DE528501C - Verfahren zum Verarbeiten von Bleikammerschlamm und anderen selenhaltigen Abfaellen - Google Patents

Verfahren zum Verarbeiten von Bleikammerschlamm und anderen selenhaltigen Abfaellen

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DE528501C
DE528501C DEK109475D DEK0109475D DE528501C DE 528501 C DE528501 C DE 528501C DE K109475 D DEK109475 D DE K109475D DE K0109475 D DEK0109475 D DE K0109475D DE 528501 C DE528501 C DE 528501C
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selenium
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chamber sludge
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    • C01INORGANIC CHEMISTRY
    • C01BNON-METALLIC ELEMENTS; COMPOUNDS THEREOF; METALLOIDS OR COMPOUNDS THEREOF NOT COVERED BY SUBCLASS C01C
    • C01B19/00Selenium; Tellurium; Compounds thereof
    • C01B19/02Elemental selenium or tellurium
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C01INORGANIC CHEMISTRY
    • C01PINDEXING SCHEME RELATING TO STRUCTURAL AND PHYSICAL ASPECTS OF SOLID INORGANIC COMPOUNDS
    • C01P2006/00Physical properties of inorganic compounds
    • C01P2006/80Compositional purity

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Description

  • Verfahren zum Verarbeiten von Bleikammerschlamm und anderen selenhaltigen Abfällen Zur Gewinnung von Selen dient hauptsächlich Bleikammerschlamm, und zwar wird dieser dazu üblicherweise getrocknet oder angereichert und dann das Selen durch Lösungsmittel, wie z. B. Cyankalium und Salpetersäure, herausgezogen; die hierbei verwendeten Lösungsmittel sind jedoch kostspielig und wegen ihrer Giftigkeit gefährlich. Bekannt ist ferner, daß Selen in Schwefelnatrium löslich ist und daß aus einer derartigen Lösung das Selen durch Salzsäure ausfällbar ist, aber eine wirtschaftliche Anwendung fand diese Kenntnis bisher nicht.
  • Die Erfindung besteht darin, daß dem Bleikammerschlamm oder sonstigem selenhaltigem Abfall mit Schwefelnatriumlösung das Selen ausgezogen und aus der erhaltenen Selenosulfidlösung durch Hindurchblasen von Luft ausgefällt wird. Hierbei ist für die ganze Gewinnung des Selens nur ein einziges Reagenzmittel, nämlich das Lösungsmittel SChNvefelnatrium, erforderlich, und dabei wird zugleich ein völlig reines Selen erhalten, weil der primär gefällte Schwefel, der das Selen aus der Lösung verdrängt, selbst wieder in Lösung geht. Somit ergibt sich ein besonders einfaches Verfahren mit unmittelbar hochwertig reinem Endergebnis.
  • Im einzelnen spielt sich das Verfahren z. B. ab wie folgt.
  • Trockener Bleikammerschlamm wird in bekannter Weise mit Selen angereichert, indem das in ihm enthaltene Bleisulfat (in der Regel 75 °/" und mehr) in Bleiacetat übergeführt wird.
  • Pb S 04 -E- i,Ta# C 03 - Pb C 03 -f- Nag S O, PbC0@+aC@I-i,0@ -P-b (CZHrO@) -(- CO@ -f- H,0 Der Rückstand enthält Selen, Schwefel, Tellur, Spuren von Pb S O" Fe=O.., AL O ;.
  • Dieser Rückstand wird dann mit Schwefelnatriumlösung behandelt, die Selen und Schwefel unter Bildung von Selenosulfiden aufnimmt wie folgt: Na. S -i-- m Se-Na. S # Sem (m- z) Na, S+nS-Na.Sn+i (n - 3) Tellur bleibt bei gewöhnlicher Temperatur ungelöst. Beim Hindurchblasen von Luft durch die erhaltene Lösung entsteht ein Niederschlag von Selen (in der grauen Modifikation), der praktisch schwefelfrei ist, da der primär mitgefällte Schwefel zum Teil weiter oxydiert wird und zum Teil das Selen aus der Selenosulfidlösung verdrängt und dabei selbst in Lösung geht etwa nach .Na. S#Se"+mS-Na2Sm@i+mSe Die übrigbleibende Lösung kann auf Thiosulfat oder Schwefel weiterverarbeitet werden, und ferner ergibt der Rückstand Tellur und Si0,. Die Mengenverhältnisse können z. B. folgende sein.
  • Der Bleikammerschlamm enthält nach dem Waschen; Trocknen und Sieben
    PbS04-................ 74,91
    °/°
    °/°
