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Anreißgerät Die Erfindung betrifft ein in der Werkstatt beim Anreißen
verwendbares Anreißgerät.
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Bisher geschah das Festlegen des Mittelpunktes einer Böhrung in der
Weise, daß man in die Bohrung einen Dreistern einbrachte und dessen drei Schrauben
so weit herausdrehte, bis der Dreistern in der Bohrung festsaß. Mit Hilfe eines
Zirkels, dessen einer Schenkel als Taster ausgebildet ist, wurde dann auf dem im
Dreistern eingesetzten Bleikern der Mittelpunkt bestimmt, angerissen und angekörnt
oder angestochen. Bei kleinen Bohrungen wurde gewöhnlich ein passend gearbeitetes
Stück Flacheisen mit Festsitz in die Bohrung eingetrieben und dann in derselben
Weise der Mittelpunkt angerissen und angekörnt.
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Diese Art der Mittelpunktbestimmungg ist jedoch äußerst ungenau, besonders
weil man beim Anstechen und Ankörnen des gefundenen Mittelpunktes je nach Beschaffenheit
des verwendeten Baustoffes von demselben abweicht. Auch liegen Körner und anzureißende
Fläche nie genau in einer Ebene. Außerdem ist es sehr umständlich, wenn auf solche
Weise ein oder mehrere um einen bestimmten Winkel vom Mittelpunkt aus versetzte
Punkte festgelegt werden müssen. Es ist daher bereits vorgeschlagen worden, den
Mittelpunkt von Bohrungen usw. durch ein Gerät mit drei gleichzeitig einstellbaren
Anschlägen und einer verstellbaren Körnervertiefung zu be stimmen. Mit den bekannten
Geräten konnte jedoch die Größe der Exzentrizität nicht gemessen werden.
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Das Anreißgerät gemäß der Erfindung besitzt Anschläge, die unabhängig
voneinander in radialen Schlitzen einstellbar sind, und eine Körnervertiefung, die
genau in der Ebene der Auflagerfläche des Gerätes liegt und auf einem radial verstellbaren
Schieber angeordnet ist. Am Umfang des scheibenförmigen Gerätes ist außerdem eine
Gradeinteilung angebracht, so daß nicht nur der Mittelpunkt einer Bohrung, sondern
auch ein exzentrischer Punkt unter einem beliebigen Winkel festgelegt werden kann.
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Ein weiterer Vorteil des neuen Gerätes ist, daß es auch bei vollen
zylindrischen Werkstücken bzw. Teilen derselben angewendet werden kann. Die Anschläge,
die an der Unterseite des Gerätes liegen, haben aus diesem Grunde nach innen flache
Seiten zur Anlage an zylindrischen Teilen, während sie an der Außenseite eine Kante
zum Einlegen in Bohrungen aufweisen.
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Auf der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt,
und zwar zeigen Abb. i eine Unteransicht, Abb. 2 einen senkrechten Schnitt durch
das auf einen Hohlzylinder aufgesetzte Gerät nach der Linie 2-2 in Abb. i, Abb.
3 eine Oberansicht des Gerätes.
Eine runde Scheibe a enthält in
gleichmäßigem Winkelabstand drei radiale Schlitze b', b= und b3, die sich, nahe
der Mitte der Scheibe beginnend, bis nahe an ihren Rand erstrecken und an der Unterseite4der
Scheibe (Abb. i) von einer Stricheinteilung cl, c'= und cl beispielsweise von o
bis 40 mm flankiert werden. In diesen Schlitzen b1, b2 und b3 sind die unteren Anschlagklötze
d', d2 und d3 mittels Kopfschrauben e verschiebbar befestigt. Die Schrauben e gehen
passend durch die Schlitze b1, b2 und b3 hindurch und werden auf der Oberseite der
Scheibe a durch gerändelte Muttern f gesichert. Die Anschlagklötze dl, d2 und d3
besitzen einen Maßstab, der in Verbindung mit den Stricheinteilungen cl, c2 und
c3 eine Feineinstellung auf ein zehntel Millimeter gestattet.
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Zwischen den beiden radialen Schlitzen b2 und b3 befindet sich ein
längerer Schlitz g, der sich bis zur Scheibenmitte erstreckt und einem oberen Schieber
h als Führung dient. Der Schlitz g wird auf der Oberseite der Scheibe (Abb. 3) von
einem Millimetermaßstab Z von o bis 5o flankiert. Der Schieber h wird in der jeweiligen
Stellung durch eine Schraube i und eine untere Rändelmutter k gesichert. Der Schieber
lt hat die Form eines. kurzen Zeigers und trägt längs seiner tangentialen
Kante s einen Maßstab t, der im Verein mit dem Maßstab L nach Art eines Nonius die
genaue Einstellung des Schiebers auf ein zehntel Millimeter gestattet. Der Schieber
h enthält eine Körnervertiefung r, die den je-
weiligen, in oder außer der
Drehachse des Arbeitsstückes zu suchenden Punkt darstellt.
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Der halbe Umfang der Scheibe a ist mit einer Gradeinteilung 7n von
o bis i8o° versehen.
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DieverstellbarenAnschlagklötze dl, d2 und d3 tragen nach außen keilförmige
Schneiden die nur eine Linienberührung mit der Innenwandung des rohrförmigen Arbeitsstückes
o zulassen. Nach innen zu weisen die Anschlagklötze flache Seiten p auf, die bei
Einstellung auf einen massiven Zylinder q (in der Zeichnung strichpunktiert angedeutet)
an seiner Außenfläche tangential zu liegen kommen.
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Das neue Gerät wird in folgender Weise gehandhabt: Um den Mittelpunkt
einer Bohrung zu erhalten, werden die drei Anschlagstücke d', d2 und d3 an der unteren
Seite der Scheibe an Hand der dort verzeichneten Skalen cl, c2, c3 und L auf das
Bohrungsmaß eingestellt und durch die vorhandenen Rändelmuttern gesichert, wodurch
man dann auf der oberen Seite der Scheibe im Mittel des dort befindlichen Schiebers
h den Mittelpunkt der Bohrung findet.
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Benutzt plan nun den Schieber 1a, den man durch Lösen der mittleren
unteren Rändelmutter h in seitlicher Richtung nach der vorhandenen Skala l bewegen
kann, dann hat man jede im Bereich liegende Exzentrizität.
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Um Punkte durch einen bestimmten Winkel festlegen zu können, bedient
man sich der an der linken oberen Seite angebrachten Winkelteilung m in Verbindung
mit dem durch die Körnervertiefung r festgelegten Mittelpunkt des Schiebers h.
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Wenn keine Bohrung, sondern ein zylindrischer Ansatz oder Wellenstumpf
q vorhanden ist, dann dienen die flachen Seiten p der drei Anschlagstücke d', d2
und d3 als Anlagepunkte.