einen längeren Zeitraum verteilte Wirkung kleiner Mengen von schwefliger Säure wird ein besserer Erfolg erzielt als durch dieAnwendung der gesamtenMenge auf einmal, wie das beim direkten Einführen gasförmiger schwefliger Säure der Fall ist.
  • Man kann das vorstehend beschriebene Verfahren zweckmäßig auch so ausüben, daß man eine mehr für Filter- und Klärzwecke geeignete. billige Kohle, die nur wenig aktiviert worden ist, mit einer besonders für die Gasadsorption geeigneten und in entsprechender Stärke mit Schwefeldioxyd beladenen Kohle gleichzeitig zur Anwendung bringt. Es hat sich gezeigt, daß auch eine stark mit SO, beladene Kohle die Zuckerlösungen gut entfärbt, d. h. daß die Beladung mit Gas die Adsorption von andern Stoffen keinesfalls beeinträchtigt. Indem man so der Filterkohle die erste Klärung, Entschleimung usw. überläßt, kommt man mit geringen Mengen der besonders zur vollständigen Entfärbung geeigneten, hochwirksamen Kohle aus. Es ist klar, daß man im Rahmen dieses Verfahrens nicht nur ein Gemisch von Kohlen mit verschiedener Funktion, wie vorstehend beschrieben, benutzen kann, sondern auch Kohlen verschiedenen Aktivierungsgrades und S02-Gehaltes nacheinander auf dieselben Zuckerlösungen zur Anwendung bringen kann.
  • Zweckmäßigerweise wird man bei der Dosierung von mit schwefliger Säure beladenen Kohlen zu Reinigungszwecken darauf Rücksicht nehmen, daß die Wasserstoffionenkonzentration der zu behandelnden Lösung in einen günstigen Bereich gelangt bzw. daß ein zu starkes Sauerwerden der Säfte vermieden wird. Doch ist gerade in dieser Hinsicht das vorliegende Verfahren besonders günstig, da die Anwesenheit der Kohle mit Sicherheit die Gegenwart allzu großer Mengen von freier schwefliger Säure verhindert.
  • Beispiel Ein Dünnsaft mit 13,5 °1, Zuckergehalt und einem PH 9,5 bis io wird heiß durch Standzylinder gedrückt, die mit aktiver Kohle gefüllt sind, welche mit schwefliger Säure beladen ist. Die Strömungsgeschwindigkeit wird so bemessen, daß der Saft eine Viertelstunde mit der Kohle in Berührung bleibt. Der abfließende Dünnsaft ist ganz blank und fast vollständig entfärbt. Beim Einkochen zu Dicksaft bilden sich äußerst wenig gefärbte Stoffe, so daß zur vollständigen Entfärbung des Dicksaftes nur sehr geringe Mengen einer hoch aktiven Kohle erforderlich sind.

Claims (3)

  1. PATENTANSpRÜCiir: r. Verfahren zur Entfärbung bzw. Klärung von Zuckerlösungen, vorzugsweise von Dünnsäften, dadurch gekennzeichnet, daß mit überschüssiger schwefliger Säure beladene Entfärbungskohle mit den Lösungen verrührt. wird bzw. als Einsatz für Filter verwendet wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß der Behandlung mit der mit Schwefeldioxyd gesättigten Kohle eine Nachbehandlung mit Knochenkohle oder anderer aktiver Kohle folgt.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 2 und 3, dadurch gekennzeichnet, daß gleichzeitig Kohlen von verschiedener Aktivität und von verschiedenem SO Z Gehalt zur Anwendung gelangen.
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