    Se . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16,22
    S . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5I5 °I°
    Te . . . . . . . . . . . . . . . . . . . o,940/,
    SiO. . . . . . . . . . . . . . . . . . 2,38 °/°
    Fe. Q, ................. Spuren
    A1203 ................. Spuren.
    Zur Anreicherung ist i kg dieses Schlammes bei 30° mit 28o g Soda in 3 1 Wasser 3 bis 4 Stunden zu verrühren und die Flüssigkeit abzufiltrieren. Der Bleicarbonatniederschlag wird unter allmählicher Erwärmung bei 4o bis 6o° mit 660 g etwa 5o°/°iger Essigsäure bis zum Aufhören der Kohlensäureentwickelung (etwa 3/4 Stunde) ausgelaugt, und die abfiltrierte Lösung liefert nach dem Kristallisieren etwa 8,4o g Bleiacetat. Der Rückstand wird mit Wasser gewaschen und ergibt noch weitere 4o g Bleiacetat, während die Mutterlaugen entweder dem Verfahren wieder zugeführt oder auf Bleicarbonat verarbeitet werden.
  • Der Bleischlammrückstand von etwa 26o g wird erneut mit 4 g Soda in ioo g Wasser bei 30° verrührt, um von Bleisulfatresten befreit zu werden, abfiltriert und gewaschen und sodann mit einem Überschuß von 6o °/°iger Essigsäure bei 6o° ausgelaugt. Hiermit ergibt sich ein endgültiger Rückstand von etwa 25o g, der S,Se,Te,Si0, und Spuren von Fe20, und A1203 enthält.
  • Das Herauslösen mit technischer Schwefelnatriumlösung erfolgt dann bei Zimmertemperatur bis 30°, und zwar werden Zoo g 6o °/°iges technisches Schwefelnatrium in 1500 g Wasser io Stunden lang mit dem Rückstand verrührt. Dann wird abfiltriert, und nach Zusatz von weiteren io bis 2o g Schwefelnatrium wird Luft bis zu 2o Stunden lang (bei feiner Luftverteilung bedeutend weniger Zeit) durch die Lösung geblasen. Das gesamte Selen ist dann ausgefällt, während der Schwefel in Lösung bleibt; dieser Zustand ist durch folgende Probe zu erkennen: 2 bis 3 ccm Lösung in io ccm starker Salzsäure sollen einen schwach grünbis braungelben, aber nicht rötlichen Niederschlag ergeben; außerdem ändert sich die Farbe des Schaumes von schwach Rot nach schwach Grün.
  • Das gewonnene Selen wird abfiltriert, mit kaltem Wasser gewaschen, dann mit Salzsäure in Verdünnung i : 5 von Schwefeleisenspuren befreit und mit heißem Wasser gewaschen.
  • Das Gesamtergebnis aus den verbrauchten Stoffen ist folgendes: i kg Bleikammerschlamm, 300 g calcinierte Soda, 700 g 50 °/°ige Essigsäure und 22o g technisches 6o°/°igesSchwefelnatrium ergeben 72o g Bleiacetat I, i20 g Bleiacetat 1I, 16o g Selen und als Nebenprodukte Thiosulfat und Tellur. Das Selen hat folgenden Reinheitsgrad:
    Selen . .............. 98,95
    Schwefel . . . . . . . . . . . . .
    Tellur in Spuren,
    Kieselsäure keine,
    Wasser . . . . . . . . . . . . . . . o, i °/".

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zum Verarbeiten von Bleikammerschlamm und anderen selenhaltigen Abfällen, dadurch gekennzeichnet, daß aus den nach irgendwelchen üblichen Verfahren angereicherten Ausgangsstoffen das Selen mit Schwefelnatriumlösung ausgezogen und aus der erhaltenen Selenosulfidlösung mit Luft in reinem Zustande gefällt wird.
DEK109475D 1928-05-17 1928-05-17 Verfahren zum Verarbeiten von Bleikammerschlamm und anderen selenhaltigen Abfaellen Expired DE528501C (de)

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DE (1) DE528501C (de)

Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US2889206A (en) * 1953-09-30 1959-06-02 Kawecki Chemical Company Recovery of selenium
US3547596A (en) * 1967-10-12 1970-12-15 Bell Telephone Labor Inc Method for producing substantially trigonal piezoelectric selenium

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* Cited by examiner, † Cited by third party
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US2889206A (en) * 1953-09-30 1959-06-02 Kawecki Chemical Company Recovery of selenium
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